Voll im Trend: gemischte Arten, reine Rasse

Das freut mich, als alte Szenekennerin und Trendscoutesse: Nachdem G.W.Bush in seiner State of the Union Address seiner Abneigung gegen die Herstellung von “Animal-Human Hybrids” Ausdruck verliehen hat, hat u.a. BoingBoing das Thema aufgegriffen. Diese Seite bietet sogar kleidsame T-Shirts zum Thema an.
Was Bush mit “Hybrids” gemeint hat, sind eigentlich Chimären. Erhoffter Begleiteffekt: Artikel zu meinem Thema werden in den nächsten Wochen und Monaten wie Pilze aus dem Boden schießen (so z.B. erste Erwähnungen hier und hier). Und wenn ich ganz viel Glück habe, wird der Titel meiner Arbeit irgendwann nicht mehr die Reaktion “Was? Sowas gibts doch gar nicht!” hervorrufen (ts, hat denn niemand die Weltraum-Doku Spaceballs gesehen? Möter, halb Mensch, halb Köter? Natürlich gibt’s das!)
Ein Rätsel ist mir jedoch, angesichts Bushs eigener phänotypischer Disposition, warum gerade er sich so gegen Mischwesen aus Mensch und Tier ausspricht…

P.S.: Nazivergleiche sind natürlich auch grade schwer in Mode (Danke, Ingo!)…na, kaum verwunderlich, dass die verschraubtesten und elaboriertesten Exemplare dieser Gattung aus dem Iran kommen, immerhin hat das Land eine Tradition als eine der ältesten Hochkulturen der Welt. Und auch eine ganz interessante und vielleicht nicht jedem bekannte Verbindung zur deutschen Ideengeschichte.

Wie mir Weitgereiste berichten, wird man in Persien als Deutscher tatsächlich vom einfachen und gastfreundlichen Volk willkommengeheißen als Vertreter der gleichen – natürlich “überlegenen” – Rasse (was sicher schon so manchen politisch korrekten studienreisenden Studienrat in arge Gewissensnöte gebracht haben dürfte). Dass die durchgeknallte Regierungsriege mit der Theorie des zionistischen Deutschland viele Anhänger im Volk hat, hoffe ich daher bezweifeln zu dürfen…

6 Responses to “Voll im Trend: gemischte Arten, reine Rasse”

  1. Dr.Sno* Says:

    Ob es eine persische Gastfreundlichkeit aufgrund des Ariernachweises nach Augenschein gibt, halte ich für unwahrscheinlich. Genauso nett wie ich, wurden nämlich auch die 100.000 Flüchtlinge aus Afghanistan aufgenommen.Wichtiger wär’s doch darauf zu achten, dass ähnlich Durchgeknallte mit gleichlautenden Theorien nicht aus dem sächsischen Landesparlament in die Bundesriegen schwappen?

  2. cohu Says:

    Natürlich nicht nach Augenschein (so manchem Ur-Arier hat man sein Ariertum ja auch nicht direkt angesehen, vgl. Goebbels), aber wenn man sich im Iran als Deutscher vorstellt, wird dies aufgrund der angebl. "rassischen Verwandtschaft" explizit wohlwollend zur Kenntnis genommen. Die Afghanen sind ja übrigens zu einem großen Teil auch "Arier", jedenfalls keine ethnischen Araber, und das ist einigen Afghanen schon sehr wichtig.Am allerwichtigesten ist es jetzt m.E., dass Sachsen keinen Zugang zu angereichertem Uran erhält!

  3. Anonymous Says:

    *LOL*Die freundliche Aufnahme im Iran erfolgte aufgrund der guten Erfahrungen mit deutschen Ingenieuren aus den 60er Jahren (alles davor kennen die Iraner, bei denen 30% der Bevölkerung unter 15 Jahre alt ist, ja nur aus Überlieferungen). Die kennen die Deutschen noch nicht als Berater (aka "Heuschrecken"), weshalb ich meine Arierkarte nicht ausspielen musste.Hätte für mich auch schwierig werden können, da damals ein jüdischer Einschlag pflichtbewusst ins Papier vom Opa gestempelt wurde….und natürlich bin ich auch für eine klare Embargoregelung mit Sachsen.

  4. Anonymous Says:

    Dr.Sno* ist Jemand

  5. Tobi Says:

    Vielleicht kann der aktuelle N-Vergleich auch durchaus als Kompliment aufgefasst werden. Wie zahlreiche Fernseh-Dokus immer wieder zeigen, scheint ER bildlich im Nahen und Mittleren Osten (noch immer) präsent zu sein, so zum Beispiel als Portrait im Kaffeehaus des Vertrauens…

  6. cohu Says:

    dieser dschasajeri scheint dr. merkel jedenfalls eine bemerkenswerte charaktertiefe zuzutrauen: gleichzeitig zionistin *und* davon träumen, adolf hitler zu sein – das ist schon ne leistung!


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