Aber die Brille ist echt

Mehrere meiner Leser haben mir, teils in den Kommentaren, teils persönlich, nach meiner Hymne an den hier ansässigen Augenoptiker mitgeteilt, sie hätten jetzt auch endlich eine neue Brille gefunden – natürlich bei Cohu’s “Brillen Schneider”! Einige der neuen Brillen habe ich auch schon mit eigenen Augen gesehen, leider nicht alle (strenger Blick nach Norden). Ich hatte ja damals auch schon von den berühmten Kunden des Herrn Schneider berichtet. Und tatsächlich – neulich gab es dann schon wieder Schlagzeilen von einem eindeutigen Schneider-Kunden, der Weltruhm erlangt hat. Für nähere Informationen zu diesem Vorgang bitte auf das Bild klicken.

(Mehr dazu hier).

Trotz und Witz

Während die SPD sich anscheinend in einer tiefen Trotzphase befindet –

– steht man weiter links wenigstens dazu, dass man den Kaschperl macht. Ich hoffe zumindest, dass das Plakat so gemeint ist…

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Preaching to the choir

Nur mal so als Stimmungsbild aus dem bayerischen Wahlkampf für die Nordlichter. Drunter steht noch “Enteignung von Banken und Großkonzernen!” und ein paar ähnliche Vorschläge.

P.S.: Ist das nicht furchtbar langweilig, als Linkspartei so ne Veranstaltung zu machen wie die unten angekündigte? Also, in der Angelegenheit sollten die sich doch dann wirklich ausnahmslos alle Anwesenden einig sein. Oder melden sich dann echt welche mit  “hmja, also dieses Jahr wollte ich dann doch mal DIE NAZIS wählen, weil, ich finde die sind voll die ALTERNATIVE, oder soll ich das lieber nicht machen, was meint ihr, Genossen?” Warum, liebe sogenannte Linke, nicht mal ein Thema, über das man auch diskutieren kann. “Der Markt ist die Lösung” oder so. Ist doch sonst wirklich gähn.

Mietwahnsinn

Die Mieten in München steigen, hochwertiger Wohnraum wird immer knapper. Dass aber jetzt sogar schon Vögel in Mehrfamilienhäuser ziehen müssen, ist wirklich schockierend…

[In Wirklichkeit handelt es sich dabei natürlich um eine besonders luxuriöse Vogelresidenz, das Dreilochprinzip sorgt dabei für die nicht nur bei menschlichen Mietern beliebte Helligkeit. Kühler Altbau, 15 qcm, provisionsfrei, in bester Lage im alten Nordfriedhof und ab sofort zu vermieten! Untervermietung: nur an Fledermäuse.]

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Menschen, Tiere, Sensationen…

…sind im Englischen Garten ja eigentlich immer geboten. So kann es z.B. passieren, dass man sich nichts ahnend ans Eisbachufer setzt, um Bulgogie zu essen und Bier zu trinken, und dann mitansehen kann, wie ein paar Burschen direkt nebenan ein Seil über besagtes Gewässer spannen, um Kunststücke vorzuführen. Seht selbst:

Die Zahl, der Held, das Ding

“Es kann nimmer besser werden” kann nimmer besser werden

Gestern betrat Cohu erstmals das reizende Lokal & Theater Heppel & Ettlich. In diesem sympathischen Gemäuer trat nämlich das Trio Kabarest auf, dessen eines Drittel ich schon seit Jahren die Freude habe, in einer an Verwandtschaft grenzenden Bekanntschaft kennengelernt haben zu dürfen (tschulligung, ich hab heut schon vor 9 Sloterdijk gelesen – das Hirn ist wund). Also, es ging um das Thema "850 Jahre München", genauer gesagt um Lieder über u.a. Bier, Transrapid, Bier, Bieseln, Klimawandel, Weißbier, den Hundemetzger von Giesing und natürlich die Liebe ("Ich bin der Fuchsschwanz – Du bist die Antenne") und Tod (Rock’n’Roll von motorisierten Gehwägelchen). Das "Theater" (das eigentlich eher ein Nebenraum ist) war zu Recht ausverkauft, die Stimmung zu Recht gut, bis auf einen Dialektfaschisten, der schon im ersten Satz die zu hochdeutsche Aussprache von Giesing, pardon: Giasing lautstark bemängelte. Aber das brachte einen schon in die richtige münchnerische Stimmung, um z.B. tiefsinnige Lieder über die wahre Bedeutung des Grants überhaupt aufnehmen zu können. Also rundherum: Cohu-Prädikat. Am 1., 2., und 3. Mai ist das Programm nochmal zu sehen und hören (heute auch, aber schon ausverkauft). Ein Besuch im Heppel in der Kaiserstraße lohnt aber auch unabhängig vom Spielplan. Für Raucher gibt es im "Theater" ab 22:30 einen Club – und für gesundheitsbewußtere Gäste frische Fleischpflanzl.
Übrigens: wer sich einem zwangsironischen Provinzdistanz-Habitus verpflichtet fühlt, wird sich weder bei "Es kann nimmer besser werden" noch im Gastraum des Heppel wohlfühlen. Er oder sie kann aber gottseidank auch einfach zuhaus bleiben und Martenstein lesen oder glotzen. Ist auch lustig.

