
Schon erstaunlich, wie man in Buchhandlungen bzw. von Verlagsseite her eine Idee, die einem uralt vorkommt (weil sie halt schon vor 3 Jahren im Internetz breitgetreten wurde) als den revolutionären Wirtschafts- Bestseller schlechthin verkauft. Natürlich erstmal ausschließlich in Hardcover-Version für preisgebundene 19,90€ . Willkommen im Mittelalter.
Aus dem Vorschautext der Verlagsseite zitiert, ergeben sich interessante Kontraste:
"Verlage starren wie gebannt auf den nächsten Weltbestseller, Film-Verleiher auf den nächsten Blockbuster, die Musikindustrie auf den Superhit, der alles herausreißt. Sie alle sind schief gewickelt. Die Zukunft liegt ganz woanders." (…)
"Wie sie die [Chancen] nutzen können und was diese neue Wirtschaft für uns alle bedeutet, zeigt Anderson in seinem revolutionären Bestseller."
Hm. Äh. Kognitive — Dissonanzen— lähmen — mein — Hirn…
P.S.: Dem Schweinischen ist, zugegeben, alles schweinisch. Aber war es wirklich nötig, "The Long Tail" in seiner deutschen Übersetzung den Untertitel "Der Lange Schwanz" zu geben?
(Bild: Wikimedia Commons)
Endlich: eine Browserkatze für die, die Katzeninteraktion zur Konzentrationssteigerung während der Arbeit nutzen wollen, aber keine Bürokatze zur Kollegin haben (für Hundeliebhaber gibts sogar einen gehorsamen Kläffer). Tierhasser können sich zumindest einen virtuellen Kaffee machen.
…das ist gerade Cohus Gewerbe. Allerdings geht’s nicht um Köstlichkeiten aus aller Herren Länder, sondern um das stupide Übertragen von Literaturreferenzen von hier, hier, hier in mein Endnote, unterbrochen von zahlreichen , frustrierenden Zwischenstopps auf Endnotes wahnsinnig übersichtlicher Import-Filter Seite (das Importieren von Umlauten ist mir immer noch nicht gelungen…). Das alles ist fast so nervenaufreibend wie HTML-Tabellen (kriege da regelmäßig Schreikrämpfe!), aber wenigstens tröstet mich die Vorstellung, dass ich mich dank VPN-Client zum Datenbankwühlen nicht in die Bibliotheken selbst quälen muss (zu Cohus Bib-Erfahrungen siehe hier). Insgesamt also doch eine positive Bilanz der Fortschritte in der EDV!
Wer nicht so zufrieden mit den Putern ist, kann sich ja schon mal langsam auf den 24. März vorbereiten:
Be a part of one of the biggest global experiments ever to take place on the internet. The idea behind the experiment is to find out how many people can go without a computer for one whole day, and what will happen if we all participate!
Shutdown your computer on this day and find out! Can you survive for 24 hours without your computer? (Shutdown Day)
Ich halte es da, angelehnt an Loriots Diktum über den Mops, mit der Devise: ein Leben ohne Computer ist möglich, aber sinnlos. Wenn das Wetter so schön bleibt, könnte es allerdings am Wochendende zumindest zu kurzen Standby-Zeiten kommen…
Cohu ist ja eine große Freundin handgeknüpfter bzw. -gewebter Teppiche, insbesondere die Kelims haben es ihr angetan (siehe Google-Beispiele). Wie das immer so ist: all the good things in life are sauteuer. Deshalb hab ich bis heute nicht das kleinste Fitzelchen Kelim kaufen können. Aber was, wenn ich endlich die angestrebten sechsstelligen Beträge verdienen werde?
Ja, dann gibt es noch ein Problem, die IT ist nämlich für Orientteppiche nicht zu begeistern. Erst kommt die Allergiker-Ausrede und dann der ästhetische Einwand: spießig!
Das mag bei der überwiegenden Zahl gemusterter Teppiche der Fall sein, Cohu hat jetzt aber einige Exemplare gefunden, bei denen dieses Urteil nicht zutrifft. Es gibt da nämlich ganz erstaunliche Afghanerteppiche aus Sowjet-Zeiten – Neotorama berichtet von geknüpften Kunstwerken, die anstelle des persischen Gartens oder von Kamelen und Ziegen Kalaschnikows und Helikopter abbilden- liebevoll eingefasst von einem Rahmen aus Handgranaten. Noch ungewöhnlicher, wenn auch vielleicht eher für provokative Naturen geeignet, ist der berühmt-berüchtigte chinesische Seidenteppich mit "Swastika-Meander", der 1966 von Axel Springer erworben wurde.
