Nachtverscheucher

"Der Hahn ist dem Çraosha geweiht, dem himmlischen Wächter, der, vom Feuer geweckt, selbst wiederum den Hahn weckt, dieser vertreibt dann durch sein Krähen die Daêvas, die bösen Geister der Finsternis."  (Hehn)

Als vorzügliche Zubereitungsart für ein solches Tier (z.B. auch für Asklepiosopfer oder als Erinnerung an saisontypischen Skeptizismus) empfiehlt Cohu das Orientalische Brathähnchen, wie es hier beschrieben wird. Ich habe es allerdings gleich über Nacht eingesalzen im Kühlschrank gelassen, die Würzpaste noch mit Piment, Zitronenzesten und -Saft (und wesentlich weniger als 1TL Zimt) angerührt, in den Vogel eine mehrfach angepiekste Zitrone gesteckt und ihn zugenäht. Das Fleisch war wie versprochen äußerst zart, die Haut knusprig und von unvergleichlicher Würze! (Ein griechischer oder türkischer, etwas festerer Joghurt passt  zur Abkühlung gut dazu).
Als panreligiöser Ausgleich zu diesem zoroastrischen Mahl gibts heute eine durch und durch katholische Torta Pasqualina (wenn ich auch nicht 33 Teigschichten für die Anzahl der vollendeten Lebensjahre Jesu mache, sondern lediglich zwölf. Auch dafür dürfte sich eine Symbolik  finden lassen, zur Not sogar im Christentum).

(Bildausschnitt: Jean-Léon Gérôme, Hahnenkampf, 1846)

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Auwehzwick

Also ich hoffe, dass die EU nicht dahinterkommt, dass Cohu ein böses, böses, energiefressendes dual display verwendet…wo doch jetzt die IT-Branche den Stromverbrauch um 20% senken soll…und wenn die erst der Cohu-IT dahinterkommen, ich möcht gar nicht dran denken! Da sind Strafzahlungen zu erwarten.

Jetzt  (praktisch zur Ablenkung) noch ein Vorschlag für die EU: wie wäre es, wenn alle EU-Dokumente die supertolle Toner- und damit energiesparende "Ecofont"-Schriftart verwenden ("spart 20% Toner durch Aussparen von Druckbereichen")? Ach, was red ich: warum stellen wir nicht gleich ganz Europa auf diese Schriftart der Zukunft um? (Funktioniert übrigens auch auf dem Bildschirm, durch Pixelsparen!) 

Alte Neue Medien

Höchst erfrischende Perspektiven auf aktuelle Diskussionen bietet diese Seite, auf der Quellen aus dem 19. Jahrhundert zusammengetragen sind. Alle Texte handeln von den Gefahren, die neue Medien mit sich bringen – insbesondere für die Jugend. Das damalige "neue Medium" war der Roman.

Die Herangehensweise an das Problem, der "wissenschaftliche" Anspruch, die Generationenunterschiede sind die gleichen wie heute. Die meisten Textpassagen könnte man leicht verändert in aktuellen Zeitungen lesen. Man muss eigentlich nur "Bücher" durch "Computer/Internet" austauschen:

"The great profusion of children’s books protracts the imbecility of childhood. They arrest the understanding, instead of advancing it. They give forwardness without strength. They hinder the mind from making vigorous shoots, teach it to stoop when it should soar, and contract when it should expand."  (On Novel Reading, 1820)

Zum Vergleich der heutige "Experte" Gerald Hüther:

"Betroffene müssten nur einen Computer sehen, schon hätten sie das Bedürfnis, sich davor zu setzen. Mit jeder Stunde aber, die Kinder vor dem Computer verbrächten, fehle ihnen eine Stunde, um ihr Gehirn für die Anforderungen im wirklichen Leben weiterzuentwickeln, warnte der Hirnforscher." (sueddeutsche.de)

Das Konzept der "Romansucht" war die damalige Entsprechung der heutigen "Internetsucht" – man verglich das zwanghafte Verschlingen von fiktionalem Lesestoff direkt mit Alkohol. Und die "Süchtigen" waren gar arme Gesellen (vielleicht, weil es noch keine Tiefkühlpizza gab?). So heißt es in einem Bericht aus einem tristem Lesesüchtigen-Haushalt:

"I am rooming, (…) with a couple of young men who are confirmed novel readers. Their nights are spent chiefly in poring over ‘the last Romance,’ and their studies are neglected in the strange reverie in which they are continually lost. Speak to them of a matter of History, and they stare vacantly, entirely ignorant of the principal events that have transpired in the world since its doings began to be recorded." ("Novel Reading" in The Western Gem, 1853)

Heute ist es die "Onlinesucht", die Leben zerstört – und sie scheint ein echtes Problem zu sein. Experten behaupten, "dass die Online-Kommunikationssucht sehr häufig bei Menschen jeden Alters, jeden Geschlechts und jeden Bildungsstandes" auftritt: "Onlinesüchtige verändern sich merklich, indem sie sich nach und nach immer mehr vom realen Leben zurückziehen." (www.onlinesucht.de).

