Ja, was ich jetzt noch erzählen wollte, also ganz kurz…

…Frauen reden mehr als Männer. Das glauben nicht nur Männer, sondern sogar Frauen (wobei sie sich dann oft damit brüsten, halt einfach “kommunikativer” und “sprachbegabter” zu sein, und von der Venus und nicht vom Mars oder sonst irgendeinen Schmarrn daherreden, also Frauen reden ja viel, wenn der Tag lang ist, genauso wie diese eine Freundin von mir, also wie ihre Nichte Kommunion hatte, gab es ja diese …äh, das war dann in dem Wirtshaus, wo ich neulich auch schon … also die Kommunion, wer macht heutzutage noch Kommunion, ich kenne niemanden, jedenfalls die Freundin hat auch zu ihrer Schwiegermutter immer gesagt: Mutti – ernsthaft, wer sagt zu seiner Schwiegermutter “Mutti”, da fängts ja schon an – also jedenfalls haben die auch darüber geredet, und da meinte die Schwiegermutter (die arbeitet bei Dallmayer oder so, irgendwo in der Innenstadt jedenfalls) – die Schwiegermutter meinte, das wäre ja schon damals so gewesen, die kommt ja aus dem Osten, obwohl ja dort einiges anders war, schon wegen den Kinderkrippen usw. obwohl man ja jetzt mit der Linkspartei schon gar nicht mehr weiß wo die DDR eigentlich anfängt und wo sie aufhört, der Mann meiner Freundin, also von einer anderen, war ja auch ursprünglich aus der DDR, aber die sind ja schon vor der Wende, unter schwie-rig-sten Umständen sind die rüber, da hatten die übrigens auch keine Kommunion drüben….
also was ich sagen wollte. Frauen reden nicht mehr als Männer. Frühere Studien, die das  Gegenteil belegen sollten,  beruhten lediglich auf eigenen Angaben der  Untersuchungssubjekte. Einen tatsächlichen Unterschied gibt es also wohl zwischen den Geschlechtern: Männer glauben im Gegensatz zu Frauen, weit weniger zu plappern, als sie es tatsächlich tun. Und das liegt, so Cohus Theorie, schlicht an den  zum-einen-Ohr-rein-zum-anderen-Ohr-raus- Qualitäten des männlichen Hirns. Gerechte Strafe: die kriegen ihr eigenes Geplapper also sogar noch weniger mit als Aufforderungen weiblicherseits, den Müll runterzubringen…

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Recht und billig

Eine Initiative fordert, wie Spiegel Online berichtet, für Frauen einen niedrigeren Einkommenssteuersatz. Ein Hauptgrund für die Forderung:

“Frauen verdienen statistisch gesehen weniger als Männer. Da wäre das Modell niedrigerer Steuern für Frauen nur recht und billig.” (Spiegel Online)

Cohu ist da, von je her Doppel-X-Chromosomenträgerin, natürlich sofort dabei. Weiter geht noch Greg Mankiw, der ehemalige Ober-Wirtschaftsberater von Bush Jr.: er fordert in diesem Paper (Achtung, pdf, hier ein Abstract) die erhöhte Besteuerung von großen und Steuersenkungen für kleine Menschen, weil erstere statistisch gesehen mehr verdienen.(*) Auch hier kann ich, als Angehörige der kleineren Hälfte der Bevölkerung, nur sagen: wird gemacht!
Und jetzt entschuldigt mich, ich muss zum Treffen meiner Lobbygruppe für die Durchsetzung der totalen Steuerbefreiung für blonde, kurzbeinige, gerne Pizza essende Philosophiedoktorandinnen (DSKBPP)!

[(*) Zugegeben, Mankiws Aufsatz ist wohl eher als reductio ad absurdum des ganzen Konzepts der utilitaristischen Steuergerechtigkeit anzusehen. Die DSKBPP kämpft trotzdem weiter und bittet um Spenden!]

Schenk dem Böhmer einen Sohn

Das war wohl nichts

Immer mehr junge Frauen kehren den neuen Bundesländern den Rücken, so das Ergebnis von inzwischen schon mehreren Studien. Zu diesem Anlass wurde heute morgen der sachsen-anhaltinische Ministerpräsident Wolfgang Böhmer interviewt (Mp3 audio, Text).
Es tröstet Cohu zwar, dass man drüben dazugelernt hat (“Wir können die Menschen nicht einmauern”). Aber dass Herrn Böhmer zum Problem der Frauenabwanderung als allererstes einfällt, dass Sachsen-Anhalt dadurch “eine Müttergeneration verloren geht”, finde ich dann schon ein wenig erstaunlich.
Also, liebe Sachsen-Anhaltinerinnen: wenn ihr da drüben in erster Linie als Fortpflanzungssubstrat gesehen werdet, nur rüber mit Euch. Cohu und der münchner Arbeitsmarkt empfangen Euch mit offenen Armen.

