Husch! Husch!

Jetzt aber schnell heim!!!
Der Computerausschalttag ist zwar erst in nem Monat. Aber: schon heute ist Work Your Proper Hours Day! Ach so, nur in England. Weil, wir haben nicht die erforderliche "Long Hours Culture". Na, dann dürfen die Bürodrohnen unter Euch noch ein wenig nutzlos herumsurfen…

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Kampf dem Leuchtkörper: Von Britannia lernen

Hier hat sich Cohu schon mal über den gleichlautenden Vorschlag eines englischen Wissenschaftlers lustig gemacht – aber nicht zu früh gefreut, jetzt gehts nämlich in Deutschland los: Grüne sagen Glühlampen den Kampf an.
Cohu, die im Kampf ums Klima nicht zurückstecken will, sagt ganz entschieden den größten CO2-Schädlingen in deutschen Haushalten den Kampf an: Kerzen sowie Teelichte müssen verboten werden! Offenes Feuer hat bekanntermaßen eine CO2-Bilanz, dass’ der Sau graust. Und dazu die Luftbelastung… Ausnahmeregelungen könnte man über Wachsverbrennungskörper-Zertifikate regeln (im KVR zu erwerben, dann für 2 Tage gültig). Und allen, die da sagen: erhebt doch verdammt nochmal einfach eine Steuer auf CO2-Ausstoß und gut is’ – kann ich nur erwidern: das macht keinen Spaß und man kann nicht halb so viele Ausschüsse und Initiativen besetzen für Kühlschrank- und Autozertifizierung, Umbau der KFZ-Steuer, Verbot von Glühbirnen, einige Subventionen für Solaranlagen sollten auch noch zu holen sein, etc.. Freude an der Regulierung ist die Devise. Und das Vereinigte Königreich kann da gut unser Vorbild sein. Siehe dazu auch den Vorschlag, Werbung für jegliche Art von Essen – außer Obst und Gemüse – zu verbieten. Nicht mal für Milch, Magerjoghurt oder Wasser (!) dürfte in Zeitschriften, Internet, etc. mehr geworben werden. Auf dass der Brite in neuer Schön- und Schlankheit erstrahlt…

(Bild: Wikimedia Commons)

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Decline of a Nation: Good Dog

 People Person mit Macho-Image

In Großbritannien werden momentan, wie ich den BBC News entnehme, bevorzugt Staffordshire Bullterrier gestohlen – inzwischen fast doppelt so viele wie noch vor ein paar Jahren. Laut einem Polizeireport wird vermutet, dass die Diebe die Köter später als Wachhunde für ihre Drogenverstecke bzw. für Diebesgut verwenden – die Rasse gilt laut deutscher Kampfhundeverordnung bei uns als "gefährlicher Kampfhund". Nun könnte man schon Zweifel daran haben, ob Hunde, die sich einfach so stehlen lassen, als Wachhunde besonders gut geeignet sind – und das bestätigt die Dame vom Staffordshire-Züchter-Verein:

"They’re so people orientated that they will go with anyone, contrary to their reputation. They’re happy to go off with people. They just love people.Because of their macho image, people think they’re going to look macho with a Staffordshire Bull Terrier, but the dogs would far rather be curled up by the fire." (BBC News)

Auch für den Staffordshire Bullterrier Club Germany ist die Rasse ein "Familienhund", die Einordnung in Kampfhundkategorien ein Missverständnis.
 Ich bin kein Hundeexperte, aber was für ein schönes Bild: der Bösewicht gerät aufgrund der überbordenden Gutmütigkeit des nur gefährlich scheinenden Terriers in Schwierigkeiten, weil dieser die Schnüffler der Polizei nicht geifernd und knurrend vertreibt, sondern schwanzwedelnd zu Koks und geklauten Stereoanlagen führt, um sich dort auf dem Rücken zu werfen und am Bauch kraulen zu lassen.

(Bild: Staffordshire-Bullterrier-Club)

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Decline of a Nation: Dringendes Update

Ich wollte ja über das Phänomen "Binge Drinking bei Tieren" eigentlich nicht berichten. Aber jetzt komm ich nicht mehr aus: ein Farmer in Cornwall bringt laut BBC News seine Bullen mit 20 Maß Bier täglich und zärtlichen Massagen auf Wagyu-Niveau. Manch einer würde vielleicht tauschen wollen, wäre da nicht dieser Absatz:

"The result is fatty well-marbled beef with burgers from the herd fetching up to £40 each in London restaurants."You can’t really taste the beer, it just tastes like really, really good beef," said Mr Pluess." (BBC News)

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Decline of a Nation: Dicht wie Sau

Cat content: in diesem Fall nicht intendiert!

