Decline of a Nation: Kindeswohl

Der Brite, darüber habe ich ja mehrfach berichtet, hat mit seiner Nachkommenschaft zahlreiche Probleme: sie ist – im Durchschnitt – zu dick und besonders gewalttätig, und neigt auch zum Binge Drinking und zur Empfängnis bzw. Zeugung außerehelicher Kinder, sowie zu “Antisocial Behaviour” (insbesondere das Tragen von Kapuzenpullis) im Teenageralter. Klar, dass man sich besonders um diese Bevölkerungsgruppe bemüht. Und zwar nicht nur mit einer Vegetabilisierung der Schulspeisen, sondern auch noch auf andere Art und Weise:
Im Fernsehen wird nun, erstens, jegliche Werbung für “Junk Food” (in Kinderprogrammen bzw. zwischen für Kindern gedachten Sendungen) verboten. Nun ja, wenn man schon so massive Eingriffe für nötig hält, warum eigentlich vor der Lösung des Grundproblems Halt machen? Ich würde einfach nett uniformierte Beamte in jedes von Kindern mitbewohnte Haus schicken und penibel kontrollieren, ob die Kleinen länger als die staatlich erlaubten 46,7 Minuten vor dem Fernseher sitzen. Wer dagegen verstößt, muss zur Strafe einen Grünkernauflauf backen und mit dem Kind verzehren.
Zweitens wird, um Kindesmissbrauch vorzubeugen, vorgeschlagen, dass alleinerziehende Mütter für ihren Partner zukünftig einen “paedophile check” bei der Polizei beantragen können – tröstlich immerhin: Missbrauch, etwa die Öffentlichmachung der erhaltenen Informationen durch die Mutter oder andere Involvierte, würde “streng bestraft”. Klar, mit der Anmerkung, dass auch Sexualstraftäter Rechte haben, macht man sich in keinem Land der Welt Freunde (ok, außer vielleicht bei der NAMBLA, zu der ich jetzt mal lieber nicht verlinke). Aber eine Frage stelle ich mir schon: wenn ich bei meinem Freund auch nur den leisen Verdacht habe, dass er mein Kind sexuell missbraucht – brauche ich da als “Entscheidungshilfe” noch einen “paedophile check”??? In Großbritannien anscheinend schon.
Aber ich will hier nicht als bloßer Kritiknickel dastehen. Die Blair-Regierung tut auch wirklich sinnvolle, überlegte Dinge ganz im Sinne zukünftige Generationen. Zum Beispiel: sich um die Bestückung mit neuen Atomwaffen kümmern. Kinder, da habt ihr was für’s Leben!

In Memoriam

Milton Friedman, einer der größten Liberalen der Nachkriegsgeschichte, unermüdlicher Kämpfer für die Freiheit des Einzelnen, Vater des Anarchokapitalisten David Friedman und von Janet Friedman, außerdem einflußreicher Ökonom und Nobelpreisgewinner, ist gestern im Alter von 94 Jahren gestorben. In der Wikipedia spottet man gerade: “Friedman’s death was caused by his not having enough heart.” Zumindest seine beneidenswert harmonische und – sowohl wissenschaftlich als auch prokreativ – produktive Ehe mit Rose D. Friedman  war aber wohl vom wohlwollenden Schicksal arrangiert. Vergleiche dazu die Memoiren “Two Lucky People”, die Milton und Rose, genauso wie “Capitalism and Freedom” und den Bestseller “Free to Choose”, zusammen geschrieben haben.

Wem der Milton jetzt immer noch nichts sagt, den bitte ich, sich dieses Video zu betrachten. Ja, nur zu, da kommt sogar der Terminator vor!

