Decline of a Nation: Sex and the City auf Englisch

Eine kanadische Journalistin namens Leah McLaren hat mit den britischen Männern bittere Erfahrungen gemacht: sie zog nach Großbritannien, in der Hoffnung, dort wilde Liebesabenteuer im Stil von “Sex and the City” zu erleben. Leider wurde daraus nichts. Nun hat sie das Drehbuch für eine Fernsehserie verfasst, die auf unterhaltsame Weise von ihren gescheiterten Versuchen erzählt, den britischen Männer näher zu kommen. Zuvor legte schon Artikel “The Tragic Ineptitude Of The English Male” von ihren Erfahrungen auf subtile Weise Zeugnis ab:

“Since moving to London, my romantic life has been characterised by last-minute text messages, incomprehensible drunkards, first-date coke-bingers and split bar tabs.” (The Spectator)

Was, The Spectator? Da arbeitete doch auch mein Lieblingsengländer! Die Spannung steigt – was meint denn die glücklose Liebessucherin zu Boris Johnson?

“He’s very sexy, but I didn’t have an affair with him,” she said. “He’s a very unusual character. He’s not your usual upper-class Englishman, is he?” (The Independent)

Ich weiß nicht…irgendwie habe ich das Gefühl, dass man auch mit Herrn Johnson kein “romantisches Date” nach nordamerikanischem Vorbild durchleben dürfte. Frau McLaren wäre vermutlich entsetzt. Ich jedoch bitte um Verfilmung, aber bitte nur, wenn Boris sich selbst spielt.

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Dichten für die Sozialdemokratie

Da die SPD ja irgendwie jetzt schon Schwierigkeiten hat, alles mit Wahlkampf, Kandidat etc. so richtig hinzukriegen, habe ich extra für sie bzw. für einen ganz besonderen Menschen in ihr ein Miniatur-Epos verfasst, um mal wieder etwas bessere Stimmung aufkommen zu lassen. Liebe Genossen, ich hoffe es gefällt Euch. Evt kann Hubertus es bei der nächsten Pressekonferenz ja mal rezitieren, er hat so eine schöne Stimme. Aber bitte erst mit dem Wahlkampfkoordinator absprechen. Los gehts:

Ah jo, mer kennen!

Ein Miniaturepos zum Nürnberger Parteitreffen

Es war ein Stamm kräftiger Recken
Furchtlos, unteilbar vereint
Die Massen verstanden zu wecken
Gegen den schrecklichen Feind.

An ihrer Spitze ein Streiter
Von fürchterlicher Statur
Ähnlich wie Goliath (nur breiter)
Bepelzt wie die wilde Natur

Sein Gang wie dräuend Gewittern
Sein Blick wie schäumende Gischt
Seine Hand, sie kannte kein Zittern
Seine Rede: ein Flegel, der drischt.

Seht dort den Mandela Bergzaberns
Den Kennedy aus der Pfalz
Gefeierter König des Laberns
Oh mächtiger Mann ohne Hals!

Hinter ihm toben Armeen.
Ihre Liebe ist feurig und heiß.
Sie kreischen verzückt: Yes we can, Kurt!
 – Ach:
Mein Obama, in dick und in weiß.

Herbe Enttäuschung

Diese Angestellten immer. Hab ich meine IT extra nach Ascona geschickt, damit cohu’s blog einen eigenen Korrespondenten für die Nationalmannschaft vor EM-Beginn hat. Wir Blogger werden schließlich immer professioneller heutzutage, da kann man nicht immer nur über die Baustelle vorm Haus oder Kochrezepte schreiben. Und dann erreicht mich sowas:

Sind vorhin schon am Mannschaftshotel vorbeigelaufen! Ist aber alles abgezäunt, man sieht leider gar nix!

An seiner Paparazzo-Technik muss der junge Mann noch etwas feilen. Andere legen sich da etwas mehr ins Zeug

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Pssst!

Dass im reizend bunten "Merian-live" Reiseführer namens "Wo Italien am schönsten ist", den ich irgendwann mal im Ramschverkauf für 9,95 erstanden habe, auf mehr als 500 Seiten die Marken – als einzige Region übrigens – mit keinem einzigen Wort erwähnt werden, und dass nicht mal Urbino, das immerhin zum Weltkulturerbe gehört, sich im Index findet, genauso wenig wie die Sibillinischen Berge, das…

deute ich jetzt mal als sehr gutes Zeichen. Zugegeben: Es ist auch wirklich hässlich da unten.

