Decline of a Nation: Traumatisch

Dass man mit den Pizzen von "Domino’s" bestenfalls traumatische Erfahrungen macht, war bekannt (das Zeug ist ungenießbar, kulinarisch gesehen wäre es ratsam, nur den Karton zu essen).
Aber nun hatte Domino’s eine neue Geschäftsidee, die vom Guardian mit dem schönen Titel "Telephone Tracker Takes Trauma out of Takeaway" treffend beschrieben wird. Wenn man auf der Domino’s-Seite seine Telefonnummer eintippt, kann man genau nachverfolgen, wo die Pizza grade ist. Exemplarische Meldungen:

– Pizza wird geknetet
– Pizza wird belegt
– Pizza fällt auf den Boden
– Pizza wird aufgehoben
– Schmutz wird von Pizza entfernt
– Nochmal ne handvoll Käse drüber, da Pizza staubig aussieht
– Pizza backt im Ofen
– Pizza wird eingepackt
– Pizzabote macht sich auf den Weg.
– Pizzabote überfährt rote Ampel
– Pizzabote klingelt
– Machen Sie halt endlich die Tür auf, sie Depp!

Damit, sagt Domino’s, wird die "emotionale Achterbahnfahrt" des Pizzabestellens etwas gemildert. Es hatte nämlich vor der Einführung des Trackers eine Studie (!) ergeben, dass:

"(…) the "high" at the point of ordering was followed by a trough of anxiety. "People have told us that anxiety sets in. They don’t know if we’ve got their order, if we’ll get it right, if it will arrive on time," said spokesman Tim McIntyre. "The tracker takes out the mystery involved."

Und das von einer Nation, die noch vor ein Paar Jahren mit Stiff Upper Lip einen Blitzkrieg überstanden hat, ganz ohne Bombenalarmtracker und nur mit dem oben abgebildeten Poster. Schande.

Uff.

Aus dem Wikipediaeintrag zu "Bedeutung (Sprachphilosophie)":

"Auch unter dieser Perspektive zeigt die Diskussion zwar immer differenziertere Positionen, aber am Ende keine inhaltliche Entwicklung. […] Es scheint, dass diese Diskussion zwar zu immer besseren und differenzierteren Argumenten führt, aber nicht entscheidbar ist, weil alle Argumente je nach Ausgangspunkt gravierenden Gegenargumenten ausgesetzt sind."

Willkommen in der modernen Philosophie. In diesem Zusammenhang auch interessant, das wiki "How to Catch a Greased Pig", eine detaillierte Anleitung zum Fangen eingeölter Schweine.

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Was zählt ist sexuelle Orientierung

Während Bürgermeister Ude schon vor Monaten beteuerte, er sei keinesfalls schwul, empfindet sein Herausforderer Seppi Schmid – der ansonsten unangenehm aggressiv mit Frau und Kind wirbt – bei der CSD-Parade "Männer in knapper Leder-Kluft mit einem Körperbedeckungsgrad von fünf Prozent samt Peitsche"  als "sexuelle Provokation". Hui! (Schmid meint im gleichen Atemzug, die verführerischen Herren der Schöpfung sollten sich "nicht so massiv zur Schau stellen."  Böse Zungen, zu denen ich mich gottseidank nicht zähle, würden sagen: hier befürchtet jemand, die Kontrolle zu verlieren.) (Hallo München via Walter).
(Wie ich gerade sehe, begibt sich allerdings auch Ude mit seinen sexuellen Vorlieben teilweise auf dünnes Eis. Ist das mehrheitsfähig?)

Nur weil jemand gern am Computer sitzt und BASIC kann…

… ist er ja noch lange kein Nerd. Man kann sogar ein ganzes Informatikstudium hinter sich bringen, ohne Nerd zu werden. Ein sicheres und eindeutiges Anzeichen für Nerdtum scheint mir hingegen das Hobby "Platinenätzen" zu sein.

