Die Luft ist raus, zum Zweiten

Sagenhaft! Cohu schafft es, in nur einer Woche nicht nur ihren Fahrradreifen zu entlüften, sondern auch, das Luftpolster ihrer Dekaden-alten Reeboks zu plätten. Jetzt ist da ein kleines Loch drin, und immer, wenn ich leicht bergab laufe, gibt der linke Schuh komische Geräusche von sich (in etwa: Furby mit Verdauungsstörungen). Ich würd das Luftpolsterloch ja flicken – jetzt, wo ich dank Tobi weiß, was Vulkanisieren ist – aber die Dinger sind insgesamt hinüber.

Also gehts heut endlich zum Sportscheck. Bei meiner prä-emptiven (das Latinum muss zu was gut sein!) Recherche im Internetz hab ich festgestellt: beim Scheck, jedenfalls beim Internetz-Scheck, gibt’s die Nike free, von denen wir’s hier in den Kommentaren neulich schon mal hatten, für 49,90 statt 100 Euro. Aber wie schade, nur die für Männer! Dabei gings doch gestern erst um Sexismus im Sport, und heute werde ich schon selbst zum bemitleidenswerten Opfer.

[Bei der Bildsuche übrigens auf diese Seite gestoßen. Gratulation zur Wahl des passenden Firmennamens!]

(Bild: Frenkiep, Wikimedia Commons)

Ikskjuhs mie, ei häd a Plättn

Ich bin mir sicher, dass es eine einwandfreie materialkundlich – reduktionistische Erklärung dafür gibt, warum ich bei Radlausflügen immer dann einen Platten bekomme, wenn ich mich grade am geographisch ungünstigsten Punkt befinde. Jedoch weigere ich mich aus Gründen der emotionalen Hygiene, die Möglichkeit des Vorliegens einer solchen weiterhin in Betracht zu ziehen und gehe strikt davon aus, dass hinter dieser Tatsache eine finstere Verschwörung gegen mich steckt. Ich durchschaue Euch, dunkle Mächte, ich durchschaue und verachte Euch!

Hatte mal sowas von einem Schaum gehört, den man in den Reifen füllt und der dann erhärtet und alle zukünftigen Platten verhindert. Oder war das nur für Mountainbikes? Oder gar für Autos? Oder sehr teuer? Kann nicht googeln. Zu müde vom Schieben.

Ozone Prison Blues

Bäh, scheußlich: die Ozonwerte schaun zwar so schlimm nicht aus, aber seit ich gestern Abend eine große Runde durch den Olypark gelaufen bin, fühl ich mich schrecklich: tränende Augen und Halsweh, als hätt ich ne halbe Schachtel  Kim geraucht und dabei in einen Ventilator gestarrt. Könnten auch noch die Ausdünstungen von den Zeugen sein, aber ich tipp eher auf Ozon.
Und wer ist daran schuld? Jaja, der junge Mann, der gestern abend nicht mit mir Eisessen gehen wollte wegen irgendsoeinem Jura-Film im Westpark darf sich ruhig angesprochen fühlen! Jedenfalls: ich plädiere dafür, ein Lied über die Gefahren von Ozon zu schreiben. Vorschläge:
Ozone all around my brain
Oh-zone is on the mountain (für Religionslehrer!)
Too much ozone for one woman (kennt ihr noch Ike & Tina Turner?)
Und mein Favorit, der Jazz Standard:
Ozone gets in your eyes
Da bräuchte man jetzt einen blues drawl, aber seit Cohu die Gauloises und das grüne Auge aufgegeben hat, hört sie sich an wie June Carter auf Valium. Angeblich ist das ja dann meine natürliche Stimme. Super!

Fähnlein nach dem Wind

Meine deutsch-italienische These bestätigt hier farbenfroh ein Nachbar. Während man andernorts eine dicke Lippe riskiert, wenn man zwei Nationalflaggen kombiniert, ist dem Eppendorfer jegliche nationale Apartheid zuwider: schließlich kann man sich ein Leben ohne Prosecco (ungleich dt. Schaumwein) hier nicht vorstellen. Und Koks ist ja auch eher ein Importprodukt, gell!

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Toooohllll! Tooooohlllll!!!!

