Cohu schaut frische Fische, frische Fische schaut Cohu

Um der Wahnsinnshitze zu entgehen, war ich vorgestern im (unterirdisch in einem Hügel des Olympiaparks gelegenen) Sea Life-Aquarium. Cohu ist ja, wie Euch vielleicht nicht entgangen ist, eine an Fauna und Flora durchaus interessierte Zeitgenossin, die schon von klein auf in die Fußstapfen der großen Zoologen und Ethnologen treten wollte und nur aufgrund wirtschaftlicher Zwänge den Brotberuf der Philosophin ergriffen hat.
Nun also zu diesem – privat betriebenen – Fischvorzeigeraum: löblich zu erwähnen ist, dass die Betreiber sich nicht auf “Modefische”, also bunte Bewohner der tropischen Korallenriffe und Mangrovensümpfe, stürzen, sondern sich zunächst auf die einheimische Fischfauna beschränken, die farblich braun und grau und verhaltensmäßig eher unauffällig ist. So ergibt sich – vom Isar-Oberlauf bis zum Mittelmeer – eine sozusagen natürliche Steigerung, die bei Kaltbecken mit Elritzen und Bitterlingen anfängt und in einem untertunnelten, “begehbaren” Mittelmeeraquarium inklusive Stachelrochen und Riffhaie ihren (auf Kellerhöhe gelegenen) Höhepunkt findet. Die Becken sind durchgehend reizvoll – wenn auch aufgrund der etwas kümmerlichen Bepflanzung nicht besonders naturnah – gestaltet, die Fische gesund und die in fast jedem Raum postierten Mitarbeiter äußerst freundlich und beantworten gerne und kenntnisreich alle Fragen (die sich im Normalfall allerdings auf “Wo ist der NEEEEMOOOOOO?????????!!!!” beschränken dürften).
Ein Nachteil: die Betreiber des Aquariums halten es für nötig, jeden Raum mit “passender” Musik überaus laut zu beschallen, so etwa mit symphonischen Werken im sog. Schwarmring, mit Klarinettenkonzerten bei den Seepferdchen und -Nadeln und mit Sirtaki-Melodien im “Mittelmeerhafen” (im Haibecken erklingen allerdings gälisch anmutende Querflötenklänge, was zur mediterranen Amphoren- und Säulen-Deko des Aquariums einen interessanten Kontrast ergibt).
Und noch was: beim Verlassen des Aquariums wird man durch den unvermeidlichen Shop mit Stofftieren, Namenstassen, Kalendern etc. geleitet, was für Besucher mit Kindern vermutlich ein Horror ist. Auch manch ein Erwachsener kann sich da unter Umständen nicht zurückhalten und kauft so nutzlose Dinge wie eine total süüüße, naturgetreue und doch kuschelige Krake, die unten sogar einen kleinen Schnabel hat.  Ahem.
Insgesamt war ich von diesem Aquarium durchaus angetan, wenn es auch mit dem in Barcelona nicht mithalten kann: besser als die schäbigen Zooaquarien in Hellabrunn oder Berlin ist es allemal. Und wann kommt man denn schon nach Barcelona? Eben. (Dort gibt es übrigens auch die faszinierenden Mondfische, die man im Sea Life leider vergeblich sucht…)

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Freitags…

…ist ja traditionell Catblogging-Tag, daher jetzt ein besonderes Schmankerl, das ich, wenn ich denn schon Kategorien für mein Blog hätte, gleich mit “Süß!” und “Nazivergleich” taggen müsste. Kommt auch nicht so oft vor.
Nach den altbekannten Hunden, die ihren Herrchen ähneln und dem Lincoln-ähnlichen Eichhörnchen gibt es jetzt endlich auch Katzen, die wie Hitler aussehen! (via Cuteoverload)

Saisonale Rezepte

Das Fleisch eines jungen Bären hat einen feinen, angenehmen Geschmack; die Keulen alter, feister Bären gelten gebraten oder geräuchert als Leckerbissen. Am meisten werden die Tatzen von den Feinschmeckern gesucht, doch muß man sich erst an den Anblick derselben gewöhnen, weil sie, ihrer Haare entledigt und zur Bereitung fertig gemacht, einem auffallend großen Menschenfuße in widerlicher Weise ähnlich sehen. Ein mit Champignons zubereiteter Bärenkopf endlich gilt als vortreffliches Gericht.”
(“Verschwundene und seltene Gäste der Speisekarte. Ein Kochbuch” von Bernhard Kathan)