 Romane wurden aber nicht nur aufgrund ihrer Suchtwirkung als bedrohlich empfunden – sie lösten sogar Gewalttaten aus! Etwa Suizide:

"A late "Recorder," notices the death of a young lady of 17, in Ohio, and observes–"this was a case of cool, premeditated suicide, occasioned by extreme sensibility, and romantic ideas, created by novel reading. She imagined herself ridiculed and slighted by a young gentleman, who had engaged her affections: she frequently improperly suspected her friends of coolness, and was unhappy because she had no relation. She was heiress to a considerable property, and had been well educated."" (On Novel Reading, 1820)

Heute kennt man den "Internet-Selbstmord" . Er ist traditionell definiert als praktisch jeder Selbstmord, der von einem Menschen verübt wird, der zuvor online mit anderen Menschen kommuniziert hat. Durch das neue Medium Roman wurden aber nicht nur Selbstmorde ausgelöst – nein, auch Jon Wilkes’ Booth’s Mord an Abraham Lincoln führte ein entsetzter Kommentator ganz auf den Konsum von blutrünstigen Groschenromanen zurück:

(…) reading the bloody tales of the weekly story papers, or the flashy, ten cent, yellow-covered literature sold in almost every book store. He will soon learn how to be a hero of the approved romantic type. But, young friend, if you have any regard for your character, your future standing in society, the credit of your families, your own peace and the welfare of your souls, let such reading alone! Why should you suffer yourself to trace hour after hour the foul workings of human revenge, jealousy, malice and corruption, because some writer has woven them into intoxicating fiction? (…) Rather never read a printed line. Such material stimulates only the bad in your nature. (…) Victims of this intellectual and moral debasement are seen dawdling through society in every city and town, communicating poison to all who touch them.("Booth and Bad Literature", in: Youth’s Companion, 1865)

Werden wir den Tag noch erleben, an dem mit Steuermitteln geförderte Stiftungen versuchen werden, unseren verkommenen Kindern und Enkeln das Internetsurfen und Online-Gamen, die Kommunikation in Foren und in sozialen Netzwerken, und – Gott steh uns bei – sogar das Bloggen näherzubringen? Die Gattin des Bundespräsidenten als Schirmherrin einer "Stiftung Internet"? Vermutlich.
Aber die Jugend wird dann – so war es schon immer – ihre Zeit lieber mit anderen Dingen verbringen. Lustigeren Dingen. Holodeck vielleicht.

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Keine Lösung

Was wäre eigentlich, wenn die IAVI irgendwann Erfolg hätte, und es gelänge, eine Impfung gegen HIV zu entwickeln? Konsequent weitergedacht müsste die katholische Kirche den Gläubigen davon abraten, diese für sich selbst (oder ihre Kinder) in Anspruch zu nehmen. Denn eine Impfung würde das "Problem"  – das für die Kirche nicht in der Epidemie selbst, sondern im außerehelichen Geschlechtsverkehr liegt – nicht lösen, sondern, in der Logik des Papstes, sogar noch verschlimmern: schließlich müsste man dann bei unmoralischen Unternehmungen aller Art nicht mal mehr Angst vor bösen Viren haben.

Die christlichen Kirchen investieren stark in die Mission in Afrika. Bei aller Abneigung gegen propagandistisches Verbreiten weltanschaulicher Ansichten: Vielleicht sollte sich das die Atheistische Mission auch mal überlegen.

(Aber mal im Ernst: wer gerne auf die Rückständigkeit des Islams schimpft, dem rate ich, die monotheistischen Religionen mal im Hinblick auf die HIV-Frage miteinander zu vergleichen. Der Islam ist da vielleicht auch nicht das große Vorbild, aber schon mal wesentlich weiter als das Christentum – zum Beispiel im Senegal:

Senegal (…) is one of the best examples regarding HIV/AIDS prevention by engaging religious institutions in a proactive role. (…) Unlike other African countries, HIV/AIDS prevention is a regularly discussed topic in the Friday prayers in mosques in Senegal. (…) The current 1.2 percent AIDS prevalence rate in the general population of Senegal is in stark contrast to the rest of the continent which has an average AIDS prevalence rate of 30–35 percent.

So beschrieben im insgesamt recht interessanten Paper "Cultural Approach to HIV/AIDS Harm Reduction in Muslim Countries", Hasnain 2005.)

