Bildungsinflation

Also wenn jetzt sogar schon die Spammer promoviert sind…

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давай слишком нас, давай слишком вас, давай за здорово живёшь российский газ

Cohu-Leser wissen: Firmensongs sind das letzte Rückzugsgebiet richtig authentischer, ernstgemeinter und technisch perfekt umgesetzter Musik (Cohu berichtete). Was aber Gazprom jetzt vorgelegt hat, ist wirklich nicht mehr zu toppen. Ob die Übersetzung dem russischen Liedtext entspricht, kann ich natürlich nicht sagen. Aber wenn ich Wodka tränke, würde ich jetzt definitiv einen auf russisches Gas heben:

 (via Metafilter)

Lebensecht

"This is Kev and his daughter Alice. They’re living on a couple of park benches, surviving on free meals from work and school, and the occasional bucket of ice cream stolen from a neighbour’s fridge. When you create a Sim in The Sims 3, you can give them personality traits that alter their behaviour. Kev is hot-headed, mean-spirited, and inappropriate. He also dislikes children, and he’s insane. He’s basically the worst Dad in the world. He is a horrible human being, but he’s also amusing to watch. (…) His daughter Alice is a kind-hearted clumsy loser. With those traits, that Dad, and no money, she’s going to have a hard life."

(Alice and Kev – the story of being homeless in The Sims 3)

Ich bin ja, angesichts dieser drolligen Spieloptionen, wirklich schwer versucht, mir diese neue Sims-Version zu kaufen. Wer weiß schließlich, wann das Spiel im Rahmen der neuen Offensive als "Killerspiel" verboten wird…Freigeben Ab 6 Jahren? Mitnichten beruhigend, liebe Eltern! Das machen nämlich Eure Kinderchen mit den netten kleinen Sims:

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Kann es eigentlich sein,

…dass bei der Abenzeitung ein etwas übereifriger Volontär am großen roten Kommentarmoderations-Knopf sitzt? Ich gehöre nicht zu den Leuten, die Moderation einer privaten Seite für pöse pöse Zensur halten, aber wenn man mit großer Geste zu einer Userbefragung aufruft und schreibt:

“Was gefällt Ihnen in unserem Angebot, was sollten wir anders machen, was vermissen Sie? Wir freuen uns auf Ihre Anregungen.”  (AZ – Helfen Sie uns, noch besser zu werden)

– und dann Kommentare, die sehr sachlich und freundlich auf Probleme hinweisen, immer wieder von der Seite löscht, spricht das nicht grade für ernst gemeinte Leserorientierung…

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Verborgene Schätze

Die Liste der appetitlichen Streaming-Angebote, die für deutsche Nutzern lästigerweise nicht zugänglich sind, wird länger und länger: zur BBC (Sendungen der letzten 7 Tage können über Iplayer abgerufen werden – aber nur auf der Insel) und Hulu (mit Sendungen wie The Office, Simpsons, House – nur in den USA zugänglich) kommt nun auch noch Channel 4. Während der Brite sich also in aller Ruhe die Sendungen des letzten Monats ansehen kann, muss man in Deutschland mit Mini-Ausschnitten auf Youtube Vorlieb nehmen (etwa zum Thema Was tun im Fall eines Bürofeuers?).

Ich verstehe sehr gut, dass man in unterschiedlichen Ländern Rechte unterschiedlich verwerten will und es daher keinen Sinn macht, alles einfach gratis ins Netz zu stellen. Aber wie lange soll due  (durchaus zahlwillige) Nachfrageseite hierzulande sich eigentlich noch mit grottigen Synchonisationen, albernem Proxy-Gewurschtel und  UK-Import-DVDs zufriedengeben – oder gar mit Kapernfahrten?

Wer ist eigentlich schuld daran, dass diese (wie man angesichts der zahlreichen Piratenbörsen feststellen kann, ziemlich große) Nachfrage nicht befriedigt wird? Das hat sich Farhad Manjoo von Slate auch gefragt, zwar im Bezug auf Kinofilme und den US-Markt, aber die Überlegungen lassen sich genausogut auch auf TV-Inhalte übertragen:

The reason isn’t stupidity. When I called people in the industry this week, I found that many in the movie business understand that online distribution is the future of media. But everything in Hollywood is governed by a byzantine set of contractual relationships between many different kinds of companies—studios, distributors, cable channels, telecom companies, and others. (…) many of the contracts were written years ago, and they don’t reflect the current technology. (…)
(Farhad Manjoo: Why there is no Itunes for movies)

Schuld sind also, wer hätte es gedacht, die Juristen und ihre absurden Vertragskonstruktionen. Sie lassen flexible Anpassung an neue Verwertungswege einfach nicht zu. Laut dem Netflix-Gründer wird es daher in den USA noch an die zehn Jahre dauern, bis man alle Filme über Internet-Stream kaufen kann. Bis dahin müssen wir wohl oder übel vertrackte Schatzkarten lesen. Oder Lindenstraße glotzen.

(Illustration von Georges Roux für "Die Schatzinsel", via Wikimedia Commons)

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Information wants to be free

Die Medien dürfen bekanntlich erst ab einem gewissen Zeitpunkt über voraussichtliche Wahlergebnisse  berichten ("Exit Polls"). In Bulgarien nimmt man einen Umweg, um die Radiohörer schon vor sieben Uhr zu informieren: man kodiert die Ergebnisse. Das mit dem Wetterbericht ist noch relativ naheliegend ("Meanwhile, near the governing Socialists’ headquarters the temperature is an even chillier 20 degrees…"). Anstrengender wird es schon, wenn man Buchtitel und -preise heranzieht:

"Because we are socialists, a recent book by centre-left leader Segei Stanishev, sold at 19 leva, while Mein kampf by Adolf Hitler – referring to the nationalist Ataka party – sold at 12.3 leva."