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Liebes Dr.-Sommer-Team,

ich brauche Ihren Rat – ich glaube, mit mir stimmt was nicht! Vor ein paar Jahren hatte ich mein Coming-Out als Liberale. Manchmal fühle ich mich sogar ein bisschen libertär! Oft werde ich deshalb von den anderen Kindern gehänselt und ausgelacht. Doch ich dachte eigentlich immer, mich mit dem Liberalismus identifizieren zu können. Meine Eltern meinen glaube ich immer noch, es wäre "nur eine Phase". Aber ich bin mir ganz sicher. Mein Zimmer hängt schließlich voller Friedman-Poster!
Leider ertappe ich mich inzwischen immer öfter bei dem Gedanken, dass ich viele deutsche Liberale ganz widerlich finde. Es ekelt mich regelrecht, wenn es um eine bestimmte sehr beliebte Spielart des Liberalismus geht, und zwar das Unterschichten-Bashing. Wie abscheulich, wenn z.B. dieser Herr W. Klassenkampf für die Mittelschicht macht:

"Die Mitte in Deutschland sind die ganz normalen Familien. Das sind diejenigen, die morgens aufstehen, ihre Kinder versorgen und zur Arbeit gehen. Es sind diejenigen, die sich anstrengen, um für sich und ihre Familien etwas auf die Beine zu stellen….(…) Die Mehrheit der Deutschen steht morgens noch auf, auch wenn man das in den Fernseh-Talkshows am Nachmittag auf den ersten Blick nicht vermuten möchte. Es ist diese Mitte, die mit ihren Steuern und Abgaben das Land trägt."

(Rede auf dem FDP-Parteitag,.pdf)

Liebes Dr. Sommer-Team, ich finde ja Steuersenkungen auch richtig. Wirklich!!! Aber mir wird schlecht bei der impliziten moralisierenden Diffamierung von Menschen, die nicht dem "Leistungs"-Ideal dieses Guido entsprechen. Ich ertappe mich immer wieder bei dem Gedanken, sozialdarwinistischen Rechtsanwalts- und Apothekersöhnen, die die Faulheit ihrer Mitbürger beklagen, die Frage zu stellen, ob sie wirklich glauben, sie hätten auch als Kind sozialhilfeempfangender Alleinerziehender Abi gemacht. Ist das normal??? Vom Ausdruck "die, die den Karren ziehen" kriege ich rote Pusteln am ganzen Körper. Liegt das vielleicht nur daran, dass zu viele meiner Lehrer Alt-68er waren, liebes Dr.-Sommer-Team? Ist das auch der Grund, warum meine Haut zu schuppen und jucken beginnt, wenn die FDP – wider alle Ergebnisse aus der Wirtschaftswissenschaft! – fordert, die Ökosteuer abzuschaffen, eine der wenigen sinnvollen Steuern? Und gar nicht mehr zugehörig zur Gruppe der Liberalen fühle ich mich, wenn sowas kommt:

"Wenn wir an Probleme in der jungen Generation denken, so sage ich Ihnen, die Politik sollte weniger über die Ausstattung von Gefängnissen und mehr über die Ausstattung von Schulen reden."

Nesselsucht am ganzen Körper hab ich bekommen von diesem Spruch! Mein Arzt sagt, ich hätte wahrscheinlich eine Populismusallergie und vielleicht auch eine Überempfindlichkeit gegen Antiintellektualismus und deshalb müsste ich die FDP vollständig meiden.
Liebes Dr-Sommer-Team, was soll ich nur tun? Hatten meine Eltern recht und ich muss nur den richtigen Volksparteivertreter kennenlernen? Bin ich vielleicht gar nicht liberal? Soll ich es mit Kurt Beck versuchen, auch, wenn es zuerst unangenehm ist, aber vielleicht finde ich ja doch Gefallen daran? Oder kann es vielleicht sein, dass Politik einfach gar nichts für mich ist? Bitte antworten Sie!

C., 16, München

Bayern – Brooklyn und zurück

Erstaunlich, was an Cohu so alles vorbeigeht. So z.B. dieser chassidische Reggae-Musiker, der anscheinend schon seit Jahren ein Star ist, und den ich gerade erst bei Youtube entdeckt habe. Aber das schöne am Internetz ist ja, dass man da gleich einen informativen Artikel über diesen charismatischen Herrn bekommt von einem Journalisten aus Brooklyn. Und wie der Zufall es will, ist selbiger Journalist der Sohn meines ehemaligen Musiklehrers, den ich trotz beschränkter Musikalität (meiner-, nicht seinerseits) in recht guter Erinnerung habe, also den Vater jetzt, mit dem Sohn hatte ich nicht so viel zu tun. Grad blätter ich durch unser altes Musikbuch Lied&Song, das irgendwie noch bei mir rumfliegt, ja, hm, der schöne Baywatext zur Bayernhymne war da zwar auch nicht drin, dafür aber die UdSSR-Hymne – immerhin. Und jetzt: Musikerziehung über zwei Generationen hinweg, sozusagen! Und natürlich macht der Brooklyn Hias dann auch noch mit Cohus Bruder Musik, bittschön hier bewundern. Das Internetz ist eben auch nur ein Dorf.

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Cohu sucht…

…für die IT und sich eine schöne Ferienwohnung/ein Ferienhaus in den Marken/Marche für den Spätsommer. Uns interessiert das Hinterland, weniger die Küste. Wer unter den werten Lesern und Leserinnen war schon mal in dieser Region und kann ein paar Tipps geben?

