Retroriegel

Unter den ca. 140 Varianten von Schokoriegeln, die es hier in jedem Supermarkt gibt, gefällt mir besonders gut der altmodische “Macaroon Bar” (Makronenriegel), eine Art Bounty für Arme, nämlich pappsüß und mit nur sehr wenig Kokosflocken. Schmeckt aber gar nicht so schlecht. Irgendwie Retro.

Muss man eigentlich schon der Packung wegen kaufen, oder?

Logo: Geheimrezept. 1937 erfunden, passenderweise das Jahr, indem die Republik Irland sich konstituierte.

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“Gina, die Austern!”

Da will man mal was neues ausprobieren und dann sowas. Irgendwie kann man sich ja bei Preisen ab dreifuffzich für einen Teller Pasta schon denken, dass in der Küche der Theresienstraße 29 kein Bocuse stehen wird. Aber…mir fehlen wirklich die Worte. Damit meine empathischen Leser mir trotzdem nachfühlen können, hier eine filmische Umsetzung. Nur der Ausschlag ist noch nicht ausgebrochen bei mir und bewaffnet war auch niemand.

(Zum Trost danach noch eine tolle Expeditionsjacke beim Därr gekauft.)

Selbstversorgung

Heute, in Zeiten der sog. "Nachhaltigkeit", wo einem ja schon von jedem Münchner Laternenpfahl so ein schnauzbärtiger Sozi Standbyverbot und Zwangs-Wärmedämmung androht und die Radiowellen  frühmorgens von irgendwelchen pseudwissenschaftlichen Liegeradfahrern gekapert werden, muss man sich ja selbst als Hardcoreneoliberale aufgrund des gesellschaftlichen Drucks langsam von den Wirtschaftskreisläufen abkoppeln und zum Selbstversorger werden. So geschehen im Fall Kanelbullar:

Sogar den Hagelzucker hab ich selbst hergestellt, aus zertrümmertem Würfelzucker. Praktisch Nachkriegs-Style.
Und nächste Woche backe ich ein Billyregal.

Die größten Kritiker der Elche…

…leben wohl in Schweden. Sie gehen sogar so weit, den stolzen Alces alces zusammen mit Rentieren zu Pastete zu verkochen. Dazu gibt es Cuberlandsauce. Aber, isst man dazu Brot? Wenn ja, welches? (Alternativ: Elchpastetenravioli).

Mitbringsel aus Göteborg (im passenden National-Ensemble mit LACK, EKTORP und SALVIA), Zutatenliste
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Sieg! Sieg! Sieg!

Zwar nicht gestern und auch nicht durch Schweinsteiger und auch nicht über die Spanier, aber nicht minder spektakulär: Cohu hat – nach einer Wembley- und Cordobahaften Unglücksserie von missratenem Nudelbrösel- und Matschdebakeln endlich den Kampf mit der Nudelmaschine, die seit Monaten in ihrer Küche steht, gewonnen. Cohu:Ampia 150 1:0!
Ich entrang dem chromglänzenden Ungetüm am Samstag abend endlich nicht nur Tagliatelle und, äh, naja, wohl so ne Art Suppennudeln (gebe zu, es sollten Spaghetti werden…), sondern auch geschmacklich und von der Konsistenz her perfekte Ravioli (s. Abb.). Der Beweis ist erbracht: selbst mit  schlichten Zutaten wie Mehl, Ei, Ricotta und Spinat kann man durch Kampfgeist und Nervenstärke die lukullische Weltspitze erklimmen und sogar so manchen professionellen, teuren und schneller spielenden Wettbewerber bezwingen.
Für den ersten Platz reichte es allerdings noch nicht, weil es dem Resultat an Schönheit (s. Abb.) und Beständigkeit fehlte – immer wieder peinliche Löcher in der Teigabwehr! Mit der Einwechslung eines neuen Spielers und verbesserten Trainingsmethoden dürfte ich allerdings in der nächsten Saison auch auf diesen Gebieten punkten können. Platz 1, wir kommen!