Die zukünftige Geistige Spitze der Gesellschaft

Ich persönlich freue mich ja immer, wenn ich von meiner Alma Mater zugespammt werde  interessante Informationen zugesandt bekomme. Ihr kennt das vielleicht, wenn ihr euch in einem Anfall geistiger Umnachtung auch mal so ne "Campus-LMU"-Adresse zugelegt hab: da sind so nützliche und vor allem zielgruppenpräzise Sachen dabei wie

Du bist ein kreativer Mensch oder möchtest deine kreativen Potentiale umsetzen? Dann komm zum IdeenJam! an der LMU mit dem Thema „Kreativität“

…wir laden Sie herzlich ein zu einem kostenlosen Weißwurstfrühstück beim "Branchentreff Medien" am 24.01.08 …

Prof. Dr. Wulf Schiefenhövel (Max-Planck-Institut Andechs) spricht zum Thema:„Wissen ohne Schule. Lernen in traditionalen melanesischen Gesellschaften“

…im Universitätskindergarten sind momentan zwei Plätze für Zweijährige zu vergeben.Bei Interesse wenden Sie sich bitte an das Büro der Frauenbeauftragten…

…die Ludwig-Maximilians-Universität zum Anziehen, Verschenken und auf Datenspeichern – das gibt es jetzt im Online-Shop der LMU. Rund 50 Artikel mit LMU-Branding vom USB-Stick bis zur coolen Retrojacke, lassen sich ab sofort rund um die Uhr bestellen…

Ich für meinen Teil, liebe Leser,wüsste nicht, wie ich ohne diese Informationen meinen straff organisierten Uni-Alltag gestalten sollte. Heute kam der Hinweis, dass morgen der "Konvent der Fachschaften" – anscheinend eine neue Organisation zur Studentenvertretung – tagt. Neugierig wie ich bin, hab ich natürlich sofort auf den angehängten Link (pdf) geklickt. Schließlich geht es um die Vertretung meiner Interessen!
Als erster Punkt wird verzeichnet, dass die Studierendenvertreter 20 Laptops bekommen, inklusive UMTS-Karten. Eine Homepage wird geplant, eine Sekretärin eingestellt. Alles in meinem Sinne, schließlich kümmern die Herrschaften sich ja um den reibungslosen und interessengemäßen Ablauf der Lehre! Ich bin gespannt auf die in diese Richtung geplanten Initiativen. Schließlich gäbe es da so manches zu verbessern. Nun kommen aber erstmal zwei Antifa-Anträge (Teilnahme an Demonstrationen, eine für Grundrechte, eine gegen Gebirgsjäger) dran. Dann kommen einige Seiten mit sage und schreibe 27 Logo-Vorschlägen. Kreative Menschen, das ist gut (vermutlich waren die alle beim IdeenJam!). Jetzt aber kommt das Inhaltliche, die Spannung steigt: Vorschläge zur Gleichstellung, inklusive einem "Knappen Überblick über den Feminismus". Äh, kommen wir etwas vom Thema ab? Geschlechtergerechtes Formulieren. Meinetwegen. Über Mag.a als weibliche Form des Magisters müssen wir nochmal reden, aber gut. Jetzt kommt aber was Relevantes: Verwendung von Studiengebühren. Im Gegensatz zum Genderthema ist da noch nicht so viel Ihnaltliches da, ist aber auch schwierig. Halbe Seite reicht. Außerdem sind Studiengebühren doof. Drangehängt ist dann die alte Forderung nach einer "verfassten Studentenschaft" (mehr Kompetenzen, mehr Geld). Als letzter Punkt kommt dieser Satz:

Studierendenvertretungen sind traditionell ein wichtiges Element der außerparlamentarischen politischen Landschaft. Sie vertreten die zukünftige Geistige Spitze der Gesellschaft. Aus diesem Grund darf und muss die Studierendenvertretung sich auch zu allgemeinpolitischen Themen äußern dürfen.

