Rätsel um Cohu: Leser-Reporter finden Doppelgänger

Bild-Leserreporter haben einen täuschend echten, vom Original praktisch ununterscheidbaren Roland-Koch-Doppelgänger gefunden (siehe Abb.).

Aber Cohu erstaunt, in Doppelgängerhinsicht, ja gar nichts mehr. Denn von mir gibt es schon lange ein zum Verwechseln ähnliches Double.
Cohus Exklusivkommentar: “Es geschieht immer wieder, dass ich auf meine Ähnlichkeit mit “Italiens schönstem Po” angesprochen werde. Das ist schon sehr witzig. Zumal ich etwas jünger bin!”

Von wegen Vorkriegsporno

So, jetzt ist genug mit Groschenromanen! Nach dem (sehr amüsanten) "Herr Lehmann"-Prequel "Neue Vahr Süd" von Sven Regener und dem ganz netten Hippie-Outdoor-Roman "Drop City" von T.C. Boyle geht es jetzt zur Abwechslung mal an einen echten Literaturklassiker.
Sons and Lovers von D. H. Lawrence ist an der Reihe. Ich weiß nicht, ob ich eine hart zensierte Ausgabe erwischt hab, ob der Schmutz und Schund erst später kommt oder ob ich einfach schon durch den U-Bahn-Blogger so abgehärtet bin, aber jedenfalls: was Unanständiges hab ich in dem Buch bis jetzt noch nicht gefunden. Aber es ist richtig gut!
Für alle Leser, die sich jetzt aufgrund der Überschrift was Drastisches erhofft hatten, kommt jetzt zumindest noch ein zünftiges Zitat. 1912 wurde "Sons and Lovers" (nicht nur) von einem Verlagshaus abgelehnt, worauf Lawrence schrieb:

Curse the blasted, jelly-boned swines, the slimy, the belly-wriggling invertebrates, the miserable sodding rutters, the flaming sods, the snivelling, dribbling, dithering, palsied, pulseless lot that make up England today. They’ve got the white of egg in their veins and their spunk is so watery it’s a marvel they can breed. (Wikiquotes)

Verregnet

Erstaunlich: sobald es regnet, läuft Cohu glatt 1 km/h schneller (von welcher Grundgeschwindigkeit ich ausgehe, kann ich hier nicht preisgeben – auch ich habe meinen Stolz, und am Schluss wirds noch zur “Jobfalle” oder gar zum “Karrierekiller”). Vielleicht ist es das Prinzip Wasserkühlung, das ja auch bei PCs einiges an Leistungssteigerung bringt. Weiteres Vorteil des Matschlaufs: My Adidas sehen endlich nicht mehr so nagelneu aus.
Die übertaktete Cohu hat sich dann auch Sekundenbruchteile lang darüber gewundert, wie sich das mit der WAMS-Schlagzeile “Eltern töten jede Woche drei Kinder” ausgeht. Nach internen Berechnungen von Cohu wären da ja schon nach ein paar Stunden überhaupt keine Kinder mehr übrig? Scherz beiseite: beim Googeln nach dem Originalbeleg fand Cohu auch die traurige Information:
“In Deutschland sterben zur Zeit täglich drei Kinder und Jugendliche durch Suizid. Weitere 40 Kinder versuchen jeden Tag sich das Leben zu nehmen. (…) Genaue Zahlen über Suizide gibt es leider nicht, da Experten die Dunkelziffer um ein vielfaches höher schätzen als in den Statistiken aufgeführt sind.” (Walter Blüml, Suizid bei Kindern und Jugendlichen)
Unschön! Wem’s da nicht die Stimmung verregnet…

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Cohus Winter des Mißvergnügens