Posted in Freier Markt. Comments Off on In Memoriam

(National) Social(ist) Networking

HA-ha! (Nelson Muntz-Style). Wir haben den ersten Nazivergleich 2.0 (Näheres zur Verwendung dieser schrecklichen Formulierung siehe hier). Danke, Herr Bauer, für den schadenfrohen Hinweis. Aber sag mal, dieser SPON Artikel über das StudiVZ ist ja voller Tipp- und Satzfehler, können die sich nicht mal mehr einen Praktikanten leisten?
 Cohu ist übrigens bei keiner Social Networking – Seite angemeldet, außer bei, wie hieß das? Friendster! Aber da hab ich nur einen einzigen Freund, äh, Friend. Ach, und natürlich bei Open BC/Xing, aber das ist ja wohl so uncool, dass ich den Satz jetzt einfach mal wieder durchstreiche.
Cohu muss jetzt, gegen sammlerische Neutralität verstoßend, sagen, dass sie diesen "Nazivergleich" nicht sooo schlimm findet. Ja, klar, ich bin die erste, die mitmacht, wenn es darum geht, sich über einen (vermeintlich?) unverdient Erfolg- und Neureichen zu amüsieren, der in ein Fettnäpfchen getreten ist. Neid, das bestätigt jeder Psychologe, ist eine der größten psychodynamischen Kräfte.
Aber bitte: der Dariani vergleicht dort praktisch seine eigene Organisation mit der nationalsozialistischen Bewegung. Satirisch. Mehr oder weniger amüsant. Wem schadet das? Niemandem. Wen beleidigt das? Wenn dann ja wohl die Nazis, wenn man sich die dubiosen Geschäftsmethoden und die oft fehlende Professionalität bei StudiVZ anschaut. Groß aufregen kann ich mich darüber nicht.
(Cohu, die sich jetzt wieder wesentlich wichtigeren Dingen zuwendet, verhungernde Kinder, Weltfrieden, etc. Aber erst muss ich Mittagessenkochen.)

Näher am Menschen

Man wird ja bescheiden an so trüben Tagen mitten im Wintersemester: irgendwie muntern mich die die irre getexteten Plakate der CSU-Fraktion im BA Bogenhausen auf.

 (Die CSU jenseits des Englischen Gartens hat ja u.a. durch den messerscharfen Chirurgen Thomas "Bert" Zimmermann auch schon in anderen Zusammenhängen eine gewisse volksnahe Rührigkeit bewiesen.)

Auf jeden Fall: immer, wenn ich – natürlich mit dem Bus, nicht der "Rot-Grünen Bimmelbahn" – die Stadtteilgrenze ins gediegene Villenviertel  überquere, freue ich mich über das Wort "Trambahnwahn."
…und hoffe insgeheim, dass sich die CSU nicht durchsetzt: ich leide nämlich selbst am "Trambahn-Wahn" und fahre trotz liberaler Grundhaltung die "Bimmelbahn" mit Vergnügen. Pa-Ling!

Rätsel: “Schröder Thersites”

In meinen Suchbegriffen finden sich enorm oft (mehr als 100 mal) Suchbegriffe wie "Gerhard Schröder Thersites" – "Schröder SPD Thersites" "cdu gerhard Schröder thersites", "thersites jurist spd" und die Frage "wen bezeichnete gerd schröder als thersites ?"
Bei Google finde ich – genau wie diese armen, suchenden Seelen – nichts. Weiß jemand Bescheid? Worum geht es? Steht das vielleicht nur in Schröders Memoiren, und wenn ja, hat die jemand wirklich gelesen?

[Suchbegriffe ansonsten: pizzasucht – kenne ich! geschäft für vogelattrappen in münchen – da konnte ich helfen, und pole dance stangen sind anscheinend nicht nur bei Engländern beliebt…]

Klimawandel: Take a chill pill!

Eine interessante und (leider nur teilweise) beruhigende Kritik des Stern Review (cohu berichtete) findet sich in der Wirtschaftswoche, in Form eines Interviews mit einem Hamburger Umwelt-Ökonomen, der übrigens auch noch der Chef meiner IT ist (tja, die musste sich einen Zweitjob zulegen, da ich – zugegeben – nicht sooo gut zahle).
Richard Tol (siehe Abb.) beklagt:

„Stern hat die Schäden viel zu hoch und die Kosten für die Emissionsreduktion viel zu niedrig angesetzt. Dieses Operieren mit falschen Zahlen macht es Klimaschutzgegnern leicht, sich einem Konsens zu entziehen.“ Tol weiter: „Dem Klima kann aber nur geholfen werden, wenn alle mitmachen. Wir brauchen eine Langzeitlösung, und sie muss global sein. Der Stern-Bericht stört diesen Einigungsprozess, insofern hat er dem Klimaschutz einen Bärendienst erwiesen.“ (wiwo)

