Mein erstes Mal

Wer hätte das gedacht. Cohu hat heute, im reifen Alter von – äh – *hust**chk*undzwanzig Jahren, das erste Mal was bei ebay bestellt. Ein exquisites Duftwässerchen, das gar so ausgefallen ist, dass man es woanderst gar nicht mehr bekommt. Da wird wohl  seltener Bezoar oder Ambra drin sein, oder liegts etwa an der momentanen Knappheit von Jungfrauen – frage nicht, wie der nicht nur von Herrn Flix aktuell gelesene Wolf Haas sagen würde.

Was anderes: der eine oder andere wird sich jetzt sicher fragen, warum ich noch nichts zu Frau von Stepford’s Sittenoffensive gesagt habe.  Ich bin, wie immer, vollkommen ihrer Meinung! Man muss den Schratzen Bezug zu Werten vermitteln. Und zwar nicht nur, wie es jetzt vielleicht die Einbeziehung der Kirchen ahnen lässt, konservative Werte, wie Bundesschatzbriefe und Anleihen, oder – das ist ja sozusagen die traditionelle Strategie gerade der katholischen Kirchen, Gold in rauhen Mengen –  sondern auch mal was anderes! Die Kleinen sollen Optionsscheine kaufen, damit kann man in kurzer Zeit gewinnen und sich dann auch mal ein neues Handy leisten … äh, achso, also jedenfalls: ich bin dabei!

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Starrköpfe

Wieder was gelernt: wenn man schon Witze über einen irren berüchtigt temperamentvollen, der Körperhygiene nicht so zugeneigten Atomwaffenbesitzer-in-spe per sms verbreitet ..dann sollte man schon genau drauf achten, dass die Nummer dieses Mannes nicht auf der Empfängerliste steht. Das lernen wir heute aus dem Guardian:

“Mahmoud Ahmadinejad, the Islamic nation’s firebrand leader, has taken umbrage at an unwelcome text received on his mobile phone. According to whispered accounts in the Iranian capital, his ire was stirred when someone sent him a joke suggesting he didn’t wash regularly enough.Although officials claim he possesses a lively sense of humour that belies his rather hairshirt image, on this occasion it suffered a serious failure. Realising the joke was doing the rounds of Iranian mobile phones, the notoriously temperamental president lodged an official complaint with Iran’s judiciary department.”

Was wir allerdings – als treue Leser der ZEIT-Kennenlernen-Seite – schon vorher ahnten: jemand, der  vehement darauf besteht, “humorvoll” zu sein, ist vermutlich genau das Gegenteil davon.

Schön in diesem Zusammenhang übrigens auch folgende Anzeige in der aktuellen ZEIT (bei der ich vermute, dass sich die gewünschte Weltoffenheit lediglich auf eine Richtung beziehen darf):

Partnerin gesucht! Gewerkschaftssekretär und SPD-Mitglied (40/176/86), engagiert links, viels. interessiert und begeisterungsfähig, sucht nette Gewerkschaftskollegin / Genossin / weltoffene Sie für liebevolle Beziehung und Partnerschaft.

Wo die Zitronen blühn

Also, jetzt weil so ein paar Auslandsitaliener zu blöd waren, ein Kreuzerl ins richtige Kasterl zu malen, muss der arme Silvio bald einen Aufstand anzetteln, siehe dieses Zitat in der NYT:
"I believe that maybe we should take an example from other European countries, like Germany, to see if we can’t unify the forces of government," he said at his news conference. "I think this would be an act of humility on each side, but also a sign of realism. I don’t think it would be good for the country to go ahead in a sort of civil war." (NYT)
Da wird ihm wohl kaum was anderes übrigbleiben als ein Bürgerkrieg! Aber was ich mich momentan frage: nein, nicht, ob ich dieses Jahr trotz Gefechten zum dritten Mal in Folge ins Rentnerparadies Cinque Terre fahren kann. Sondern: Hat der Berlusconi eigentlich schon wieder Sex jetzt?