(P.S. Psssst! Ich weiß auch, warum ihr in Wirklichkeit hier rüber kommt. Von wegen Arbeitsplätze… Thüringisch-Obersächsische Dialektgruppe. Nichts entmannt einen Kerl schneller als dieses Idiom. Obwohl in diesem Fall u.U. auch noch andere Dinge eine Rolle spielen könnten…)

(Bild: Ceridwen / Wikimedia Commons)

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Decline of a Nation: Schluss mit Lustig!

Eine walisische Baufirma hat ihren Bauarbeitern verboten, hinter Frauen herzupfeifen.  Etwas ernüchternd allerdings, dass als Grund für diese m.E. ziemlich selbstverständliche Verhaltensregel Folgendes angegeben wird:

“The reality is that nowadays more and more women visit our sites looking for a new house because many are in a position to afford to buy on their own,” said Mr Goad. It all points to the fact that we need to look after our female visitors. (BBC News)

Frauen ohne Geld darf man also zumindest theoretisch auch weiterhin belästigen (daher auch der Ausdruck “billige Schlampe”, oder hat man jemals von einer wohlhabenden Schlampe gehört? Ausnahmen bestätigen wie so oft die Regel).
Fraglich ist auch, wie man das langfristig durchsetzen will.  Ein typisch britischer Ansatz wäre es, sprechende Überwachungskameras einzusetzen (“He, du Maueraffe, noch ein Laut und ich hol Dich vom Gerüst!”).

Kurze Meldung von der Front

Cohu ist momentan etwas beschäftigt – weniger mit dem “Shopping” als mit dem bald anstehenden Umzug (habe mich entschlossen, die vormals hamburgische IT-Abteilung in-zu-sourcen und daher neue Geschäftsräume in der Türkenstr. anmieten müssen…).
Trotzdem, etwas Erstaunliches vom Obletterbesuch neulich muss ich berichten: es gibt dort ein Playmobil-Frauenfußballteam! Endlich tut mal (außerhalb von Wien) jemand was gegen Gender-Stereotyping. Neffe und Nichte haben sich allerdings davon unbeeindruckt gewünscht: einen Polizei-Motorradfahrer und eine Lillifee-Puppe. In der zu erwartenden Verteilung.
Kein Wunder:

Although you may not realize it, your child is constantly being bombarded with gender stereotypes — the oversimplified ideas about how males and females are “supposed” to act. These messages come from the media — through movies, TV programs, books, and commercials — as well as through things like kids’ clothing and toys and even the way in which parents divide up the household duties, says Kathleen Crowley-Long, PhD, professor of psychology at The College of Saint Rose in Albany, New York, and an expert in gender and child development. (“Avoiding Gender Stereotypes”)

Ach, ich weiß nicht. Frauen sollte man in so wissenschaftlichen Dingen eh nicht trauen, glaub ich – hormonelle Schwankungen machen akademisches Arbeiten ja fast unmöglich! Obwohl, is schon mal gut, dass sie was mit Kindern macht, diese Crowley-Long. Können Frauen einfach besser.

No-Go-Area

Herr Bauer kritisiert die Entscheidung eines SPIEGEL Online-Mitarbeiters, zu WM-Zeiten in gewagtem binationalen Outfit durch den Olypark zu spazieren (hier der Erfahrungsbericht). So ganz, glaube ich, stimme ich mit seinem Fazit nicht überein.
Abgesehen davon, dass es zumindest mir nicht klar gewesen wäre, dass das Tragen eines Deutschlandtrikots in Verbindung mit einer polnischen Flagge ein eindeutig provokantes Verhalten darstellt (zumal bei einem Spiel, bei dem weder Polen noch Deutschland mitspielen!) –  wenn man hier schon mit “gesundem Menschenverstand” und “klugen Entscheidungen” argumentiert: wie wäre es denn damit, den thüringischen oder sonstigen Fußballdeppen ganz systematisch ihren Alkoholnachschub zu kappen und sich ihr unmögliches Verhalten nicht gefallen zu lassen?
Auch Eure Cohu, die im Olypark üblicherweise in national-neutraler Laufkleidung unterwegs und definitv nicht auf’s Maul gefallen ist, traut sich im Rahmen der WM-Spiele übrigens nicht in die Nähe des Olympiaparks, die Sprüche, die sie von den “Freunden” und ihren Gästen sonstwo in der Stadt gehört hat, reichen ihr nämlich. Die waren beim besten Willen nicht mehr als Komplimente auszulegen, dabei ist die Cohu ja blond und blauäugig. Muß man das jetzt in Kauf nehmen? Dass man in bestimmte Bereiche der Stadt, wenn man “klug” und “vernünftig” ist, halt während der WM nicht gehen kann, wenn man allein als Frau, als Schwarze(r) oder mit binationalen Trikotvorlieben unterwegs ist? Genausowenig, wie man sich auf der Wiesn nicht mit einem Tisch voller Metzger anlegen sollte? Weiß ja nicht.
Für mich alte Fußballhasserin bestätigt das alles natürlich das Vorurteil, dass (Herren-)Fußball das Beste im modernen Menschen bzw. Mann zum Vorschein bringt: Nationalismus, Rassismus, Sexismus und Alkoholismus. Da lob ich mir doch das Hobby Vogelbeobachtung. Oder habt ihr schon mal nen pöbelnden, besoffenen Birdwatcher gesehen, der nach dem Hitlergruß erstmal hinter nen Busch kotzt? Na, eben.