Ich habe es fast schon geahnt: jedes Buch, das man nach dem "Ganzen Kerl" von Tom Wolfe (sozusagen der Sonne New Yorks) aufschlägt, muss gegen dieses monströse Meisterwerk (Spoiler Warning: NYT review) verblassen.
Aber ich dachte eigentlich, dass David Lodge’s "Small World" (dt.: Kleine Welt oder, erstaunlicherweise, "Schnitzeljagd") ein ganz geeigneter Nachfolger wäre: soll es sich dabei doch auch um eine – Hörensagen! – äußerst gelungene Satire handeln. Wenn auch mit einem ganz anderen Anspruch: will Wolfe in seinen 800-Seiten Roman, an dem er 11 Jahre lang gearbeitet hat, ins volle Leben greifen, beschränkt sich Lodge vollständig auf "Academia", genauer gesagt: auf den wohl noch übersichtlicheren Elfenbeinturm der von Konferenz zu Konferenz reisenden Literaturkritiker. Ja, wahnsinnig lustig, oder soll ich sagen: irre komisch, wie diese Sprachwissenschaftler ihre Theorien verteidigen bzw. um Forschungsgelder konkurrieren. Sie sind schon crazy Typen, diese "Profs", und so witzig dabei. Ich zitiere einen Protagonisten, Philip Swallow: "Theory? That word brings out the Goering in me. When I hear it I reach for my revolver." Und dann diese Debatten! Also, da enthüllt ja dieser Lodge tatsächlich, dass viele dieser Geisteswissenschaftler einen ziemlichen Schmarrn reden. Oder im Vortrag Kreuzworträtsel lösen. Wie da diese Gelehrten praktisch zu ganz normalen Menschen werden, vor den ungläubigen Augen des Lesers, ein Wahnsinn! Cohu wird das Buch widerwillig fertiglesen, hat aber für den Lodge nur drei Wörter übrig: Ab. Ge. Schmackt.
(Wer ein wirklich lustiges Buch zum Sujet Academia lesen will, dem empfehle ich: Lucky Jim von Kingsley Amis. Der kann als alter Oxonian und guter Freund meines neuen Lieblingsdichters Philip Larkin auch mit dem "Yalie" Wolfe mithalten.)

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Auch nicht die feine Englische…

…ist es, "medienethisch" gesehen, wenn die ZEIT Ihre Aufmacher-Schlagzeile "Die Entdeckung der Unterschicht" mit einem großen Farbfoto unterlegt, das vier klar und deutlich identifizierbare, minderjährige Kinder nebst Westhighland-Terrier (und deren, will sagen der Kinder, nicht des Hundes, traurig dreinblickenden Vater) zeigt.
Ich gehe davon aus, dass die ZEIT-Berichterstattungen über die Armen, Mühseligen und Beladenen im Blattinneren tadellos und politisch korrekt sind. Trotzdem möchte ich nicht wissen, was sich diese Kinder morgen (und für den Rest Ihrer Schulzeit) auf dem Schulhof anhören müssen. Der Vater konnte sich zumindest selbst entscheiden, ob es ihm das wert ist, aber bei Kindern sollte doch Schluss sein, oder? Kann man das Thema ohne die photographische Darstellung von Minderjährigen auf der Titelseite (!) nicht behandeln? Oder muss die ZEIT, was ihre Auflage angeht, jetzt schon auf spontanes Mitleid im Angesicht von Kindchen und (Unterschichts-)Wuschelhündchen setzen?

Cohu’s Urlaubslektüre

Endlich gibt es – wie versprochen – einen Bericht über meine Urlaubsbücher, in nach Wichtigkeit absteigender Reihenfolge:

"I Am Charlotte Simmons" von Tom Wolfe: 1-
In diesem Buch geht es um ein weibliches Landei, dass in den Orkus eines (fiktiven) amerikanischen Elitecolleges gerät und um seine Identität und soziale Stellung kämpft – ob mit Erfolg, verrate ich hier nicht, ihr müsst das Buch selbst lesen!
Gut, dass Cohu vor dem Urlaub nicht die Kritiken gelesen hat. Die waren nämlich – von Ausnahmen abgesehen – nicht gerade Lobeshymnen. Ja, der Wolfe hat sogar den "Bad Sex in Fiction Award" des Jahres 2004 abgestaubt.
All das ging an Cohu, wie gesagt, vorbei, und sie fand den Roman (ja, sogar die unanständigen Stellen) durch und durch gelungen, die Protagonistin glaubwürdig (wenn auch wenig sympathisch), die Nebenfiguren großartig herausgearbeitet und das Ende genau richtig (nicht zu offen, nicht zu happy). Dass der Roman "unrealistisch" ist und das Collegeleben nicht korrekt abbildet, kann sich m.E. nur ein vollkommen mit humorabweisenden Brettern vernagelter Kritikerkopf ausdenken: das ist so, als würde man einem Karikaturisten vorwerfen, seine Spottzeichnungen stellten die Karikierten mit zu großen Nasen dar…
Eine 1- gibt’s deshalb, weil ich den Wolfe ein bisserl unsympathisch finde, obwohl er schon ein Hund ist, der Wolfe!