(Bild: Wikimedia Commons)

Soso

“Die innere Haltung ist häufig Auslöser für Rückenschmerzen: Angst, Frustration oder Wut. (…) Auch Kinder leiden unter diesen Verspannungen, weil sie im Fernsehen und Internet mit Gewaltszenen und pornographischen Szenen konfrontiert werden. (…) Kinder zwischen 10 und 17 Jahren leiden mittlerweile zu 68 Prozent unter einem schmerzenden Rücken” (sueddeutsche.de)

Pornos sind also nicht nur an Amokläufen schuld, sondern auch an Rückenschmerzen bei Kindern. Komisch allerdings, dass man dafür einen “Rückenpapst” befragen muss – dass man vom Masturbieren einen Buckel bekommt, wusste man doch schon (spätestens) 1831, wie man im Band 6 des “Wörterbuchs der medicinischen Wissenschaften” auf S. 438f. nachlesen kann:

“Diese Art der Kyphosis (Spondylarthrolcace nach Rast) zeigt sich gewöhnlich zuerst in der Lebensperiode wo Scropheln sich ausbilden, und ihren nachtheiligen Einfluss auf die Reproduktion des kindlichen Organismus ausüben. Seltner tritt sie im Jünglingsalter auf, und ist dann Folge unterdrückter chronischer Haulausschläge, der Syphilis, der Masturbation, noch seltener Folge örtlicher Verletzung. Bei der Entstehung dieser Krankheit ist der Wirbelkörper in Folge dyskrasischer Entzündung erweicht, kann das Gewicht des Oberköpers nicht gut ertragen, wird durch Druck theilweise resorbirt, sein Stachelfortsatz fangt an eine Ecke zu bilden. Ein dumpfer Schmerz zeigt sich erst bei zunehmender Difformität…” (Google Books)

Huiui. Zum Trost und Gegenmittel vielleicht ein kleines, durchaus politisch gemeintes Protestlied aus dem Jahre 1965, das heute so wahr ist wie damals.

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A majore ad minus

Nur mal als kleine Erinnerung: der Vatikan hat schon ganz andere Leute nicht exkommuniziert. Ja, mag da der unbedarfte Ungläubige oder Protestant fragen, was muss man denn dann noch anstellen, um exkommuniziert zu werden?
Schreckliches,  Unaussprechliches!

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Erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier…

…und dann sitzt Ihr ganz gemütlich unter einem schön leuchtenden Weihnachtsbaum, singt Lieder und beschenkt Euch mit allerlei Tand, nicht wahr?

SÜNDER! Wisst Ihr denn nicht, dass "eine Lichterkette mit 35 Lämpchen à ein Watt in der Zeit vom 1. Advent bis zum 6. Januar im Dauerbetrieb rund 30 kWh Strom" verbraucht und man "mit dieser Strommenge 450 Hemden bügeln oder 2.100 Tassen Kaffee kochen" könnte? Und wo kommt Eure Tanne her? Ich wette, sie wurde durchs halbe Land gefahren und vergiftet bei ihrem langsamen Verrotten unsere geplagte Atmosphäre noch weiter ("Wie Du wohl weißt, bindet ein Baum im Laufe seines Lebens rund 1 Tonne CO2."). Von den Geschenken mal ganz zu schweigen, Ihr Konsumwahnsinnigen.

Und falls jetzt so Schlaubischlümpfe daherkommen und erzählen, dass sie ihr Weihnachtsbaumgeld schon seit Jahrzehnten für Regenwaldschutz spenden und nur einen Adventskranz aus recycelten Liegefahrradreifen haben, mit guten altmodischen Kerzen drauf…

Öko-Hölle!!!

TEUFELSWERK!  "The widespread practice of misguided eco-Luddites turning off their lights (…) and burning candles as a source of light is grossly misguided and actually contributes to increased carbon dioxide emissions." Wer Kerzen anzündet, zerstört die Zukunft unserer Kinder!

Cohu dagegen denkt – ihren Mitmenschen wie immer ein Vorbild! – nicht nur an sich selbst und ihr kurzfristiges Vergnügen beim Abholzen unschuldiger Tannen und Abbrennen von Erdölprodukten, nein, sie hat das Wohl unseres Globus, ja, die Zukunft der gesamten Menschheit im Blick. In meine (ungeheizte) Wohnung kommt kein Baum und keine Lichterkette! Meine Kerzen habe ich an Witwen und Waisen verschenkt und den Adventskranz zu einem ballaststoffreichen Rohkostsalat verarbeitet! Und ich hoffe, dass die EU den absurden Energieverschwendungsexzessen in der Weihnachtszeit bald endgültig den Garaus macht. Die Verbreitung der wunderschönen, stimmungsvollen und energiesparenden LED-Lichterketten ist ja schon mal ein guter Anfang, aber leider noch freiwillig…

(Bild: Peter Becker, Wikipedia)

Dankbarkeit

"Verbraucher können zu Hause weiter ihre alten Glühlampen benutzen."

