Die größten Kritiker der Elche…

…leben wohl in Schweden. Sie gehen sogar so weit, den stolzen Alces alces zusammen mit Rentieren zu Pastete zu verkochen. Dazu gibt es Cuberlandsauce. Aber, isst man dazu Brot? Wenn ja, welches? (Alternativ: Elchpastetenravioli).

Mitbringsel aus Göteborg (im passenden National-Ensemble mit LACK, EKTORP und SALVIA), Zutatenliste
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Sieg! Sieg! Sieg!

Zwar nicht gestern und auch nicht durch Schweinsteiger und auch nicht über die Spanier, aber nicht minder spektakulär: Cohu hat – nach einer Wembley- und Cordobahaften Unglücksserie von missratenem Nudelbrösel- und Matschdebakeln endlich den Kampf mit der Nudelmaschine, die seit Monaten in ihrer Küche steht, gewonnen. Cohu:Ampia 150 1:0!
Ich entrang dem chromglänzenden Ungetüm am Samstag abend endlich nicht nur Tagliatelle und, äh, naja, wohl so ne Art Suppennudeln (gebe zu, es sollten Spaghetti werden…), sondern auch geschmacklich und von der Konsistenz her perfekte Ravioli (s. Abb.). Der Beweis ist erbracht: selbst mit  schlichten Zutaten wie Mehl, Ei, Ricotta und Spinat kann man durch Kampfgeist und Nervenstärke die lukullische Weltspitze erklimmen und sogar so manchen professionellen, teuren und schneller spielenden Wettbewerber bezwingen.
Für den ersten Platz reichte es allerdings noch nicht, weil es dem Resultat an Schönheit (s. Abb.) und Beständigkeit fehlte – immer wieder peinliche Löcher in der Teigabwehr! Mit der Einwechslung eines neuen Spielers und verbesserten Trainingsmethoden dürfte ich allerdings in der nächsten Saison auch auf diesen Gebieten punkten können. Platz 1, wir kommen!

Liebe Kinder,

habt Ihr Euch schon mal gefragt, wo die kleinen Schubkarren herkommen? Hehe.

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Decline of a Nation: Your Tax Money at Work

Großbritannien gilt als Bastion der Stilsicherheit. Andere Nationen mögen Ehrlichkeit, gutes Essen, heißen Sex und gepflegte Gebisse bevorzugen – im vereinigten Königreich dagegen setzt man auf  Manieren, Klassenbewußtsein und dezente Zurückhaltung. Jeder weiß, wo sein Platz ist und wie er ihn auszufüllen hat. Gipfel des British Style findet man so nicht nur beim Cricket, in geschmackvollen Viktorianischen Terraced Houses beim Five o Clock Tea oder auf dem perfekten Rasen bei Pimm’s und Gurkensandwich, nein, auch die Unterschicht hat einen ganz eigenen, stringent durchgehaltenen Stil, der sie bis weit über alle Landesgrenzen hinaus bekannt gemacht hat.

Um so schockierender deshalb, mit welch stillosen Mitteln die englischen Stadtverwaltungen jetzt darauf hinweisen, was sie alles für ihre Bürger tun:

"One of the posters in the ‘My Council’ campaign features a picture of a woman dressed in fishnet tights who, grasping a beer bottle, is bent double and vomiting in the street. The slogan reads: ‘My council… clears up my mess’" (thisislondon.co.uk, inkl. Abb. des wirklich ekligen Plakats)

Sauber. Motive mit einem kackenden Hund und einem romantischen Dinner, in dessen Bildunterschrift appetitlicherweise auf die ständig drohende Gefahr der trots hingewiesen wird, gehören auch zur Kampagne. Diese plakative Geschmacklosigkeit können die sich doch eigentlich nur bei uns abgeschaut haben…

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You drive me crazy

Skeptisch wird man ja irgendwie schon automatisch, wenn ein für seine strahlende Inkompetenz bekannter Christsozialer und das Oberhaupt eines Apartheid- und Folterregimes sich so über alle Maßen einig sind.

Was hat es also tatsächlich mit der Behauptung auf sich, Spekulanten seien schuld am hohen Ölpreis? Paul Krugman, der Wirtschaftsexperte der NYT, geht in einem Artikel auf diese Frage ein. Und zwar ziemlich, äh, wie soll man sagen, eindeutig:

"Speculative nonsense, once again

OK, one more try.
First of all, I don’t have a political dog in this fight. I’m happy to believe that crazy speculation distorts markets. And I do think it’s likely that oil prices will come down, for a while, once consumers have a chance to respond more fully to high prices by changing their driving habits, switching to smaller cars, etc..
But the mysticism over how speculation is supposed to drive prices drives me crazy, professionally." (NYT)

Das hat natürlich eine Vertonung verdient (der charmante Waliser bekam wegen seines sagenhaften Videos den Vorzug vor Britney):

Herr Krugman erklärt einleuchtend, dass 1. Wetten auf den zukünftigen Ölpreis (sog. "Futures") keinen direkten Einfluss auf den Ölpreis haben (wie auch?) und 2. es keine Hinweise darauf gibt, dass Ölfirmen momentan Öl "bunkern", weil 3. die Futures-Preise ihnen dazu auch gar keinen Anreiz geben. Der friedliebende, vollbärtige Linke schließt mit den versöhnlichen, an den beliebten US-Vize erinnernden Worten:

"…the nonsense in this debate makes me want to shoot someone in the face."