Naja, ich weiß ja nicht. Bärengerichte sind wohl eher was für den Winter. Obwohl: was der Halloren-, Nudossi- und Rotkäppchen-verwöhnten Kanzlerin mundet, kann ja so schlecht gar nicht sein…
Wenns nach mir ginge, könnten sie im übrigen die ganzen Werbe-Bären auch abknallen, diesen Kondensmilch-Petzi genauso wie das nervige Weichspüler-Puschel(gibts das noch?), und als erstes diesen dümmlich grinsenenden Klopapierbären, bäh, jedesmal, wenn ich den sehe, muss ich an einen kackenden Bären denken und: 1. Da kommt nicht wirklich Bärendreck raus und 2. Bären verwenden in echt gar kein Klopapier, und schon gar kein vierlagiges. Uäh!
Wer trotz allem vom Mitleid und allzu vollen Konten geplagt wird, dem sei abschließend diese Seite empfohlen.

(Bild: Wikimedia Commons)

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I told you so

Ts, Möpse sind doch schon lange voll im Trend, wie Cohu bereits vor 505 Tagen feststellte. Aber erst jetzt kommt  Spiegel Online drauf, inklusive feuilletonistisch-soziologischer Analyse. Gabs hier natürlich auch schon. Cohu: immer am Puls der Zeit!

Bärenjagd

Man hat sich ja daran gewöhnt, dass unsere Kinder bei jedem PISA-Test von den Schratzen der Finnen und Finninnen überholt werden, ob jetzt aufgrund eines überlegenen Schulsystems, oder aufgrund ihrer Trinkfestigkeit, das sei dahingestellt, und auch in anderen Bereichen liegt Finnland ganz weit vorne. Aber dass jetzt der Schnappauf sogar für die Hatz auf den Bären finnische Köter einfliegen will – sogenannte Karelische Bärenhunde, das geht doch wohl zu weit. Tut es denn nicht ein ordentlicher Rauhhaardackel? Braucht ein bayrischer Jäger jetzt bereits die Unterstützung ausländischer Spezialtrupps?

Und natürlich klar, wer jetzt an den schlechten Manieren des Bären schuld ist: seine Mutter, wie uns, ganz im Weltbild der Staatsregierung bleibend, der Ministeriumssprecher mit dem schönen Namen Roland Eichhorn auch noch mitteilt. Da sieht man es wieder. Mama Bär, mit der Selbstverwirklichung beschäftigt, treibt sich bis spät in die Nacht in irgendwelchen Alpenmetropolen herum, vermutlich auf der Suche nach einer Disko, tagsüber trinkt sie literweise Pepsi light und feilt sich die Krallen bzw. an ihrer Karriere, gibt ihr Geld für nutzlosen Tand aus, dem kleinen Bären dieser alleinerziehenden Emanze wird nie ein richtiges Mittagessen vorgesetzt, wenn er von der Schule heimkommt, stattdessen nur Tiefkühlpizza oder, noch schlimmer, Minuteria, keine Werte, nix  Schulgebet, nix Kruzifix, immer nur des Ähmtivie, und da gerät er halt auf die falsche Bahn, erst müssen ein paar Tauben dran glauben, dann Hühner und nun sind es schließlich Schafe. Dr. Edmund Stoiber würde vielleicht, wenn ich seine Redenschreiberin wäre, sagen: "So ein Bär braucht keine Kita, so ein Bär braucht keine Ganztagsschule, so ein Bär braucht eine Mutter!"

Auf Reisen

Bei dieser Meldung auf B5 aktuell stellen sich einige Fragen:

1. Hat man es mit der Rechtschreibreform jetzt endgültig geschafft, selbst dem rechtschaffenen BR-Reporter das letzte Sprachgefühl aus dem stoibergläubigen Körper zu pressen? Schön jedoch die Erinnerung and den vorletzten Italienurlaub: dort gab es in einem Restaurant mit tapfer übersetzter deutscher Karte unter anderem: "Reise mit Tintenfisch". Wo die wohl hingeht?

2. Der Bär hat heute nacht, genau wie in der Nacht zuvor, 3 Schafe gerissen. Appetit wie ein, äh…wie ein Bär! Aber jeder Konsument von Hollywoodfilmen weiß doch spätestens seit letztem Jahr, wie man in den Bergen Schafe vor Bären schützen könnte. Schwule Cowboys sind das Mittel der Wahl! Blöd nur, dass es in Garmisch-Partenkirchen wohl keinen einzigen schwulen Cowboy mehr gibt, die sind schon vor Jahren ins Glockenbachviertel (unglaublicher Artikel übrigens!) oder nach Berlin gezogen. Das hat man jetzt von der ländlichen Homophobie.