Cohu sagt dazu: alles Klein-Klein-Pipifax! Was heißt hier dem Klima helfen, dass ich nicht lache! Hat das Klima denn jemals was für UNS getan? Emissionsreduktion, soll ich schon mal die Luft anhalten oder was? Nein, wir brauchen einen bombastischen Mega-Plan! Und – wie es so oft der Fall ist – nur die BILD, mit Unterstützung amerikanischer Wissenschaftler, kann uns helfen:

"Was kann man gegen die dramatische Erderwärmung tun? Forscher entwickeln spektakuläre Ideen.
PLAN 1. Die Erde verschieben!
Wissenschaftler der Stanford University (US-Bundesstaat Kalifornien) überlegen, die Umlaufbahn der Erde zu verlegen: 1,5 Mio. Kilometer weiter weg von der Sonne. Die würde dann weniger stark auf unseren Planeten strahlen. Die Erderwärmung wäre komplett gestoppt. (…)" (BILD)
 

Posted in Fröhliche Wissenschaft. Comments Off on Klimawandel: Take a chill pill!

Klitzekleines Wiedergutmachungsdoppel

…damit die Schmerzen endlich nachlassen:

Wiwo

Wowi

Aua!

Ein Gemischte-Doppel-Sachverständiger, Deckname “Mr. Tweed”, berichtetet mir am Freitag äußerst betroffen vom misslungenen Doppel im SZ-Magazin: “Heckschraube – Schreckschraube”. Brrrr!
Als abschreckendes Exempel für zukünftige Doppel-Dichter verfasste er gleich noch ein markerschütterndes Fehl-Doppel:
Eimer

Keiner

Merke: So nicht!

((Bild: Wikimedia Commons)

Cohus heimlicher Wunsch

Bwwwaaa! Es stürmt und regnet und ist schon ganz düster, und ich muss nochmal raus zum Einkaufen, sonst gibts morgen zum Frühstück keine Milch und zum Abendessen nur Nudeln mit Pesto.  In solchen Momenten hätte ich doch gerne zeitgemäßere Öffnungszeiten. Oder: einen Pinguin, der für mich Einkaufen geht!

Posted in Nichtmenschliche Tiere. Comments Off on Cohus heimlicher Wunsch

Gruselig!

Gestern hat es mein Leib- und Magen-, zudem auch noch Diss-Thema, die “human-animal interspecifics”, ja sogar auf die erste Seite dieser Publikation geschafft: britische Stammzellenforscher planen die Herstellung von Mensch-Kuh-Chimären. Herr Illinger versah dieses Thema allerdings mit einem Kommentar, der mich ob seiner unbegründet-alarmistischen und – jedenfalls im Bezug auf die zentrale Frage, was es mit der ethischen Bewertung solcher Experimente auf sich hat – fast vollständig argumentfreien Darstellung der komplexen Sachlage doch sehr enttäuschte. Titel: “Die Angst vor der Chimäre” – erster Satz “Schon beim ersten Hinsehen kommt Grusel auf.”, letzter Satz: “In dieser Situation ist es auch aus Sicht der Wissenschaft kontraproduktiv, Laborversuche anzukündigen, die in der Öffentlichkeit vor allem eines auslösen: Grusel.” Dazwischen: nicht viel mehr als Stammzellenforscherbashing. Was die Frage der ethischen Vertretbarkeit von Chimärismus-Versuchen mit (angeblich) in der Bevölkerung vorhandenen Angstgefühlen zu tun haben soll, bleibt bei Illinger leider vollkommen offen. Manche finden Schwule und Lesben gruselig, manche Schwarze, manche alte Leute, manche (ich z.B.) Musicals und Softeis: trotzdem kommt man nicht auf die Idee, das alles zu verbieten. Dafür bedarf es schon irgendeiner Rechtfertigung. Wer wissen will, wie ein solches Argument im Bezug auf Chimären aussieht, aussehen könnte, oder ob es so eines überhaupt gibt, muss meine Diss lesen…wenn sie denn mal fertig ist.
Jedenfalls: manchmal ist man doch froh, die SZ abbestellt und für so manchen Unfug nicht auch noch Geld bezahlt zu haben.