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Zwei Fliegen mit einer Klappe

Forderungen von Claudia Roth, angesichts des Rahman-Prozesses einen Abschiebestopp für afghanische Nicht-Muslime/Konvertiten zu beschließen (Tagesspiegelartikel find ich jetzt grad nicht), kann ich nur unterstützen. Erstens würde man damit den Verfolgten, wie es auch die  außenpolitische Stellungnahme des Auswärtigen Amtes vorsieht, Schutz bieten. Und zweitens könnte man effektiv dem Mitgliederschwund der Kirchen entgegenwirken. Wenn ihnen schon die Deutschen weglaufen – einige afghanische Asylanten wären bei so einer Regelung sicher stark an einer Mitgliedschaft interessiert!

Damit das hier ganz klar ist!

Auf der Suche nach Dr. Edmund Stoibers Aschermittwochsrede habe ich zwar leider keine Audiodatei gefunden, dafür aber erstmal seine Wikiquotes (“Ich sage Ihnen das ganz offen. Ich bin Anhänger der Konsensgesellschaft. Ich möchte im Konsens, so weit das nur geht, mit den widerstrebenden Interessen in Deutschland Lösungen mit erzwingen.” – Rede beim DGB-Kongress, Mai 2002) und dann auch ein .pdf seiner Rede. Ein “Best of” würde mich zwar aufgrund der Vielzahl der enthaltenen rhetorischen Schmankerl überfordern, aber eine Bemerkung muss ich doch erwähnen, nicht nur, weil ich da mit Dr. Stoiber ganz einer Meinung bin, sondern auch, weil er es halt wieder so schön ausdrückt:

“Ich glaube, dass es in der Welt dringendere Aufgaben für die UNO gibt, als ausgerechnet in einem hochentwickelten Industrieland wie Deutschland mal kurz nebenbei in ein paar Stunden unser Bildungssystem zu inspizieren.
Dieser Herr Munoz ist auf seiner Tour direkt aus dem schwarzafrikanischen Botswana zu uns nach Deutschland gekommen. Ich sage ganz deutlich: verwechseln Sie bitte Deutschland nicht mit Botswana! Und ich füge hinzu: Bayern ist nicht Botswana! Damit das hier ganz klar ist!” (S. 30 oben)

Christentum heute

Sehr gut, dass in der CSU wenigstens einer für das “C” im Parteinamen arbeitet: der Stadtrat Hans Wolfswinkler fordert, den Abschiebestopp für irakische Jugendliche, teilweise Vollwaisen, bald aufzuheben. “Die rechtlichen Voraussetzungen sind doch da, es herrscht kein Krieg und kein Bürgerkrieg mehr. Warum sollte man die nicht auch zurückschicken?” (SZ – leider kostenpflichtig). Ja, warum bloß?

Dringender Einsatz

Ich weiß ja nicht, aber…gibt es für die UNO nicht irgendwie dringendere Sachen als die Entsendung eines “Sonderberichterstatters für Bildung” nach Deutschland? Oder sollten inzwischen alle Massenvernichtungswaffenaufrüstungsprogramme (Deutsch ist so schön!) abgewendet, Killerviren ausgerottet, Völkermorde gestoppt und Drittweltländer alphabetisiert, geduscht, gefüttert und in warmen Bettchen schlafen gelegt sein?
Falls dem so ist, könnte die UNO auch mal jemanden zu mir schicken: meine Klospülung geht seit Jahren nicht, auf meinen Schränken liegt Staub und meinen Handyvertrag müsste man auch mal umstellen. Und in meinem Kühlschrank riecht es komisch.
Schickt Blauhelme!

Leistungssteigerung

Mann, mann, den ganzen Tag dieses Sportfestgeplapper im Radio! Muss ich wirklich im Viertelstundentakt darüber informiert werden, wer jetzt wieder zur Urinprobe musste und wieviele rote Blutkörperchen irgendeine Reit-im-Winklerin hat? Obwohl sie ja ganz sympathisch ist, die Dame (siehe Abb. links, unschuldige weiße Bluse). Die IT hat sich sogar kurzfristig in sie verliebt, aber beim ersten O-Ton der Sportlerin war diese hormonelle Aufwallung sofort vorbei, sozusagen eine dialektische Entwicklung.

