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Auf Tschechisch heißt es: zavináč (Rollmops)

Auf Finnisch heißt es: kissanhäntä (Katzenschwanz)

Auf Griechisch heißt es: παπάκι (Entchen)

Auf Kasachisch heißt es: айқұлақ (Mond-Ohr)

Auf Hebräisch heißt es: שטרודל – shtrudel

Ähnlich in Japan: naruto, nach den Naruto-Gezeitenstrudeln (s. dazu den berühmten Hiroshige-Holzschnitt)

Besonders appetitlich im Schwedischen: kanelbulle (siehe)

(Weitere Varianten: Wikipedia: Commercial at in other languages)

Locus amoenus

Warum erkennt man eigentlich alle Universitäten der westlichen Welt* daran, dass Leute davor im Gras sitzen? Der im Gras sitzende Student ist ein derart verbreiteter Topos, dass Bildagenturen ihn dutzendweise anbieten

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Späte Einsicht…

“Pater Gabriel Amorth (85) ist der Chefexorzist im Vatikan. Mehr als 70 000 Mal befreite er Besessene vom Teufel und von Dämonen. Jetzt warnt der Pater in der italienischen Zeitung „La Repubblica“: „Der Teufel wohnt im Vatikan!“

via News – Bild.de.

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Heer 4U

Nach diesem berüchtigten Werbespot ist zumindest ein für alle Mal geklärt, vor welchem Nachbarstaat wir militärisch keine Angst zu haben brauchen:

Das Schäbigste: Die haben sich diesen “lustigen” Spot nicht mal selbst ausgedacht, sondern schamlos von der Ukraine abgekupfert…hier der exakt gleiche Spot aus dem Jahr 2007, nur mit hübscheren Mädels und in Lustig:

Zum Vergleich – Bundeswehr-Werbung sieht so aus:

Und so läuft das bei ‘ner richtigen Militärmacht – da machen Bierkonzerne Werbung für die Armee (Obacht: dieses Machwerk überzeugt selbst den weichgespültesten Pazifisten vom Angriffskrieg!):

Jazzerbaidschan

Aserbaidschan, hä? Ich hatte (vor pflichtschuldiger Lektüre des Wikipedia-Artikels) nicht mal eine vage Vorstellung von diesem seltsamen Land, aber man lernt nicht aus. Zum Beispiel gibt es in Aserbaidschan sehr schöne Improvisationsmusik – den Mugham -, und irgendwann ist mal einer drauf gekommen, die in Jazz umzusetzen. Ladies and Gentlemen: Vagif Mustafazade (am Piano) beim Jam in Tiflis, 1978, aber ganz frisch auf Youtube.

(Falls jemand zweifelt, ob er sich diesen zweifelhaften Schnauzbartträger wirklich antun soll – B.B. King hat angeblich einmal zu ihm gesagt: “Mr. Mustafazade, they call me the ‘King of the Blues,’ but I sure wish I could play the blues as well as you do.”)

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Kulturen

Oben: British Empire. Unten: Deutsche Kolonien

Der spärlichen Sammlung des Völkerkundemuseums merkt man schon ziemlich deutlich an, dass Deutschland es nie so richtig zur Kolonialmacht gebracht hat. Da haben es andere Länder irgendwie leichter.

Interessanter als viele Ausstellungsstücke wäre übrigens bei allen traditionellen “Völkerkunde”-Museen eine Kritik des ganzen Konzeptes: Warum eigentlich nur fremde Kulturen ausstellen, unter Auslassung unserer eigenen (wir haben keine Kultur, wie sind ja schon zivilisiert)? Warum die Obsession mit dem Primitiven und Ursprünglichen (wäre die zeitgenössische amerikanische Kultur nicht genauso spannend wie die der amerikanischen Ureinwohner: Ritual und Statushierarchie auf dem WalMart-Parkplatz)? Und vor allem: Woher kommt dieses ganze Zeug? Geklaut, abgeluchst, einfach mitgenommen, oder ganz redlich gekauft…die Geschichte wäre jedenfalls bei jedem Stück interessant.

Vom Konzept her hat das Ganze jedenfalls teilweise eine gewisse Ironie: die Ausstellungstexte sind merklich bemüht um politische Korrektheit, bei jedem Yamslöffel (oder was auch immer) wird der kulturelle Tiefgang herausgestellt, ganz klare Sache – diese Kulturen sind der unseren gleichwertig, oder eigentlich überlegen – aber dann stellt man in einem Eck Grabstelen aus Pakistan aus. Eine davon mit der (nebendran fein säuberlich übersetzten) Inschrift, dass dieses Grab und die Blumen darauf niemals jemand stören möge, es sei ein himmlisch-paradiesischer Platz des Friedens in alle Ewigkeit…

(Bilder: Wikimedia Commons)

Jodeldiplom: Die kleine Freude

Auf der Suche nach Jodlern aus aller Welt dürfen wir Mexiko nicht übersehen. Da gibt es nämlich die Huasteca (auch bekannt als Huapango). Neben wildem Gefiedel und Falsetteinlagen hat diese Musikform auch noch einen  seltsamen Rhythmus, die Taktarten wechseln sich nämlich ab (ähnlich wie beim Zwiefachen).

Eine besonders nette Huasteca ist das Lied El Gustito – “Das Freudchen”, hier vorgetragen von den Mariachi Los Camperos aus Los Angeles:

Leider nur Audio, aber die sehen exakt so aus, wie man sie sich vorstellt, und für Geige und Gesang ist natürlich ein Jesús zuständig, nämlich Jesús “Chuy” Guzmán, das ist der gmiatliche Olibaträger in der ersten Reihe. Eine CD kann man bei Smithsonian Folkways downloaden.

Auf der Suche nach dem Text von El Gustito habe ich eine von Chuys Gesang leicht abweichende, aber besonders nette Version gefunden:

Cantando el gustito estaba
Cuando me quedé dormido
Cuando me quedé dormido
Cantando el gustito estaba
Ay la la la…

Mi mamá me depertaba
Yo me hacía el desentendido
Para ver si me dejaba
Otro ratito contigo
Ay la la la…

Dicen que el hombre casado
A bailes no va a gozar
A bailes no va a gozar
Dicen que el hombre casado
Ay la la la…

Pero se han equivocado
Porque él también sabe amar
Porque él también sabe amar
Nada más que es reservado

Ich kann zwar nicht Spanisch, würde das aber mit Google-Translate-Hilfe so übersetzen:

Ich sang “El Gustito”
als ich einschlief

Meine Mutter weckte mich
Ich tat, als hätte ich sie nicht gehört
damit ich noch ein wenig von Dir träumen konnte

Man sagt, ein verheirateter Mann
hätte beim Tanzen keine Freude

Aber das ist ein Missverständnis
denn er weiß zu lieben
Er ist nur diskret

Bis auf die andere Seite des Golfs von Mexiko ist diese Botschaft allerdings noch nicht vorgedrungen

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