Andere Sender verwenden Pseudo-Beliebtheitsskalen von Songs oder von Cocktails:

"Moscow dawn came second at 19.6 percent, followed by On this side of the Bosphorus – referring to the Turkish Movement for Rights and Freedom – at 13.3 percent." (EUobserver)

Zumindest in München schlug Weizengrassaft (Kräuter-Bionade?) die gute alte Bloody Mary haushoch… während in Schweden beachtliche 7,1% eine Buddel voll Rum vorzogen. Dass in Bayern so viele immer noch beim Weißbier bleiben (sogar, wenn es reichlich abgestanden serviert wird), ist angesichts der heute erhältlichen Getränkeauswahl erstaunlich…

(Bild: rick/Wikimedia Commons)

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Fröhliche Wissenschaft

…diesmal aber wirklich:

"Primatologist and psychologist Marina Davila Ross of the U.K.’s University of Portsmouth led a team that tickled the necks, feet, palms, and armpits of infant and juvenile apes as well as human babies. The team recorded more than 800 of the resulting giggles and guffaws." (Apes Laugh, Tickle Study Finds)

(Bild: cohu)

Decline of a Nation: O How The Mighty Have Fallen

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Stimme der Vernunft

Vor zwei Stunden war es soweit. Was Deutschlandfunkhörer sich in ihren düstersten Träumen nicht ausmalen wollten,  wurde schreckliche Wirklichkeit: Elke Durak hatte ihren letzten Tag bei "Informationen am Morgen" und verabschiedete sich mit wenigen Worten. Im Sendungsarchiv kann man ihre Beiträge noch finden – bis ihre Stimme eines Tages auch aus diesen Speichern verschwinden wird, ohne große Verabschiedungsfeier, ohne Fanseite, ohne Sondersendung. Die bekam stattdessen der Intendant – der die meisten Hörer wirklich nur minimal interessieren dürfte. Ein einziges Bild ist von Frau Durak aufzutreiben und die knappen Zeilen:

"In Liebenwalde/Brandenburg geboren. Studium der Philosophie in Leipzig. Redakteurin Hauptabteilung Information beim Rundfunk der DDR. Redakteurin und Moderatorin (Zeitfunk/Politik) bei Stimme der DDR, Deutschlandsender Kultur und Deutschlandradio, Berlin. Redakteurin im Zeitfunk." (wir über uns)

Dabei war Frau Durak eine der ganz Großen. Der Tag, an dem Ihre angenehme, dunkle, lebhafte Stimme morgens aus dem Radio kam, konnte so schlimm nicht werden. Ihre beharrlichen Fragen munterten auf und ihre unerschütterliche Neutralität tröstete einen sogar über die unsäglichen Musikeinspielungen ihres Senders hinweg. Sie machte Interviews zu einer scheinbar mühelosen Kunstform – was einem erst dann auffiel, wenn an ihrer statt ein Kollege die Fragen stellte und mit den Wortblasen und Ausweichmanövern der Gesprächspartner hoffnungslos überfordert war. Frau Durak dagegen wusste die windigsten, öligsten Verbalwiesel mit ein, zwei gezielten Stilettstichen zu erlegen. Warum sie jetzt aus dem Äther verschwindet, werden wir vermutlich nie erfahren. Geht sie zu einem anderen Sender? Der Google-Alert ist eingerichtet. Hat sie schon das Pensionsalter erreicht? Man wünscht ihr in diesem Fall einen großen Garten, viele Katzen, und eine ordentliche Flasche Rotwein jeden Abend (oder ein ihrem sicherlich tadellosen Geschmack entsprechendes Äquivalent).

Der verlassene Hörer tröstet sich mit Garrison Keillor und Ira Glass, und findet es schade, dass das deutsche Radio seine Stars so wenig zu feiern weiß. Vielleicht müsste ihnen hierzulande auch mal jemand ein Fan-Blog widmen.


[Dabei fällt mir auf, dass sämtliche SchlaubiRadiosprecher und ihre Fans Brillen mit schwarzen Kunststoffgestellen tragen; Cohu eingeschlossen. Ein unwillkürlicher Geheimcode?]

(Bild via Wikimedia Commons)

Decline of a Nation: Mein Feind, der Baum

In Großbritannien gibts, im Gegensatz zu Cohus Nachbarschaft, keine Biber, und das schon seit deren Ausrottung im 16. Jahrhundert. Dem will man nun abhelfen mit dem Aussetzen einer kleinen Gruppe dieser Tiere in Schottland und später auch in anderen Landesteilen. An sich ja nett, das rewilding, aber müssen es denn unbedingt baumfressende Nassratten sein? Großbritannien leidet schließlich bereits seit Jahrhunderten an einer scheußlichen Baumknappheit. Für die Beherrschung der Welt brauchte man Schiffe und für Schiffe Bäume ("each of Nelson’s Royal navy war ships at Trafalgar (…) required 6,000 mature oaks", belehrt uns Wikipedia). Heute ist ein hübscher Wald daher die große Ausnahme im Landschaftsbild, erst recht im kahlen Schottland. Mal sehen, wie die Briten es verkraften, wenn das große Nagen losgeht. Zur Not gibt es ja noch die amerikanische Lösung zum Umgang mit Castor fiber:

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