Alphabetozid

Großbritannien und seine ehemalige Kolonie kämpfen seit Jahrhunderten um die Herzen der Kontinentaleuropäer. Doch obwohl Fernseher, IPod und Kleiderschrank sich längst hemmungslos dem transatlantischen Freund hingeben, gewinnt in einer Hinsicht  immer noch der Brite: er gewährt scheinbar nutzlos gewordenen Buchstaben ein Obdach, wo der Amerikaner herzlos-utilitaristisch aussortiert. Während in Amerika z.B. – horribile dictu!– der ageing, travelling paedagogue seinen favourite doughnut im all-nighte-drive-through kauft und so mit einem Handstreich vierzehn (14!) unschuldigen Lettern den Garaus macht, blühen auf der Insel immer noch sprachliche Orchideen wie:

Bicester, ausgesprochen: Bister

Cholmondeley, ausgesprochen: Chumley

und mein persönlicher Liebling:

Featherstonhaugh, ausgesprochen: Fanshaw

Darauf einen Schluck Worcester-Soße (ausgesprochen: Wooster), bzw. für meine amerikanischen Leser einen Löffel Ketchup.

Mehr seltsame Namen gibts bei: Odd pronunciations of proper names – The University of Hull.

@

Auf Tschechisch heißt es: zavináč (Rollmops)

Auf Finnisch heißt es: kissanhäntä (Katzenschwanz)

Auf Griechisch heißt es: παπάκι (Entchen)

Auf Kasachisch heißt es: айқұлақ (Mond-Ohr)

Auf Hebräisch heißt es: שטרודל – shtrudel

Ähnlich in Japan: naruto, nach den Naruto-Gezeitenstrudeln (s. dazu den berühmten Hiroshige-Holzschnitt)

Besonders appetitlich im Schwedischen: kanelbulle (siehe)

(Weitere Varianten: Wikipedia: Commercial at in other languages)

“We listened to the birds, and tried to sing with the birds”

Weiterer Beweis für Cohus These, dass Jodler nicht nur den Alpenraum, sondern auch Mexiko, New Orleans, Dusty/Washington, den Wilden WestenChicago, Afrika und Estland – ach, was sag ich, die Welt beherrschen: die DeZurik Sisters, auch bekannt als “Cackle Sisters”, die ursprünglich aus Wisconsin stammen und Ende der 30er-Jahre mit ihrem speziellen Jodelstil bekannt wurden:

Und ein ganz seltsamer “Blues”:

Bonus: Peach Pickin’ Time in Georgia

Die ursprüngliche Alice…

…steht jetzt online, und zwar hier. Besonders schön die Illustrationen:

Alice mit dem weißen Kaninchen

“Long and sad tale/tail” der Maus

Vogel Strauß als Crocketschläger (erst in späteren Versionen wird daraus ein Flamingo)

Die Herzkönigin

Die Grinsekatze, engl. cheshire cat fehlt auch noch in dieser frühen Version. Wikipedia liefert als eine mögliche Erklärung für ihren seltsamen Namen diese katzenartige Wasserspeierfratze (s. Abb.)

Und als wäre das nicht genug: hier noch die erste Filmversion der Alice, aus dem Jahr 1903 (8 Minuten). Man beachte die Grinsekatze um die 5. Minute herum. Modernste Filmtechnik!

(Bild: SilkTork/Wikimedia Commons)

Da ist doch was faul

“To many, peeling potatoes is a boring way to spend a few minutes that you would rather spend reading a book, watching a film or with your family.”

BBC News – The rise of lazy foods.

Soso: die Zeit, die für Kartoffelschälen draufgeht, könnte man auf Sinnvolleres verwenden. Im Artikel lernen wir: Immer mehr Briten sparen sich diese Zeit, indem sie geschnipselte Karotten, Äpfel, Schwammerl und gehackte Zwiebeln abgepackt im Supermarkt kaufen. Und die gesparte Zeit verwenden sie – hier schließt sich der Kreis! – vermutlich auf die Lektüre von seitenlangen, bescheuerten Artikeln über geschältes Gemüse. Brave new world!

Blütensuche

…im botanischen Garten:

Locus amoenus

Warum erkennt man eigentlich alle Universitäten der westlichen Welt* daran, dass Leute davor im Gras sitzen? Der im Gras sitzende Student ist ein derart verbreiteter Topos, dass Bildagenturen ihn dutzendweise anbieten

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Späte Einsicht…

“Pater Gabriel Amorth (85) ist der Chefexorzist im Vatikan. Mehr als 70 000 Mal befreite er Besessene vom Teufel und von Dämonen. Jetzt warnt der Pater in der italienischen Zeitung „La Repubblica“: „Der Teufel wohnt im Vatikan!“

via News – Bild.de.

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“Wir sind Post-Gender”

Heer 4U

Nach diesem berüchtigten Werbespot ist zumindest ein für alle Mal geklärt, vor welchem Nachbarstaat wir militärisch keine Angst zu haben brauchen:

Das Schäbigste: Die haben sich diesen “lustigen” Spot nicht mal selbst ausgedacht, sondern schamlos von der Ukraine abgekupfert…hier der exakt gleiche Spot aus dem Jahr 2007, nur mit hübscheren Mädels und in Lustig:

Zum Vergleich – Bundeswehr-Werbung sieht so aus:

Und so läuft das bei ‘ner richtigen Militärmacht – da machen Bierkonzerne Werbung für die Armee (Obacht: dieses Machwerk überzeugt selbst den weichgespültesten Pazifisten vom Angriffskrieg!):