Decline of a Nation: Rinderwahn

Großbritannien hat momentan wirklich ein Problem. Nein, ich meine natürlich nicht die riesige Flutkatastrophe. Vielmehr erregt momentan ein heiliger Bulle namens Shambo die Gemüter. Das Tier lebt in einem walisischen Hindu-Tempel und wird dementsprechend versorgt (hier auf der Webcam sieht man, wenn man Glück hat, wie er, fein gestriegelt, mit Blumenkranz in blütenreinem Stroh steht).
Jetzt aber das Problem: bei Shambo besteht TB-Verdacht. Und für Rinder mit TB-Verdacht gilt in Wales die strenge Regelung, dass sie geschlachtet werden müssen, da sonst eine Ausbreitung der Seuche befürchtet wird. Blöd natürlich jetzt, wenn man ein Hindu ist, und das Vieh für heilig hält. Doch die walisischen Behörden lenken nicht ein: heilig oder nicht, heute muss Shambo zur Schlachtbank. Wie wird das ganze ausgehen?
Wer es jetzt vor Spannung schon nicht mehr aushält, sei auf das Liveblogging des Guardian verwiesen, das ja schon bei ähnlich einschneidenden Ereignissen (etwa den Londoner Terroranschlägen) weitergeholfen hat. Letzte Meldung, vor 10 Minuten veröffentlicht: die Behörden machen sich Sorgen um das Wohlbefinden des Bullen, da es um die Hütte herum jetzt doch etwas lauter zugeht – man möge sie doch bitte durchlassen, damit sie in Ruhe ihres Amtes walten können. Im Namen des Tierschutzes!
Humor haben sie, die Briten.

(Bild: Skanda Vale Hindu temple, Wales)

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