Cohu musste sich gestern aufgrund notorischer Fernseher-Losigkeit das unselige Spiel im Internetz anschauen. Ja, ich hab – mit Hilfe von Wired –  tatsächlich einen Live-Stream gefunden! Sogar die IT war erstaunt.
Der Haken: die erste Halbzeit gab’s für mich nur mit chinesischem Kommentar. Hatte ja eigentlich geplant, einen Radiokommentar dazuzuschalten, aber nicht bedacht, dass der Stream ja – von Dortmund nach China, von China nach Israel, von Israel an meine “Peers” und dann zu mir – mit einer halben Minute Verspätung ankommen würde. Aber da tat sich eh nicht viel bei den Jungs von Kalins-Mah (u.a. Ballak-O, Lahm-O, Pololki, Le-ih-mah, Schanei-Dah und, ja, tatsächlich: Bolowski). Den chinesischen Kommentatorenausruf für “Tooooor!” zu hören, war mir leider nicht vergönnt. In der zweiten Halbzeit bekam ich dann sogar ESPN rein und zwei wunderbare Ami-Kommentatoren, die nicht nur landeskundliche Weisheiten einstreuten (“Nationalism has been downplayed here since Word War II”) sondern auch immer wieder Regeln (Abseits, Verlängerung, Elfmeter etc. ) und Trikotfarben bzw. Nationalität der Spieler wiederholten, was für einen Fußballdeppen wie mich sehr angenehm war. Naja, geholfen hat’s trotzdem nix. Aber in Zukunft kann ich die absurdesten Fernsehsender über’s Internet empfangen…

Pronto? Adesso Basta!

Nachträglich tut es mir natürlich leid, dass ich die Azzurri (bzw. sogar Juve)-Anhänger auch noch aufgemuntert hab vor dem Ukraine-Spiel. Undank ist der Welten Lohn! Jetzt hat da die taz eine ganz drollige Idee: “So ärgern wir heute abend die Italiener: Um 21 Uhr Pizza bestellen!”

Nett gemeint, aber: die unter “München/Schwabing” angegebene Nummer ist die von Call-a-Pizza. Ich bezweifle, dass man in dem Laden auch nur einen einzigen Italiener findet (dafür aber so widerliche Dinger wie eine Pizza England mit “Bacon und Eiern” – s. Abb.- und Pizza Iran mit “Curry-Soße, gebratener Curry-Hähnchenbrust, Ananas und Extra Käse”…Hilfe!). Überhaupt, die Pizzadienste hier in der Gegend scheinen mir grundsätzlich nicht von Italienern betrieben zu werden, sondern von Albanern, Pakistani, Vietnamesen und Ägyptern. So schmeckts dann auch. Also, nicht italienisch, mein ich. Und überhaupt, warum nicht gleich direkt in Italien anrufen und stören, was das Zeug hält? Hier findet ihr Nummern von “Aa” wie A.a. Alcolisti Anonimi Area Lazio, Rom bis “Zz” wie Z.z. Recycler Di Zanoni Dino, Riva del Garda.

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Wie ein Fluch…

…verfolgt er mich, der Fußball, aber das muss ich jetzt schon erwähnen: der geschätzte Freund und ruhelose Rechercheur Deißner hat für die WAMS doch tatsächlich ein Interview mit dem schönsten Italienexport seit Carlo Pedersoli, will sagen dem knusprigsten Schweizexport seit dem Berner Rösti geführt: Michelle Hunziker! Und zwar, wie könnte es anders sein, über Fußball. Ich will an dieser Stelle gar nicht erwähnen, wer ob dieser Tatsache neidgrün anläuft und geifernd mit den Füßen aufstampft. Lest selbst!

(Die Frage, die Michelle als erstes an Michael Ballack stellen würde, ließe sich übrigens, glaube ich, auch ohne Befragung des Betreffenden nach Lektüre dieses Artikels zufriedenstellend beantworten.)

Vor dem Spiel ist vor dem Spiel

Die IT ist vorgestern wieder in die Hansestadt entschwunden, und mit ihr die zugegebenermaßen zu WM-Zeiten äußerst praktische TV-Karte (eine großzügige Leihgabe Herrn Bergers). Wo schaut Cohu jetzt nur das Spiel gegen Argentinien an? In der “Crazy-Alm” in der Görresstraße? Im “Hess-Stüberl”? Im “Du und I”? Beim “WM-Stammtisch” im Görreshof? Qual der Wahl. Also, entweder, ich bequeme mich morgen mit Frollein W. in eins der Lokale auf der Leopoldstraße (wird man da ohne deutsche Beflaggung überhaupt noch reingelassen?) oder mir bleibt nur die ASCII-WM.