"Indecision" von Benjamin Kunkel: 2-
Dwight Wilmerding leidet unter klinischer "Abulia" (= krankhafte Entscheidungsunfähigkeit), bei der ihm weder die Lektüre philosophischer Klassiker, Golfspielen mit seinem insolventen Vater noch der Verzehr großer Mengen "Jiggy Juice" helfen können. Mithilfe eines neuen Wundermittels, das ihm sein pharmakologisch versierter Mitbewohner vermittelt, soll er davon geheilt werden. Zwischendrin findet er noch einen haarentfernenden Wunderbaum im Ecuadoranischen Dschungel, eine seltsame Europäerin und diverse andere Kuriositäten.
Die erste Hälfte dieses Buchs ist furios und so komisch, dass man am liebsten jeden Satz auswendig lernen würde:
"Sanch said, "Yeah man fucking Hugo Chávez drinks sixteen espressos a day. And that’s after his staff weaned him down from twenty-four."
"Amazing!" I was really impressed with this man.
Who is Hugo Chávez?"
"He’s, like, a revolutionary."
"Sounds like it," I said.

 Vielleicht seid ihr anderer Meinung, aber: gegen Ende lässt das Buch stark nach. Antiklimaktisch, würde ich sagen. Wenn der Kunkel es beim nächsten Mal genau andersherum macht, kriegt er auch eine 1-. Aber es ist ja ein Erstling, er darf also noch üben.

Die Tyrannei des Gemeinsinns von Richard Herzinger: 1-
Schon etwas ältere, aber zeitlose Polemik eines wahren Liberalen. Herzinger rechnet mit der besserwissenden und gutmeinenden deutschen Intelligenz genauso ab wie mit der politischen Elite (haha)aller Parteien und entlarvt ihre ständigen Aufrufe zum Konsum-, Fernseh- und – allgemeiner- Individualitätsverzicht als anmaßende Eingriffe in die Freiheit des Einzelnen. In der schönen Tradition des Sarkasmus entweiht Herzinger vollkommen hemmungslos und treffsicher die Begriffe der Kultur, der Heimat, der Moderne, der Identität und der "Gemeinschaft". So ein Ikonoklasmus gefällt der Cohu natürlich, weil man ja immer gerne das liest, wovon man sowieso schon immer überzeugt war (nur, dass der Herzinger sich halt besser auskennt und seine Überzeugungen sogar begründen kann). Es wäre jetzt noch interessant, zu lesen, was jemand von diesem Buch hält, der nicht liberal denkt. So einen hatt ich im Urlaub aber nicht dabei. 1- weil mir das Buch zu kurz war und weil ich das Kapitel "Opfer und Interesse" nicht mal ansatzweise verstehe.

The Virgin Suicides von Jeffrey Eugenides: 2
Wie der Titel andeutet, geht es um den Selbstmord von Mädchen, und zwar fünf Stück Schwestern, was jetzt kein Spoiler ist, weil es schon auf der ersten Seite steht. Ihr kennt den Eugenides vielleicht vom großartigen "Middlesex". Die IT war – ganz verfeinerter Kunstmensch, Freund des L’art pour L’art – vom Eugenideserstling total begeistert. Cohu mag gerne Bücher, die primär Geschichten erzählen, statt artifiziell dahinzuschwadronieren, egal, wie gut der Autor das kann. Außerdem fand sie den mythologisierenden Umgang mit diesem Thema vollkommen daneben: 2. Hat jemand den Film gesehen? Lohnt sich das?

