Fifteen Minutes of Fame

…stehen jedem zu. Herr Bauer bekommt sie durch eine
Erwähnung beim Nerdfachblatt Heise, und meine IT (vom “weltbekannten Max-Planck-Institut für Meteorologie”) bringt es sogar zu einer zackigen Bild-Schlagzeile.

Und ich? Die einzige Chance, auch noch berühmt zu werden, ist vermutlich frenetisches Auf- und Abhüpfen vor den BR-Kameras auf der Wiesn…(TV München gibt es doch nicht mehr, oder?) Vielleicht nehm ich mir noch ein großes Schild mit, Aufschrift: “Günther, ich will ein Kind von Dir!”. Oder so ähnlich.

Mein Kandidat: Schwarz-Rot

Die Wahl ist gelaufen. Jetzt heißt es nur noch aus der Gruppe der Sieger den richtigen Kandidaten auszuwählen!
Habe letzte Woche das Lenovo-Center in der Lindwurmstraße besucht, das praktischerweise fast neben einem GRAVIS-Store liegt. Hier konnte ich also alle Kandidaten – ob schwarz-rot, weiß oder silbrig – so richtig befummeln und bestaunen.
Fazit: die Ei- und Kraftbücher haben ein derart smartes Design, dass ich es irgendwie schon
jetzt nicht mehr sehen kann. Insbesondere das IBook sieht dermaßen trendy und frauenkompatibel aus, dass es mir graust. Angeben kann man mit den Teilen ja auch nicht mehr. Ich wette, dass inzwischen in jeder Daily Soap so ein Teil in der Kulisse steht, um der bunten Bude und den darin befindlichen aufgebrezelten, schleichwerbenden Darstellern einen noch jugendlicheren Anstrich zu geben. Dazu kommt, dass ich mit so einem g’schleckten Kasten sämtliche Peripheriegeräte und mir lieb gewonnene Software in die Tonne treten müsste. Teuer sind sie auch noch.
Ganz anders die hübsch schwarzen Denkblöcke: das X 41 hier ist dermaßen geil, dass man es mir fast mit einem Brecheisen wieder aus den Klauen stemmen musste. So klein, so schön! Es als “Subnotebook”
zu bezeichnen, ist praktisch eine Beleidigung. Auch für das T43 (wohl die vernünftige Alternative) habe ich eine gehörige Schwäche entwickelt. Die liegen einfach gut in der Hand. Optisch wie haptisch gewöhnungsbedürftig ist lediglich die Denkblock-typische roten Steuerwarze (“Trackpoint”) in der Tastatur (siehe Abb.), allerdings: sie funktioniert tatsächlich und ist sogar ziemlich angenehm (Was man z.B. von den Touchpads der I- und Powerbooks nicht gerade sagen konnte: für mich als Mäusehasserin durchaus wesentlich!). Aber das Beste: bei www.nofost.de kriegt man auf die Denkblöcke an die 30% Rabatt, wenn man Student ist! Dazu dreijährige Garantie. Hmmmm…

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Gottlose machen’s besser

Also, dass ich jetzt schon wieder auf dieses leidige, seit der Aufklärung eigentlich obsolete Thema zurückkommen muss…aber gerade bin ich auf diesen Artikel gestoßen: eine Studie soll zeigen, dass Religion dem sozialen Gelingen einer Gesellschaft nicht zuträglich ist:

“In general, higher rates of belief in and worship of a creator correlate
with higher rates of homicide, juvenile and early adult mortality, STD
infection rates, teen pregnancy and abortion in the prosperous democracies.
(…)
“The widely held fear that a Godless citizenry must experience societal
disaster is therefore refuted.”

Nimm das, Hohmann!

[Update: fairerweise muss man darauf hinweisen, dass diese Studie natürlich nicht gerade lupenrein aussieht: “Like religion itself, this study fulfills a spiritual need (the need to diagnose Americans as bible-pounding dummies), but delivers a lot less than it promises.” (reason.com’s Hit&Run). Hit&Run verlinkt praktischerweise auch noch auf einen besonders elaborierten Nazivergleich: God – the Original Fascist]

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…cohu aus Tirol!

Fotos von der Wanderung zum Grastalsee und auf den Hemmerkogel gibt es
hier.

Neunauge sei wachsam

Die  schlechten Nachrichten, äh, schlechten Nachrichten überlasse ich heut mal anderen und gebe mal wieder praktische Lebenshilfe – ein schönes Herbstrezept: Gebratene Neunaugen!