Was bereits im 11.Jhd. mit dem Teppich von Bayeux begann – die Politisierung der Webware – ist in der Moderne zum Höhepunkt gelangt: Totalitarismen haben sich des Teppichs bemächtigt, wenn auch im Fall der Hakenkreuzauslegeware nur nachträglich. Von Spießer- bzw. heimeligen Kleinbürgertum kann keine Rede sein, der Teppich ist das Medium für Radikale und Revolutionäre. Und für Unpolitische gibt es immer noch den (retro-futuristischen) Pac-Man Carpet.
Bei der Überschrift würde man doch denken, dass die von der Leyen die Meinung vertritt, die (möglichst ständige) Anwesenheit der Mutter sei hinreichend und notwendig zur bestmöglichen Versorgung von Kleinkindern. Tatsächlich verteidigt sie aber im Interview vehement das exakte Gegenteil. Ach, Überschriftentexter bei sueddeutsche.de müsste man sein…
Update: bemerkenswerte Ausnutzung der Vorteile eines Online-Mediums – die Redaktion hat die Überschrift nun nachträglich geändert…
Zu Bemängeln findet die pedantische Cohu allerdings, dass die Richtigstellung und Entschuldigung des Redakteurs irgendwo in den Kommentaren vergraben ist und nicht, wie es sich gehört, direkt über (oder wenigstens unter) dem Artikel selbst steht: vorbildlich macht das z.B. Guardian Unlimited (hier ein Beispiel). Sieht ziemlich peinlich aus, oder? Aber so gehört es sich eben. Viel Interessantes und Kurzweiliges über Richtigstellungen und Korrekturen in "traditionellen" Medien findet sich übrigens bei Regret the Error. Wir Blogger brauchen das alles nicht. Wir schreiben ja gottseidank nie was Falsches!
Die Filmchen, die – mit Hilfe eines sehr schön verklemmten John Hodgman – für die überragende Coolness von Macintosh-Rechnern warben, fand ich zwar lustig, aber eine Spur zu selbstgefällig. Seht selbst:
Eigentlich ist der Spießer doch viel sympathischer als der junge Typ mit seinen doofen Sneakern und seiner albernen Kapuzenjacke (ob das nur an meiner Abneigung gegen Bärte liegt?). Und die endgültige Wahrheit über Mac vs. PC findet ihr: hier.
[Disclaimer: Cohu ist Mac- vs. PC-neutral. Falls es sowas gibt.]
…will ich auch so ein Hemdchen haben! Fast so gut wie mein Computadora-Shirt.

(Bild: Xeni Jardin via flickr – Aus einem Boing Boing-Bericht über guatemaltekische Anstrengungen, durch Digitalisierung von Polizeiarchiven Bürgerkriegsverbrechen aufzuklären.)
Ok, draußen ist es zu kalt und ungemütlich. Stadtspaziergang kann man trotzdem machen. Noch viel besser als Google Earth ist dafür der "Bird’s Eye View" von local.live.com geeignet. Hier kann man z.B. die Nackerten im Englischen Garten anschauen (siehe Abb.) oder das Tollwood-Festival.
Ein schwacher Trost dafür, dass mein Computer anscheinend zu grafik-schwach ist, um Second Life zu spielen. Dabei hatte ich schon so einen putzigen Wüstenfuchs-Avatar ausgesucht…
Die Vorschläge der Fahrplanauskunft "EFA" für ÖPNV-Verbindungen durch München sind öfters ganz unterhaltsam (beliebt z.B.: bei Flughafenfahrten Umsteigen – statt am Hauptbahnhof – in Feldmoching. Wenn man da dann nämlich die S verpasst, kann man gleich wieder heimfahren und alle für den Tag geplanten Flugreisen vergessen).
Aber Folgendes fand ich jetzt wirklich beeindruckend: für den Weg von mir zum Schloss Nymphenburg schlägt mir der MVV – neben der schlichten Tramfahrt mit einmal Umsteigen am Stachus – folgendes vor: zur Bushaltestelle Türkenstr. latschen. Mit dem 154er eine Station zur U-Bahn Universität fahren. Mit der U3 zum Sendlinger Tor. Von dort mit der U1 zum Rotkreuzplatz. Dann mit dem 132er Bus zum Steubenplatz. Und schon braucht man nur noch in die 17er Tram einzusteigen und erreicht – nach schlappen 41 Minuten inklusive 4x Umsteigen – das Schloss…