How To Be Gay

Ja, Momeeeeent. Sooo einfach geht das nicht!

Menschen entsprechen, im Gegensatz zu einer weit verbreiteten Ansicht, gerne Stereotypen. So bestehen 87,4% aller Teenager darauf, ihre überbordenende Individualität durch das Anbringen von Piercings auszudrücken, im Internetz  publizierende Menschen schreiben Blogrolls und beantworten die hirnrissigsten Stöckchen, um zur “Blogosphere” zu gehören, gestandene Frauen müssen hin und wieder eine Träne produzieren, um für eine Einordnung in die richtige Schublade zu sorgen, und eine Vielzahl von Publikationen dienen ihren Lesern dazu, sich der Zugehörigkeit zu einer jeweils mit besonderen Attributen versehenen geschlossenen Gemeinschaft zu versichern (wobei bei genauerem Hinsehen die Themen nicht weit auseinanderliegen:bei “Men’s Health”: “Wampe Weg” – “Rätsel Frau” – “Sixpack”, bei Joy “Die “Diät-Tipps der Stars” und: “Jüngere Männer sind besser!”). Eine bombenfeste Absicherung erhält der in seiner Zuordnung immer noch verunsicherte Mensch durch pseudowissenschaftliche Quirlkacke, die von der längst durch Knochenfunde bewiesenen Tatsache lebt, dass Steinzeitmänner- und Frauen exakt die gleiche Rollenverteilung hatten wie amerikanische Suburbia-Bewohner der 50er Jahre (siehe als Beleg entsprechende Dokumentarfilme, z.B. dieses Beispiel).

Noch schwerer als Durschnittspersonen haben es Menschen, die das ihnen zugewiesene Stereotyp aus diversen Gründen nicht erfüllen können. Wohl aus diesem Grund wird an der University of Michigan ein Kurs namens “How to be Gay” angeboten:

“Just because you happen to be a gay man doesn’t mean that you don’t have to learn how to become one. (…) In particular, we will examine a number of cultural artifacts and activities that seem to play a prominent role in learning how to be gay: Hollywood movies, grand opera, Broadway musicals, and other works of classical and popular music, as well as camp, diva-worship, drag, muscle culture, taste, style, and political activism.”

Hm, da sind ja eigentlich alle Themen dabei, die Menschen überhaupt interessieren. Man könnte jetzt auf die Idee kommen, dass die Interessen von Schwulen (abgesehen von Interesse an Männern) so variieren, dass es insgesamt ein aussichtsloser Schmarrn ist, eine “schwule Identität” zu konstruieren. Aber, wie gesagt, wir alle gehören doch gern zu einer Gruppe. Und wenn’s die Internationale Gesellschaft für Regenbogenfische ist.

(Bild: Wikimedia Commons)

Propaganda in deutschen Schulen!

Mindestlöhne hatten wir schon, die Jungausländerkriminalität überlasse ich anderen (obwohl ich schon sagen muss, “Die Lippe” bringt da einige Brüller – “Die Sprache im Miteinander muss Deutsch sein.” – bring das doch erstmal Deinen Landeskindern bei!).
Also zum Thema:
Foreign Policy berichtet von “gefährlicher Indoktrination”, die allerdings nicht in Scientology-Kindergärten, sondern an europäischen Staatsschulen stattfindet! Was wird dem Schüler beigebracht? Eine starke Abneigung gegen den Freien Markt.
So liest der französische Oberschüler in seiner Histoire du XXe siècle (2005):

“Wirtschaftswachstum führt zu einer hektischen Lebensform, zu Überarbeitung, Stress, Depression, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und, so sagen manche, sogar zu Krebs.”

Die Übel des Kapitalismus kann – so “Foreign Policy” – kein Franzose mit Schulabschluss mehr ignorieren, sogar komplizierte Vorgänge wie “Globalisierung” werden ihm, natürlich als Alptraumszenarien, nahegebracht, während er hinsichtlich ökonomischer Grundprinzipien, wie Angebot und Nachfrage, vollständig unbeleckt bleibt.
Aber auch in Deutschland ist es nicht besser. Schulbücher erzählen über die Wirtschaft fast ausschließlich aus der Perspektive des (gewerkschaftsvertretenen, betriebsratsorganisierten, kündigungsgeschützen) Festangestellten – der Unternehmer wird als Karikatur, inklusive Zigarre oder lächlich mit Handy, dargestellt. Es wird empfohlen, sich zum Thema “Globalisierung” doch mal bei attac (zweifellos einer neutralen, objektiven Instanz) zu informieren. Die Lösung für Arbeitslosigkeit? Arbeitsagentur, Montagsdemos, ABM-Maßnahmen. Wirtschaftswachstum beruht auf Ausbeutung der Dritten Welt (die übrigens auch ausschließlich in dieser Funktion des “Ausgebeuteten” in deutschen Schulbüchern vorkommt).
Laut FP führt diese Indoktrination in unseren Ländern zu einem “anti-market bias”, und diese Einstellung wiederum gefährdet die wirtschaftlichen Aussichten Europas. Wer den Markt nicht versteht, und vor allem, wer ihm nicht vertraut, wird kein Geschäft aufmachen:

