Pommesboutique

Hab ich heut mal ausprobiert. In der Amalienstraße, wo früher dieser Coffeshop war (Black Bean oder so?). Für die Experten: praktisch gegenüber vom vormaligen Cohu-Hauptquartier. Da hats doppelt fritierte belgische gelbliche Riesenmonsterpommes und Bio-Brat- bzw. Currywürschtl von den Herrmannsdörfern. Alles sehr lecker. Nur wenns vielleicht noch eine halbe Portion Pommes gäb, wärs gut, weil ich bin jetzt schon kurz vorm Platzen. Obwohl: wenn man sich die Verkäuferin anschaut dort, bekommt man den Eindruck, dass diese Pommes sehr schlank machen, also vielleicht auch was für die Pizzadiät? Und die "szenige Einrichtung"bzw. das "stylische Ambiente"  – hätt man sich sparen können und dafür ein bisserl mit den Preisen runtergehn (immerhin 7,50 für Pommes, Currywurst und Flascherl Wasser). Muß so eine Pommesbude hinter der Uni gleich auf Berlin, London, Mailand machen? Also zwengs mir nicht.

Confucius say: “For your dinner, you can never cook your food too fine, nor mince your meat too well.”

Da der “schlafende Drache” China es auf unser schönes Europa abgesehen hat und inzwischen die Regeln der Weltwirtschaft diktiert, müssen tapfere europäische Patriotinnen wie Cohu zum Gegenangriff übergehen. Zumindest ein Geheimnis des Landes des Lächelns habe ich durch langes Ausprobieren gelüftet.
Habt ihr Euch auch schon gefragt, warum das Hühnerfleisch beim Chinesen immer so viel zarter ist als sonst?  Nein, es liegt nicht dran, dass die in Wirklichkeit Hund verwenden (ok, das hab ich nicht wirklich selbst ausprobiert…). Es liegt auch nicht am Glutamat. Auch das Wälzen des Fleisches in Speisestärke bringt’s nicht. Sondern (jetzt kommt Cohus Spezialtipp): man weiche das fein geschnittene Fleisch in einer Lake aus kaltem Salzwasser mit einer Prise Natron eine halbe Stunde im Kühlschrank ein. Dann abtropfen und vor dem Braten in Speisestärke wälzen. Das Fleisch ist dann genauso weich wie beim Chinesen!
Endlich können wir auch Produktpiraterie betreiben und der Volksrepublik ein Schnippchen schlagen, und zwar exakt von Nummer 30 (“Hühnchen Gung-Bao”) bis Nummer 39 (“Hühnchen mit Morcheln und Bambus”)!

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Extra Cerasum Nulla Salus – Kein Heil außerhalb der Kirsche

…das denkt sich zumindest Cohu. Habe in der Brigitte (haha, ja, lacht nur, Cohu liest Frauenzeitschriften, ha ha ha!), also jedenfalls in der Brigitte ein sehr schönes Rezept für eine Kirschen-Mohn-Tarte gefunden und würde das gerne mal ausprobieren. Zusätzliche Motivation: ihr kennt das, es gibt “Wegschmeißer” und “Aufheber”, und ich gehöre zur letzteren Gruppe. Habe in meiner Besteckschublade noch einen uralten Kirschenentsteiner namens “KERNEX”, siehe Abb., von meiner Oma liegen (den schon meine Oma nie verwendet hat, soweit ich mich erinnere).
Hehe, ich weiß nicht mehr, wer es war, aber irgendeinTyp  hat mir vor Jahren mal die Geschichte abgenommen, das sei eine Ferkelkastrierzange, wo ich doch mal beim Tierarzt mitgearbeitet hab…diese Stadtkinder!
Also, die Kirschentkerner-Kastrier-Zange muss dringend verwendet werden. Daher brauch ich gute Sauerkirschen. Habe bereits gesucht, aber nix richtiges gefunden, muss ich dafür evt. auf den Viktualienmarkt? Weiß jemand, wo’s feine, schön große (!) Kirschen gibt? Außer “Isemarkt”, da komm ich jetzt schlecht hin.