Also jetzt, egal, ich will von Körperflüssigkeiten nichts mehr hören!
Wir brauchen in der Dopingfrage also eine für alle Seiten befriedigende Lösung . Julian Savulescu von der Oxford University, dessen denkwürdiges Seminar zu “The Future of Humanity” ich zu besuchen 2004 die Ehre hatte, schlug in diesem Aufsatz vor, Doping zu erlauben, und stattdessen nur noch Gesundheitstests durchzuführen. (Er selbst sieht übrigens, ganz am Rande, für einen Philosophieprofessor außergewöhnlich sportlich und, äh, gesund aus, siehe hier, also, nicht, dass ihr Euch da jetzt so einen theoretischen Seminar-Wuzi vorstellt, nein, das ist ein genuiner australischer Surfer!).

Savulescus Argumentation: 1. Doping wird es eh immer geben und 2. die Grenze zwischen Doping und erlaubter Leistungssteigerung ist total schwammig und inkonsistent (siehe dazu auch William Saletan in Slate). Das gefällt mir gut! Vorteile: durch effektivere Leistungssteigerung hätte der Sportfan mehr Rekorde zu bewundern. Aufgrund sinnvollerer Kontrollen müsste ich mir nicht anhören, wie es um das Blut alpenländischer Schönheiten bestellt ist, es sei denn, sie stünden kurz vor dem Herzinfarkt. Ja, mag schon sein, dass dann in der Anfangsphase ein paar Sportler es zu gut meinen mit den leistungssteigernden Substanzen, aber: aus Schwarzenegger ist auch noch was geworden, und: Turin war doch schon immer die Stadt der Selbstmörder…

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Voll im Trend: gemischte Arten, reine Rasse

Das freut mich, als alte Szenekennerin und Trendscoutesse: Nachdem G.W.Bush in seiner State of the Union Address seiner Abneigung gegen die Herstellung von “Animal-Human Hybrids” Ausdruck verliehen hat, hat u.a. BoingBoing das Thema aufgegriffen. Diese Seite bietet sogar kleidsame T-Shirts zum Thema an.
Was Bush mit “Hybrids” gemeint hat, sind eigentlich Chimären. Erhoffter Begleiteffekt: Artikel zu meinem Thema werden in den nächsten Wochen und Monaten wie Pilze aus dem Boden schießen (so z.B. erste Erwähnungen hier und hier). Und wenn ich ganz viel Glück habe, wird der Titel meiner Arbeit irgendwann nicht mehr die Reaktion “Was? Sowas gibts doch gar nicht!” hervorrufen (ts, hat denn niemand die Weltraum-Doku Spaceballs gesehen? Möter, halb Mensch, halb Köter? Natürlich gibt’s das!)
Ein Rätsel ist mir jedoch, angesichts Bushs eigener phänotypischer Disposition, warum gerade er sich so gegen Mischwesen aus Mensch und Tier ausspricht…

P.S.: Nazivergleiche sind natürlich auch grade schwer in Mode (Danke, Ingo!)…na, kaum verwunderlich, dass die verschraubtesten und elaboriertesten Exemplare dieser Gattung aus dem Iran kommen, immerhin hat das Land eine Tradition als eine der ältesten Hochkulturen der Welt. Und auch eine ganz interessante und vielleicht nicht jedem bekannte Verbindung zur deutschen Ideengeschichte.

Wie mir Weitgereiste berichten, wird man in Persien als Deutscher tatsächlich vom einfachen und gastfreundlichen Volk willkommengeheißen als Vertreter der gleichen – natürlich “überlegenen” – Rasse (was sicher schon so manchen politisch korrekten studienreisenden Studienrat in arge Gewissensnöte gebracht haben dürfte). Dass die durchgeknallte Regierungsriege mit der Theorie des zionistischen Deutschland viele Anhänger im Volk hat, hoffe ich daher bezweifeln zu dürfen…

Nachtrag

Siehe zum hier schon erwähnten Karikaturenstreit auch den erfrischenden Kommentar von Jony Eisenberg in der heutigen taz.