Ceci n’est pas un corbeau

Schaufensterdeko beim Suckfüll in der Türkenstraße ("Merke: Wir führen alles was Sie brauchen; was wir nicht führen brauchen Sie auch nicht !"):

"Künstlicher Rabe zur Taubenabwehr, € 26,70, mit 17% Mwst."

 Also, dass man den modernen Großstadtmenschen für der Natur schon derart enfremdet hält, dass es bei einer derart behelfsmäßigen Attrappe des Zusatzes "künstlich" bedarf, ist doch verwunderlich. Ich vermute zudem, dass man den lustigen und preiswerten Gesellen noch für viele andere Dinge verwenden kann als nur für Taubenabwehr (gibt es corvidae-Fetischisten? Oder vielleicht sogar corvidae-Attrappen-Fetischisten? In einer überbordenden Metropole wie München doch sicher!). Als ehemalige Ornithologin muss ich zusätzlich anmerken: wenn das irgendwas nachahmt, dann sicher keinen Raben, sondern eine Krähe, und zwar eine Rabenkrähe. Tsk!
(Was man aber echt mal bräuchte: eine künstliche Plastik-Studentin, die man in Uniseminare setzen kann. Jetzt für niemanden bestimmten. Aber lebensecht müsste sie schon sein.)

3 Responses to “Ceci n’est pas un corbeau”

  1. Felix Says:

    Moment… "inkl. 17% MwSt"? Hab ich da was verpasst?

  2. cohu Says:

    Das ist selbstverständlich der erhöhte Mehrwertsteuersatz von 17% für Vogelattrappen, nach dem Gesetz zur für die Einführung von Regelungen zur Anpassung der Erweiterung der Zugvogelschutzbestimmungen im Steuerrecht vom 1.4.2003 (BGBl. I S. 1934, 2133).

  3. Fromager Says:

    Dem Juristen eher unter dem Kürzel "ERAnErZuVoSchuStG" geläufig…


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