Lebendige Neunaugen in ein Säckchen schütten und unter eine Presse legen, damit sie ersticken. Die herausgenommenen Neunaugen mit Salz bestreuen und mit einem Tuch den Schleim abwischen. Auf einer trockenen, erhitzten Bratpfanne ohne Fett die Neunaugen eng beieinander legen und 5-8 Minuten braten, dann wenden und noch 4-5 Minuten braten. Ein gebratenes Neunauge muss beim Biegen brechen, es darf nicht zäh und auch nicht angebrannt sein, sonst schmeckt es bitter. (Will man die Fertigen Neunaugen flacher haben, dann soll man sie mit einem Holzstampfer plattdrücken). (…) (Nina Masilune, Lettische Nationalgerichte, S. 40)

Mal ernsthaft: wenn ein Land mit solchen Nationalgerichten in die EU darf, dürften wir doch mit ein paar Menschenrechtsverletzungen kein Problem haben!

Ich habs Euch ja gesagt…

…dass es noch einen Nazivergleich gibt diese Woche. Und tatsächlich: hier ist er!

“Der Moderator mit dröhnender Stimme: „Die meisten kennen meine politische Einstellung. Meine Vorsitzende ist ja Angela Merkel. Sie ist bei der Wahl gescheitert, weil sie einen entscheidenden Fehler gemacht hat. Sie hat immer nur
von ,ich‘ und nicht von ,wir‘ gesprochen.“

Dann sagt Heck die ungeheuerlichen Sätze: „Es gab im letzten Jahrhundert ja schon einmal einen Menschen, der in der Politik immer nur von ,ich‘ redete. Und das ist fürchterlich geendet.“”

Mein persönlicher Favorit war ja der Mißfelder (lang nichts mehr gehört von ihm). Von seiner Seite zwar kein Nazivergleich, dafür aber ein pfundiger Link, und zwar zur “Imagekampagne Black Is Beautiful”.

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Der Berg ruft!

…und deshalb habe ich mir wunderschöne blaue Wanderschuhe mit etwas befremdlichem Namen gekauft und breche ins
Ötztal auf (Witz über gefriergetrocknete Ösis hier einfügen).Ihr seht, die Zeiten, in denen ich den Schachen mit New-Balance-Turnschuhen besteigen musste, sind vorbei!
Die Wiesn, auf der ich im Winzerer Fähndl schon einen Schweinsbraten und im Schützen-Festzelt ein…äh…mehrere Biere genossen habe, muss zurückbleiben; ein Fotobericht wird folgen.

Happiness…

Jetzt mal wieder zu den Sachthemen. Vielleicht hat der eine oder andere von Euch das Interview mit Richard Layard in der SZ am Wochenende gelesen (Artikel im Netz leider nur kostenpflichtig erhältlich). Layard ist ein renommierter Ökonom an einer Londoner Wirtschaftsschule der LSE, außerdem langjähriger Berater der Blair-Regierung und somit ein Vater des “Dritten Weges” bzw. der “Neuen Linken”, der in der letzten Zeit mit dem jetzt auch ins deutsche übersetzten Buch “Die Glückliche Gesellschaft” Aufsehen erregt hat.
Insbesondere die deutsche Presse jubelt über die Layards Thesen, die angeblich zu einem “radikalen Kurswechsel” der Politik aufrufen, indem er eine “neue große Vision” entwickelt: im Zentrum soll nicht mehr das Wirtschaftswachstum stehen,sondern “der Mensch”, bzw. eben das Glück. Schon der Klappentext lässt schlimmes ahnen:

“Wir sind eine Wohlstandsgesellschaft – eine glückliche Gesellschaft sind wir nicht. Stress, Angst und Unsicherheit bestimmen unser Leben auf der Jagd nach Geld und Erfolg. Schuld ist die einseitige Fixierung auf ökonomisches Wachstum, die Politik und Wirtschaft bestimmt. Mit seinem Blick auf das Glück der Menschen stellt sich Richard Layard radikal quer zu seiner Zunft und zur herrschenden Politik. Er macht konkrete und unbequeme Vorschläge für einen Politikwechsel. Auf der Grundlage umfangreicher empirischer Studien geschrieben, ist sein Buch ein Plädoyer gegen die Herrschaft der Ökonomie über unser Leben, ein dringender Appell zum Handeln und eine neue große politische Vision, deren Kern das Glück der Gesellschaft ist.” (libri.de)

