Forschungsreise

Aus rein wissenschaftlichen Gründen plant Cohu, im September in die Türkei zu fahren – dort ist nämlich die Heimat der feuerspeienden,  Ziegen-Löwen-Schlangen-gestaltigen antiken Chimäre, das Dorf Chimaira. Wo der Held Bellerophontes sie mit Hilfe des Pegasus erlegte, brennt heute noch ein ewiges Feuer. Dieser Bellerophon war übrigens ein ganz ein Unerschrockener:

Nachdem Bellerophon Belleros getötet hatte, floh er zu König Proitos nach Tiryns, der ihm das Gastrecht gewährte. Dessen Gemahlin Anteia (auch Stheneboia genannt) fand Gefallen an dem schmucken Jüngling, wurde von ihm aber zurückgewiesen. Aus Rache für die Schmach behauptete sie, Bellerophon habe versucht, ihr Gewalt anzutun. König Proitos schickte den vermeintlichen Frevler daraufhin mit einem versiegelten Brief zu Anteias Vater, dem König Iobates von Lykien. In dem Schreiben schilderte Proitos den Vorfall und rief zur Ermordung Bellerophons auf. Da der lykische den Brief aber erst las, nachdem er Bellerophon gleichfalls das Gastrecht gewährt hatte, betraute er ihn mit einer Reihe gefährlicher Aufgaben, in der Hoffnung, dass er sie nicht überleben werde.
Einer dieser Aufträge war, das Land von der Chimära zu befreien. Die Annahme, das Untier werde den unerwünschten Gast töten, erfüllte sich jedoch nicht. Vom Rücken des Pegasus aus verletzte Bellerophon die Chimära mit seinen Pfeilen schwer und schleuderte dann einen Bleiklumpen in ihren Rachen, der sofort schmolz und die Eingeweide des Untiers versengte. Als König Iobates von der Unschuld Bellerophons erfuhr, gab er ihm seine Tochter Philonoë zur Frau. Der frevelhafte Übermut Bellerophons, mit dem geflügelten Ross den Götterberg Olymp zu erreichen, führte schließlich zu seinem Tod. Zeus schleuderte vor Zorn über diese Vermessenheit einen seiner Blitze, was Bellerophon den Verstand raubte. Einer anderen Überlieferung nach bäumte sich das vom Blitz erschreckte Ross auf und warf seinen Reiter ab. Bellerophon landete in einem Dornbusch und irrte daraufhin, fern jeder Ansiedlung, halb lahm und blind umher, bis er starb. (Das Große Kunstlexikon)

Dass sich in der Nähe dieses für Chimärenforscherinnen hochinteressanten Ortes, in der Bucht von Adrasan,  auch wunderschöne Strände, billige Hotels und relativ wenige Touristen befinden, ist natürlich reiner Zufall. Wo gibt’s das DAAD-Formular für ein Strandstipendium Antikenstudium?

2 Responses to “Forschungsreise”

  1. Weltenweiser Says:

    Wenn du ein strandstipendium willst, musst Du Dich bei der Uni auf Grenada einschreiben. Da ist die Mensa eine Strandbar.

  2. cohu Says:

    Coole Sache. Da kann ich ja gleich Marine Biology studieren – womit auch mein Fischbestimmungsproblem gelöst wäre!


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