Ich fand das Buch in der Bibliothek der IT. Fragt nicht. Aber schon allein wegen des Titels muss man das Ding aufheben.

Voll auf die Nüsse

Mir kam diese Theorie ja immer seltsam vor. Aber als ich bei Amazon nach einer Muskatreibe suchte und sage und schreibe 48 verschiedene Produkte vorgeschlagen bekam, musste ich gleich an die These von der “Qual der Wahl” als Gefahr für die Wohlfahrtsmaximierung im freien Markt denken:

“As economists, we tend to accept the principle that more choice cannot make us worse of. However, recent evidence from lab and field experiments suggests that more choice can inhibit decision making and reduce search in many situations, potentially reducing welfare. This paper provides a formal theoretical foundation for these observations (…).”
(Irons, Hepburn 2006: Regret theory and the tyranny of choice, .pdf.)

Cohu hat jedenfalls erstmal….gar keine Muskatreibe gekauft und verspürt daher einen deutlichen Wohlfahrtsverlust, insofern: plausibel, die Hypothese!
Hatte Marx etwa doch recht? Hat der freie Markt versagt? Denn im Sozialismus gibt es, sicherlich nur ein Muskatreibenmodell, das in einem volkseigenen Betrieb aus verschrotteten Luxusgütern der Bourgeoisie gestanzt wird. Einen Antrag auf Zuteilung einer Reibe kann man einmal im Jahr stellen und erhält das Teil (wenn Parteimitglied) dann nach ca 3 Jahren, wenn nicht aufgrund imperialistischer Aggression ein Aufrüstungsschub dazwischenkommt und man doch noch Panzer daraus schmieden muss! (Und Muskatnüsse gibts eh nicht, diese verwestlicht-halluzinogene Kolonialistenbeute, stattdessen Macisersatz aus gerösteten Kichererbsen).
Aber das alles ist ja wohl definitiv immer noch besser als diese Konsumtyrannei! 48 Muskatreiben!!!

Heißer Tipp

64 Wörter

Naja. Aber das ist natürlich ein rechter Schmarrn, von wegen "die häufigsten Wörter der deutschen Sprache". Dass die Jugend heutzutage so schnell tippt, liegt sicher nicht am Schreibmaschinenunterricht im 10-Finger-System, sondern am Chatten/Messaging. Also fehlen da die wichtigsten Wörter, um die wahre Tippgeschwindigkeit zu ermitteln:

LOLZ!!!1
CU

Und natürlich (o)(o).

Decline of a Nation: You’re never too thin or too rich, and now you can be both!

Mal wieder eine großartige Idee aus – wie könnte es anders sein – Großbritannien! Dort plant man, übergewichtigen Menschen Geld dafür zu geben, dass sie abnehmen. Diese Methode ist wohl von einer amerikanischen Studie (klar!) inspiriert, in der bewiesen wurde: je mehr Geld den Teilnehmern pro Kilo versprochen wurde, desto mehr nahmen sie ab. Aber auch Wettbewerbe um die stärkste Abnahme sind toll (wobei man sich bei der Beschreibung tendentiell so ein wenig im Pro-Ana-Territorium wähnt):

One was a competition between teams called "Cold Turkey". The team that lost the most weight received a trophy. Fruit baskets were given to the team with the greatest percentage loss each week, and the teams lost an average of 8kg (17lbs) each. (Guardian)