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Sommer vorm Balkon: Überlebenskampf

Obacht, hier geht es nicht um schnulztriefendes female bonding, im Gegenteil!  Ich weiß nicht, ob es an der schlechten Gegend liegt (Feinstaubwerte!) oder an meiner hervorragenden Beobachtungsgabe, aber in meinem begrünten Hinterhof tobt jeden Sommer ein Kampf ums Überleben, dass es nicht mehr normal ist. Letzte Ostern ging es los mit zwei diebischen Elstern, die einem verzweifelten Amselpärchen sämtliche Eier aus dem Nest stahlen (vier Stück!) und, auf der Regenrinne hockend, genüßlich aussaugten. Das war ja noch ganz nett und saisonal angemessen. Dann wurde ich Zeugin eines heimtückischen Mordüberfalls durch einen Turmfalken. Wieder dazugelernt: der frisst die Meisen erst, nachdem er ihnen sämtliche Federn ausgerupft hat! Und das ein paar Meter von meinem Balkon entfernt. Kein schöner Anblick. Dann ging es aber erst richtig los: ein Buntspecht demonstrierte anhand einer jungen Meise, dass sein Schnabel nicht nur auf Holz eine beachtliche Durchschlagskraft hat. Bäh! Die einzigen, die hier nicht am natürlichen Ausleseprozess teilnehmen, sind anscheinend ich und die verfettete, räudige Katze, die manchmal sogar von Amseln in die Flucht geschlagen wird.
Dieses Jahr wird es hoffentlich richtig lustig: gestern war in den Astgabeln und Büschen im Hinterhof ein mörderisches rotes Eichhorn unterwegs, m.E. auf der Suche nach Jungvögeln. Wie ich gerade dem Staatssender entnehme, ist  auch der berüchtigte Bär wieder in Bayern, sozusagen zu Gast bei Freunden – Garmisch-Partenkirchen ist richtungsmäßig schon mal korrekt. Hier in meinem Hinterhof wäre noch massig Platz für ihn!

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Aardvark Ahoi!

Was mein Wunschhaustier angeht: Miniaturrinder sind ja sowas von von vorgestern! Ich will stattdessen ein Erdferkel.
Vorteile von Erdferkeln:

1. “Aardvark”, das englische Wort für Erdferkel, hat sage und schreibe 15 Einträge im Urban Dictionary (z.B. “someone who induldges in cocaine – my dads been hiding in the basement and going all aardvarky” sowie “uncircumcised penis – the guy was hung like an aardvark“).
2. Erdferkel sind lebende Fossilien und kamen in dieser Form bereits vor 15 Millionen Jahren vor.
3. Ihre röhrenförmigen Zähne können zeitlebens nachwachsen.
4. Sogar Cuteoverload.com, das massengeschmacktaugliche Fachblatt schlechthin für entzückte Oooohs und Aaaaahs, hat diese Tiere letzte Woche entdeckt.
5. Aufgrund ihrer spärlichen Behaarung sind sie auch für Tierhaarallergiker (wie meine IT) die perfekten Haustiere!

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Virtuelle Beratung

Wie jede gute Staatsbürgerin habe ich gestern pflichtschuldig die Seite des Deutschen Bundestags aufgerufen, um mich über die Aktivitäten unseres Geheimdienstes auf dem Laufenden zu halten.
Viel Interessanter fand ich dann aber den “Virtuellen Berater“, der als gefiederte Identifikationsfigur jede noch so blöde Frage über das parlamentarische System unseres Landes beantworten soll.

Also, auf gehts:

 

 

 

 

Nicht sehr aufschlussreich. Jetzt mal was ganz Einfaches, Unverfängliches:

 

 

 

Soso! Also, wie nennt man einen drolligen ADLER? Achtet auch mal auf den seltsamen Gruß, den der mit seinem Flügel macht, wenn man seine Seite aufschlägt. Hm? Ich wüsst schon was!

Equivokation

Neue Schuhe sind fällig und im Zuge dessen eine Begriffsklärung – Okapi:

1. Okapi, das: “ein Paarhufer aus der Familie der Giraffenartigen. In der Gestalt ähnelt es auf dem ersten Blick eher einem Pferd als einer Giraffe, zudem hat es am Hinterteil schwarz-weiße Streifen wie ein Zebra. Zur besseren Verdeutlichung der Verwandtschaftsverhältnisse ist auch die Bezeichnung Waldgiraffe verbreitet.”  (Wikipedia: Okapi)

2. Okapi, der: “Der Okapi war der erste frauenspezifische adidas-Spikeschuh überhaupt und ursprünglich mit vier austauschbaren Spikes ausgestattet. Diese neue Version kommt immer noch in schmalem Schnitt mit leicht hochgezogener Ferse und wurde durch eine komfortable – spikelose – Außensohle absolut straßentauglich gemacht.” (Frontlineshop: Okapi)

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