Kampf dem Leuchtkörper: Von Britannia lernen

Hier hat sich Cohu schon mal über den gleichlautenden Vorschlag eines englischen Wissenschaftlers lustig gemacht – aber nicht zu früh gefreut, jetzt gehts nämlich in Deutschland los: Grüne sagen Glühlampen den Kampf an.
Cohu, die im Kampf ums Klima nicht zurückstecken will, sagt ganz entschieden den größten CO2-Schädlingen in deutschen Haushalten den Kampf an: Kerzen sowie Teelichte müssen verboten werden! Offenes Feuer hat bekanntermaßen eine CO2-Bilanz, dass’ der Sau graust. Und dazu die Luftbelastung… Ausnahmeregelungen könnte man über Wachsverbrennungskörper-Zertifikate regeln (im KVR zu erwerben, dann für 2 Tage gültig). Und allen, die da sagen: erhebt doch verdammt nochmal einfach eine Steuer auf CO2-Ausstoß und gut is’ – kann ich nur erwidern: das macht keinen Spaß und man kann nicht halb so viele Ausschüsse und Initiativen besetzen für Kühlschrank- und Autozertifizierung, Umbau der KFZ-Steuer, Verbot von Glühbirnen, einige Subventionen für Solaranlagen sollten auch noch zu holen sein, etc.. Freude an der Regulierung ist die Devise. Und das Vereinigte Königreich kann da gut unser Vorbild sein. Siehe dazu auch den Vorschlag, Werbung für jegliche Art von Essen – außer Obst und Gemüse – zu verbieten. Nicht mal für Milch, Magerjoghurt oder Wasser (!) dürfte in Zeitschriften, Internet, etc. mehr geworben werden. Auf dass der Brite in neuer Schön- und Schlankheit erstrahlt…

(Bild: Wikimedia Commons)

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Gwissenswurm, beispielsmäßig

Obwohl ich kein Faschingsmensch bin: ich hab eigentlich grundsätzlich nix gegen Verkleiden, grottige Musik, grelle Farben und großen Radau. Und deshalb war Cohu – wenn sie diese Saison schon zum schätzungsweise 27en Mal den Biedersteinerfasching verpasst – gestern zumindest im "Gwissenswurm" im Resi. Dieses schöne Stück von Ludwig Anzengruber (O-Text gibt’s hier) wurde vom berüchtigten Franz "Schimmerlos" Kroetz zu einem sog. Bauernmusical umgewandelt (Premiere war Ende Januar). Cohus Urteil: großartiger, origineller und originaler, unlangweiliger, pornografischer, blasphemischer, kopfloser, kraftvoller Spaß und Schmarrn! Allein die Bühne (siehe Fotos) wäre Grund genug, sich das Stück anzusehen. Genauso die geniale Bühnenmusik von Rudolf Gregor Knabl. Die Schauspieler durchgehend überzeugend, besonders das Volksschauspieler-Urgestein Gutmann/Kleinheinz in den Hauptrollen. Ein bisserl störend war, dass der  Knecht (Marcus Calvin) den Dialekt (eine Art "künstliches Tirolerisch", schon bei Anzengruber so angelegt) nicht sooo überzeugend hingekriegt hat. Aber aufgrund der zahlreichen Musical-Einlagen und des abstrus-grell-comicmäßigen Bühnenbildes fiel das gar nicht so auf. Mag sein, dass die schon bei Anzengruber angelegte und bei Kroetz zum fulminanten Ausbruch kommende Religionskritik Cohu milde gestimmt hat (Cohu berichtete), aber auch ohne Riesenpappjesus und Gesundbeten hätte mir das alles gut gefallen. Nicht so einigen Empörten, die vor dem Schlussapplaus zur Tür liefen, weil es ihnen dann doch zu viel war – arme, gebeutelte Mitte!