Yemek yapmak: geile Teile!

Heute gings also richtig los mit meinem Integrationsprogramm. Da Cohu kein schlappschwänziges Weichei ist, hat sie natürlich gleich mit einem der schwierigeren Rezepte der türkische Küche angefangen: gerade gabs manti (hier ein ganz gutes Rezept). Das sind kleine Teigtaschen, gefüllt mit Hackfleisch und serviert mit zweierlei Soßen, nämlich einer Joghurt-Knoblauch-Soße und heißer Butter mit pulbiber (Paprika bzw. Chili-Blättchen, versteckt sich in der Dönerbude hinter der Frage "Magst Du mit scharf?"). Man kann sich das vorstellen wie Ravioli, nur, dass ich sie in Form einer Bischofsmütze gebastelt habe und sie so klein wie möglich gemacht werden sollten (haselnussgroß!).
Also jedenfalls das Entscheidende, zuerst der Nachteil: die Teile machen eine Scheißarbeit. Da kann man sich gut und gerne zwei Stunden in die Küche stellen und an diesen kleinen Wuzeln rumfitzeln. Gegessen sind sie hingegen sehr schnell. Das ist also vermutlich so ein Gericht, das durch die Abschaffung der Hausfrauenehe aussterben wird, es sei denn, man führt wieder Hauspersonal ein. Oder die Sklaverei.
Jetzt aber der Vorteil: mir fehlen die Worte, um den Wohlgeschmack dieser Spezialität angemessen zu würdigen. Ein blumig-orientalisches Lied müsste man für den Lobpreis dieser kleinen Knubbel komponieren und damit den Tanz von mindestens 72 mandeläugigen Huris begleiten zu Ehren der göttlichen Nudeltaschen. Ja, ich hab jetzt keine Huris da, aber sehr gut war es!

Nachtrag: hier noch das Bild von den selbstgemachten Nüdelchen im rohen Zustand. Je dünner der Nudelteig und je kleiner die Täschchen, desto besser. Übrigens schmecken sie am nächsten Tag mit Zwiebeln, Tomaten, Knoblauch und Oliven in Olivenöl angebraten fast genauso lecker.

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Yemek yapmak: wir lernen Dosen öffnen!

Zum Kochen war es gestern natürlich viel zu heiß, aber immerhin habe ich für die vorgestern angekündigte Serie bereits eine türkische Spezialität zubereitet, und zwar Okras (bamya) in Tomatensoße aus der (original türkischen!) Dose und dazu ein feines (leider diesmal auch nicht selbstgemachtes) Fladenbrot (pide).
Okras sind ja bei uns ein eher unbekanntes Gemüse, also einige Fakten: die Okraschote wurde bereits von den Pyramiden gegessen, enthält wichtiges den Stoffwechsel anregendes Okrakrokrakotolin, wirkt harn- und schweißtreibend und ist eine Kreuzung zwischen Paprikaschote, Aubergine und Nacktschnecke. Der berühmte Sultan Ukmüluk verkaufte 300 v. Chr. angeblich seine Frau, seine Tochter und seine Playstation für ein Okra-Gericht.
Na gut, das hab ich mir alles ausgedacht, aber das mit der Nacktschneckeneinkreuzung stimmt tatsächlich. Okras sind schleimig. Ich bin mir nicht sicher, ob das mein Lieblingsgericht wird, aber eine Chance sollte man den Okras (wenn ich denn mal frische bekomme) schon noch geben.
Noch was. Man sagt ja: Der frühe Vogel fängt den Wurm. Wenn das so ist, hätte ich mir gestern mindestens einen lumbricus badensis verdient: Abflug aus Hamburg war um 6:20!