Da schwebt dann dem momentan vielleicht etwas bedröppelten SPD-wählenden Journalisten Layard gleich einem Ritter auf dem weißen Hengst des Wirtschaftsverstandes vor Augen, der herbeigaloppiert, um uns alle vor den bösen
Heuschrecken und Neolibs zu retten. Er will unser Glück, alle anderen wollen nurWachstum!
Diese Begeisterung geht wohl etwas an der eigentlichen Frage vorbei. Das Ziel fast aller politischer Visionäre ist das “Glück der Gesellschaft” (zumindest seit dem Siegeszug des Utilitarismus). Nur glaubt jeder, es auf eine andere Art und Weise am besten erreichen zu können: der eine versucht das eben über möglichst hohes Wirtschaftswachstum, der andere mit Bierdeckeln oder 25% oder Freibier, manche probieren’s mit einem Blitzkrieg, und der nächste – nämlich
Layard – mit dem Hinweis, dass niedrige Steuern und hohes Pro-Kopf-Einkommen nicht alles sind.

…is a high tax rate

Und das geht so: Glück, sagt Layard, hat nichts mit dem absoluten, sondern mit dem relativen Einkommen zu tun. Das heißt: in einer Gesellschaft, in der alle anderen von 1000 Dollar im Monat leben, werde ich mit 1500 glücklich sein; in einer Gesellschaft, in der alle anderen 5000 Dollar verdienen, machen mich meine 1500 nicht sehr froh. Das bedeutet, dass eine Erhöhung des Pro-Kopf-Einkommens in einer Gesellschaft für manche sogar negative Effekte haben kann (die altbekannte “Soziale Schere”). Zweitens passen sich Leute an ein erhöhtes Einkommen an: ihre Vorstellung davon, was ein “angemessenes” Einkommen ist, verändert sich nach oben, je nachdem, wie viel sie verdienen. Das kann -weil Menschen ihre sich stetig erhöhenden Erwartungen nicht antizipieren – in Wohlstandsgesellschaften zu einem “Rat Race” führen: ein Nullsummenspiel, bei dem alle für mehr Einkommen rackern und rackern (und dabei andere Glücksfaktoren wie fressen, saufen, f Familie, Freizeit etc.
vernachlässigen), ohne tatsächlich eine Steigerung eines individuellen Glücks zu erreichen. Damit bleibt dann auch – trotz gestiegenem Pro-Kopf-Einkommen – das Glück der Gesellschaft auf der Strecke.
So  erklärt Layard, warum (angeblich) in den Wohlstandsgesellschaften das Glück in den letzten 50 Jahren nicht gestiegen ist, obwohl das Pro-Kopf-Einkommen in die Höhe schnellte.  Und damit erklärt sich auch, warum hohe Steuern glücklich machen: einerseitskönnen sie für Umverteilung und damit für eine Vermeidung der “Sozialen Schere” sorgen, andererseits nehmen sie den Leuten die (fehlgeleitete) Motivation, mehr zu arbeiten, als gut für sie ist, und verhindern so das “Rat Race”.
Tim Worstall, Erfinder des Economic Idiot Award, bemerkt dazu boshaft:

“…his central thesis seems to be that marginal tax rates should be 60%. This is based on the ideas that, one, you are too dim to understand work/life balance so we should tax you 30% if you work too much and two, that if you go ahead anyway and make more others will get jealous, so we should tax you another 30%. About the only positive thing I can say about this at present is that it is nice to have it proven that the Third Way really is based upon stupidity and envy. ” (link)

Ja, und natürlich gibt es auch schon Libertarians, die auf den “Happiness”-Zug aufspringen, den Layard ins Rollen gebracht hat, und behaupten, ökonomische Selbstbestimmung mache Leute noch glücklicher als hohe Steuern, und außerdem sei es gar nicht die Aufgabe des Staates, Glück herzustellen, sondern nur, die Ausgangsbedingungen für die Verfolgung des eigenen Glücks herzustellen:

“Research tells us that optimism works. People who think that they are in control of their lives go on to be more successful than others, whereas those who indulge in victimisation and think that someone else is to blame for their problems are most often proven right in their pessimism. Creating the paternalist institutions that Layard and others propose would be a way of depriving us of freedom, and the sense of control, and therefore probably also of happiness.” (Johan
Norberg, The Scientist’s Pursuit of Happiness
)

So. Wie schon mein (und übrigens auch Layards) großes Vorbild Jeremy Bentham sagte: “Happiness is a very pretty thing to feel, but very dry to talk about.”
Und deshalb solls das für heute erstmal gewesen sein von der Glücks-Debatte.

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Face it

Amerikanische Wissenschaftler planen, die weltweit erste Gesichtstransplantation durchzuführen. Vielleicht ist das auch eine Lösung für das deutsche Wahldebakel: Merkel könnte bei einer Neuwahl als Schröder kandidieren. Oder andersrum!

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