Eigner Herd ist Goldes Wert…

…vor allem, wenn er einem vom Vermieter samt neuer Küche in die Wohnung gestellt wird. Endlich sind meine mehrmals wöchentlich getätigten Anrufe beim Noor Jahan überflüssig nur noch optional.
Vielleicht war es doch nicht so schlecht, dass Cohus Headquarter zum Jahreswechsel von einer obskuren dänischen Immobilienholding aufgekauft wurde. Die Ceranplatte hätten sie sich allerdings sparen können, was will man von einer Kochplatte, die (laut Gebrauchsanweisung) von praktisch allen darauf verteilten Speisen zerstört werden kann? Nichts für temperamentvolle Köche.

Jahrmarkt der Eitelkeiten

Peter Claesz: Vanitas

"Wir schreiben für eine Elite, die sich als die verantwortungsbewusste, gestaltende Elite des Landes versteht." – das sagt der Chef von Condé Nast über die neue Vanity Fair (laut SPON-Feuilleton-Überblick). Die Website dieses elitären Blattes ist wohl auch für einen ganz begrenzten Zirkel zugeschnitten, nämlich den der Surfer, die gerne von schlecht designten, viel zu lauten, automatisch abspielenden Soundeffekten überrascht werden. Gebt Euch bitte auch mal den Letter from the Editor, schon allein wegen des monstercoolen Fotos.
Aber man muss sich sowas nicht antun. Man kann sich auch den New Yorker bestellen. Und, für weniger als 2 Euro (!) pro Ausgabe jede Woche wieder erstaunt feststellen, dass es richtig guten Journalismus gibt, ohne prätentiöses Getue, ohne Elitegeschwafel, ohne selbstreferentielles Geschwätz. Cohu empfiehlt dies sogar ausdrücklich (nein, ich bin nicht scharf auf die Freundschaftswerbeprämie). Und wer dann doch noch eine Vanity Fair will, die ihn stilvoll unterhält und über die High Society informiert, der soll William Makepeace Thackerays Version lesen (mach ich auch grade).

Nein, nein, nein!

…das darf nicht passieren: Sardellen werden knapp! Es gibt Tierarten, um die wäre es schon aus Geschmacksgründen wirklich schade. Sollen meinetwegen irgendwelche Stinkkäfer oder Haarfrösche aussterben, aber doch nicht die kleinen salzigen Sardellchen!
Sonst gehts mir noch wie Fry in "A Fishful of Dollars":

Robot: "Yo, I haven’t got all day. What kinda pizza yous guys want?"
Fry: "Uh, yeah. We’ll have one with everything but anchovies and one with my all time favorite topping, anchovies."
Robot: "Invalid selection. Yo, whaddaya talkin about?"
Fry: "Anchovies! Y’know, those little headless fish."
Robot: "Does not compute. Does not compute." (explodes)
Professor: "I’m sorry Fry, but the anchovy has been extinct since the 2200s."
Fry: "What???"
Professor: "Oh my, yes. Fished to death. Just about the time your people arrived on earth, wasn’t it, Zoidberg?"
Zoidberg: "I’m not on trial here!"

Ach Gott, muss in die Küche, Sardellenpizza belegen…solang ich noch welche kriege!

Rätsel um Cohu: Leser-Reporter finden Doppelgänger

Bild-Leserreporter haben einen täuschend echten, vom Original praktisch ununterscheidbaren Roland-Koch-Doppelgänger gefunden (siehe Abb.).

Aber Cohu erstaunt, in Doppelgängerhinsicht, ja gar nichts mehr. Denn von mir gibt es schon lange ein zum Verwechseln ähnliches Double.
Cohus Exklusivkommentar: “Es geschieht immer wieder, dass ich auf meine Ähnlichkeit mit “Italiens schönstem Po” angesprochen werde. Das ist schon sehr witzig. Zumal ich etwas jünger bin!”

Wem die Stunde schlägt

Anfang vom Ende: Jack und Roberto

Ich muss mich jetzt mal outen. Nein, ich war nicht in der Waffen-SS, nicht mal bei StudiVZ. Habe auch keinen Fußpilz bzw. Warzen. Auch – moment, kurz Nachsehen – keine Läuse.
Aber:  ich sehe ca. seit… also, seit ich mich erinnern kann, Lindenstraße. Mit ein, zwei Jahren Pause mangels Fernseher, aber seit Folge 1000 ist das ja auch, mit ein paar Tagen Verspätung, online. Nun wird also jede Woche (sobald die IT aus dem Haus ist), "LiStra" geschaut, wie der Fachmann sagt.
Ich weiß nicht, ob jemand unter meinen Lesern die Serie verfolgt und mutig genug ist, dies zuzugeben – aber die Einreihung des Roberto Buchstab in die lange Reihe der LiStra-Toten war schon ein echter Hammer, so rein dramaturgisch. Junge Liebe! Gerade erst aufgeflammt, und schon eiskalt zerstört! Cohu griff gerührt nach trocknenden Taschentüchern und tröstender Schokolade.
Und stöberte danach mit morbidem Interesse in der Galerie der Verblichenen der Lindenstraße: unvergessen, wenn wir schon bei Liebe sind, der "Doppel-Freitod" von Ernst-Hugo von Salen-Priesnitz und Amélie von der Marwitz (ist das wirklich schon zehn Jahre her?!). Und natürlich der lang herbeigesehnte Bratpfannenmord des unerträglichen Pfarrers Steinbrück. "Lisa, gibs ihm!", höre ich noch den innerlichen Ruf aus meiner Kindheit nachhallen.
Da kann HBO noch so tolle Serien fabrizieren: irgendwie bin ich auf Lindenstraße geprägt. Hätte ich allerdings dieses Soap-Fabrikat nicht schon als Jungmensch gezwungenermaßen ein Jahrzehnt mitkonsumiert, könnte ich die geballte Peinlichkeit, die da jeden Sonntag abend auf einen einwirkt (besonders schön immer der aktuelle politische Bezug!), aber wohl kaum aushalten…

