Morgen, am 17. November, ist traditionell der katholische Gedenktag für die Heilige Elisabeth von Thüringen – eine Adelige des 13. Jahrhunderts, die sich der Überlieferung nach aufopferungsvoll den Armen und Kranken widmete. Noch heute sind zahlreiche Krankenhäuser, Heime und natürlich Kirchen nach der Heiligen des Mittelalters benannt; Caritas und Diakonie dient sie als größtes Vorbild, noch vor Franziskus.
Die Figur Elisabeth finde ich nicht nur deshalb ganz interessant, weil ich mit drittem Vornamen (!) selbst so heiße, sondern auch, weil sie ein geradezu absurdes Zerrbild des christlichen Idealbildes vom Menschen (und vor allem: von der Frau) ist. Elisabeth verfolgte das Ideal der Askese, verschmähte trotz adliger Herkunft ihren Reichtum, ließ sogar ihre drei Kinder zurück, um sich dem Dienst an Armen und Kranken zu widmen, arbeitete im Hospital. Sie starb im Alter von nur 24 Jahren höchstwahrscheinlich an den selbst auferlegten Strapazen. Wenn man ihre Lebensgeschichte unter modernen Gesichtspunkten liest, kann man dieses Leben eigentlich nur noch als pathologisch verirrt begreifen: zwanghafte Selbstkasteiung bis hin zum selbstverletzenden Verhalten (damals hieß das, etwas weniger negativ “Buße tun” und “Geißelung”), Magersucht (klingt auch schöner:”Fasten”), kurz vor dem Tod psychotische Wahnzustände (“eine Vision von einem Vogel, der zwischen ihr und der Wand fröhlich sang und sie dazu bewegte, mitzusingen”). Kurz gesagt: eine psychisch zutiefst Gestörte mit enormem Helfersyndrom. Ein ihr Leben etwas positiver interpretierender, aber trotzdem noch ziemlich gruseliger Hörbeitrag zu Elisabeth findet sich hier.
Es sagt, finde ich, schon einiges über die christliche Religion bzw. Kultur und das damit zusammenhängende Frauenbild aus, dass ausgerechnet eine Frau als idealtypisch gesehen wird, die sich derart für andere aufopfert, dass sie mit vierundzwanzig verhungert. Nicht, dass sich solche Ideale auf die christliche Tradition beschränken. Die säkulare Gesellschaft kann da ganz gut mithalten. Religiöse Gründe stecken zwar nicht mehr dahinter, aber sich weghungern zu wollen, ist bei jungen Frauen ja immer noch sehr verbreitet, und autodestruktives Verhalten, wie es uns schon die gute Elisabeth vormachte, ist heutzutage geradezu trendy.
Vielleicht sollte man von Seiten der christlichen Kirchen, statt ein “Elisabethjahr” auszurufen, mal hinterfragen, ob Selbstaufopferung, -bestrafung und -verleugnung bis zum Tod wirklich das höchste aller Ziele ist, auch und gerade im Bezug auf die angebliche Vorbildfunktion der Elisabeth für Pflegeberufe. (Zyniker werden einwenden: bei den gängigen Arbeitsbedingungen in den Pfegeberufen werden auch heute noch echte Märtyrer und Masochisten gebraucht!)
Wer jetzt immer noch nicht genug von dieser Elisabeth hat, dem empfehle ich das ihr zu Ehren entworfene Onlinespiel. Wofür man Kirchensteuer so ausgeben kann…
(Bild: Wikimedia Commons)

Großbritannien hat momentan wirklich ein Problem. Nein, ich meine natürlich nicht die riesige Flutkatastrophe. Vielmehr erregt momentan ein heiliger Bulle namens Shambo die Gemüter. Das Tier lebt in einem walisischen Hindu-Tempel und wird dementsprechend versorgt (hier auf der
Fangen wir bei einer besonders drolligen Geschichte an. In der Nähe eines dorset’schen Dorfes names Cerne Abbas findet sich auf eine sanften Hang die vielfach überlebensgroße in den Kreideboden gekratze Zeichnung eines nackten, ostentativ männlichen (s. Abb.), Riesen. Angeblich aus vorchristlichen Zeiten, jedenfalls wird das Ding von heidnischen Religionsgemeinschaften als heiliger Ort verehrt. Nichtsdestotrotz mussten wenig gottes- (bzw. götter-)fürchtige Werber den Nebenhang durch eine ebenso große Figur eines Homer Simpson in Unterhose und mit obligatorischem Donut verzieren, um den Simpsons-Film zu promoten, natürlich aus abwaschbarer weißer Farbe. Schande, sagt die Ober-Heidin der Region:
In Oxford hat es eine lange Tradition, nach Beendigung der letzten Examina die Prüflinge in der Merton Street zu empfangen und dann mit Mehl, Champagner, Konfetti, und allerlei Unrat zu bewerfen ("Trashing"). Großer Spaß, die Universität bezeichnet das allerdings als "antisocial behaviour" und versucht schon seit Jahren, es zu unterbinden. Drastische Strafen von bis zu 150 Euro wurden verhängt, nur ist es halt schwierig, im Gewusel hinter den Exam Schools die bösen Mehl- und Oktopus-Werfer überhaupt zu identifizieren. Naja, es sei denn…die Studenten machen Fotos vom Trashing und veröffentlichen die dann im Internet. Und Uni-Disziplinarbeamten finden sie da und 
Im Lokal "Kranz" (