Taught that the free market is a dangerous wilderness, twice as many Germans as Americans tell pollsters that you should not start a business if you think it might fail.

Zu tatsächlichen Auswirkungen auf die europäische Produktivität kann ich wenig sagen. Fest steht, dass das deutsche Schul- und Unisystem einen mit exzellenten Noten bis zur Promotion, ach, was sag ich, bis zur Habil kommen lässt, ohne die Grundlagen des Wachstumsbegriffs, des Marktbegriffs, oder gar große Denker wie Smith oder Hayek auch nur gehört zu haben. Auch Leitartikler großer Tageszeitungen kommen weitestgehend ohne die “unsichtbare Hand” zurecht. Alles aufgrund der Propaganda in den Schulen.
Für mich ist die Konsequenz klar. Meine Kinder kommen in eine von libertären Radikalen betrieben Privatschule, vorher werden die schon in der Wiege zu unternehmerischer Tätigkeit angehalten. Warum mit der Schaufel zuschlagen, wenn man dem Kindkollegen den Bagger auch abkaufen kann? Zum Einschlafen gibts Onkel Miltie mit “Free to Choose.” Counterprogramming ist angesagt!

These Boots Are Made For Walking

Wenn man Kleidungsvorlieben hat, die dem Genderstereotyp nicht entsprechen, erlebt man seltsame Dinge. Unser Stadtneurotiker berichtet hin und wieder recht amüsant von den erstaunlichen – teils aggressiven, teils wohlwollenden – Reaktionen, die er durch das Tragen von Röcken hervorruft.
Cohus Abweichung vom Stereotyp ist weniger spektakulär: sie bevorzugt Schuhe, die man auch bei Wind und Wetter tragen kann, die keine krankhafte Verformung der Füße hervorrufen und die – Schockschwere Not!- auch noch annehmbar aussehen. Im Bereich der Damenschuhe gibt es das nicht, zumindest nicht in einer Ausführung, die man auch in drei, vier, oder gar zehn Jahren noch tragen kann.
Es gibt da momentan vor allem “Ankle Boots”, die ja wohl nicht ernsthaft für erwachsene Frauen gemacht sind. Ich gehe nicht auf den Zehenspitzen, meine Füße laufen nicht spitz zu. Würde ich in einer Sänfte durch den Alltag getragen, dann wären diese Schuhe ideal, leider muss ich selber gehen. (Ich führe das jetzt ungern aus, aber: schuhbedingte Verformungen sind im bei über 80% der Frauen über 40 zu finden: Hallux Valgus, Spreizfuß, oder eine Verkürzung der Achillessehne – hier ein eindrucksvolles Beispiel einer Dame, die nicht mehr ohne Absätze gehen kann und nun notgedrungen Hausschuhe mit 10cm Absatz sucht – appetitlich, oder?). Es gibt dann natürlich “Bequemschuhe” und allerhand läppische Tassle Loafer – Zielgruppe scheinen mir hier vor allem jene bemitleidenswerten Geschlechtsgenossinnen zu sein, deren Füße schon in den 60ern durch Wedges ruiniert wurden und die froh sind, überhaupt noch gehen zu können. Dann hat es Funktionsschuhe (von Timberland o.ä.) oder die allgegenwärtigen hohen Reiterstiefel – beides kann sehr nett sein, etwa wenn man Trapperin in Kanada ist oder auf einer Fuchsjagd unterwegs.
Was Cohu will, sind anständige, stadtaugliche, rahmengenähte Schuhe in klassischer Form. In Frage kämen: Oxford Fullbrogues oder Chelsea Boots. Das blöde ist: solche Schuhe gibt es nur für Herren, d.h. höchstens ab (Herren)Größe 39,5 – was mir gerade noch zu groß ist. [Das Problem wird auch auf einer “Transmann“-Seite bestätigt. Ein Rätsel ist mir, was Buben machen, die noch im Wachstum sind: Jungsschuhe finde ich überall nur bis größe 35, Herrenschuhe wie gesagt erst ab 39 oder 40, von Sneakers natürlich abgesehen].  Für Tipps bin ich dankbar!
Dabei begibt man sich ja mit nicht ganz dem Stereotyp entsprechenden Schuhen schon in die Gefahr, von manchen für vollständig unweiblich gehalten zu werden, ich zitiere:

“die machen leidern einen feinen damenfuss zu einem pferdehuf! was leichtes luftiges soll es sein, frieren sollen die mädchen drinnen und dabei schön sein, ein schönes schlankes bein sollen die schuhe zur geltung bringen, sexy und begehrenswert erscheinen lassen!” (Nutzer “roletti” im Dailyshoes-Forum)

Ach ja? Warum steigt in mir jetzt das Bedürfnis hoch, mir schöne feste Dockers mit Stahlkappen zuzulegen und jemandem mal kräftig auf die Füße zu steigen?
Nun werde ich wohl nächste Woche mal zu Halfs (bekannt vielleicht dem einen oder der anderen durch ihre Haferlschuhe) in der Schellingstraße schauen – vielleicht passen mir die 40er Chelseaboots ja doch. Und ansonsten muss ich mir das mit der Sänfte doch noch mal überlegen…

Decline of a Nation: Renaissance Reloaded

Michelangelo hat das Prinzip der staatlichen Kulturförderung im Jahre 1511 wohl am besten dargestellt: der kreative Funke springt von Vater Staat (rechts, von Steuerzahlern umgeben) auf den (noch) armen und nackten Künstler über. Dann setzt die Renaissance ("Wiedergeburt") ein. (Wikimedia Commons)

Wenn der Staat eines kann, dann ja wohl Kulturförderung. Wo wäre die Kunst heute ohne Kulturreferate? Richtig, da steckengeblieben, wo man aufgrund fehlender Zuschüsse noch nichtmal drei Dimensionen kannte oder das Geld schlicht nicht reichte für korrekte perspektivische Darstellung. Anfang des 20 Jahrhunderts konnten verarmte Künstler sich dann nicht mal mehr Gegenständlichkeit leisten, eine Entwicklung hin zur notgedrungenen Sparsamkeit setzte ein, die schließlich in Malewitsch’s lächerlichem Schwarzem Quadrat auf weißem Grund gipfelte.
Zumindest stellenweise wurde die Finanzierungslage, und damit natürlich die Kunst, dann aber doch besser. Arno Breker hatte genug Bronze zur Verfügung, um so manchen zünftigen Jüngling zu schmieden (für Giacometti kam die staatliche Unterstützung jedoch sichtlich zu spät). Auch jenseits des eisernen Vorhangs ging es kulturförderungstechnisch und damit auch künstlerisch endlich wieder voran, wobei das Geld für den Дворец советов leider genausowenig reichte wie für die Welthauptstadt Germania. Schade, gerade in diesen Fällen hätte eine ausgedehntere Kulturförderung doch schlimmeres (Ausgaben für andere Ressorts) verhindern können!
Es steht insgesamt fest: staatliche Lenkung und Förderung der Kreativen führt in vielen, wenn nicht gar allen Fällen zu künstlerischen Spitzenleistungen. Das, und damit komme ich zu meinem Thema, hat auch Großbritannien erkannt und ruft eine "neue Renaissance" aus. Statt nach dem Gießkannen- oder Gerechtigkeitsprinzip Kulturförderung über die Massen auszuschütten, so fordert ein vom Kulturminister James Purnell in Auftrag gegebener Bericht, sollte die Kulturförderung auf Exzellenz abzielen und vor der Förderung auch mal schonungslos Beurteilen, was gute und was schlechte Kunst ist:

"People have got to have the space and the courage to say, ‘Actually, this is better than that, and we’re going to fund the stuff which is going to be world-class.’ " (Guardian)

Das kann nur gutgehen. Und man kann es den Briten auch nur wünschen. Schließlich ist, nach weitverbreiteter Ansicht, schon die erste Renaissance an Großbritannien spurlos vorübergegangen – aufgrund fehlender staatlicher Kulturförderung! Das darf nicht nochmal passieren.

