Alphabetozid

Großbritannien und seine ehemalige Kolonie kämpfen seit Jahrhunderten um die Herzen der Kontinentaleuropäer. Doch obwohl Fernseher, IPod und Kleiderschrank sich längst hemmungslos dem transatlantischen Freund hingeben, gewinnt in einer Hinsicht  immer noch der Brite: er gewährt scheinbar nutzlos gewordenen Buchstaben ein Obdach, wo der Amerikaner herzlos-utilitaristisch aussortiert. Während in Amerika z.B. – horribile dictu!– der ageing, travelling paedagogue seinen favourite doughnut im all-nighte-drive-through kauft und so mit einem Handstreich vierzehn (14!) unschuldigen Lettern den Garaus macht, blühen auf der Insel immer noch sprachliche Orchideen wie:

Bicester, ausgesprochen: Bister

Cholmondeley, ausgesprochen: Chumley

und mein persönlicher Liebling:

Featherstonhaugh, ausgesprochen: Fanshaw

Darauf einen Schluck Worcester-Soße (ausgesprochen: Wooster), bzw. für meine amerikanischen Leser einen Löffel Ketchup.

Mehr seltsame Namen gibts bei: Odd pronunciations of proper names – The University of Hull.

4 Responses to “Alphabetozid”

  1. ilse aus Minga Says:

    In meiner Jugend habe ich einen Sekretärinnenkurs gemacht, und da haben wir tatsächlich gelernt, wie man diese posh names schreibt. Übrigens finde ich Irishe Namen noch besser – sprech einer mal Namen wie Sinéad (Shinaid), Sé (Shay), Aisling (Ashling) oder Niamh (Niev) ohne einheimische Hilfe aus…

  2. ilse aus Minga Says:

    kennst du übrigens diese Tanztruppe “The Cholmondeleys and the Featherstonehaughs”? Du hast doch mal in UK gelebt, oder?

  3. cohu Says:

    Ja, aber nur 1 Jahr. Wusste nicht, dass das auch eine Tanztruppe ist (von Tanz hab ich wirklich null Ahnung…).
    Den poshsten name finde ich ja immer noch “Hugh Fearnley-Whittingstall” 🙂

  4. ilse aus Minga Says:

    JA!! der Koch der nur selber gerupftes verwendet – sei es ein Huhn oder Kräuter.


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