Man sieht nur mit der Brille gut

Als ich gerade bei meinem Lieblingsoptiker, der dem geneigten Leser inzwischen hinlänglich bekannt sein dürfte, in der Refraktionseinheit mit Phoropter, Probierbrille und schwindelerregenden Dioptriewerten kämpfte, wer schäkerte da am Nebentisch galant mit der Optikerin? Richtig – unser stadtbekannter Nobelpreisträger, Prof. Hänsch, lustigerweise ausgerechnet eine Koryphäe der Quantenoptik. Hänsch erhielt den Nobelpreis für die Erfindung des Frequenzkammes, scheint aber, wenn meine – zugegebenermaßen schwachen – Augen nicht trügen, keinen, äh, makroskopischen Kamm zu besitzen… Archetypus Nutty Professor (s. Abb.). Cohu berichtete bereits über eine andere oberflächliche Unzulänglichkeit dieses sympathischen Geistesmenschen (Stichwort Diastema)  – nun ist es aber wirklich keine Überraschung, dass der Mann hinsichtlich der Sehkraft genau wie Cohu das Ideal des Maulwurfs anstrebt. Zwischen Intelligenz und Kurzsichtigkeit besteht schließlich eine gut belegte Korrelation:

"Verschiedene Studien zeigten einen Zusammenhang[*] zwischen IQ und Kurzsichtigkeit. Im Schnitt schaffen Kurzsichtige etwa 7 bis 9 Punkte mehr beim IQ-Test als Leute ohne Brille. Hochbegabte sind ganz besonders oft kurzsichtig. Eine Studie an 157 748 israelischen Rekruten kam zu dem Ergebnis, dass von den Menschen mit dem niedrigsten IQ 8% kurzsichtig waren, in der Gruppe mit dem höchsten IQ dagegen 27,3 Prozent."  (Wikipedia)

Und, ich sage es jetzt mit aller Bescheidenheit: Genies kaufen bei Brillen Schneider!

([*] Wenn Wikipedia von einem "Zusammenhang" spricht, ist das natürlich sehr irreführend, weil es eine Kausalbeziehung impliziert. Die ist aber nicht belegt, sondern lediglich eine Korrelation. Ich musste das jetzt klarstellen, auf die Gefahr hin, dass es ganz furchtbar klugscheißerisch wirkt. Obwohl man argumentieren könnte, dass das jetzt auch schon egal ist.)

One Response to “Man sieht nur mit der Brille gut”

  1. Ostergewinnspiel: Finde die sieben Fehler! « Moby-Dick™ Says:

    […] Cohu de Saint-Exupéry, 8. März 2008. […]


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