Hausgemacht

Der Wordcount schreitet tapfer voran. Der NaNoWriMo-Counter zählt sogar noch etwa 300  Wörter mehr als der im hauseigenen Textverarbeitungsprogramm. Die Story lahmt etwas, das kann aber auch daran liegen, dass ich schon weiß, wie es ausgeht – laaangweilig!
Schwierig: Dialoge. Praktischerweise ist mein Protagonist nicht besonders gesprächig.
Noch schwieriger: Titelfindung. Vielleicht sollte ich, wie es in Hollywood üblich ist, einen “Freelance Naming Consultant” (Bsp.) einstellen, der mir dann ein paar Dutzend Vorschläge macht, und ich muss nur noch einen aussuchen. (Aber das wäre natürlich übler Betrug, da könnte ich ja gleich einen Ghostwriter engagieren!)

Posted in L'art pour l'art. Comments Off on Hausgemacht

Oxford Dispatch: Quasi-Koloniale Kürbisküche

Der afghanische Emir Sher Ali mit seinen "Freunden" Russland und Großbritannien (1878)  – (Wikimedia Commons)

Eine weitere köstliche Art, Kürbis zuzubereiten, ist Kaddo Bowrani. Diese afghanische Spezialität ist insofern auch für einen Oxford Dispatch geeignet, als Afghanistan einst unter britischem Einfluss stand (s. Abb.), und man auch heute wieder, leider auf unschöne Weise, mit diesem Land in Kontakt tritt. Afghanistan hat aber beileibe auch anderes zu bieten als Taliban und Tote-Ziegen-Polo.

Der Kürbis (ich habe einen Butternut verwendet, Hokkaido wäre aber vermutlich sogar noch besser) wird geschält und in große Würfel geschnitten und in einer Pfanne in Öl sehr heiß von allen Seiten angebraten und gebräunt (ca. 5 Minuten). Dann gibt man ihn mit einer sehr großzügigen Menge Zimtzucker in eine Flache Metallform in den Ofen, wo er für ca. 30 Minuten gebacken wird (im Originalrezept steht, man soll ihn dazu zudecken, fand ich aber doof und habe ihn offen backen lassen…eine Temperatur wird nicht angegeben, ich habe es bei 170° gemacht). Währenddessen macht man eine einfache Hackfleischsoße,  die ich – wiederum entgegen Rezeptangaben – nicht nur mit Pfeffer und Salz, sondern auch mit Thymian gewürzt habe, und eine Joghurtsauce (möglichst ein dicker griechischer oder türkischer Joghurt, Knoblauch, Pfeffer und wenig Salz). Man gibt auf den Teller Joghurtsauce, dann ein paar Kürbisstücke und schließlich die Fleischsauce. Als Beilage eignen sich Reis, Bulgur oder Brot. Das Rezept klingt zugegebenermaßen etwas frugal, ist aber – durch die unterschiedlichen Konsistenzen und harmonisierende Säure und Süße der verwendeten Zutaten – ein geschmacklich erfrischendes und gleichzeitig von innen wärmendes Herbstgericht, das jeder Kürbisfreund einmal ausprobieren sollte.

Für die Nichtköche bzw. Kürbishasser unter meinen Lesern hier zumindest noch ein Video vom afghanischen Elvis Ahmad Zahir mit einer extravaganten Version von "Now or Never". 

Posted in L'art pour l'art, Oxford Dispatch, Speis & Trank. Comments Off on Oxford Dispatch: Quasi-Koloniale Kürbisküche

Wer nicht wagt, der nicht gewinnt

Vielleicht kennen einige meiner geschätzten Leser bereits den "National Novel Writing Month", kurz NaNoWriMo (Cohu berichtete). Ziel ist es, einen 50.000-Worte-Roman zu schreiben, und zwar innerhalb eines Monats. Traditionell ist das der November. 2008 jährt sich der NaNoWriMo zum zehnten Mal. Während 1999 nur 21 Autoren mitmachten und lediglich spärliche sechs davon es tatsächlich schafften, die Mindestwortzahl zu erreichen, waren es letztes Jahr schon 101.510 angemeldete Teilnehmer – und stolze 15.333 Gewinner. Gewinner ist jeder, der einen Roman mit Mindestwortzahl einreicht.

