Gebührend besteuert

Grad mal wieder einen Flug bei Lufthansa gebucht: dazu die üblichen “Steuern und Gebühren”, das reicht aber nicht, eine “Service Charge” von 10 € wird noch draufgeschlagen (frage mich, wofür, wenn alles über Internetz vollautomatisch läuft? Kriegt das der tapfere LuHa-SysAdmin?). Und für den Altmodischen, der noch auf Papiertickets besteht, wären es nochmal 8 € zusätzlich.
Demnächst, so meine Horrorvision, wird der Besuch im Supermarkt so ablaufen: nach dem geflissentlichen Beladen des Einkaufswagens und an-die-Kasse-Schieben kommt das böse Erwachen. Die Kassentusse berechnet:

Einkäufe: 18,23 €
Einkaufswagenmiete: 1 € (refundable)
zuzüglich
Regalmetersteuer: 33,20 €
Shopping Cart Charge: 10 €
Service-Gebühr: 13 €
Warentrennbrettchen-Miete: 2x 3€ = 6€
Wenn man persönlich mit der Kassiererin abrechnen und eine Quittung haben will (sonst “Self-Check-Out”): 12 € extra.

Vielleicht wäre das ja mal ein interessantes Geschäftsmodell?

Return Of The Mummy

Wah! Cohu ist etwas überreizt, weil ihre Wohnung aufgrund eines Wasserschadens jetzt durch eine Trockenturbine, einen Entfeuchter und die dazugehörigen Röhren verschönert wird, insbesondere auch akustisch. Praktisch ein Riesenfön, der in die Wände und den Estrich blasen soll, und dazu ein Staubsauger, der das Wasser aus der Luft filtert. Den ganzen Tag soll das Ding jetzt laufen, und die Fenster müssen dabei zu sein. Aber man soll alles positiv sehen. So heißt es doch auf dieser Seite:

“Gerade in den Sommermonaten erreichen Sie durch einen Luftentfeuchter ein sehr angenehmes Klima. Es wird von uns der Saunaeffekt genannt. In einer Sauna fühlen Sie sich bei 80° C auch wohl und im Sommer können Sie bei 30°C kaum schlafen. Die Ursache dafür ist nur die Luftfeuchtigkeit. Gerade für ältere Personen, welche Probleme zu großen Temperaturwechseln im Sommer haben. ist unser Luftentfeuchter bestens geeignet.”

Ich weiß nicht, wie es Euch geht, aber ich persönlich finde es schwer, in einer Sauna, zwischen zwei lauten technischen Geräten liegend, einzuschlafen (selbst, wenn es in meiner Sauna keine nackten, behaarten, alten Männer gibt). Manchen Leuten kann man es eben nicht recht machen.
Aber es gibt noch andere, vorerst hoffentlich eher abstrakte, Vorteile: sollte ich sterben, wird mein Körper unter diesen klimatischen Bedingungen innerhalb weniger Tage mumifizieren, und ich kann noch im Tode der Wissenschaft zukünftiger Generationen dienen. Was ja schon immer mein größter Wunsch war.

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Laufschuhupdate

Immer noch keine neuen Schuhe, weil’s beim Sportscheck am Samstag einfach zu überlaufen war – keine Beratung möglich. Hab aber zumindest mal die Nike Free ausprobiert (in dern Kommentaren schon mal erwähnt). Da war ich mehr als enttäuscht. Ich weiß nicht, ob’s an meinen Flossen liegt, aber die waren nicht nur offensichtlich zum Laufen ungeeignet, sondern sogar noch furchtbar unbequem. Den da hab ich auch noch anprobiert, war aber auch nix, von wegen anima sana.
Wenn ich schon an Land dahinhumple, soll es wenigstens im Wasser etwas schneller gehen: daher gabs beim Scheck zumindest einen (hoffentlich!) aerodynamikverbessernden Adidas-Infinitex-Badeanzug für mich.

Rot in hell

Huch! Cohu ist plötzlich rothaarig! Also eigentlich wollte ich meine Haarfarbe, den unvermeidlichen Jahreszeitenwechsel sozusagen antizipierend, von Straßenköterblond zu “Herbstbraun” ändern. Und jetzt das. Ich kann praktisch Autonome werden!
Hab mir, zur politischen Einstimmung, gestern das Interview der Woche mit Lafontaine angehört (amüsant fand ich seine These, von der Linkspartei höre man deshalb nichts, weil es eine “Mediensperre” gebe, und zwar aus diesem Grund:
“Wir sind die einzige Gruppe, die für eine ordentliche Besteuerung der Vermögen, also auch der Verlage, eintritt, der Gewinne, also auch der Gewinne der Verlage, und die Besteuerung höherer Einkommen. Und deshalb sind wir bei den Machern nicht so beliebt.” Das hat mich schon wieder ein Stück weit beruhigt, hatte ja eigentlich gedacht, es läge daran, dass die Linkspartei eine aus unfähigen Spinnern bestehende Lachtruppe ist, die sich außerhalb des Systems sieht und deshalb auch keine Regierungsverantwortung übernehmen, sondern nur blöd daherreden will – so kann man sich täuschen.)
Ja also, politisch gehe ich eh schon lang in die richtige Richtung, Netzstrumpfhosen hab ich auch noch irgendwo und für die Ohren gibts Sicherheitsnadeln. Bräuchte noch ein paar räudige Hunde bzw. Ratten und natürlich einen passenden Freund (die IT könnte zumindest auf Linux umstellen!). Naja. Oder ich färb einfach nochmal drüber.

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Auf das Zauberwort kommt’s an!