Frauen-Aua, Männer-Aua

Das NYT-Magazin titelte vor ein paar Wochen mit einem Artikel namens “The Uneven Playing Field”, der eine wahre Lawine von Kommentaren lostrat. Der Autor beklagte eine “Epidemie” von Sportverletzungen unter weiblichen Sportlern, insbesondere Fußballerinnen (in den USA ist Fußball ein Mädchensport) und fragte allen Ernstes : “Everyone wants girls to have as many opportunities in sports as boys. But can we live with the greater rate of injuries they suffer?” Ähnlich brechreizerregend “fürsorglich” kommt der Titel des Buches daher, dem der Aufsatz entnommen wurde: “Warrior Girls: Protecting Our Daughters Against the Injury Epidemic in Women’s Sports”.
Tatsächlich scheinen junge weibliche Sportler, nach vorläufigen Zahlen aus den wenigen Jahren, in denen sie auf hohem Niveau Mannschaft-Leistungssport wie Fußball und Hockey betreiben, anfälliger zu sein für Kreuzbandrisse und Gehirnerschütterungen.
Worauf ich jetzt allerdings seit diesem Artikel warte: einen aufrüttelnden Bericht darüber, in welche Gefahr sich unsere Knaben begeben, wenn sie ihre empfindlichen Körperteile-die-üblicherweise-nur-Männer-haben Freistoßbällen und Radsätteln aussetzen. Solche ausschließlich für das verletzliche Geschlecht auftretenden Probleme sind hier beschrieben, aus Rücksicht auf empfindliche Gemüter gebe ich die medizinischen Probleme hier nicht detaillierter wieder. Wir alle wollen tüchtige Sportler. Aber können wir damit leben, dass unsere Söhne dafür ihre Eier hinhalten ihre kostbare Fruchtbarkeit aufs Spiel setzen?

Am Rande: Psychologisch bemerkenswert finde ich die kompensatorischen Bemühungen, die ein (ich vermute stark: männlicher) SPON-Reporter bei einen Artikel über fußballbedingte Hodenschädigung aufbot. Peinliche Zwangswitzeleien waren die Folge, sie gipfeln schließlich im Satz:

“Die angegriffenen Hoden würden nämlich nur mangelhaft mit Blut versorgt, dadurch sei “die Fruchtbarkeit verschlechtert” – bambino finito.” (SPON, 2001)

War es mir als Frau bis jetzt nicht vergönnt, die volle Wucht des berüchtigten Keimdrüsenschmerzes erfahren zu dürfen – der SPON-Autor verursacht bei mir ein Stechen und Dröhnen, das dem einer Hodenquetschung zumindest nahe kommen dürfte. Allerdings eher im Kopfbereich.
Gottseidank sind Frauen nicht so schmerzempfindlich.

(Bild: Markus Dallarosa/Wikimedia Commons)

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Null Bock

Manchmal fragt man sich schon: anlässlich der Telekom-Abhör-Affäre fordert der Bund deutscher Kriminalbeamter folgerichtig…

…die Verbindungsdaten sämtlicher Telefonkunden in einer zentralen Datenbank zu speichern. Diese Datenbank sollte dann unter der Aufsicht des Datenschutzbauftragten stehen. "Die Telekom-Affäre ist eine Riesenchance für den Datenschutz, die wir nutzen müssen. Es ist doch offensichtlich, dass sensible Kundendaten bei privaten Unternehmen mehr als schlecht aufgehoben sind", sagte BDK-Vorsitzender Klaus Jansen… (Heise)

Und beim Staat wären unsere sensiblen Daten natürlich absolut sicher. Etwa so sicher wie die zarten grünen Triebe in einem Garten, der zur Aufsicht gerade vierbeinigen, bärtigen und gehörnten Paarhufern der Gattung Capra übergeben wurde (s. Abb.). Ich verstehe in diesem Zusammenhang immer nicht ganz, wie Leute Firmen wie Google, Facebook, und meinetwegen auch die Telekom in einen Topf werfen können mit staatlichen Behörden, oder sogar der Meinung sein können, beim Staat seien Daten besser aufgehoben. Weder Google noch Amazon (und schon gar nicht die Schnarchis von der Telekom) werden, so meine Vermutung, jemals die Türen von Privatleuten nachts mit Rammböcken öffnen, in vermummter Dutzendmannschaft mit MG im Anschlag Menschen aus dem Bett zerren und sie schließlich treusorgend in verfahrenssichernde Ermittlungsmaßnamen einbeziehen. Von Überschreitungen des rechtsstaatlich Erlaubten jetzt mal gar nicht zu reden…

Alleine beim Gedanken einer zentralen staatlichen Datenbank bekomme ich Gänsehaut – dabei, wie heißt es noch so schön:

People should not be afraid of their governments. Governments should be afraid of their people.

Unentrinnbares Schicksal

Beim lärmgeplagten Frühstück eben fiel’s mir erst auf: es gibt ein Update zu Cohu’s rätselhafter Baustellen-Anziehungskraft. Was nämlich lag auch auf San Servolo exakt vor meinem Zimmerfenster? Richtig. Eine Baustelle. Dank meines Baumaschinen-Magnetismus haben die jetzt einen neuen Betonplattenweg vor Haus 12. Mit sauber geschnittenem Rand.

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