Also ich für meinen Teil werde es versuchen. Geschätzte sieben Seiten am Tag ist schon verdammt viel, und der Leser glaube nun bitte nicht, dass ich auch nur den Funken einer Ahnung hätte, wovon das Buch handeln soll, aber: siehe Überschrift. Wer macht mit?

Der New Yorker an sich…

…liebt Haustiere! Nein, die meine ich nicht! Viel appetitlicher:

 

Damals und heute

Früher hatte man eine schöne Vanitas oder Mater Dolorosa, heute den verzweifelnden Börsianer. Zahlreiche Beispiele sind zu bewundern im Brokers with Hands on Their Faces Blog.

(Bilder: Michelangeos Pietà, Stilleben von de Champaigne, Screenshot von faz.net)

Posted in Freier Markt, L'art pour l'art. Comments Off on Damals und heute

The seven ages, ausschnittsweise

All the world’s a stage,
And all the men and women merely players;
They have their exits and their entrances;
And one man in his time plays many parts,
His acts being seven ages. At first the infant,
Mewling and puking in the nurse’s arms;
And then the whining school-boy, with his satchel
And shining morning face,creeping like snail
Unwillingly to school.

And then the lover,
Sighing like furnace, with a woeful ballad
Made to his mistress’ eyebrow. Then a soldier,
Full of strange oaths, and bearded like the pard,
Jealous in honour, sudden and quick in quarrel,
Seeking the bubble reputation
Even in the cannon’s mouth

And then the justice,
In fair round belly with good capon lin’d,
With eyes severe and beard of formal cut,
Full of wise saws and modern instances;
And so he plays his part.

The sixth age shifts
Into the lean and slipper’d pantaloon,
With spectacles on nose and pouch on side;
His youthful hose, well sav’d, a world too wide
For his shrunk shank; and his big manly voice,
Turning again toward childish treble, pipes
And whistles in his sound. Last scene of all,
That ends this strange eventful history,
Is second childishness and mere oblivion;
Sans teeth, sans eyes, sans taste, sans everything.

Aber bis dahin ist es ja noch mindestens zwei Lebensalter hin, Herr Grigori Lipmanowitsch Sokolow!

[Und weil ich bekanntermaßen eine große Freundin dieser Gedichtform bin, hier das ganze nochmal als Limerick:

Seven ages: first puking and mewling,
Then very pissed off with your schooling,
Then fucks and then fights,
Then judging chaps’ rights,
Then sitting in slippers, then drooling.

Die griffige Umdichtung stammt laut Wikipedia vom Historiker Robert Conquest.]

Aber, aber…

Werbevideos können auch gut sein. Und dabei kommt es wirklich nicht drauf an, wie sperrig das ist, was man verkaufen will: man braucht nur den richtigen Groove. Boxen aufgedreht und zurückgelehnt, und ich verspreche, nie wieder über Physiker zu lästern (zumindest nicht über die vom CERN)! 

Cohus Weg zurück zum Glauben

*Akustisch und ästhetisch Schmerzempfindlichen, Schwangeren, Personen mit Herzschrittmachern und Kindern unter 12 Jahren wird dringend davon abgeraten, die in diesem Eintrag eingebetteten Videos abzuspielen*

Cohu war auf der Suche nach einem kleinen Tubenstück, um ihre bevorstehende Abreise in ein Land zu illustrieren, das der aufmerksame Seher bzw. Hörer bald identifizieren können wird. Zunächst mal stieß ich auf dies hier. Die typische Schreckens-Lähmung setzte ein, ich musste mir das Desaster bis zum bitteren Ende ansehen.

