Jahrmarkt der Eitelkeiten

Peter Claesz: Vanitas

"Wir schreiben für eine Elite, die sich als die verantwortungsbewusste, gestaltende Elite des Landes versteht." – das sagt der Chef von Condé Nast über die neue Vanity Fair (laut SPON-Feuilleton-Überblick). Die Website dieses elitären Blattes ist wohl auch für einen ganz begrenzten Zirkel zugeschnitten, nämlich den der Surfer, die gerne von schlecht designten, viel zu lauten, automatisch abspielenden Soundeffekten überrascht werden. Gebt Euch bitte auch mal den Letter from the Editor, schon allein wegen des monstercoolen Fotos.
Aber man muss sich sowas nicht antun. Man kann sich auch den New Yorker bestellen. Und, für weniger als 2 Euro (!) pro Ausgabe jede Woche wieder erstaunt feststellen, dass es richtig guten Journalismus gibt, ohne prätentiöses Getue, ohne Elitegeschwafel, ohne selbstreferentielles Geschwätz. Cohu empfiehlt dies sogar ausdrücklich (nein, ich bin nicht scharf auf die Freundschaftswerbeprämie). Und wer dann doch noch eine Vanity Fair will, die ihn stilvoll unterhält und über die High Society informiert, der soll William Makepeace Thackerays Version lesen (mach ich auch grade).

4 Responses to “Jahrmarkt der Eitelkeiten”

  1. David Says:

    Bitte nicht unterschlagen, dass der Herr Editor ein Dr. Editor ist! Und zwar mit einem wahren Großwerk, wenn man dieser Seite glauben darf.

  2. Tobi Says:

    …da sieht man mal, wie sehr sich zwei Publikationen aus gleichem Hause unterscheiden können. Der NewYorker ist nämlich auch ein Kind des CondeNast-Megaverlages.

  3. Helga Says:

    Das Buch ist klasse! Aber zugegeben, ich werde mir die deutsche Erstausgabe später am Kiosk holen. Man muss sich ja informieren…

  4. cohu Says:

    @Helga: ob ich dem widerstehen kann, weiß ich, zugegebenermaßen, auch noch nicht. Für die Nerven wärs aber glaub ich besser, ich bliebe beim Thackeray… 🙂


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