Decline of a Nation: Nothing further to add.

Also, dieser Livingstone, eine wahre Goldgrube, was Stillosigkeiten angeht. Nach dem und dem kommt jetzt das:

"London’s mayor has become embroiled in a new row after criticising two Jewish businessmen involved in building a key facility for the 2012 Olympics. Ken Livingstone attacked David and Simon Reuben for their role in an ongoing dispute about the Stratford City development in east London. He suggested the brothers "go back (to their own country) and see if they can do better under the ayatollahs".

Ich weiß ja nicht, ob es da noch eine Rolle spielt, dass "the brothers were not Iranian, but had been born in India of Iraqi Jewish parents"? 

Nein, anscheinend nicht: "The mayor’s office said there was nothing further to add."

Na, mindestens ein Nazivergleich ist da doch noch drin, bevor sie den endgültig absägen! Ich warte.

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Aller guten Dinge…

…sind drei: der Frühling ist wieder da – haben wir das Ursis quasi-heidnischem Beschwörungsritual zu verdanken? – , cohu ist wieder in München und Herr Klinsmann auch, der lief mir nämlich gestern im Terminal 2 über den Weg. Was hat sich (abgesehen vom Wetter und dem plötzlichen Auftauchen von Erdbeeren beim Lidl) verändert?
In der Theresienstraße hat ein neuer Obst- und Gemüseladen, anscheinend von Asiaten betrieben, aufgemacht. Der Name, der auf großen Schildern vor dem Geschäft kund getan wird, hat mich etwas erstaunt: "GRÜNER TAL".
Erklärungsversuche:
1. Die Besitzer "mit Migrationshintergrund", wie man heut so schön sagt, wollten ein Zeichen setzen gegen die "Deutschoffensive" der CSU  – (Obacht: "Deutschoffensive" ist was anderes als "Blitzkrieg", auch, wenn sich die Assoziation anbietet!)
2. Die Besitzer sind Fans des "höhlenreichsten Tals Deutschlands."
3. Der Schildermacher von Nebenan steckt dahinter.

Stil, los!

Gestern war ich mit der IT zur Verfeinerung meiner stilistischen Papillen in einer super-poshen Einrichtungs-Mall in der Nähe des Fischmarkts namens “Stilwerk“. Hier kann man entspannt bummeln, da die Sachen derart teuer sind, dass man sie sich auch garantiert vor dem nächsten größeren Erbfall oder Lottogewinn nicht leisten können wird. Es hat also was von einem Museumsbesuch, und das nicht nur aufgrund der Kostbarkeit, sondern auch aufgrund der Nutzlosigkeit der ausgestellten Stücke. Küchen, die aus schwarzem Klavierlack bestehen, sind – jedenfalls bei meinem Kochstil – nur bedingt zum Kochen geeignet. Seltsam finde ich auch die Unsitte, statt Waschbecken nur noch Natursteinplatten schräg unter einen Wasserhahn zu montieren. Wozu, frage ich mich, hat der Mensch die Keramik erfunden? Was soll diese sinnlose Reduktion? Man kann sich statt eines Badezimmers auch einfach im nassen Gras (oder momentan Schneematsch) wälzen und an einen Baum bieseln, aber dafür bin ich wohl zu bürgerlich. Den Vogel abgeschossen hat für mich aber die Ceran-Wok-Kuhle – die einfachste Form der Nahrungserhitzung nach dem direkt-ins-Feuer-schmeißen haben diese Ästethen derart aufgeblasen, dass man sie jetzt sogar noch einem anspruchsvollen Porsche-Design-Käufer und Cayenne-Fahrer als hippes upper-class-Hobby verkaufen könnte! Ja, das war jedenfalls ein sehr unterhaltsamer Ausflug in die Sphäre der modernen Inneneinrichtung. Und um gleich noch was für meinen Stil zu tun, gehe ich jetzt sogar ausnahmsweise mal zum Friseur.

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Decline of a Nation: Plagiarism Edition

"Copy & paste" heißt der Trendsport an der Universität Oxford. Ihre Studenten kupfern ungeniert aus dem Internet ab und geben die fremde Quelle nicht an. Dabei ist es nicht schwer, Abschreiber zu überführen – schon zehn identische Wörter in Folge genügen.

Eigentlich ist ein Abschluss der Universität Oxford ein Beleg für ausgeprägte wissenschaftliche Fähigkeiten: Wer sich durch Auswahlverfahren und Studium an der renommierten Universität gekämpft hat, hat beste Voraussetzungen für den Start ins Berufsleben. Die Oxford-Professoren sorgen sich aber um die Qualität ihrer Abschlüsse, weil sich viele Studenten ihre Arbeiten aus dem Internet zusammenklauben.

Also ich weiß ja nicht. Ich als Oxford-Alumna würde sowas ja nie machen!