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Knoblauch…

…muss sein, denn er wirkt nicht nur gegen Vampire (hier aufgrund der Altbaudichte sehr häufig!) und arteriosklerotische Plaques, sondern auch antibiotisch, antimykotisch und antiseptisch, blutverdünnend, sowie gegen Hexen und Teufel aller Art. Und schmeckt. Also habe ich vorgestern erstmal eine ganz köstliche Auberginen-Moussaka gebacken (das Rezept habe ich natürlich mit einigen Zehen Knoblauch verbessert!) und heute gibt es Provencalisches Knoblauchhuhn. Ganz langsam und zum Mitschreiben: da brauchts sechs (6) Knollen (!) Knoblauch. Lecker!
Gestern übrigens Freiluft-Kino auf dem Rathausmarkt: "Gegen die Wand". Ganz nach Cohus Geschmack, nur war es etwas kalt und der Ton sehr schlecht, aber: einem geschenkten Gaul usw. usf.

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Pronto? Adesso Basta!

Nachträglich tut es mir natürlich leid, dass ich die Azzurri (bzw. sogar Juve)-Anhänger auch noch aufgemuntert hab vor dem Ukraine-Spiel. Undank ist der Welten Lohn! Jetzt hat da die taz eine ganz drollige Idee: “So ärgern wir heute abend die Italiener: Um 21 Uhr Pizza bestellen!”

Nett gemeint, aber: die unter “München/Schwabing” angegebene Nummer ist die von Call-a-Pizza. Ich bezweifle, dass man in dem Laden auch nur einen einzigen Italiener findet (dafür aber so widerliche Dinger wie eine Pizza England mit “Bacon und Eiern” – s. Abb.- und Pizza Iran mit “Curry-Soße, gebratener Curry-Hähnchenbrust, Ananas und Extra Käse”…Hilfe!). Überhaupt, die Pizzadienste hier in der Gegend scheinen mir grundsätzlich nicht von Italienern betrieben zu werden, sondern von Albanern, Pakistani, Vietnamesen und Ägyptern. So schmeckts dann auch. Also, nicht italienisch, mein ich. Und überhaupt, warum nicht gleich direkt in Italien anrufen und stören, was das Zeug hält? Hier findet ihr Nummern von “Aa” wie A.a. Alcolisti Anonimi Area Lazio, Rom bis “Zz” wie Z.z. Recycler Di Zanoni Dino, Riva del Garda.

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Saisonale Rezepte

Das Fleisch eines jungen Bären hat einen feinen, angenehmen Geschmack; die Keulen alter, feister Bären gelten gebraten oder geräuchert als Leckerbissen. Am meisten werden die Tatzen von den Feinschmeckern gesucht, doch muß man sich erst an den Anblick derselben gewöhnen, weil sie, ihrer Haare entledigt und zur Bereitung fertig gemacht, einem auffallend großen Menschenfuße in widerlicher Weise ähnlich sehen. Ein mit Champignons zubereiteter Bärenkopf endlich gilt als vortreffliches Gericht.”
(“Verschwundene und seltene Gäste der Speisekarte. Ein Kochbuch” von Bernhard Kathan)

Naja, ich weiß ja nicht. Bärengerichte sind wohl eher was für den Winter. Obwohl: was der Halloren-, Nudossi- und Rotkäppchen-verwöhnten Kanzlerin mundet, kann ja so schlecht gar nicht sein…
Wenns nach mir ginge, könnten sie im übrigen die ganzen Werbe-Bären auch abknallen, diesen Kondensmilch-Petzi genauso wie das nervige Weichspüler-Puschel(gibts das noch?), und als erstes diesen dümmlich grinsenenden Klopapierbären, bäh, jedesmal, wenn ich den sehe, muss ich an einen kackenden Bären denken und: 1. Da kommt nicht wirklich Bärendreck raus und 2. Bären verwenden in echt gar kein Klopapier, und schon gar kein vierlagiges. Uäh!
Wer trotz allem vom Mitleid und allzu vollen Konten geplagt wird, dem sei abschließend diese Seite empfohlen.