Fast genausoviel Spaß hatte ich dann nachträglich auch an der Lektüre der Kritiken – der BR fragt sich, ob eine "derartige Neuinszenierung wirklich notwendig" war. Cohu kann dies reinen Gewissens mit "Nein" beantworten. Neuinszenierungen sind nie notwendig, schon das Schreiben von Theaterstücken ist ziemlich überflüssig, und das von Theaterkritiken gleich dreimal. Die Frage erinnert mich an gestrenge (bayrische!) Eltern, die den strunzbesoffen und zugekifft nach Hause kommenden Sohn fragen: "Hat’s des jetzt wirklich ‘braucht?" – und jeder Freund des Rock’n’Roll, so auch Kroetz, weiß, dass die Frage vollständig am Thema vorbei geht.
Noch lustiger aber die Deutschlandfunk-Kritik (hier auch .mp3). DLF, ich mag Euch wirklich, aber das nächste Mal schickts doch bitte eine Kritikerin, die eine Chance hat, das Stück zu verstehen – rein sprachlich hats da glaub ich bei Frau Dr. Cornelie Ueding schon ausbissn, die ist so beschäftigt damit, sich über den Dialekt zu amüsieren, dass sie zum Stück gar nicht kommt, geschweige denn zur Inszenierung. Und da ist sie dann enttäuscht bzw. fühlt sich "deplaziert in einem ernstzunehmenden Theater", weil sie statt der Canapés und Pastetchen, die sie sonst vorgesetzt bekommt, in einen dicken, fettigen, süßen und marmeladetriefenden Faschingskrapfen beißen muss…

Also, Gwissenswurm ist zu empfehlen, jedenfalls für echte Rock’n’Roller.

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Wenn schon Retro, dann richtig.

Von Milka gibt es jetzt, wie Cohu anlässlich eines längeren Entscheidungsprozesses zwischen Tankstellenregalen (am Schluss wurde es ein Duplo) festgestellt hat, sog. Retro-Tafeln: 50er á la Vanillepudding, 60er á la Heiße Liebe (Vanilleeis mit heißen Himbeeren), 70er á la Nussecke und 80er á la Kalter Hund (Butterkekse in Schokoladencreme).
Aber, aber! Die Marke Milka gibts doch schon viel länger! Haben die etwa eine Erinnerungslücke? Um dem erforderlichen Geschichtsbewusstsein zu seinem Recht zu verhelfen, schlage ich folgende "Retro-Tafeln" für die erste Hälfte des 20.Jahrhunderts vor:
10er á la "Platz an der Sonne" (gefüllt mit Cashewnüssen und Kaffee aus Deutsch-Ostafrika)
20er á la "Schlieffen" (gefüllt mit Doppelfront aus franz. Bourbonvanille und russischer Kaviarcreme)
30er á la "Weltwirtschaftskrise" (Carob-Ersatzschokolade gefüllt mit Luftblasen)
40er á la "Untergang" (dunkelbraune 90%-Bitterschokolade, mit Cyanidsplittern)
Am der letzten Sorte muss man aufgrund der Lebensmittelsicherheit evt. noch etwas arbeiten…

Decline of a Nation: Good Dog

 People Person mit Macho-Image

In Großbritannien werden momentan, wie ich den BBC News entnehme, bevorzugt Staffordshire Bullterrier gestohlen – inzwischen fast doppelt so viele wie noch vor ein paar Jahren. Laut einem Polizeireport wird vermutet, dass die Diebe die Köter später als Wachhunde für ihre Drogenverstecke bzw. für Diebesgut verwenden – die Rasse gilt laut deutscher Kampfhundeverordnung bei uns als "gefährlicher Kampfhund". Nun könnte man schon Zweifel daran haben, ob Hunde, die sich einfach so stehlen lassen, als Wachhunde besonders gut geeignet sind – und das bestätigt die Dame vom Staffordshire-Züchter-Verein:

"They’re so people orientated that they will go with anyone, contrary to their reputation. They’re happy to go off with people. They just love people.Because of their macho image, people think they’re going to look macho with a Staffordshire Bull Terrier, but the dogs would far rather be curled up by the fire." (BBC News)

Auch für den Staffordshire Bullterrier Club Germany ist die Rasse ein "Familienhund", die Einordnung in Kampfhundkategorien ein Missverständnis.
 Ich bin kein Hundeexperte, aber was für ein schönes Bild: der Bösewicht gerät aufgrund der überbordenden Gutmütigkeit des nur gefährlich scheinenden Terriers in Schwierigkeiten, weil dieser die Schnüffler der Polizei nicht geifernd und knurrend vertreibt, sondern schwanzwedelnd zu Koks und geklauten Stereoanlagen führt, um sich dort auf dem Rücken zu werfen und am Bauch kraulen zu lassen.