Und auch das hat natürlich eine Vertonung verdient:

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Es soll ja Leute geben…

…die kriegen Geld dafür, dass sie Bücher lesen. Alle anderen surfen zu www.readatwork.com und können dort, selbst wenn ihnen der Chef alle paar Minuten über die Schulter schaut, unauffällig Klassiker lesen – getarnt als Powerpoint-Präsentation. Damit aber nicht genug: die ganze Bibliothek ist in einem "gefälschten" Desktop versteckt, den man als Flashanwendung aus dem Browser heraus öffnet… sehr raffiniert. Wer auf diese Idee kam und warum, wird hier erklärt.

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Türkei-Deutschland 1:0

In Vorbereitung auf das Spiel am Mittwoch ist dringend Völkerverständigung nötig. Deshalb (und weil wir weder auf Stamppot noch auf Kascha besonderen Appetit hatten…) gab es gestern als Fußballgericht türkischen Adana Kebap ("Gebratenes Fleisch aus Adana"). Dazu macht man aus einfachem, kurz gegangenem Hefeteig eine Pide, bestreicht sie mit Eigelb und bestreut sie mit der schon erwähnten Nigella und Sesam und sticht mit dem Finger lustige Dellen hinein. Das lässt man nochmal ein bisschen gehen:

Während dann das Brot im Ofen bäckt, macht man aus Hackfleisch, Zwiebeln und Pulbiber, Sumak Kreuzkümmel, Piment, Pfeffer und Salz Spießchen (ideal wäre fettes Lammhack, Rind tut’s auch). Eigentlich bräuchte man  dafür spezielle, breite Metallspieße, normale Schaschlikspieße gehen aber auch, wie man sieht:

Jetzt kommt der Trick. Entweder auf den Grill mit den Spießen, oder aber: möglichst weit oben auf den Grillrost im Backofen legen, der ja durch das Brot noch so etwa bei 180° ist. Jetzt Grill einschalten. Während die Spieße langsam gar werden, schneidet man das frische Brot in Streifen. Dann legt man es auf ein Backblech – und zwar unter die Spieße, von denen inzwischen schon etwas köstlicher Saft herabtropfen dürfte. Der wiederum wird von unserem Pide schön aufgesaugt. in den letzten fünf Minuten gibt man noch halbierte Tomaten auf den Grillrost. Voilà:

Adana Kebap, dazu frische Petersilie und Salat. Damit erträgt man auch die Niederländer-Niederlage. Und kann für den Küchen-Wettbewerb Türkei-Deutschland unumwunden ein verdientes 1:0 aussprechen. Ich bin ja auch eine große Freundin von braven, einheimischen, majorangewürzten Fleischpflanzerln und brate mir solche gar oft in meiner bescheidenen Küche. Aber gegen die türkische Würz- und Frischekunst verschießen die, metaphorisch gesprochen, jeden Elfmeter. Rein kulinarisch sind wir Deutschen, geben wir’s zu, doch praktisch Griechenland. Uninspiriert, plump, kein Feuer im Hintern, und ab und zu mal ein Zufallstreffer, aber überwiegend schmerzhaft.

Deshalb darf die türkische Mannschaft am Mittwoch auch gerne gegen uns versagen, ohne sich schämen zu müssen. Haushoch können die verlieren, kein Problem. Weil: Küchen-Sieger (wenn nicht gar Küchen-Europameister) zu sein, reicht ja wohl vollkommen und ist weitaus wichtiger als jeder Fußballsieg. Die türkische Ehre ist in diesem Sinne schon jetzt gerettet, fußballerische Anstrengungen sind nicht mehr erforderlich. Afiyet Olsun!