Moment mal. Antifa: Gerne. Genderzeug: her damit. Feminismus: geil. Meinetwegen könnt ihr mit Euren UMTS-Karten rumsurfen, was das Zeug hält, und jede Woche eine Erklärung zur Lage der Welt veröffentlichen. Aber wenn jemand die Gruppe, die er selbst vertritt (und der ich zufällig auch noch angehöre), allen Ernstes als zukünftige Geistige Spitze der Gesellschaft bezeichnet, ist bei Cohu Schluss, aus, Nikolaus. Sowas gehört doch Exmatrikuliert. Gibt es keinen Anstand mehr?

Da auf mich erfahrungsgemäß aber eh niemand hört, hab ich sicherheitshalber auch noch ein dementsprechendes Logo für die StudierendenvertreterInnen gebastelt. So nen Spruch soll man schließlich nicht irgendwo in Grundsatzpapieren verstecken, sondern gleich ins Zentrum des Brandings stellen ("Die Linke" hat das ja beispielhaft vorgemacht). Also Bitteschön:


P.S. Ach ja, ein ganz zentraler Tagesordnungspunkt dieser ersten Sitzung scheint auch noch zu sein: "Diskussion zur Befreiung von StudierendenvertreterInnen von Studiengebühren". Damit dürfte sich dann, in bester demokratischer Tradition, die Studentenvertretung wenigstens für eine Gruppe ganz deutlich lohnen: die Studentenvertreter.

Surfer, ihr könnt einpacken

Es gibt auch bei schlechtem Wetter zumindest einen Grund, trotzdem in den E-Garten Laufen (oder Spazieren) zu gehen. Nein, nicht die doofen Surfer. Viel lustiger finde ich persönlich die Kunststücke des Wasseramselpärchens ein paar Meter weiter, am Wasserfall hinter dem Haus der Kunst. Obwohl überall Schilder mit "Schwimmen verboten – Lebensgefahr!" aufgestellt sind (was in Anbetracht der reißenden Flut auch relativ glaubwürdig wirkt), stürzen sich die faustgroßen Vögelchen mit eleganten Bauchplatscherern in den Schwabinger Bach, laufen auf dem Bachboden oder "fliegen" unter Wasser und und klettern schließlich, wenn sie was zu Fressen gefunden haben (oder ihnen die Luft ausgeht) am Ufer wieder heraus, genau wie in diesem Video, das ich bei Youtube gefunden hab. Zwischendrin machen sie reizende Knickse. Und das alles ohne Surfbrett und ohne nass zu werden.

Crack in der Türkenstraße

Natürlich nur metaphorisch, liebe Eltern, nur bildhaft gesprochen: der Laden namens Laden, den ich wegen seines doofen Namens neulich mal verspottet hatte, verkauft Kuchen, für die man ein neues Wort erfinden müsste, Extremambrosiawundergigantenphänomen oder Mjammjamaaaaahohhhhh oder so. Das gilt zumindest für den Orangenkuchen, Zitronenkuchen, Schoko-Kirsch und Schokoladenkuchen, die wir bis jetzt probiert haben. Der Preis von 2,50 pro rock Stück passt so ein bisschen zur Eingangsmetapher, ist aber mehr als angemessen. Wer hätte das gedacht: die Konditorei Schneller, besser bekannt als "Oma-Café," kann da tatsächlich nicht mithalten. Das ist wie Ringsgwandl gegen Elvis (ohne jetzt die Ringsgwandlfans aufhetzen zu wollen, aber: der Laden-Kuchen ist wirklich Rock’n’Roll). Als Zusatzbonus wird das Gebäck von zwei sympathischen jungen Burschen verkauft und der Laden ist eigentlich ganz schön (wenn auch mir persönlich einen Tick zu stylish) eingerichtet. Ein Dealer mit Cohu-Prädikat! Und mal ehrlich: wer achtet bei seinem Dealer schon auf den Namen.