(Bild: Staffordshire-Bullterrier-Club)

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Vnd lösch doch endlich auß / die dich verzöhrend glut

Cohu versteht, als ehemalige Raucherin und Autofahrerin, bei der Debatte um das "Rauchverbot am Steuer" eins nicht so ganz: warum ist das nicht schon viel länger verboten? Natürlich nicht wegen "Nichtraucherschutz", sondern wegen der enormer Ablenkungsgefahr durch offenes Feuer in geschlossenen Räumen, die mit der Verkehrssicherheits-Beeinträchtigung durch Radiohören, (Freisprech)-Telefonieren oder Unterhaltungen mit den Beifahrern gar nicht zu vergleichen ist.
Man nehme: eine brennende Zigarette. Man lasse sie (wahlweise ganz oder, bei osteuropäischen Zweitklass-Kippen teilweise) auf bzw. zwischen und unter die Oberschenkel eines Autofahrers fallen (bei geöffnetem Fenster oder Blink-bzw. Scheibenwischerbedienung passiert das praktisch jedem Raucher am Steuer mal). Man lasse unter dieser Einwirkung den Probanden einen Verkehrsparcours bestreiten. Jeder, der schon einmal direkten Hautkontakt mit offenem Feuer hatte, wird bestätigen, dass es schwer ist, gleichzeitig einen Wagen bei 150 über die Autobahn zu steuern oder eine Großstadtkreuzung zu überqueren – entwickelt der menschliche Körper doch eine fast unüberwindbare Tendenz, mit allen Extremitäten wedelnd laut schreiend und fluchend das Weite zu suchen, statt brav die Maschine zu bedienen. Vielleicht ging es der Ministerin beim "Gesundheitsschutz" weniger um die Lungen der Beifahrer als um die unteren Extremitäten der Fahrer…
Anti-Glut-Politik als einzig sinnvolle Maßnahme für Deutschland wurde im Übrigen schon im 17. Jhd. verteidigt.

(Bild: Wikipedia)

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Teppiche für Nichtspießer

Cohu ist ja eine große Freundin handgeknüpfter bzw. -gewebter Teppiche, insbesondere die  Kelims haben es ihr angetan (siehe Google-Beispiele). Wie das immer so ist: all the good things in life are sauteuer. Deshalb hab ich bis heute nicht das kleinste Fitzelchen Kelim kaufen können. Aber was, wenn ich endlich die angestrebten sechsstelligen Beträge verdienen werde?
Ja, dann gibt es noch ein Problem, die IT ist nämlich für Orientteppiche nicht zu begeistern. Erst kommt die Allergiker-Ausrede und dann der ästhetische Einwand: spießig!
Das mag bei der überwiegenden Zahl gemusterter Teppiche der Fall sein, Cohu hat jetzt aber einige Exemplare gefunden, bei denen dieses Urteil nicht zutrifft. Es gibt da nämlich ganz erstaunliche Afghanerteppiche aus Sowjet-Zeiten – Neotorama berichtet von geknüpften Kunstwerken, die anstelle des persischen Gartens oder von Kamelen und Ziegen Kalaschnikows und Helikopter abbilden- liebevoll eingefasst von einem Rahmen aus Handgranaten. Noch ungewöhnlicher, wenn auch vielleicht eher für provokative Naturen geeignet, ist der berühmt-berüchtigte chinesische Seidenteppich mit "Swastika-Meander", der 1966 von Axel Springer erworben wurde.
Was bereits im 11.Jhd. mit dem Teppich von Bayeux begann – die Politisierung der Webware – ist  in der Moderne zum Höhepunkt gelangt: Totalitarismen haben sich des Teppichs bemächtigt, wenn auch im Fall der Hakenkreuzauslegeware nur nachträglich. Von Spießer- bzw. heimeligen Kleinbürgertum kann keine Rede sein, der Teppich ist das Medium für Radikale und Revolutionäre. Und für Unpolitische gibt es immer noch den (retro-futuristischen) Pac-Man Carpet.

O tempora, o mores

In Höffes "Lexikon der Ethik" findet sich unter dem Stichwort "Ehelosigkeit" nur ein Verweis: "–> Verzicht". Ich weiß nicht, ob das heute wirklich noch so empfunden wird…da hat sich seit 2002 wohl einiges geändert. Vielleicht ist ja auch lediglich der Verzicht auf Steuervorteile gemeint.