Gut, kritische Geister mögen einwenden, dass es bis heute durch nichts wissenschaftlich belegt ist, dass Abnehmen der Gesundheit förderlich ist. Dünne Menschen und solche mit leichtem Übergewicht sind gesünder – aber das heißt nicht, dass man aus einem dicken Kranken durch Änderung der Ernährungsgewohnheiten einen dünnen Gesünden machen kann. Für die Gegenteilige Annahme spricht einiges. Und was macht man, wenn die Diätprofis ihre 20 Kilo nach nem Jahr wieder zunehmen (was, statistisch gesehen, bei den meisten passieren wird)? Geld zurückverlangen?
Naja, da die Idee so idiotisch ist, wird sie sicher bald auch ins deutsche Gesundheitssystem Einzug halten. Also, liebe Leser, wir haben jetzt noch ein wenig Zeit, deutlich über einen BMI von 30 zu kommen, damit wir alle ein bisschen was verdienen können, wenn das Mittel der finanziellen Incentives in den "Fit statt Fett"-Plan aufgenommen wird. Ich geh mal eben Donuts holen!

(Bild: Jacques Callot, Zwerg mit dickem Bauch, via Zeno.org)

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In space, no one can hear you scream.

Wie kann man den vollkommen normalen, unscheinbaren Filmtitel "Waitress" (es geht um eine laut Kritiken ganz nette Romantic Comedy, die ich gerade auf meine DVD-Bestellliste setzen will), wie kann man also diesen Titel verhunzen zu "Jennas Kuchen – Für Liebe gibt es kein Rezept"?
Warum??? WIE KOMMT MAN AUF SOWAS??? Warum nicht einfach Kellnerin oder meinetwegen Frau Ober?

P.S. Ja, die haben diesen Film wirklich so genannt. Jennas Kuchen – Für Liebe gibt es kein Rezept. Das gibts doch nicht. Soll ich Cohu’s Blog auch so bescheuert umbenennen, mit so einer hirnomatischen Tagline? Wie wäre es mit Cohu’s Blog – Blogpost für Dich oder Cohu’s Blog – Blondinen bloggen besser? Muss mich jetzt erstmal von diesem Schock erholen.
Währenddessen empfehle ich dem werten Leser einen Artikel über den Traumberuf "Movie Tagline Writer". Der Job "Filmtitel-Übersetzer" scheint mir (vom Output her zu urteilen) nicht ganz so gut bezahlt zu werden…

Follow Up: Die gestiefelte Cohu

Endlich! Bei Timberland habe ich heute nach langer Suche sehr schöne Chelsea Boots erstanden, die auch noch zünftig reduziert waren und die es wider Erwarten auch in Damen-Ausführung gab!
Stiefel machen Leute, wie man schon vom gestiefelten Kater weiß:
"(…) der Kater trug sein wildes Kaninchen an den Hof, und weil er so schön gestiefelt war, wurde er sogleich vor den König gelassen."
Irgendwann werde ich also, um ähnlich Eindruck schinden zu können, auch mal zum weniger rustikalen Modell vom Schuster greifen, aber vorerst sollen diese Treter genügen. Gemäß der Mär vom Kater bräuchte ich jetzt eigentlich noch
"einen Ranzen, wo etwa ein Kaninchen oder ein Paar Rebhühnchen hineingehn."
(in meinem Fall wären das wohl Thinkpad und Bücher), aber damit warte ich bis zum nächsten Schlussverkauf.

(Bildausschnitt aus: Johann Andreas Christian Löhr: Das Buch der Mährchen, via Zeno.org)

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Freeze


Jetzt mal abgesehen vom unglaublich holprigen IT-Deutsch in diesem seit einiger Zeit unter den SZ-Online-Artikeln angebrachtem Textblock: ich schlage vor, dass man zusätzlich eine Kommentar-Mittagspause einführt (12-14 Uhr). Ich mein, der für die "Qualität der Nutzerdiskussion" sorgende Journalist kann ja kaum von 8 – 19 Uhr durcharbeiten, oder?
Hier ist im Übrigen jetzt auch mal kurz Pause, da ich dringend nach Hamburg fliegen muss. Sozusagen Vor-Ort-Kontrolle bei treuen "cohu’s blog"-Korrespondenten, bei denen die gute Alice leider noch kein Internetz zur Verfügung gestellt hat.