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Kosmetisches Doppel

Eine der schrecklichsten Erfindungen der Kosmetikindustrie: Klebestreifen zur Haarentfernung. Der Mensch, der das entwickelt hat, bangt jetzt wahrscheinlich gerade um seinen Arbeitsplatz in Abu Ghraib. Wenigstens springt da ein mehr-schlechtes-als-rechtes Doppel raus…

Kleine Beben

Beine kleben

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Sonnige Grüße

Von wegen, München leuchtet, also wenn ich mal so einen gefühlsmäßigen Wettervergleich mache, scheint mir das eher für Hamburg zuzutreffen. Zu verdanken haben wir dies, wie so vieles, einem Ingo. Heute muss ich den Tag leider im enorm düsteren MPI verbringen, draußen ist aber toller Pulverschnee und Sonne. Naja, kann ich wenigstens meinen leichten Sonnenbrand (!) auskurieren. Sogar der Müll wird wieder abgeholt: was will man mehr!
Viel mehr Sorgen macht mir ja ein anderer Arbeiteraufstand: wenn jetzt sogar noch Personal der Theater und Opern streikt, wird die Gesellschaft vielleicht mal merken, wie sehr wir auf diese Helden des Alltags angewiesen sind. Wer bläst dem Fliegenden Holländer in die schlaffen Segel? Wer schmiert Effi Briestens Schaukel? Wer stellt der Diva den Kamillentee hin? Ja richtig, die Bühnenarbeiter. Wenn das öffentliche Leben nun aufgrund szenischer Ersatzvorstellungen in ein anarchisches Chaos stürzt, werdet ihr an mich denken.
Nun noch zwei Eindrücke von meinem gestrigen Spaziergang um die Außenalster. Zunächst eine allegorische Darstellung meines Flirts mit dem Winter:

Und hier noch der etwas negativ gefärbte Kommentar eines Hamburgers angesichts der auf einer Gedenktafel verewigten kulturellen Vergangenheit Deutschlands. Undank der späten Geburt!

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Stalins Affenmenschen

Bei meinen Recherchen zu Mensch-Tier-Mischwesen bin ich auf eine Geschichte gestoßen, die sich so anhört, als käme sie aus einem T.C.Boyle-Roman. Oder jedenfalls so, als müsste irgendjemand dringend mal ein Buch drüber schreiben. Einige von Euch haben vielleicht vor ein paar Monaten der Boulevardpresse entnommen, dass “Stalin Affenmenschen züchtete” (der Bild.de-Artikel ist leider nicht mehr online, aber die BILDblog-Berichterstattung darüber).

Tatsächlich: In den 20er Jahren hat ein russischer Biologe, und zwar ein sehr renommierter – Ilya Ivanov – damals der Experte für künstliche Befruchtung, mit Unterstützung der Akademie der Wissenschaften und der russischen Regierung, aber auch des Institut Pasteur in Paris, eine Expedition nach Afrika unternommen, mit dem Plan, dort Mensch-Affen-Hybriden zu züchten; genauer: Schimpansenweibchen mit menschlichem Sperma künstlich zu befruchten. Dreimal hat er’s versucht, erfolglos. Schließlich wollte er dann Afrikanerinnen – ohne ihr Einverständnis und Wissen – mit Schimpansensamen künstlich befruchten, was ihm – welch Ironie – glücklicherweise nicht gelang, weil die kolonialen Besatzer keine Schwarzen in ihrer Klinik haben wollten. Nachträglich beschwerte er sich auch noch über die “Rückständigkeit” der Afrikaner, die eine freiwillige Teilnahme von Frauen an seinen Experimenten verhinderte! Sympathischer macht einem das diesen Ivanov ja nicht, aber wartet ab… in Georgien wollten er, und sein Sohn und Assistent, schließlich das Gleiche mit Frauen der kommunistischen Avantgarde und einem Orang-Utan namens “Tarzan” (!) probieren, die (also, die Frauen) sich aus “idealistischen Motiven” angesprochen fühlen sollten: schließlich handelte Ivanov – von Anfang an – mit Unterstützung von ganz oben. (Wenn man den überaus aufschlussreichen und spannenden Aufsatz von Kirill Rossiianov zu Ivanovs Hybridisierungsversuchen liest, bekommt man übrigens den Eindruck, dass diese Faszination keineswegs nur in Russland existierte. Noch 1971 arbeitete ein Biologieprofessor aus Yale, Charles L. Remington, einen detaillierten Plan für die Herstellung und Aufzucht von Mensch-Affen-Hybriden aus.)

Naja, kurz gesagt: keines der Experimente von Ivanov funktionierte. Der glücklose Hybridiseur fiel dann auch noch bei der Regierung in Ungnade und kam, von der Geheimpolizei verschleppt, ins Arbeitslager. Ein paar Wochen nach seiner Entlassung und einen Tag vor seiner Rückreise nach Moskau starb er.

Was mein Fachgebiet, die Ethik, angeht, habe ich das jetzt noch gar nicht analysiert. Aber schon die Geschichte ist filmreif, finde ich. Ein bekannter Deutscher Großdeutscher des letzten Jahrhunderts wird vom Ivanov-Experten Rossiianov im Übrigen mit diesen Worten zitiert:

“The State is called upon to produce creatures made in the likeness of the Lord and not create monsters that are a mixture of man and Ape.”