Türkei-Deutschland 1:0

In Vorbereitung auf das Spiel am Mittwoch ist dringend Völkerverständigung nötig. Deshalb (und weil wir weder auf Stamppot noch auf Kascha besonderen Appetit hatten…) gab es gestern als Fußballgericht türkischen Adana Kebap ("Gebratenes Fleisch aus Adana"). Dazu macht man aus einfachem, kurz gegangenem Hefeteig eine Pide, bestreicht sie mit Eigelb und bestreut sie mit der schon erwähnten Nigella und Sesam und sticht mit dem Finger lustige Dellen hinein. Das lässt man nochmal ein bisschen gehen:

Während dann das Brot im Ofen bäckt, macht man aus Hackfleisch, Zwiebeln und Pulbiber, Sumak Kreuzkümmel, Piment, Pfeffer und Salz Spießchen (ideal wäre fettes Lammhack, Rind tut’s auch). Eigentlich bräuchte man  dafür spezielle, breite Metallspieße, normale Schaschlikspieße gehen aber auch, wie man sieht:

Jetzt kommt der Trick. Entweder auf den Grill mit den Spießen, oder aber: möglichst weit oben auf den Grillrost im Backofen legen, der ja durch das Brot noch so etwa bei 180° ist. Jetzt Grill einschalten. Während die Spieße langsam gar werden, schneidet man das frische Brot in Streifen. Dann legt man es auf ein Backblech – und zwar unter die Spieße, von denen inzwischen schon etwas köstlicher Saft herabtropfen dürfte. Der wiederum wird von unserem Pide schön aufgesaugt. in den letzten fünf Minuten gibt man noch halbierte Tomaten auf den Grillrost. Voilà:

Adana Kebap, dazu frische Petersilie und Salat. Damit erträgt man auch die Niederländer-Niederlage. Und kann für den Küchen-Wettbewerb Türkei-Deutschland unumwunden ein verdientes 1:0 aussprechen. Ich bin ja auch eine große Freundin von braven, einheimischen, majorangewürzten Fleischpflanzerln und brate mir solche gar oft in meiner bescheidenen Küche. Aber gegen die türkische Würz- und Frischekunst verschießen die, metaphorisch gesprochen, jeden Elfmeter. Rein kulinarisch sind wir Deutschen, geben wir’s zu, doch praktisch Griechenland. Uninspiriert, plump, kein Feuer im Hintern, und ab und zu mal ein Zufallstreffer, aber überwiegend schmerzhaft.

Deshalb darf die türkische Mannschaft am Mittwoch auch gerne gegen uns versagen, ohne sich schämen zu müssen. Haushoch können die verlieren, kein Problem. Weil: Küchen-Sieger (wenn nicht gar Küchen-Europameister) zu sein, reicht ja wohl vollkommen und ist weitaus wichtiger als jeder Fußballsieg. Die türkische Ehre ist in diesem Sinne schon jetzt gerettet, fußballerische Anstrengungen sind nicht mehr erforderlich. Afiyet Olsun!

Affenalarm

Der hier ziert seit gestern Cohus Küche. Das beworbene Produkt, ein Anis-Likör, ist übrigens (zufällig) eine Spezialität der italienischen Provinz, die wir im Sommer bereisen werden (Ascoli Piceno), und wurde damals im hübschen Städtchen Sant’Elpidio a Mare hergestellt.
Die Werbestrategie ist anscheinend zumindest auf Dauer nicht ganz aufgegangen: überraschenderweise wollte niemand Zeug kaufen, das haarige Schimpansen flaschenweise in sich reinkippen. Das nette Plakat hat jedoch überlebt.