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Blue in the Face

Der Los Angeles Zoo hat nun eine Feng-Shui-Expertin engagiert, um ein Affengehege zu gestalten. Der Guten stehen dafür 4500 Dollar zur Verfügung. Wie kommt man auf so eine total bescheuerte Idee?
Vermutlich deshalb, weil es sich um eine chinesische Affenart (Goldener Stupsnasenaffe oder Goldstumpfnasenaffe, Pygathrix roxellana) und bei den Tierchen um eine zehnjährige Volksrepublikanische Leihgabe handelt, für die der Zoo auch noch 100000 Dollar pro Jahr berappen muss.
Zynische Erklärung: Wenn man schon soviel Geld für potthässliche blaugesichtige Primaten ausgibt, ist es um die paar Kröten auch nicht mehr schade.
Gutmütige Erklärung: Der Zweck (Versuch der Rettung einer Aussterbenden Tierart) heiligt in diesem Fall die Mittel (einer Pseudowissenschaft Geld in den Rachen werfen, um die Affen für Spendenwillige interessant zu machen).
Ironie Nr. Eins: Die Affenart ist zu einem nicht geringen Ausmaß gerade aufgrund der oh-so-großartigen und harmoniefördernden fernöstlichen Pseudowissenschaften bzw. Religionen gefährdet, weil ihre Knochen in der Traditionellen Chinesischen Medizin als Heilmittel gelten und ihre Felle für irgendwelche abgefahrenen schamanischen Rituale gebraucht werden.
Ironie Nr. Zwei: die Expertin für Energiefluss erklärt in aller Ernsthaftigkeit:

"It’s very experimental," Mainini said. "We don’t have any books on feng shui for monkeys. We just have to assume that Darwin is correct and that there is a connection and what is good for humans is good for monkeys."  (Abilene Reporter-News)

Danke, Frau Mainini, dass sie so eine große Konzession an obskure Theorien wie die Evolutionshypothese machen. Ich mein, dafür gibt es (im Gegensatz zum Feng Shui) ja praktisch keine Beweise, geschweige denn Falsifizierbarkeit, aber nehmen wir gutmütigerweise einfach mal an, dass es stimmt, dass Menschen und Affen gemeinsame Vorfahren haben….

Weil das jetzt alle machen.

Cohu ist Mac- vs. PC-neutral (stimmt überwiegend)
Cohu ist etwas überreizt (stimmt oft)
Cohu ist kein "er" (stimmt)
Cohu ist offline (wohl kaum)
Cohu ist ein richiger Chamour (sic)
Cohu ist alles, was der Fall ist (leicht übertrieben)
Cohu ist am 30$-Widerstand gescheitert und konsolidiert im Moment. (Analysten haben doch keine Ahnung. Kaufen! Kaufen! Kaufen!)

(Siehe Google)

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Frauen brauch ich in der Mucke nich so, my ass

Da verkneift sich Cohu seit Jahren ihr "krassomatenederkowski!" und weicht nur im äußersten Notfall, sozusagen worst case scenario, auf Anglizismen aus, weil sie wrongly der Meinung ist, ein übermäßiger Gebrauch der Jugendsprache oder englischer Trendbegriffe (ich sag nur snorgle) sei somehow unlässig und würde dazu führen, dass man als erwachsener Mensch mit intellektuellen und ästhetischen Grundansprüchen nicht mehr so ganz für voll genommen wird, also praktisch nicht mehr für full getaked.
Aber zu Unrecht, to Unlaw! Man kann auch ohne solche sprachbereinigenden Zwangsmaßnahmen zum erfolgreichen "25-jährigen Multitalent" werden, wie ich gerade dem Münchenblogger entnehme.
Folgende Begriffe/Idiome werde ich ab sofort, gutem Beispiel folgend, in meinen daily Sprachschatz einbauen, also praktisch inflowen lassen:

fresh
fett
was von mir in meine Mucke packen
einfach so krass auf das Instrumental flashen
(?)
jemandem Respekt geben
(im Zweifel: "den Jungs")
Drogen ticken (bzgl. Betäubungsmitteldelikte)
ehrlich down mit jemandem sein
(nämlich mit "den Jungs")
Filmbiz
hat Bock gemacht
MusikNazi
Das ganze Ding muss Rollen wie Sau
(bzgl. musikalischer Ausdrucksweise)
Kinderspasten
(abwertend für andere Musiker, vermutl. Antonym zu: "die Jungs")

und vor allem:
krasseste Flowmaschine vom andern Stern (?)

Gut, vielleicht nicht alles an einem Tag, aber man kann dran arbeiten, oder? äh, Jungs? Yo? Vielleicht werd ich so auch noch straight zum Multitalent (wenn auch nicht mehr 25-jährig).
Zumindest kann es aufgrund anderweitiger anatomischer Voraussetzungen nicht daran scheitern, dass Cohu eine von denen ist, die
"grad mal ein Haar am Sack haben" (abwertend, bzgl. zweifelhafter sex. Leistungsfähigkeit bzw. sex. Identität).