Mal wieder was für die Tierfreunde: seht Euch mal Perky the Pig an, ein Ferkelchen in Pint-Größe aus der am Rande des Dartmoor-Nationalparks gelegenen Gemeinde Buckfastleigh.
Wie ich der Seite des lokalen Fotografen entnehme, scheint man im landschaftlich reizvollen südlichen Devon eine ganz besondere Beziehung zum Fotomotiv "Tier + Alkoholisches Getränk" zu haben – vgl. Saatkrähe (?) Jackie The Rook beim Genuss eines Scotch. Unglaublicherweise  gibt es in besagtem Buckfastleigh auch noch eine kombinierte Schmetterling- und Otterfarm. Und zu allem Überfluss- das kann doch kein Zufall sein – stammt auch die lockige Katzenrasse "Devon Rex" (s. Abb.) aus dem Kaff (ob man die süß findet, ist allerdings Geschmackssache…).

P.S. Natürlich sollte das, siehe Überschrift, ein Artikel darüber werden, dass in GB jetzt sogar schon die Schweine binge drinking praktizieren. Aber durch die vielen drolligen Tierchen wurde ich milde gestimmt. Es lebe Buckfastleigh!

Decline of a Nation: Tight Spot

Zur Beruhigung für all jene, die sich über den Münchner Wohnungsmarkt aufregen: in London wird seit letzter Woche eine Wohnung ein Kabuff mit den erstaunlichen Maßen von 3,30 x 2,10 (etwas mehr als 7qm) für erstaunliche 260.000 € zum Kauf angeboten. Es handelt sich aber nicht mal um eine mit Diamanten-Fußboden ausgelegte Goldbude, sondern ein ehemaliges Hausmeisterkammerl (siehe anschaulich bebilderten BBC-News-Artikel). Na, wer will nach London ziehen?

Decline of a Nation: Off work for saddling my dead horse.

Die Tierliebe der Briten ist legendär – Cohu berichtete. Aber mit dieser Nachricht haben sie echt, haha, den Vogel abgeschossen: einige Londoner Firmen bieten ihren Angestellten jetzt "peternity leave" – bezahlten Urlaub, falls das geliebte Haustier krank sein sollte und der Pflege bedarf, und "compassionate leave", falls das Tierchen verstorben ist und in die Seifenfabrik gebracht  liebevoll im Garten beigesetzt werden muss (Sunday Times). Und übrigens, an der University of Lancaster würd ich auch gern als Organisationspsychologe arbeiten, um dann solch komplexe Sachverhalte endlich zu durchschauen:

“When jobs are insecure, telling a boss that you want time off work to look after a pet would not go down well."

(In guter alter Tradition der Rubrik "Decline of a Nation" empfehle ich Euch natürlich, sowohl die Qualität dieser "Expertenaussage" als auch das Entgegenkommen der Arbeitgeber als als Zeichen absurder Dekadenz und Unfähigkeit der Briten zu werten. Und nicht etwa als Indiz für einen dank fescher Konjunktur boomenden Arbeitsmarkt auf der Insel, der es erlaubt, Lehrstühle für das Offensichtliche und Urlaub für Haustiere einzurichten…)

Decline of a Nation: Bitte recht freundlich

Auf den britischen CCTV-Wahnsinn hab ich ja an anderer Stelle schon mal hingewiesen. Besonders schöne Meldung jetzt aus Schottland: Geschindigkeitsüberwachungs-Kameras sollen jetzt von Kameras beobachtet werden, um Vandalismus zu verhindern (BBC News). Wir stellen jetzt mal nicht die Frage, wer die CCTV-Kameras bewacht, und ob es eigtlich in den Räumen von Kaufhausdetektiven auch Kameras gibt, die sicher stellen, dass die Guten sich nicht nur Videos von den Damen-Umkleidekabinen reinziehen!
In die gleiche Meldungskategorie fällt der schon etwas ältere Vorschlag, beradelte (hab das jetzt mal von “berittene” abgeleitet), also, beradelte Streifen-Polizisten mit Kopfkameras auszustatten (BBC News), to, Zitat “record and secure vital evidence”. Das ist sozusagen “Human Enhancement” – vollkommen in Cohus Sinne, aber mal ganz unverschämt gefragt: haben die keine Augen im Kopf? (Jetzt auf europäisches Festland angewandt: wenn es ein Kopforgan bei Polizisten gibt, das nicht immer alle Standards erfüllt, dann doch nicht die Augen…)

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Decline of a Nation: Nichts zu Lachen.

Großbritannien rühmt sich gerne, das Mutterland eines besonders ausgeprägten und feinen Humors zu sein – der Brite ist nicht witzisch und lustich, sondern witty und funny, und das ist ein ganz enormer Unterschied. Monty Python, Fawlty Towers und Terry Pratchett haben es zudem geschafft, die Legende vom natürlich humorvollen Großbritannien in alle Welt zu tragen und zu festigen. Aber – zumindest in Cohus ikonoklastischem Einzugsbereich – muss jeder Mythos mal bröckeln. Und so trifft es sich gut, dass in England das umfangreiche Notizbuch eines Komödianten aus dem 19. Jhd. aufgetaucht ist, voller viktorianischer Witzchen (BBC News).
Lacher gefällig?