Et altera ad astra

Um ein Auskommen in der Wissenschaft zu finden, braucht man nicht nur Networkingfähigkeiten, die Bereitschaft, sich hierarchischem Patriarchat und markerschütterndem Bürokratismus unterzuordnen oder gar ein Talent zum wissenschaftlichen Arbeiten, nein, der Erfolg hängt auch von leicht zu übersehenden Kleinigkeiten ab. Ich meine nicht die Geschlechtschromosomen (wobei man es auch hier mit einem Y statt X leichter hat!), sondern…den Anfangsbuchstaben des Nachnamens.
Aufgrund der verbreiteten alphabetischen Zitierweise bei akademischen Publikationen wird nämlich z.B. eine AutorIn namens Zuzelbacher, Zenzi (oder gar Zachary Zzzzzzzzzra) immer nur unter "et al." auftauchen, während ein Aargauer, Alfons bei gleicher Publikationsleistung stets das Kurzzitat sein eigen macht! Dieser Effekt ist, wie das lesenswerte Blog "Overcoming Bias" berichtet, in der Wirtschaftswissenschaft nicht ohne Einfluss:

"[Einav and Yariv (2006)] showed that faculty with earlier surname initials were disproportionately positively represented among tenured faculty at top ten economics departments, fellows of the Econometric Society, and, to a lesser extent recipients of the Clark Medal and the Nobel Prize. These statistically significant differences remained even after they controlled for country of origin, ethnicity, religion or departmental fixed effects."  (Overcoming Bias)

Ein kleines Caveat für die, bzw. den Ökonomen unter meinen Lesern, deren Nachname mit "A" anfängt: der Effekt lässt nach, wenn man das Untersuchungsfeld auf weniger renommierte Departments erweitert. Noch bessere Erfolge ließen sich vielleicht noch mit einem Namen erzielen, der auf jeden Fall im Gedächtnis der lesenden Ökonomen haften bleibt – wie wäre es, in Anlehnung an den Australischen Politiker Nigel Freemarijuana, mit "K. Nswaswrong" oder "I.M.Johngalt". Damit wäre einem aufstrebenden Jung-VWLer eine steile Karriere, ach, was sag ich, der Nobelpreis sicher!

(Bildausschnitt: ASL-Fingeralphabet, Wikimedia Commons)

Büschelweise

Das Mittelchen R******* soll laut Werbetafel im Fenster einer Apotheke gegen "anlagebedingten Haarausfall" helfen.
Das muss für die armen Menschen sein, die sich auf Anraten ihres Bankberaters in einen dieser tollen Aktienfonds eingekauft haben, die jahrelang konstant unter Index-Niveau bleiben, während die restlichen paar Prozentchen von Beraterprovision, Gebühren und Ausgabeaufschlag aufgefressen werden.  Aber ob Tropfen da helfen…?

(Bildausschnitt: Angelo Bronzino, Allegorie des Triumphes der Venus, 1540, Wikimedia Commons)

Reisebericht

Abb.1: Kultureller Widerstand am "Café Erdpyramiden"

Da der bayrische Wald uns tourismustechnisch leider nicht überzeugen konnte (Cohu berichtete), ging unser letztjähriger Jahresendurlaub also doch ins Ausland, zur besser kompatiblen Destination Südtirol, genauergesagt auf den Ritten, einen Berg überhalb von Bozen, und zwar in dieses Gasthaus. Zusätzlich zu etwa 25 aktuellen Reiseführern hatten wir auch noch einen "Merian" aus dem Jahre 1957 dabei, der sich insbesondere hinsichtlich der politischen Situation im schönen Südtirol als sehr instruktiv erwies.
Die Italianisierung, die damals insbesondere im Bozner Raum betrieben und vom Innsbrucker Merian-Autor beklagt wurde, hat wider Erwarten nicht zu einem vollkommenen Verlust deutschtiroler Kultur geführt – siehe Abb. 1. Dies mag auch daran liegen, dass der Italiener (wie etwas unsere Mit-Hotelgäste) bis heute keine Winterreifen aufzieht, was ihn in der Gebirgsregion empfindlich benachteiligt. Die tiefreichende Verwurzelung der Tiroler in der deutschen Kultur sieht man u.a. daran, dass an jedem Kastanienbaum große Schilder angebracht sind, die das Sammeln von Maroni unter strenger Strafandrohung untersagen ("Privatbaum!"), d.h. was dem Starnberger sein BMW ist dem Südtiroler seine Keschte. Säkularisierungstendenzen sind hier allerdings noch nicht so weit vorgedrungen, so gibt es zumindest am Ritten eine Kirchen-, Marterl-, Votivtaferl- und Kreuzweg-Dichte, die die von Handymasten, ach was, die von Handys, in belebten Großstädten weit in den Schatten stellen dürfte. Am 28. Dezember, dem Tag der unschuldigen Kinder, wurde in der von uns aufgesuchten Wallfahrtskirche "Maria Saal" übrigens laut Aushang für "an AIDS Erkrankte" gebetet, und zwar "besonders für Frauen und Kinder".