Zwei kleine Buben am Nordbad: "Halt doch bitte mal dein Maul, du blödes Arschloch!" – Der andere, wohlerzogen, zurück: "Halt Du doch bitte mal selber Dein Maul, Du Scheißwichser!"

Kontrapost

Wie ich gerade überrascht feststelle, hat meine Alma Mater einen ganz nagelneuen Webauftritt. Feine Sache! Auch das Corporate Design findet durchaus Cohus Zustimmung. Beim Virtuellen Rundgang fragt man sich schon ein bisserl, warum man Unmengen Geld in so eine Spielerei stecken muss, aber gut, ich will nicht meckern, jetzt, wo es mit Deutschland wieder aufwärts geht! Immerhin weiß ich jetzt, wo der Salinenhof ist, und finde somit problemlos zum Philosophenfest heute abend.
Das einzige, was mich am Webauftritt wirklich spontan gestört hat: im absoluten Zentrum der Sichtachse der den Besucher empfangenden Seite befindet sich ein nackter Männerarsch, meinetwegen Jünglingshintern, aber irgendwie find ich das…irritierend. Cohu ist wohl entweder zu spießig oder hat zu wenig humanistische Bildung abbekommen…

Modernste Technik im Hause Cohu

Da mein schrottiges Philips Schnurlos-Telefon mich immer wieder im Stich lässt, hatte ich mir bei Ebay für 2,80 einen FeTAp 611 in kieselgrau – eine sogenannte Graue Maus – bestellt. Todesmutig hab ich mich dann gestern abend, mit nichts als meinen Zähnen zum Abisolieren und einem “Waiter’s Friend”-Flaschenöffner zum Zuklemmen der Steckverbindungen bewaffnet, sogar selbst an die Montage eines modernen TAE-Steckers gewagt und, siehe da: funktioniert einwandfrei. Es klingelt! Es gibt ein Freizeichen! Es überträgt Sprache!
Brauche mit der Wählscheibe ca. eine Minute, um eine auswärtige Nummer inkl. Billigvorwahl einzugeben, aber die Maus ist so reizend, dass sie gleich vom Platz des Zweittelefons zu dem des Ersttelefons with benefits erkoren habe. Schluss mit Elektrosmog! Schluss mit dem Abhören meiner DECT-Gespräche (die Leitung anzuzapfen dürfte ungleich komplizierter sein als unverschlüsselten Funk abzufangen). Schluss mit doofen Pieps-pieps-Klingeltönen. Und vor allem: endlich kann ich beim Telefonieren wieder mit so einem schönen (wenn auch etwas siffigen) Schweineschwanzerlkabel spielen, wie damals beim kieselgrauen FeWAp 612 meiner Eltern.

Die Luft ist raus, zum Zweiten

Sagenhaft! Cohu schafft es, in nur einer Woche nicht nur ihren Fahrradreifen zu entlüften, sondern auch, das Luftpolster ihrer Dekaden-alten Reeboks zu plätten. Jetzt ist da ein kleines Loch drin, und immer, wenn ich leicht bergab laufe, gibt der linke Schuh komische Geräusche von sich (in etwa: Furby mit Verdauungsstörungen). Ich würd das Luftpolsterloch ja flicken – jetzt, wo ich dank Tobi weiß, was Vulkanisieren ist – aber die Dinger sind insgesamt hinüber.

Also gehts heut endlich zum Sportscheck. Bei meiner prä-emptiven (das Latinum muss zu was gut sein!) Recherche im Internetz hab ich festgestellt: beim Scheck, jedenfalls beim Internetz-Scheck, gibt’s die Nike free, von denen wir’s hier in den Kommentaren neulich schon mal hatten, für 49,90 statt 100 Euro. Aber wie schade, nur die für Männer! Dabei gings doch gestern erst um Sexismus im Sport, und heute werde ich schon selbst zum bemitleidenswerten Opfer.

[Bei der Bildsuche übrigens auf diese Seite gestoßen. Gratulation zur Wahl des passenden Firmennamens!]

(Bild: Frenkiep, Wikimedia Commons)

Decline of a Nation: Laddettes are not enough

Zu später Stunde noch ein Update, weil es mit Großbritannien nun endgültig bergab geht: im linken Kampfblatt Guardian schlägt eine Kommentatorin doch tatsächlich ernsthaft vor, die sexuelle Apartheit aus dem Sport zu verbannen und gemischte Teams bzw. Wettbewerbe sogar in Sportarten wie Cricket, Rugby und – man höre und staune – sogar Fußball zu erlauben bzw. gar gesetzlich zur Regel zu machen. Cohu ist ratlos und versteht die Aufregung nicht so ganz – für England stehen doch längst Mädels auf dem Platz?

(Mann, mann, meine Witze leiden halt auch unter den Temperaturen. Ne, in Wirklichkeit: sehr gute und schon lange fällige Idee. Cohu empfiehlt Euch auch in diesem Zusammenhang auch noch das Buch "The Frailty Myth" von C. Dowling, das versucht, mit dem Mythos einer natürlichen körperlichen Unterlegenheit des weiblichen Geschlechts aufzuräumen, die laut Dowling hauptsächlich auf kulturellen Gegebenheiten beruht).

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Ist das nicht volk?

Wieder mal ein Beispiel für die auch schon an anderer Stelle dokumentierte düstere Weltsicht meines Handys, das wortschatzmäßig wohl irgendwo um 1940 rum steckengeblieben ist: ich will schreiben: sublim, T9 schreibt stattdessen (1. Vorschlag!) stalin. Na dann gute Macht!