Das ist aber nett, liebe EU. Dass ich meine Glühbirnen noch aufbrauchen darf und unser Fünfjahresplan nicht vorsieht, dass sie zwangsweise zu Sambarasseln verarbeitet werden müssen. Und dann spare ich auch noch 50 Euro im Jahr mit den tollen neuen Energiesparlampen. Wahnsinn.

Aber eine Frage hab ich jetzt noch – es ist bitter, aber in fast allen deutschen Supermärkten kann man leider immer noch diese rückständigen Italienischen Nudeln kaufen, die teilweise 12 Minuten brauchen, bis sie gar sind. Dabei gibt es inzwischen längst innovative Pastaprodukte, die lediglich mit kochendem Wasser übergossen werden müssen… was man da an Energie sparen könnte!!! Warum gibt es noch keine dementsprechende Verordnung? Warum lässt die EU uns hier so bitterlich im Stich!?

(Wenn man sich ans Grab von Onkel Hayek setzte und seinem Leichnam die EU-Glühbirnen-Entscheidung vorläse, würde er übrigens nach Berechnungen von Cohu-Experten so schnell und langanhaltend rotieren, dass man mit der entstehenden Energie alle Haushalte der EU für ein Jahr mit Licht versorgen könnte. Schönes, warmes, quecksilberfreies Glühlampenlicht, wohlgemerkt.)

Ökenalarm

Das kommt davon, wenn man Weleda anschreibt…habe mail natürlich gleich ausgedruckt, bis das Papierfach leer war. Mit dem guten "100% rainforest"-Papier.

Cohus Weg zurück zum Glauben

*Akustisch und ästhetisch Schmerzempfindlichen, Schwangeren, Personen mit Herzschrittmachern und Kindern unter 12 Jahren wird dringend davon abgeraten, die in diesem Eintrag eingebetteten Videos abzuspielen*

Cohu war auf der Suche nach einem kleinen Tubenstück, um ihre bevorstehende Abreise in ein Land zu illustrieren, das der aufmerksame Seher bzw. Hörer bald identifizieren können wird. Zunächst mal stieß ich auf dies hier. Die typische Schreckens-Lähmung setzte ein, ich musste mir das Desaster bis zum bitteren Ende ansehen.

“Zweifellos” – so dachte Eure tapfere Cohu – “zweifellos wird dies das schlechteste sein, was die Tube beim gewählten Stichwort zu bieten hat, denn die Welt ist gut und behütet von einem allwissenden, allmächtigen, barmherzigen Gott, der alles Unrecht durch Schönes und Gutes wieder ausgleicht, weil wir gottesebenbildliche Menschlein ihm am Herzen liegen.” – ich klickte weiter und wurde eines Besseren belehrt:

Danach war ich, wie jeder, der den Clip auch nur angespielt hat, kurz davor, mir mit einer rostigen Gabel die Augen und vor allem Ohren auszukratzen. Was ist das für ein Gott, der sowas erlaubt? Warum fährt kein Blitz vom Himmel, warum tut die Erde sich nicht auf, warum zersplittert nicht das Raum-Zeit-Kontinuum? Darf Satan nun ungestraft auf Erden wandeln und dann auch noch ein Akkordeon bedienen? Warum ich???

Doch worauf stieß ich dann? Wie hielt das Universum in seiner unerforschlichen Synchronizität mich doch noch davon ab, an der Verkommenheit und Hässlichkeit der Welt zu verzweifeln und zur gottlosen Teufelsanbeterin zu werden? Wie fand ich meinen Glauben wieder?

So, meine Damen und Herren:

Apelsin. Eine 1974 gegründete estnische Rockband. Ich weiß nicht, was am coolsten ist. Die Schnauzer? Das Banjo? Das Käppi? Die Fiedel? Die Pullover? Die Fototapete? Ich weiß nur: Apelsin ist definitiv die rockingeste estnische Band die ich überhaupt jemals gehört habe!!! Achja, das Lied heißt “Tirooli Lauluke / Tirol Song”. Damit wissen jetzt sogar die Feigsten unter meinen Lesern, wo es hingeht. Cohu jedenfalls hat den festgefassten Plan, von diesen sagenhaften Kerlen heute Nacht zu träumen, denn: Jodeln kann sexy sein. Solang’s kein Tiroler ist.