Just say no

Cohu hat ja eigentlich einen persönlichen Korrespondenten in Dublin, aber da ich mit dem schon in der Ascona-Angelegenheit so schlechte Erfahrungen gemacht hab, bin ich erstmal auf die deutschen Medien angewiesen, was die Berichterstattung über das irische Nein zum EU-Reformvertrag angeht. Und siehe da: die legen sich richtig ins Zeug. Ein Reporter vom Deutschlandfunk ist sogar extra auf einen irischen Kälbermarkt gefahren, um echte Iren dazu befragen, warum sie denn den Vertrag abgelehnt haben (leider nicht online).
Gut, man könnte eventuell einen Politikwissenschaftler interviewen oder auch jemanden von einer irischen Anti-Europa-Initiative – aber ein echter Ire ist es halt nur, wenn er zahnlos, rotnäsig und des Queen’s English nicht mächtig auf nem Viehmarkt rumsteht. Die Erklärungen der Herren Bauern sind denn auch nicht besonders komplex: man habe sich einfach verarscht gefühlt von der Regierung, man habe nicht gewußt, worum es geht, selbst Gebildete Leute hätten es einem nicht erklären können, und da habe man eben für Nein gestimmt. Der Reporter ist geschockt ob solcher Ignoranz und der Rückständigkeit Irlands – in jedem anderen Land der EU träfe man schließlich auf exakt vorbereitete Talking Points, wenn man Landwirte um 6 Uhr früh auf dem Viehmarkt zu Politik befragen würde!
Besonders aber schockiert ihn die "Undankbarkeit" der Iren, schließlich hätten doch gerade die Landwirte in den letzten Jahrzehnten massiv von den EU-Subventionen profitiert. Einer der Bauern sagt ihm dann dazu den schönen und wahren Spruch: "Eaten bread is soon forgotten." Aber das befriedigt den Reporter nicht, er schließt den Bericht mit den sinngemäßen Worten, die Iren müssten sich verdammt noch mal schämen.

Seltsam, sehr seltsam. Dankbar sollen Nationalstaaten jetzt sein? Wenn ich mich recht entsinne, wurden solche Argumente vor dem Irakkrieg auch gerne gebracht. Die USA warfen uns und anderen Europäern "Völlige Undankbarkeit" vor. Schließlich haben die uns – schon vergessen? – vor ein paar Jahrzehnten mal vom Tyrannen befreit, und "Wenn es nicht die heldenhaften Anstrengungen unseres Militärs gegeben hätte, wären Frankreich, Deutschland und Belgien heute sowjetisch-sozialistische Republiken." Das Argument wurde, wenn ich mich recht entsinne, damals als vollkommener Blödsinn abgetan und nicht weiter beachtet, und das zu Recht. Im Falle Irlands ist die Beschwörung von Solidarität noch weniger nachvollziehbar: die haben massig Geld bekommen, richtig. Und jetzt sollen sie einen Teil ihrer staatlichen Souveränität dafür aufgeben, soso. Wenn das so einfach funktionieren würde, hätte man in den letzten 100 Jahren keine Kriege führen müssen – man hätte die anderen, widerspenstigen Länder einfach kaufen können. Wäre wesentlich effektiver gewesen als die Millionen von Toten, nech? Und wir europäischen Länder wären jetzt vermutlich alle US-Kolonien und in 50 Jahren würden wir dann den Chinesen gehören, alles eine Frage der Bezahlung.

(Die Äußerungen des Herrn Habermas in der SZ übrigens gehen in die richtige Richtung, allerdings hat der eine ganz andere Motivation. Die EU ist ihm anscheinend nicht sozialistisch genug. Und auch dazu gibt es einen schönen englischen Spruch: "One man’s trash is another man’s treasure.")

So, und zur Erholung noch ein Klassiker, nämlich Finnegan’s Wake, die meine übergebildten Leser vermutlich bis jetzt nur als schwer verdaulichen Roman kennen. Den gesungen etwas schlecht verständlichen Text kann man hier nachlesen.

Sinnvolle Beschäftigung

Cohu heute mal beim Babysitten. Wenn die kleinen Tyrannen einen unter Gewaltandrohung dazu gebracht haben, sie durch das Vorlesen dutzender waffenstrotzender Wikingergeschichten einzuschläfern, und sie dann still und ruhig in den Bettchen liegen und vermutlich davon träumen, Rentner zu verprügeln, wenn sie mal groß sind, ja, dann hackt der Sitter sich ins W-Lan und widmet sich  Erwachsenensachen. Nein, nicht was ihr jetzt wieder denkt, sondern sinnvolle, wichtige und ernsthafte Dinge. Wie wäre es etwa mit diesem reizenden Kuscheltier. Eine größere Auswahl gibt es hier. Hach, das ist toll, wenn man vernünftig und reif ist und sich mit wirklich wichtigen Dingen beschäftigen darf. Z.B. mit den dicksten Affen der Welt oder dem crazy office guy. Dann noch ein paar wissenschaftliche Recherchen anstellen darüber, wie groß der Palmendieb-Krebs tatsächlich wird (Ergebnis: GROß) – Ha, da werden noch Jahrzehnte vergehen, bis die Kinderchen sich so nützlich und produktiv in die Gesellschaft einbringen können wie ihre Tante Cohu!

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Gleich fällt der Tätlichkeitenbaum um!

"Wenigstens keine Watsch’n in Wien"? Ich sah da schon eine, und zwar von Aufhauser gegen Poldi in der 25. Minute, aber das bezeichnet die FAZ wesentlich farbloser als "nicht geahndete Tätlichkeit" und spricht außerdem von "einer Reihe von Nickligkeiten, die meist von den Österreichern ausgingen." Ein Wort, das ich ab jetzt bei jeder denkbaren Gelegenheit in meinen privaten Fußball-Livekommentar einbauen werde.