“Zweifellos” – so dachte Eure tapfere Cohu – “zweifellos wird dies das schlechteste sein, was die Tube beim gewählten Stichwort zu bieten hat, denn die Welt ist gut und behütet von einem allwissenden, allmächtigen, barmherzigen Gott, der alles Unrecht durch Schönes und Gutes wieder ausgleicht, weil wir gottesebenbildliche Menschlein ihm am Herzen liegen.” – ich klickte weiter und wurde eines Besseren belehrt:

Danach war ich, wie jeder, der den Clip auch nur angespielt hat, kurz davor, mir mit einer rostigen Gabel die Augen und vor allem Ohren auszukratzen. Was ist das für ein Gott, der sowas erlaubt? Warum fährt kein Blitz vom Himmel, warum tut die Erde sich nicht auf, warum zersplittert nicht das Raum-Zeit-Kontinuum? Darf Satan nun ungestraft auf Erden wandeln und dann auch noch ein Akkordeon bedienen? Warum ich???

Doch worauf stieß ich dann? Wie hielt das Universum in seiner unerforschlichen Synchronizität mich doch noch davon ab, an der Verkommenheit und Hässlichkeit der Welt zu verzweifeln und zur gottlosen Teufelsanbeterin zu werden? Wie fand ich meinen Glauben wieder?

So, meine Damen und Herren:

Apelsin. Eine 1974 gegründete estnische Rockband. Ich weiß nicht, was am coolsten ist. Die Schnauzer? Das Banjo? Das Käppi? Die Fiedel? Die Pullover? Die Fototapete? Ich weiß nur: Apelsin ist definitiv die rockingeste estnische Band die ich überhaupt jemals gehört habe!!! Achja, das Lied heißt “Tirooli Lauluke / Tirol Song”. Damit wissen jetzt sogar die Feigsten unter meinen Lesern, wo es hingeht. Cohu jedenfalls hat den festgefassten Plan, von diesen sagenhaften Kerlen heute Nacht zu träumen, denn: Jodeln kann sexy sein. Solang’s kein Tiroler ist.

The Rocky Road To Dublin

Der Weg nach Dublin ist steinig. Mal sehen, ob das auch die EU heute zu spüren bekommt. Der Vertrag von Lissabon geht nämlich, scheint’s, nicht nur bayrischem Urgestein gegen den Strich (dass man sich mal auf der Seite dieses Herrn wiederfinden wird, hätte man auch nicht gedacht…).

Der Clip stammt aus dem gleichnamigen Film, der 1968 gedreht und übrigens bis 2004 in Irland nicht gezeigt wurde. Wer zum Anfeuern der Iren mitsingen will, findet den Text des Liedes hier. (In welche Richtung angefeuert wird, bleibt dabei Euch überlassen.)

Bayern – Brooklyn und zurück

Erstaunlich, was an Cohu so alles vorbeigeht. So z.B. dieser chassidische Reggae-Musiker, der anscheinend schon seit Jahren ein Star ist, und den ich gerade erst bei Youtube entdeckt habe. Aber das schöne am Internetz ist ja, dass man da gleich einen informativen Artikel über diesen charismatischen Herrn bekommt von einem Journalisten aus Brooklyn. Und wie der Zufall es will, ist selbiger Journalist der Sohn meines ehemaligen Musiklehrers, den ich trotz beschränkter Musikalität (meiner-, nicht seinerseits) in recht guter Erinnerung habe, also den Vater jetzt, mit dem Sohn hatte ich nicht so viel zu tun. Grad blätter ich durch unser altes Musikbuch Lied&Song, das irgendwie noch bei mir rumfliegt, ja, hm, der schöne Baywatext zur Bayernhymne war da zwar auch nicht drin, dafür aber die UdSSR-Hymne – immerhin. Und jetzt: Musikerziehung über zwei Generationen hinweg, sozusagen! Und natürlich macht der Brooklyn Hias dann auch noch mit Cohus Bruder Musik, bittschön hier bewundern. Das Internetz ist eben auch nur ein Dorf.

Posted in L'art pour l'art, U.-S.-A.! U.-S.-A.!. Comments Off on Bayern – Brooklyn und zurück