Juristenschwemme

Cohu traute zunächst ihren Augen nicht: "Konrad Mair – Der Landanwalt" ist wohl nicht genug, nein, Uschi Glas muss jetzt auch noch Anwältin werden. Na, wenigstens bekommen dann die vorwitzigen (und schon länger abgesetzten) Berliner Fernsehanwälte Liebling Kreuzberg und Edel & Starck gleich zwei bayerische Pendants (und wie wir wissen, sind bayerische Juristen aufgrund des besonders anspruchsvollen Staatsexamens ja eh was Besseres!).
Frage mich jetzt nur: warum gibts keine Hamburger Anwaltsserie? Haben die hier etwa so viel Geld, dass sie keine Rechtsstreitigkeiten anfangen? Oder liegt es an der fehlenden charakterlichen Strahlkraft der Hamburger Juristen?

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Beste Lage

Da hatte ich mit der IT noch gerätselt, warum die Feuerwehr, angerückt mit immerhin drei Löschzügen, vorgestern spätabends mit der Drehleiter eine Wohnung in der Kaiserstraße bestieg und ein Schuttrohr am Balkon anbrachte, obwohl weder Feuer noch Rauch zu entdecken waren. Hier findet sich des Rätsels ekel- und mitleiderregende Lösung.
Ich bin selbst überrascht, aber ausnahmsweise hab ich mir in dem Fall nicht gleich reflexhaft gedacht: “Da wird eine schöne Wohnung frei!”
Und: meine alten Zeitschriften werd ich jetzt gleich widerstrebend ins Altpapier werfen. Bevor ich mir Gänge graben muss…

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Schön, schön!

Das ist jetzt zwar nur ein ganz kleiner Datenpunkt bei der Berechnung der Pizza-Weltformel, aber: ich hab endlich mal eine Pizzeria gefunden, die ich vorbehaltlos empfehlen kann. Und zwar die Trattoria "Da Bello e Bello" in der Elisabethstraße Ecke Isabella. Das Lokal ist jetzt optisch, äh, ahem… nicht so der Bringer – deshalb war ich bis jetzt noch nie drin und habe mich nur über die Kellner geärgert, die immer über den Radweg laufen.
Aber: im kleinen pavillonartigen Außenbereich an der Straße sitzt man eigentlich ganz nett, man kann die Pizza zudem auch mitnehmen. Habe mir mit der IT eine Pizza "Bello e Bello" mit Schinken, Ricotta und Spinat geteilt und war ganz hingerissen. Die Bedienung war sehr freundlich und, wie es sich gehört, mit einer feinen Schürze angetan, außerdem wurde die Pizza gleich fein säuberlich in zwei Hälften geteilt und auf separaten Tellern serviert (bei Cohus kindheitstraumabedingtem Futterneid sind solche Maßnahmen unabdingbar). Also, probiert doch diese Trattoria trotz ihres tendentiell abschreckenden Äußeren mal aus. Ich werd mich jetzt erstmal wieder nach Eppendorf verziehen!

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Minimalismuskritik

Cohu erlebt im Supermarkt manchmal die seltsamsten Dinge. Aber immer nur im Minimal. Meine Pfandflaschen-Lieblingsgeschichte zum Beispiel. Cohu gibt der Verkäuferin eine große Tüte mit Einwegflaschen. Die Einzelhandelsfachangestellte verschwindet im Pfandflaschenkabuff (allein für diese beiden Worte muss man die deutsche Sprache lieben) und kommt nach einigem Rumoren wieder zurück – mit einer leeren Tüte und der Frage: "Wieviele Flaschen waren da jetzt drin?" – auch schön: nachdem sie mir dann einen Zettel über eine geschätzte Anzahl von Flaschen gegeben hatte und wieder im Kabuff verschwunden war, merkte ich, dass sie auch noch eine Flasche in der Tüte vergessen hatte.
Oder grad eben: die Kassiererin ruft aus gegebenem Anlass "Storno Bitte!" ins Mikro – nichts passiert. Nach ein paar Minuten ruft sie nochmal. Einige Zeit später kommt die Stornobeauftragtre mit dem Kassenschlüssel und entschuldigt sich mit den Worten: "Sorry, hab des erste Mal Rufen nicht gehört!"

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Forschungsreise

Aus rein wissenschaftlichen Gründen plant Cohu, im September in die Türkei zu fahren – dort ist nämlich die Heimat der feuerspeienden,  Ziegen-Löwen-Schlangen-gestaltigen antiken Chimäre, das Dorf Chimaira. Wo der Held Bellerophontes sie mit Hilfe des Pegasus erlegte, brennt heute noch ein ewiges Feuer. Dieser Bellerophon war übrigens ein ganz ein Unerschrockener:

Nachdem Bellerophon Belleros getötet hatte, floh er zu König Proitos nach Tiryns, der ihm das Gastrecht gewährte. Dessen Gemahlin Anteia (auch Stheneboia genannt) fand Gefallen an dem schmucken Jüngling, wurde von ihm aber zurückgewiesen. Aus Rache für die Schmach behauptete sie, Bellerophon habe versucht, ihr Gewalt anzutun. König Proitos schickte den vermeintlichen Frevler daraufhin mit einem versiegelten Brief zu Anteias Vater, dem König Iobates von Lykien. In dem Schreiben schilderte Proitos den Vorfall und rief zur Ermordung Bellerophons auf. Da der lykische den Brief aber erst las, nachdem er Bellerophon gleichfalls das Gastrecht gewährt hatte, betraute er ihn mit einer Reihe gefährlicher Aufgaben, in der Hoffnung, dass er sie nicht überleben werde.
Einer dieser Aufträge war, das Land von der Chimära zu befreien. Die Annahme, das Untier werde den unerwünschten Gast töten, erfüllte sich jedoch nicht. Vom Rücken des Pegasus aus verletzte Bellerophon die Chimära mit seinen Pfeilen schwer und schleuderte dann einen Bleiklumpen in ihren Rachen, der sofort schmolz und die Eingeweide des Untiers versengte. Als König Iobates von der Unschuld Bellerophons erfuhr, gab er ihm seine Tochter Philonoë zur Frau. Der frevelhafte Übermut Bellerophons, mit dem geflügelten Ross den Götterberg Olymp zu erreichen, führte schließlich zu seinem Tod. Zeus schleuderte vor Zorn über diese Vermessenheit einen seiner Blitze, was Bellerophon den Verstand raubte. Einer anderen Überlieferung nach bäumte sich das vom Blitz erschreckte Ross auf und warf seinen Reiter ab. Bellerophon landete in einem Dornbusch und irrte daraufhin, fern jeder Ansiedlung, halb lahm und blind umher, bis er starb. (Das Große Kunstlexikon)

Dass sich in der Nähe dieses für Chimärenforscherinnen hochinteressanten Ortes, in der Bucht von Adrasan,  auch wunderschöne Strände, billige Hotels und relativ wenige Touristen befinden, ist natürlich reiner Zufall. Wo gibt’s das DAAD-Formular für ein Strandstipendium Antikenstudium?

Verwechslungsgefahr

Momentan häufen sich ja die Geburtstage, ich weiß es nicht, aber anscheinend geht es Ende November in München heiß her, wer hätte das gedacht, vermutlich hat man da nix anderes zu tun, Wiesn lang vorbei und Weihnachten in weiter ferne. Aber Obacht: heute hat es ja auch ein eher unbeliebtes Geburtstagskind, den Heß Rudi. Wenn jetzt wer auf die Idee kommen sollte, seiner hier bei mir nebenan zu gedenken, dann muss ich davon abraten, weil: erstens sind Nazis nicht nur am Marienplatz unerwünscht, und zweitens wäre das der falsche Heß, weil unsere Heßstrass sowie das Heßstüberl gedenkt nicht so einem zweifelhaften Volkswirt, sondern Carl Ernst Christoph Heß, dem Begründer einer Landschaftsmalerdynastie. Insofern ist es ja auch total falsch, die Heßstraße als “häßliches Etwas” zu verunglimpfen, wie es mal wieder die unterqualifizierte Journaille von der SZ macht (dacht ichs mir, Philosophie, mit sowas wird so ein Bürscherl heutzutag Journalist, der soll mal was anständigs studieren)! Denn: nur ganz besonders schöne Straßen werden logischerweise nach Landschaftsmalerdynastiegründern benannt.
Die allerschönsten Straßen allerdings sind nach wie vor den Namen von versehentlich lanzendurchbohrten Rittern vorbehalten.

Ein Doppel, das Überflüssige und Nutzlose in dieser Welt anzuklagen!

 Wanderker

    Handwerker

…weils meine Trockenluftturbine und meinen Luftentfeuchter immer noch nicht abgeholt haben, diese Tritschler!

(Bilder: Wikimedia Commons, ibid.)

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Maklerhumor

Wieder was dazugelernt: "Etwas für Sportliche" in einer Wohnungsanzeige heißt: 5. Stock ohne Lift. Wie erheiternd! Und nebenstehende Küche ist dann wohl "Etwas für Blinde", aber des schreibens natürlich nicht rein in die Anzeige…

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Aufgewärmt

…wird heutzutage ja vieles, aber jetzt auch dieser Cohucartoon, weil ich grad auf meiner Festplatte drübergestolpert bin.

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Beichte

Ich muss was gestehen. Ne, ich war nicht bei der Waffen-SS….Vielmehr ist es so, dass ich bis gestern den Film Harold and Maude kein einziges Mal gesehen hatte. Die bei Rambolds vorrätige SZ-Cinemathek hat dem gestern abgeholfen. Besonders schön fand ich den Soundtrack vom TAFKCSFKASG (The Artist Formerly Known As Cat Stevens Formerly Known As Steven Georgiou) der ja inzwischen schon seit Jahrzehnten Yusuf Islam heißt und zu letzerem bekehrt ist, aber das hört man bei den Harold-and-Maude-Liedern noch nicht. Ende des Jahres soll von ihm übrigens eine CD rauskommen (wenns ihn bis dahin nicht wegen "Terrorgefahr" nach Guantanamo ausliefern). Also jedenfalls, der Film selbst ist wunderbar, es wundert einen nur, dass es nicht schon lang ein schlechtes Remake davon gibt, mit Elijah Wood und Charlotte Rampling in den Hauptrollen. Oder, warum nicht gleich Adam Sandler und Sharon Stone.
Kann zum Genuss des Films sehr die leckeren "Kettle Chips" empfehlen, Geschmacksrichtung Salsa with Mesquite, weil das passt zum südkalifornischen Setting des Films. Warum gibts für sowas nicht mal eine Rubrik in der Zeitung – Snackempfehlung zu Filmen, evt. in Verbindung mit dem Fernsehprogramm? Zumindest in einer dieser Sonntagszeitungen, da wird ja sonst jeder Schmarrn abgehandelt. Vielleicht kann sich das neue SZ-Sonntags-Blatt dieser Frage annehmen. Zu diesem Magazin, das grad läuft, macht man sich eine Packung Dickmanns auf, zum Bullen von Tölz gäbs Huober-Brezen, dazu kann man sich am Donnerstag ein schön luftiges Soufflé mit sehr, sehr altem Kas backen, und für heut abend mach ma uns Strozzapreti mit Pesto!