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Brot und Spiele

Schwarzkümmel und Jungfer im Grünen

Dass Cohu eine große Verehrerin der türkischen Küche ist, und zwar sowohl der fremd– als auch der selbstgekochten, wurde hier ja schon oft ausführlich dargelegt. Gestern (und heute) gab es Pide (Fladenbrot), allerdings diesmal nicht die gefüllte Version, sondern nackerte Fladen.
Moment: ganz nackert waren sie natürlich nicht. Essentieller Bestandteil dieser Brotspezialität ist (neben einem Becher Joghurt und einem Eiweiß im Teig) Schwarzkümmel oder Nigella sativa. Gourmets kennen vielleicht die britische Fernsehköchin Nigella Lawson, die nach dem Kraut benannt ist; Gartenfreunden dürfte eine enge Verwandte der Nigella, die sogenannte "Jungfer im Grünen" ein Begriff sein (s. Abb.). Alles Wissenswerte und noch etwas mehr über dieses Gewürz findet man wie immer auf Gernot Katzers exzellenten Gewürzseiten. Der Schwarzkümmel ist leider nicht so leicht zu bekommen (ich fand ihn nach längerer Suche schließlich im Bioladen), aber für Pide unabdingbar. Idealerweise bestreut man das Brot zusätzlich auch noch mit Sesam (im Bio- oder Asialaden). Sehr schön ist das weiche, saftige Brot für Picknicks, zu Salat oder vor allem zu Gegrilltem: mein Geheimtipp dafür ist Adana Kebap – mehr dazu ein andermal – die Türken sind nämlich auch wahre Grillmeister, was jeder, der schon mal an einem Sonntag im Westpark war und eine funktionstüchtige Nase besitzt, bestätigen wird.

Was den zweiten Teil der Überschrift angeht: morgen geht’s in die Allianz-Arena, und zwar in eine der berüchtigten "VIP-Lounges". Freue mich auf Scheißstimmung das legendäre Buffet und natürlich auf den totalen Kahnsinn.

Give peas a chance

Meine Vermutung ist ja, dass Leute, die keine Erbsen mögen, noch nie ganz frische, rohe direkt aus der Schote probiert haben. Manche Schwachköpfe verbreiten sogar die Mär, man dürfe Erbsen gar nicht roh essen (schändlicherweise steht das sogar in einem Ernährungs-Quiz des Nestlé-Konzerns…Na servus, liebe Kinder, esst lieber Smarties). Unfug! Reife, rohe Erbsen müssten sogar den größten Erbsenhassern schmecken. Das Gleiche gilt für rohen Blumenkohl: kein Vergleich zu dem, was man in der Kantine/Mensa so manchmal unter der Bechamelsoße ausgräbt. Dabei bin ich sonst eigentlich gar keine so große Rohkostfreundin.
(Die Petersilie daneben ist übrigens für gefüllte Pide: einfach dieses Rezept nehmen, Zitronensaft, Sumak und frische Petersilie drüber, und man fühlt sich wie, äh, Atatürk persönlich. Auch mit einer Füllung aus Spinat, Schafskäse und Ei sehr zu empfehlen.)

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Decline of a Nation: What’s the blandest thing on the menu?

Wenn dem Briten nach Binge Drinking ist – und das ist, glaubt man den Umfragen, oft der Fall – dann überfällt ihn, wie jeden, der stark dem Alkohol zuspricht, nach einigen Stunden ausgeprägten Hunger. Während bei uns dann eine Leberkassemmel, eine Currywurst oder Schlimmeres daran glauben muss, zieht es den Briten zum Curry House, wo er die anwesenden Asians mit seinem gewinnenden Charakter bezirzt und seinen Magen mit einem (übrigens nur in Großbritannien anzutreffenden…) "indischen" Tikka Masala gnädig stimmt. Dieses Schauspiel (man muss es gesehen haben!) stellten die Comedians von "Goodness Gracious Me" in den 90er Jahren in ihrem berühmten Sketch "Going out for an English" nach – nur eben mit vertauschten Rollen.

"Goodness Gracious Me" widmete sich allerdings auch den indisch- bzw. pakistanischstämmigen Briten selbst. Wer sich (gerade nach dem 11. September) schon immer mal gefragt hat, was es eigentlich mit diesen turbantragenden Menschen, den Sikhs, auf sich hat, dessen Neugier wird in diesem Sketch befriedigt. Manche Dinge haben eben eine ganz einfache Erklärung…

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