Jetzt noch einige kurze Erwähnungen:

Stephen Fry: Revenge – (In England erschienen als "The Stars’ Tennis Balls"). Wie der Titel andeutet, geht es (in der zweiten Hälfte) um Rache, und in der ersten Hälfte des Buchs um das angetane Unrecht, das Letztere rechtfertigt. Sowas aus meinem Munde, aber: das Buch ist irgendwie so… negativ! Böse! Brutal! Vielleicht bin ich nur zu humorlos, nicht mal Pulp Fiction find ich lustig. Also, mit meinem Lieblings-Fry "Hippopotamus" kann es jedenfalls nicht mithalten. 2-

Yadé Kara: Selam Berlin – Der deutschtürkische Protagonist wächst zwischen Istanbul und Deutschland auf, zieht zur Wendezeit nach Berlin, seine Eltern trennen sich, Familiengeheimnisse kommen ans Licht… Die Geschichte ist reizend (und wird immer reizender), aber in derart hölzerner Sprache erzählt, dass man sich fragen muss, warum die Autorin sich überhaupt literarisch ausdrücken will. Vielleicht kann sie Malen, vielleicht kann sie Singen, vielleicht ist sie gut im Ballett, vielleicht kann sie sogar (mündlich) Geschichten erzählen: Schreiben kann sie jedenfalls nicht, und wenn doch, gelingt es ihr in diesem Buch bestens, ihr Können zu verbergen. Des ist keine "Art brut" sondern "Art egalwie." Naja, de gustibus… Und ich weiß nicht ob das Lektorat schuld war oder die Autorin, aber die ständigen Deppenleerzeichen á la "Barbie Puppe" machen mich wahnsinnig!!! Trotzdem, weil wie gesagt die Geschichte sehr nett ist: 3 (heißt: durchaus lesbar). Mehr zu dem Buch gibts beim Deutschlandfunk Büchermarkt.

John Irving: A Son of the Circus – Die Story von Irvingbüchern zu erzählen ist witzlos – selber lesen! Dieser Irving – zum zweiten Mal gelesen – ist jedenfalls mein Lieblingsirving, weil er schön bunt ist. Langweilen muss man sich da nicht, da kommen Zwerge vor, Straßenkinder, Eunuchen, Transvestiten, eine Zwillings-Verwechslungsgeschichte, eine Hollywooddiva, Schlangenmenschen… Besser als "Complete Review" kann mans nicht sagen: "Exuberant, free-wheeling fun, with a lot going on, but no character the reader can really empathize with and a multitude of plots, verging on the chaotic." – sehr gut geeignet als Urlaubslektüre. Ganz im Gegensatz zum letzten Irving (Until I Find You). Den hab ich wirklich nur aus Irving-Loyalität fertiggelesen, sowas Zähes! Also, Zirkuskind: 2.

Freudsche und sonstige Fehlleistungen

Als ich heute nach Gorgonzola-Rezepten für Gnocchi-Soßen suchte, las ich mehrmals: Bauschimmel statt Blauschimmel. Vermutlich will mich mein Unbewußtes daran erinnern, dass ich mich lieber mal um die antimykotische Behandlung des immer noch gesundheitsschädlich müffelnden Wasserschadens in meiner Rumpelkammer kümmern sollte, statt in mühsamer Kleinarbeit Kartoffelnocken zu formen. Letztere sind mir übrigens – Fehlleistung Nummer 2 – zerfallen, so dass ich sie weggießen und als Abendessen Tortillachips und Buttermilch (“Wenns schee macht!”) genießen musste. Für die Nachwelt: “überwiegend festkochende” Kartoffeln sind für die Zubereitung von Kartoffelnockenteig ungeeignet, man braucht wohl tatsächlich mehlige. Na, vielleicht sollte ich einen Kochkurs bei Felix belegen!
[Nachtrag zur Fehlleistungtheorie: laut Freud ist übrigens, wenn ich ihn richtig verstehe, jede Fehlleistung (typisch: Versprechen, Verschreien, äh, -schreiben und Verlesen) eine “Freudsche”, d.h. hat einen tieferen Sinn, der in der Psyche verborgen liegt. Empfehle Euch zur Weiterbildung, Erbauung aber vor allem Erheiterung die Lektüre seiner “Psychopathologie des Alltagslebens” – inwieweit Freuds Theorien mit der Wirklichkeit korrespondieren, ist, angesichts seiner enormen, ausufernden Phantasie und Assoziationskraft und seines grandiosen Stils zumindest mir relativ wurscht]