Abb. 2: Priapische Pyramide

Immerhin konnten wir aber dank des italienischen Einflusses einen Abend in einer Pizzeria zubringen und erfolgreich dem sonst allgegenwärtigen Nocken-, Knödel- und Gröstl-Terror der Tiroler Stuben (auch hier deutliche Anklänge an das, was Siebeck so gerne als "Plumpsküche" bezeichnet), zu entfliehen. Das Hotelrestaurant der "Bemelmans Post", die früher lange Jahre sogar Sigmund Freud während seiner Sommerfrische beherbergt haben soll und eine wunderschöne Jugendstil-Esshalle ihr eigen nennt, war leider ausgebucht. Klar ist allerdings, was den von dunklen Trieben faszinierten Vater der Analyse nach Klobenstein gelockt hat: es können nur die Rittner Erdpyramiden gewesen sein, zur Illustration s. Abb. 2.

Abb. 3: Runkelstein

Wintersport war mangels Schnee (selbst auf über 1500m) nicht drin, daher ging es schließlich noch ins Tal nach Bozen zum "Schloss Runkelstein" (s. Abb. 3). Die Burganlage ist für allem für ihre tatsächlich sehr beeindruckenden Profanfresken bekannt und nennt sich nach einer Restaurierung und neuem "Branding" Anfang dieses Jahrtausends auch "Die Bilderburg". Etwas im Widerspruch zu dieser Marketingstrategie steht, dass man keine Fotos oder sonstigen Filmaufnahmen der Fresken machen darf (hier immerhin eine sehr dürftige Galerie auf der Seite der Stadtgemeinde Bozen, die keinen guten Eindruck von den Fresken vermittelt). Also bleibt dem werten Leser alles in allem gar nichts anderes mehr übrig, als selber mal hinzufahren. Meinen 57er Merian kann ich Euch gerne leihen.

Vorsätze für 2008 schon 2007 umgesetzt

Kanzlerin Merkel forderte in der Neujahrsansprache eine "Kultur des Hinsehens". Ich würd mal sagen, in der Lüneburger Heide klappt das schon ganz gut:

"Der Tipp war aus dem Dorf gekommen. Bürger des 200-Einwohner-Ortes Hamwiede hatten beim Landeskriminalamt Alarm geschlagen – und auch gleich eine ganze Liste an Verdächtigungen mitgeliefert über diese merkwürdigen Gäste in der Ferienhütte am Ortsrand. Ein "etwa 30-jähriger Mann südländisch-orientalischer Herkunft und eine etwa 25- bis 30-jährige, sehr gut deutsch sprechende Frau" seien am Wochenende gegen 22 Uhr mit dem Taxi angereist, notierten die Beamten.(…) die Vorgänge an den Fenster seien "ständig, auch tagsüber, zugezogen".(…)
Nur Sekunden, nachdem Omar Abo-Namous die Tür des Ferienhauses von innen geöffnet hatte, stürmten vier Polizisten an ihm und seiner Frau vorbei, zwei rannten die Treppe hinauf und kontrollierten die Schlafzimmer." (taz)

Wobei ja die Vorratsdatenspeicherung auch schon ein Schritt in die richtige Richtung ist. Aufgepasst! Auch dein Nachbar könnte zu ihnen gehören! Ja, sogar Du selbst. Also immer genau hinsehen.

(Bildausschnitt: Lesser Ury, Leser mit Lupe, 1895, Wikimedia Commons)

Tiroler Doppel

Passenderweise bekam Cohu ja zu Weihnachten das schöne Spiel "Gemischtes Doppel" geschenkt. Einer der seltenen Anlässe, wo es tatsächlich gelang, mir mit einem Druckerzeugnis aus dem Hause SZ eine Freude zu machen! Auch erfreulich in diesem Zusammenhang: nur eines der im Spiel enthaltenen Doppel gab es auch bei Cohu, nämlich "Fussball/Bussfall". Leider können wir der übersichtlichen Tabelle, die ein Doppelfreund in mühe- und verdienstvoller Arbeit hier erstellt hat, entnehmen, dass uns das SZ-Magazin da einige Monate voraus war (genauso übrigens bei Steckbein/Beckstein: das Magazin brachte das schon 2005!). Jetzt aber erstmal ein neues, vom Urlaub angeregtes Doppel:

Pennerbrause

Brennerpause

Cohu wünscht Frohes Fest.

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