No-Go-Area

Herr Bauer kritisiert die Entscheidung eines SPIEGEL Online-Mitarbeiters, zu WM-Zeiten in gewagtem binationalen Outfit durch den Olypark zu spazieren (hier der Erfahrungsbericht). So ganz, glaube ich, stimme ich mit seinem Fazit nicht überein.
Abgesehen davon, dass es zumindest mir nicht klar gewesen wäre, dass das Tragen eines Deutschlandtrikots in Verbindung mit einer polnischen Flagge ein eindeutig provokantes Verhalten darstellt (zumal bei einem Spiel, bei dem weder Polen noch Deutschland mitspielen!) –  wenn man hier schon mit “gesundem Menschenverstand” und “klugen Entscheidungen” argumentiert: wie wäre es denn damit, den thüringischen oder sonstigen Fußballdeppen ganz systematisch ihren Alkoholnachschub zu kappen und sich ihr unmögliches Verhalten nicht gefallen zu lassen?
Auch Eure Cohu, die im Olypark üblicherweise in national-neutraler Laufkleidung unterwegs und definitv nicht auf’s Maul gefallen ist, traut sich im Rahmen der WM-Spiele übrigens nicht in die Nähe des Olympiaparks, die Sprüche, die sie von den “Freunden” und ihren Gästen sonstwo in der Stadt gehört hat, reichen ihr nämlich. Die waren beim besten Willen nicht mehr als Komplimente auszulegen, dabei ist die Cohu ja blond und blauäugig. Muß man das jetzt in Kauf nehmen? Dass man in bestimmte Bereiche der Stadt, wenn man “klug” und “vernünftig” ist, halt während der WM nicht gehen kann, wenn man allein als Frau, als Schwarze(r) oder mit binationalen Trikotvorlieben unterwegs ist? Genausowenig, wie man sich auf der Wiesn nicht mit einem Tisch voller Metzger anlegen sollte? Weiß ja nicht.
Für mich alte Fußballhasserin bestätigt das alles natürlich das Vorurteil, dass (Herren-)Fußball das Beste im modernen Menschen bzw. Mann zum Vorschein bringt: Nationalismus, Rassismus, Sexismus und Alkoholismus. Da lob ich mir doch das Hobby Vogelbeobachtung. Oder habt ihr schon mal nen pöbelnden, besoffenen Birdwatcher gesehen, der nach dem Hitlergruß erstmal hinter nen Busch kotzt? Na, eben.

Zeh’nfreunde sollt ihr sein.

Fivefingers: eine amerikanische, ich korrigiere, eine italienische Firma stellt diese Schuhe her, mit denen sich die Vorteile des Barfuß-Gehens mit denen des Schuhetragens verbinden lassen (zumindest, wenn man nicht an Hexa- oder Heptadaktylie leidet). Eigentlich kommen die aus dem Wassersportbereich, lassen sich aber auch für andere Aktivitäten, z.B. fürs Wandern oder Laufen, verwenden. Will haben!
Ich hole aus: ich bin begeisterte Barfußgeherin und versuchte als Kind hartnäckig, alle sechs Wochen der Sommerferien ohne Fußbekleidung auszukommen. Bestärkt wurde ich in dieser Vorliebe durch – wie könnte es anders sein – ein Kindheitstrauma: Mama (oder war es Oma, oder Lieblingskindermädchen Cora, jedenfalls eine Respektsperson) ermahnte mich immer, Schuhe anzuziehen, wenn ich im Garten spielen wollte, aufgrund der dort vorhandenen Bienen- und Wespendichte. So ein Schmarrn aber auch! Ich wehrte mich nach Kräften, hatte aber gegen die faschistoiden Erpressungsmethoden (“Sonst gibt es kein Eis!”) der Erwachsenen kaum eine Chance. Als ich jedoch einmal wie so oft widerwillig in die Chucks schlüpfte, wartete darin bereits – oh Heimtücke! – eine Wespe auf meinen Fuß, mit gewetztem Stachel. Ab jetzt wurden Schuhe natürlich gemieden und ich erstaunlicherweise nie wieder in den Fuß gestochen. Barfuß gehe ich immer noch sehr gerne, wenn auch inzwischen eher aus medizinischen Gründen.
Jetzt aber das Problem: wenn man das Alter von 12 Jahren überschritten hat, scheint sich das Laufen ohne Schuhe zu einer Aussage zu entwickeln. Es gibt – ernsthaft! – erwachsene Menschen, die das Barfußgehen als Hobby oder gar als quasi-politisches Statement begreifen. Mit solchen Irren will Cohu, wertkonservativ wie sie ist, natürlich nix zu tun haben. Naturverbundenheit, so ein Schmarrn! Außerdem kriegt man echt verdammt dreckige Füße mit der Zeit, und es ist erstaunlich, wo sich überall Glasscherben finden… Also, wo krieg ich jetzt diese Fivefingers her?