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Primat der Politik

In den USA startet nächste Woche im Sender PBS eine neue Zeichentrickserie nach der Vorlage eines dort sehr bekannten Kinderbuchs. Interessant ist eine gewisse Ähnlichkeit (siehe Abb.) zwischen dem “mächtigsten Mann der Welt” und dem Helden der Geschichte, “Curious George”:

George lives to find new things to discover, touch, spill, and chew. Everything is new to George and worth investigating. Of course, in George’s hands — all four of them — investigation often leads to unintended consequences! (PBS)

The stories often consist of George getting into some form of trouble by being overly-curious, and the man with the yellow hat getting him out of it. George often learns a lesson from these adventures, which parallel the way young children learn about the world around them. (Wikipedia)

Wer weiß, vielleicht gibt es dann auch mal eine Folge namens “Curious George’s first preemtive Strike” – fraglich nur, wie ihn “The Man with the Yellow Hat” dann aus der Affäre zieht…
Als das Kinderbuch vom neugierigen Schorschi übrigens 1941 in England herauskam, wurde der Aff in “Zozo” umbenannt, um König George VI. nicht zu beleidigen – bei heutigen Machthabern ist das gottseidank nicht mehr nötig.

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Eigener Herd ist Goldes Wert…

…das wissen auch die Herausgeber dieses sehr interessant anmutenden Magazins – "Häuptling eigener Herd" – Wiglaf Droste und Vincent Klink. Droste, einen erfrischenden und unerschrockenen Parodisten ("Diät ist Mord am ungegessenen Knödel") kennt man vielleicht von der "Wahrheit" Seite der taz, Vincent Klink – einen vielseitig interessierten Lebemann – wenn man zur kulinarischen Elite gehört, aus der Wielandshöhe, oder eben aus dem Fernsehen (siehe Abb.). Kommt natürlich gleich auf meine Wunschliste, diese Publikation.

[Aber was ich eigentlich sagen wollte: noch besser als eigener Herd ist momentan eigene Klimaanlage. Für alle, die eine solche nicht haben, hat Cohu einen super Tipp. Ein Leintuch nass machen und vor die geöffnete Balkontür bzw. das geöffnete Fenster hängen. Fast so gut wie eine Klimaanlage, aber augenschonender!]

Das Wesentliche in Kürze

Auf meinem Rückflug fand ich gestern in der Sitzlehne vor mir einen FOCUS ("Fakten, Fakten, Fakten!") und in selbigem steckte wiederum ein kleines Heftchen, gesponsert von "getAbstract" und Audi. Inhalt: Thomas Manns Zauberberg, die wichtigsten Facts komprimiert auf 23 Seiten (inkl. Audi-Quattro-Werbung).
Besonders schön:auf der ersten Seite unter der Überschrift Take-aways (!) eine Liste mit Bullet-Points, die das Wichtigste zusammenfassen (falls man so wenig Zeit hat, dass man es nicht mal schafft, das gesamte Abstract durchzulesen).
Siehe z.B. die elegante Zusammenfassung des Schlusses:

  • Castorp verlässt die Bergwelt, um im soeben ausgebrochenen Ersten Weltkrieg als Soldat zu dienen. Über sein weiteres Schicksal ist nichts bekannt.

oder dieses interpretative Food for Thought

  • Im Zauberberg wird die Dekadenz der damaligen bürgerlichen Gesellschaft dargestellt

Betonung liegt hier vermutlich auf der "damaligen", die heutige bürgerliche Gesellschaft zeichnet sich ja, was man schon an Zielgruppen-Blättern wie derm FOCUS sieht, durch einen erscheckenden Mangel an Dekandenz aus! Also, falls jemand keine Zeit hat, so einen Monsterroman zu lesen, leihe ich ihm gerne dieses Abstract-Hefterl, das kann er sich noch vor dem morgendlichen Meeting bei einem Soy Latte durchlesen, um dann die literatur- und musikbegeisterte Gattin seines Chefs beim nächsten Casual Business Dinner beeindrucken und evt. sogar rumkriegen zu können.