Decline of a Nation: Spot On

Ach komm, das da? Matt, schwach, harmlos. Was den schlagkräftigen Gebrauch von Nazivergleichen im richtigen Moment und angemessenen Zusammenhang und mit unzweideutigem Biss angeht, sollte man sich lieber mal ein Scheibchen von den Briten abschneiden. Z.B. Frau Sheila New. Sie ließ ihr Haus graublau streichen. Leider steht es unter Denkmalschutz, deshalb wurde ihr von Amts wegen unter Androhung einer Geldstrafe mitgeteilt, sie müsse es wieder in den alten (gelben) Zustand versetzen. Der Daily Express zitiert sie mit diesen Worten:

"This is like the Nazis. They had rules and forced people to do things they didn’t want to."

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Jon Stewart zum Obama-Cover (inkl. Nazivergleich)

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“Jede Wahrheit braucht einen Mutigen, der sie ausspricht”

So das Bild-Mantra. Allerdings deutet man es in der Redaktion selbst meist so: jeder Schocker, der Leute aufregt, muss notwendigerweise von einem mutigen Menschen geäußert worden und damit auch wahr sein. Und man strengt sich bei der Bild verdammt an, "mutig" in diesem Sinne zu sein.
Daher traut sich ein Bild-Kolumnist namens Nikolaus Fest auch, in einem Anti-Gysi-Artikel eine ziemlich mutige Massenmördervergleichsoverkillstrategie zu fahren, um die stählerne Wahrheit seiner These (Gysi=Satan) zu untermauern:

"Auf andere Heilsbringer angewandt, ließen sich schöne neue Biografien verfassen. Stalin ohne die Karussell-Pferdchen Gulag, Deportationen und Kulackenmord; Pol Pot ohne die „killing fields“; und auch unser Adolf wäre in dieser Betrachtung vermutlich ein famoser Kerl, wenn nicht immer der Vorwurf des Judenmordes im Raum stehen würde." (Bild)

Es gibt da noch so nen Spruch. "Mit Kanonen auf Spatzen schießen". Angesichts des Artikels über Gysi in der Zeit, auf den Fest es abgesehen hatte bei seiner Analogie, kann man das vielleicht sogar umwandeln zu "Mit Panzerfäusten auf nicht vorhandene Amöben feuern." Ziemlich mutig.

(Danke für den Hinweis, Thersites!)

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Decline of a Nation: CCTV gone wrong

Noch im November letzten Jahres beklagte Cohu sich darüber, dass die Briten Sexskandalmäßig mit den USA aber wirklich gar nicht mithalten konnten. Und nun das. Nicht nur ging Herr Mosley angeblich in seinen Perversionen äußerst kreativ zu Werke – er tat dies, trotz ausgeprägter Sonderwünsche, auch noch wesentlich kosteneffizienter als etwa Eliot Spitzer. Und, dank der flächendeckenden Kameraüberwachung der Insel, auch noch mit Videobeweis. Good Old Britannia hat’s eben doch noch drauf!

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Holterdipolter

Dieser Nazivergleich – und das dazu passende holprige Dementi – darf in Cohu’s Sammlung nicht fehlen: Kawumm!

"Ein Holocaust" drohe den Palästinensern im Gazastreifen, wenn sie den Raketenbeschuss fortsetzten, sagte [der israelische Verteidigungs-Vize] Vilnai. Arie Mekel, Sprecher des Außenministeriums, eilte umgehend zu Hilfe. Vilnai habe den Terminus "im Sinne von Desaster oder Katastrophe verstanden", versuchte er zu relativieren. Keinesfalls habe er tatsächlich einen Holocaust gemeint." (taz.de)

Auch hier gilt wieder die alte Weisheit: wenn man sagt, was man meint, wird man besser verstanden.

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I feel your pain.

Auf die 68er einschlagen, das ist ja momentan ziemlich en vogue. Waren ja auch abstoßend, diese langhaarigen palästinensertuchsiffenden Zwangsbefreier, immer dagegen und dabei auch noch ungewaschen. In der Rückschau: das war nix! Und dann auch noch Karriere machen…
Die Genitalien der Gesellschaft beteiligen sich am 68er-Bashing deshalb momentan genauso eifrig wie ihr Neocortex (Gratulation übrigens: bester Buchtitel ever!)
Wer es, wie Cohu, nicht erlebt hat, kann dazu natürlich wenig sagen. Ich bin heute allerdings auf ein Tondokument gestoßen, das mir eindrücklich zu verdeutlichen scheint, wogegen die Damen und Herren 68er damals rebelliert haben. Das war nämlich nicht unbedingt die unverarbeitete Nazivergangenheit, der Muff von tausend Jahren, der Imperialismus oder der Kapitalismus, das waren eher so – Kleinigkeiten. Dass diese heute nur noch auf isolierten Inseln existieren und uns Gänsehaut verursachen, zumindest das haben wir den Revoluzzern von damals zu verdanken, wenn Sie uns schon sonst, Zitat Diekmann "um unsere Zukunft gebracht" oder zumindest das Hochschulsystem hoffnungslos in die Scheiße geritten haben. Je öfter ich dieses Dokument anhöre, desto stärker fühle ich in mir den Wunsch aufsteigen, Sit-Ins zu veranstalten, meine BHs zu verbrennen, bewusstseinserweiternde Drogen zu nehmen, das System zu stürzen, eine K-Gruppe zu gründen, Ho-ho-ho-Chi-Minh und USA-SA-SS zu skandieren und – ultima ratio – sogar meine Klotür auszuhängen.
Wer das nachfühlen will, den bitte ich, zur Vorbereitung den einleitenden Text zu lesen, und sich dann die "Visionen für den Traumjob der Zukunft" unserer jungkonservativen Freunde anzuhören. Klick!

(Bildausschnitt: Ehepaar am Frühstückstisch, 1954 – Fotografie Wolff und Tritschler; aus der Ausstellung "Die 68er", Mai-August 2008, Historisches Museum, Frankfurt am Main)

Nazivergleich: Denunzierlich

Irgendwie hat man schon geahnt, dass die neue Ehe des Herrn Nicolas Paul Stéphane Sárközy de Nagybócsa der Weltöffentlichkeit einiges an Unterhaltung  bieten wird. Mit der Ahnung lag man richtig, wie ein mir eben von hamburger Informanten zugesandter SZ-Artikel zeigt: die frischgebackene Präsidentengattin hat, ohne viel Zeit zu verschwenden, im Bezug auf die lästermäulige Internetz-Berichterstattung über ihre Hochzeit gleich mal einen saublöden Nazivergleich gelandet:

"Wenn es diese Art von Websites während des Krieges gegeben hätte, was wäre dann mit den Denunziationen von Juden gewesen?" (sueddeutsche.de)

Besonders schön finde ich persönlich aber die Entschuldigungsgründe der Frau Sarkozy:

"Aus ihren Erklärungen spricht mitunter Überforderung mit dem Alltag an der Seite eines Politikers. Für die Künstlerin sei die Politik ein Geschäft, das "primitiven Trieben" folge, während die Kunst sehr viel subtiler, feiner – und zivilisierter – sei."

Einen guten Einblick in Subtilität und überragende Zivilisiertheit der Künstlerin bekommt der geneigte Leser hier (NSFW).

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