Recht hat er, und entschuldigt, dass ich ihn nicht im deutschen Original zitiere: aufgrund der Rechtsauffassung des Freistaates Bayern ist an ein solches recht schwer heranzukommen…

Auf und unter Wasser

Morgen gehts mal wieder nach Hamburg. Eigentlich wollte ich ja dort mal – inspiriert von Lyssa – die große Eislauffläche im "Planten un Blomen" besuchen und ein paar Runden drehen, mit oder ohne Hilfe eines Pinguins (oder der IT). Aber leider machen die anscheinend schon am Sonntag dicht. Wobei es ja hier trotz Regen noch nicht so aussieht, als wäre die Eislaufsaison wirklich vorbei…es ist so gut wie Frühling! Angeblich.
Ein passendes Schwimmbad (als Nordbad-Ersatz) habe ich Hamburg auch noch nicht gefunden – das günstig gelegene Holthusenbad verlangt für popelige eineinhalb Stunden Schwimmen 6,80€ !!! Womit füllen die den Pool, mit Evian? In Eppendorf wohnt halt tatsächlich das alte Geld…da kann man nur hoffen, dass die Münchner Bäder niemals in Privathand gelangen und weiterhin brav städtisch subventioniert werden. Ich schwimme gern auf Kosten der Gesamtgesellschaft!

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Immer sauber bleiben

Frohe Botschaft: bei meiner Recherche für den Besuch beim mir aus England bekannten Kosmetikladen Lush, den in für meinen Hamburg-Aufenthalt nächste Woche geplant hatte, stolperte ich gerade über die Meldung, dass es in München auch bald einen Lush gibt. Und zwar: ab morgen! In der Sendlinger Str. 27.
Einen Einkauf dort kann ich nur empfehlen. Bei Lush gibt es nämlich z.B. eine Kokosnussseife, die tatsächlich hauptsächlich aus Kokosnuss besteht und auch so riecht, mjam! Dann auch die köstliche, Kater-bekämpfende “Red Rooster Soap”, die zwar Zimt und Orange enthält, aber nicht nach Weihnachten riecht, sondern eher so lecker wie ein australischer Surfer, kurz, nachdem er aus dem Ozean gestiegen ist (nicht dass ich schon mal an einem gerochen hätte, seht dies bitte lediglich als rein fiktive, metaphorische Umschreibung eines frisch-herben Duftes). Und zuletzt natürlich das legendäre Trichomania-Shampoo, das aus festen Brocken besteht, ist also etwas gewöhnungsbedürftig. Habe damit im Nordbad schon so manchen mitleidigen Blick und Schauma-Angebote geerntet, anscheinend sah dasTeil so aus, als könne ich mir kein Haarwaschmittel außer Kernseife leisten…trotzdem sehr zu empfehlen! Tierversuche machen die nämlich auch nicht.

Nazivergleich: on tape, on thread

Mein nimmermüder Nazivergleich-Informant Thersites hat mich netterweise auf zwei drollige Nazivergleiche hingewiesen, da wäre erstens ein Erdkundelehrer, dessen Vergehen von einem seiner Schüler nicht nur auf Band aufgenommen, sondern auch noch an eine Radiostation weitergereicht wurde. Er hatte Bush mit Hitler verglichen. Da fallen natürlich mehrere Dinge ins Auge:
1. “auf Band aufgenommen”?  “Tonband”? Hat das was mit “Microfiches” zu tun? Colorado ist wohl der einzige Ort der Welt, an dem junge Burschen noch nie was vom iTalk gehört haben.
2. Derartige Vergleiche gab es schon öfter. Ja, und den verschärften hier auch noch, weil ich den Chavez gar so gern mag.
3. Erdkundelehrer. Das mag jetzt eine sehr subjektive Aussage sein, aber: da sollte man immer vorsichtig sein. Ich hatte eine schreckliche Erdkundelehrerin, die einzige Frau, die ich je getroffen habe, bei der mir spontan das seltsame Wort “Gewitterziege” in den Kopf kam – Wunder der Assoziation! Wobei mich dieser Bennish, so von seiner Art her, jetzt spontan eher an meinen Geschichtslehrer erinnert. Es mag Zufall gewesen sein, aber nach meinem Referat über Marx bekam ich nur noch Einsen, davor waren es eher Dreier. Vermutlich hatte mich danach einfach das historische Bewusstsein gepackt.
Ich schweife ab. Im Heise-Newsticker geht es nazivergleichmäßig natürlich direkter zur Sache, da wird nämlich im Zusammenhang mit irgendso einem Open-Source-Programm, das am 20.April (übrigens der Geburtstag meines Vaters, meines Schwagers und des Vaters meines Schwagers, gell, da staunt ihr!) rauskommen soll, in einem geschmackvollen Thread, wie wir sie von Heisianern gewöhnt sind, von einer “Endlösung für Windows” gesprochen. Wie schon Susan Sontag sagt: “The discovery of the good taste of bad taste can be very liberating.” So, da hab ich jetzt passend zum internationalen Frauentag glatt noch eine Feministin zitiert!

(Bild: Wikimedia Commons)

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