"What’s the difference between a rowing boat and Joan of Arc? One is made of wood and the other is Maid of Orleans."

Uff…

"Bad husbands are like bad coals – they smoke, they go out, and they don’t keep the pot boiling."

Puuuuuh!

Tom: Did you hear of that accident today? Three men run over by a railway train?
Ringmaster: Killed?
Tom: No, they were saved by a miracle – the train was going over the bridge and they were going under it.

Das sollte, finde ich, reichen, um Großbritannien ein für alle Mal vom hohen Sockel der Humornation zu stoßen (die krankhaft misogynen Witze lass ich jetzt mal weg, aber seid beruhigt, es gibt derer zahlreiche).
Aber in noch einem Bereich gleichen sich die Briten anscheinend langsam den Deutschen an: man findet immer wieder Beispiele von ausgeprägtem nationalem Selbsthass. Der Kommentar mit dem bezeichnenden Titel "This popcorn and burger society is making me sick" könnte glatt von einem deutschen Zeitungskolumnisten stammen – jetzt mal abgesehen von der Sprache und der Tatsache, dass der Autor sämtliche Probleme – inklusive unverschämte Teenager – nicht  wahlweise auf die Nazis oder die 68er zurückführt, sondern auf Margaret Thatcher…

(Bild: Screenshot aus Monty Python’s Flying Circus, via Wikipedia)

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Große Brüder

Die Briten haben ja jetzt große Big-Brother-Probleme – ne, ich meine nicht die CCTV-Seuche, die Großbritannien in den letzten Jahren überschwemmt hat (meine Lieblingsstelle im zitierten ZEIT-Artikel ist immer noch die hier:

Einer der Videokontrolleure beobachtet einen Passanten, der einen McDonald’s-Karton fallen lässt. Er schaltet das Mikrofon ein: »Heben Sie bitte Ihren Abfall auf und werfen ihn in einen Mülleimer.« Der Schmutzfink dreht sich zu dem Lautsprecher um, wendet sein Gesicht der Kamera zu, geht weiter. Aus dem Lautsprecher gellt eine zweite Warnung: »Wenn Sie Ihren Abfall nicht aufheben, werden wir Sie strafrechtlich verfolgen.«)

– also, darum soll es ja jetzt gar nicht gehen, sondern vielmehr um die unsägliche Fernsehsendung gleichen Namens. Im britischen (Promi-) Big-Brother gibt es nämlich einen Rassismusskandal – die Bollywoodschauspielerin Shilpa Shetty ist im Menschenkäfig sichtlich unbeliebt, was sich in charmantem Verhalten ihrer Mitgefangenen äußert:

On Monday night’s episode, Jo reportedly suggested that Indians were thin because they are always ill as a result of undercooking their food.
The trio also complained that Shilpa had touched other housemates’ food with her hands.
Danielle said: "You don’t know where those hands have been."
Jade Goody’s mother, Jackiey Budden, repeatedly referred to Shilpa as "the Indian" while she was featured on the show and was unable to pronounce her name.
(BBC News)

Wohl haben wir es bei Frau Shetty mit einer britischen Kader Loth zu tun: die ganze Person ist eine "nerve-fraying annoyingness", meint Germaine Greer in einem aufschlussreichen Guardian-Kommentar:

"Everything about her is infuriating: her haughty way of stalking about, her indomitable self-confidence, her chandelier earrings, her leaping eyebrows, her mirthless smile, her putty nose and her eternal bray."

…was den habituellen Rassismus der anwesenden "weißen" Vollbriten natürlich nicht besser macht. Ich nenne das "Prinzip Schminkspiegel", wenn man bei Menschen allzu genau hinsieht, wird es immer hässlich.
So sind denn auch die Tschechen dazu übergegangen, eine alternative primate reality show zu senden: Stars sind die Gorillas des Prager Zoos. In diesem Zusammenhang soll jetzt eine Gorilla-Geburt live im Internetz übertragen werden.

Bei diesen Aussichten kann ich die armen deutschen Politiker, die sinnloserweise zu Bunte-Homestories gedrängt bis ins intimste Detail hinein durch die Gegend gehetzt werden, weil Journallie und Medienkonsumenten sich in ihrer jugendlichen Unverschämtheit erdreisten, Menschen, die bereit sind, politische Verantwortung zu übernehmen, mit anderen Maßstäben zu messen, auch in ihrem Privatleben, als den Rest der Bevölkerung, nur beruhigen: seid froh, dass nicht auch noch die Geburt Eurer (unehelichen) Kinder im Fernsehen stattfindet. Soviel Privatsphäre gesteht Euch nämlich selbst Cohu zu.
(Bild: Wikimedia Commons)

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