(Bild: Wikimedia Commons)

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Ice, ice, baby!

Nicht nur bei Cohu, sondern auch bei anderen Menschen bzw. Engländern wirkt eine große Portion schön kaltes Eis stimmungsaufhellend, ja sogar merklich antidepressiv. Sehr erstaunlich! Jetzt hatte ich natürlich, wie es sich für eine anständige Wissenschaftlerin an einem heißen Freitagnachmittag gehört, gleich mehrere Hypothesen, warum das so ist:

1. Zuckersüße Hypothese: “Durch den Verzehr von Kohlenhydraten wie Zucker oder Stärke lässt sich die Menge des Serotonin im Organismus kurzfristig erhöhen. Essen wir z. B. Schokolade, stellt unser Körper das Hormon Insulin bereit. Dem Insulin kommt nicht nur eine große Bedeutung im Stoffwechsel des Zuckers zu, es fördert auch die Aufnahme des Eiweißbausteins Tryptophan ins Gehirn. Tryptophan wird in Serotonin umgewandelt, der Serotoninspiegel steigt und die Stimmung hellt sich auf.” (Link) Habe ich allerdings verworfen, da beim Verzehr von Schokolade oder sonstigen Süßigkeiten sich meine Laune nicht besonders verbessert.

2. Psychoanalytische Hypothese: Die orale Stimulation und der gleichzeitge Kältereiz erinnern mich an die emotional-kalte Mutterbrust der typischen westlich-zivilisierten Kindheit, was eine psychodynamische Reaktion in Richtung Hypomanie auslöst. Die Kälte und Regression in die orale Phase betäuben den allgegenwärtigen Penisneid. Oder so. (Verworfen aufgrund prinzipiell fehlender Falsifizierbarkeit).

3. Vagusnerv-Hypothese: der Verzehr von Speiseeis stimuliert aufgrund der Kältedifferenz den Vagusnerv, der sich im Rachenraum befindet (bei vielen bemitleidenswerten Menschen führt eben diese Vagusnervstimulation beim Eisessen übrigens zu Kopfschmerzen). Die Vagusnervstimulation (VNS) wird aber – allerdings vermittels elektrischer Reize, was m.E. ungleich unangenehmer sein muss als Eisschlecken – auch erfolgreich zur Behandlung therapieresistenter Depressionen eingesetzt.

Heureka und Danke, Google!
Wieder mal mit Links eine wissenschaftlich hochinteressante Frage geklärt. Da sag noch einer, Philsophen seien nutzlos!

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Another one bites the crust

Wohl kaum ein Lebensmittel wird so oft missverstanden, missbraucht und misshandelt wie die Pizza (siehe schockierende Cohu-Berichte zum Pizza Cone und zur Mikrowellenpizza). Jetzt hat ein irrer Amerikaner nach einem (anscheinend ersthaft hirnschädigenden) Unfall mit dem Rasenmäher eine Pizza erfunden, deren “Teig” bzw. Boden zu 100 Prozent aus Käse besteht: Van Harden’s 100% Cheese Crust Pizza (erfahren habe ich davon über das thematisch exklusiv pizzologische Blog Slice).
Hm, ich hatte eigentlich gedacht, Low Carb wäre schon wieder out, aber wenn es eine Mode gibt, die das Verzehren von fettem Käse, Fleisch, Brownies und Schokoladeneis in rauen Mengen sanktioniert, dann wird man einen Amerikaner davon vermutlich so schwer wieder wegbekommen wie einen betrunkenen Fußballfan von der Großbildleinwand.
Vorteil dieser Atkins-Verrücktheit der letzten Jahre ist aber, trotz bedauerlicher Missgeschicke wie der Käsepizza: den kohlehydratfreien Snack Beef Jerky gibts inzwischen auch bei uns in jedem besseren Supermarkt. Mjam! (dem Diastemiker sei allerdings geraten: Zahnseide gleich mitkaufen).

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