Geschlechterfrage endlich geklärt!

Also, mit diesem Artikel im Fachblatt für geistige Masturbation (ohoh, das bringt mir wieder schöne Googletreffer ein) Cicero ist die uralte Frage: “Was ist besser – mit oder ohne Schniedel?” endlich abschließend geklärt!
Eva Herman, wir kennen sie durch Publikationen wie “Vom Glück des Stillens” und “Tagesschau” macht das mit solchen Aussagen mit links:

“(…) Betrachten wir einmal den soziologischen und biologischen Kontext. Der Mann steht in der Schöpfung als der aktive, kraftvolle, starke und beschützende Part, die Frau dagegen als der empfindsamere, mitfühlende, reinere und mütterliche Teil. In den zurückliegenden Jahrtausenden richtete die Menschheit ihre Lebensform nach dieser Aufteilung aus, die Rollen waren klar definiert.

Der Mann ging zur Jagd, später zur Arbeit und sorgte für den Lebensunterhalt der Familie, die Frau kümmerte sich um das Heim, den Herd, die Kinder und stärkte ihrem Mann den Rücken durch weibliche Fähigkeiten wie Empathie, Verständnis, Vorsicht. Aus dieser Zeit stammt das volksmündliche Sprichwort, dass hinter jedem erfolgreichen Mann eine kluge Frau stehe.

Welche Gnade sich in dieser schöpfungsgewollten Aufteilung findet, kann man heute nur noch selten beobachten. Wenn sie aber eingehalten wird, so hat das in aller Regel dauerhafte Harmonie und Frieden in den Familien zur Folge.

(…) Es ist eine simple, naturwissenschaftliche Feststellung: Wenn Frauen sich zunehmend zu maskulinen Wesen entwickeln, werden wir keine Nachkommen mehr haben. Wenn wir gegen die Natur arbeiten, müssen wir uns nicht wundern, wenn die Natur sich gegen uns wendet. Eine Frau, die über die ihr von der Natur zugedachten Aufgaben hinaus in Konkurrenz treten will zu dem Männlichen, wird und kann in keiner der beiden Richtungen wirklich stark sein. Der auferlegte Zwang führt unweigerlich in die Entweiblichung der Frau und die Entmännlichung der Herrenwelt. Denn mit diesem Handeln, auch das ist nur logisch, lähmen wir jede starke Männlichkeit in unseren Partnern, die wir uns in der Tiefe unserer Seelen sehnlichst wieder herbeiwünschen. Sie zucken nur noch verständnislos mit ihren breiten Schultern, an die wir uns so gern lehnen möchten, und wenden sich von uns ab. Diese Entwicklung muss zielgenau in die Kinderlosigkeit unserer Gesellschaft führen. Diesen Punkt haben wir nun bald erreicht.” (Cicero)

Geradezu provozierend stellt Hermann die Titelfrage: “Die Emanzipation – ein Irrtum?” und nach der Lektüre ist selbst den maskulinisiertesten, emanzipiertesten Feministinnen wie Cohu vollkommen klar: Ja! Es hätte nie soweit kommen dürfen, dass Frauen wie Hermann ihre haarsträubenden Meinungen in die Öffentlichkeit tragen. Lasst sie stillen! Lasst sie sich an die starke Schulter ihres Dritt- oder meinetwegen Viertmannes lehnen! Aber schweigen soll sie!

You Go, Girl!

Die evangelische Bischöfin von Hannover, Margot Käßmann, hat massive Kritik am Vatikan und an dem verstorbenen Papst Johannes Paul II. geäußert. Sie empfinde es als belastend, wie vehement dieser Papst dagegen argumentiert habe, Frauen Verhütungsmittel zu erlauben, sagte Käßmann in einem Interview.

Das fing ja gut an. Aber dann:

Vom nächsten Papst erhoffe sie sich “ein überzeugenderes Zugehen auf die anderen Kirchen, und dass die real existierende Situation von Frauen in der Welt klarer wahrgenommen wird”. Auf die Frage, ob sie Anzeichen dafür sehe, dass dies Realität werde, sagte Käßmann: “Derzeit sehe ich das nicht. Andererseits: Gottes Geist wirkt, wo er will. Vielleicht werden wir überrascht.”

Hm. Ist es wirklich so eine gute Idee für den Feminismus, auf den mutmaßlichen Willen mutmaßlicher Entitäten zu vertrauen?

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