Decline of a Nation: Tight Spot

Zur Beruhigung für all jene, die sich über den Münchner Wohnungsmarkt aufregen: in London wird seit letzter Woche eine Wohnung ein Kabuff mit den erstaunlichen Maßen von 3,30 x 2,10 (etwas mehr als 7qm) für erstaunliche 260.000 € zum Kauf angeboten. Es handelt sich aber nicht mal um eine mit Diamanten-Fußboden ausgelegte Goldbude, sondern ein ehemaliges Hausmeisterkammerl (siehe anschaulich bebilderten BBC-News-Artikel). Na, wer will nach London ziehen?

Duschen sind zum Duschen da

Nachdem unser New-Haven-Korrespondent sich in den letzten Monaten sehr bedeckt hielt, muss ich wohl selbst leserfreundlichen Yale-Content heranschaffen. Nichts leichter als das: in den College-Duschen dieser Efeuliga-Uni geht es teilweise so hoch her, dass ein einem College vorstehender Prof in einer Massen-Mail mit der Betreffzeile "Shower Stalls are for Showering" alle Bewohner dazu aufgefordert hat, kompromittierende und unhygienische (?) Aktivitäten zukünftig zu unterlassen:

His e-mail warns against "intimate activity" in the showers, "especially that kind of activity that leaves the showers in a decidedly less hygienic state."
"Several times since the start of the spring term some Hounies have come across a couple having the time of their lives in a shower stall," the e-mail stated, referring to the nickname for college residents. "Last night, the shower flooded and the bathroom could not be used for over 90 minutes. To the as yet unidentified couple, this may be pleasurable and exciting for you, but it is a violation of community standards. Please stop." (MyFoxNY via Fark)

Soso. Erst Nacktparties und dann das. Da geht’s ja zu wie in der Waldorfschule!

Wenn ich mal groß bin…

…will ich auch so ein Hemdchen haben! Fast so gut wie mein Computadora-Shirt.

(Bild: Xeni Jardin via flickr – Aus einem Boing Boing-Bericht über guatemaltekische Anstrengungen, durch Digitalisierung von Polizeiarchiven Bürgerkriegsverbrechen aufzuklären.)

Decline of a Nation: Off work for saddling my dead horse.

Die Tierliebe der Briten ist legendär – Cohu berichtete. Aber mit dieser Nachricht haben sie echt, haha, den Vogel abgeschossen: einige Londoner Firmen bieten ihren Angestellten jetzt "peternity leave" – bezahlten Urlaub, falls das geliebte Haustier krank sein sollte und der Pflege bedarf, und "compassionate leave", falls das Tierchen verstorben ist und in die Seifenfabrik gebracht  liebevoll im Garten beigesetzt werden muss (Sunday Times). Und übrigens, an der University of Lancaster würd ich auch gern als Organisationspsychologe arbeiten, um dann solch komplexe Sachverhalte endlich zu durchschauen:

“When jobs are insecure, telling a boss that you want time off work to look after a pet would not go down well."

(In guter alter Tradition der Rubrik "Decline of a Nation" empfehle ich Euch natürlich, sowohl die Qualität dieser "Expertenaussage" als auch das Entgegenkommen der Arbeitgeber als als Zeichen absurder Dekadenz und Unfähigkeit der Briten zu werten. Und nicht etwa als Indiz für einen dank fescher Konjunktur boomenden Arbeitsmarkt auf der Insel, der es erlaubt, Lehrstühle für das Offensichtliche und Urlaub für Haustiere einzurichten…)

Es gibt kein zweites Leben im ersten

Ok, draußen ist es zu kalt und ungemütlich. Stadtspaziergang kann man trotzdem machen. Noch viel besser als Google Earth ist dafür der "Bird’s Eye View" von local.live.com geeignet. Hier kann man z.B. die Nackerten im Englischen Garten anschauen (siehe Abb.) oder das Tollwood-Festival.
Ein schwacher Trost dafür, dass mein Computer anscheinend zu grafik-schwach ist, um Second Life zu spielen. Dabei hatte ich schon so einen putzigen Wüstenfuchs-Avatar ausgesucht…