Cohu wird ab jetzt immer so multiplizieren. Großer Spaß! Jetzt das Gleiche noch für Prozentrechnen, und ich bin meine latente Dyskalkulie los…
Cohu wird ab jetzt immer so multiplizieren. Großer Spaß! Jetzt das Gleiche noch für Prozentrechnen, und ich bin meine latente Dyskalkulie los…
Eine interessante und (leider nur teilweise) beruhigende Kritik des Stern Review (cohu berichtete) findet sich in der Wirtschaftswoche, in Form eines Interviews mit einem Hamburger Umwelt-Ökonomen, der übrigens auch noch der Chef meiner IT ist (tja, die musste sich einen Zweitjob zulegen, da ich – zugegeben – nicht sooo gut zahle).
Richard Tol (siehe Abb.) beklagt:
„Stern hat die Schäden viel zu hoch und die Kosten für die Emissionsreduktion viel zu niedrig angesetzt. Dieses Operieren mit falschen Zahlen macht es Klimaschutzgegnern leicht, sich einem Konsens zu entziehen.“ Tol weiter: „Dem Klima kann aber nur geholfen werden, wenn alle mitmachen. Wir brauchen eine Langzeitlösung, und sie muss global sein. Der Stern-Bericht stört diesen Einigungsprozess, insofern hat er dem Klimaschutz einen Bärendienst erwiesen.“ (wiwo)
Cohu sagt dazu: alles Klein-Klein-Pipifax! Was heißt hier dem Klima helfen, dass ich nicht lache! Hat das Klima denn jemals was für UNS getan? Emissionsreduktion, soll ich schon mal die Luft anhalten oder was? Nein, wir brauchen einen bombastischen Mega-Plan! Und – wie es so oft der Fall ist – nur die BILD, mit Unterstützung amerikanischer Wissenschaftler, kann uns helfen:
"Was kann man gegen die dramatische Erderwärmung tun? Forscher entwickeln spektakuläre Ideen.
PLAN 1. Die Erde verschieben!
Wissenschaftler der Stanford University (US-Bundesstaat Kalifornien) überlegen, die Umlaufbahn der Erde zu verlegen: 1,5 Mio. Kilometer weiter weg von der Sonne. Die würde dann weniger stark auf unseren Planeten strahlen. Die Erderwärmung wäre komplett gestoppt. (…)" (BILD)
Gestern hat es mein Leib- und Magen-, zudem auch noch Diss-Thema, die “human-animal interspecifics”, ja sogar auf die erste Seite dieser Publikation geschafft: britische Stammzellenforscher planen die Herstellung von Mensch-Kuh-Chimären. Herr Illinger versah dieses Thema allerdings mit einem Kommentar, der mich ob seiner unbegründet-alarmistischen und – jedenfalls im Bezug auf die zentrale Frage, was es mit der ethischen Bewertung solcher Experimente auf sich hat – fast vollständig argumentfreien Darstellung der komplexen Sachlage doch sehr enttäuschte. Titel: “Die Angst vor der Chimäre” – erster Satz “Schon beim ersten Hinsehen kommt Grusel auf.”, letzter Satz: “In dieser Situation ist es auch aus Sicht der Wissenschaft kontraproduktiv, Laborversuche anzukündigen, die in der Öffentlichkeit vor allem eines auslösen: Grusel.” Dazwischen: nicht viel mehr als Stammzellenforscherbashing. Was die Frage der ethischen Vertretbarkeit von Chimärismus-Versuchen mit (angeblich) in der Bevölkerung vorhandenen Angstgefühlen zu tun haben soll, bleibt bei Illinger leider vollkommen offen. Manche finden Schwule und Lesben gruselig, manche Schwarze, manche alte Leute, manche (ich z.B.) Musicals und Softeis: trotzdem kommt man nicht auf die Idee, das alles zu verbieten. Dafür bedarf es schon irgendeiner Rechtfertigung. Wer wissen will, wie ein solches Argument im Bezug auf Chimären aussieht, aussehen könnte, oder ob es so eines überhaupt gibt, muss meine Diss lesen…wenn sie denn mal fertig ist.
Jedenfalls: manchmal ist man doch froh, die SZ abbestellt und für so manchen Unfug nicht auch noch Geld bezahlt zu haben.
Einst war Großbritannien das Haupt eines weltumspannenden Empires, eine stolze Seefahrer- und Eroberernation, der Kristallisationskern der industriellen Revolution, die Wiege parlamentarischer Demokratie und des Empirismus sowie des Utilitarismus, anregende Heimstätte für Shakespeare, Händel, Constable, Wilde und Spotted Dick. Später überlebte man Dinge wie die IRA, Thatcher und die Spice Girls.
Und heute? Tony Blair – und von da an ging’s bergab, würde die Frau von Söttingen sagen. Es lässt sich die britische Regierung nämlich vom mickrigen Klimawandel ins Bockshorn (in Form eines Stern Review) jagen und zu allem Überfluss auch noch von meiner IT beraten, was “large rises in sea-level” angeht. So tief sind sie gesunken, fast schon unter Meeresspiegelniveau sozusagen, bevor die Polkappenschmelze überhaupt richtig eingesetzt hat!
Aber, zugegeben, wie man in Deutschland auf die Sache (“Die Erde hat FIEBER! Die Erde ist krank!”) reagiert hat, nämlich mit spontaner Totalabschaltung, ist auch etwas hysterisch…
Papst Benedikt hat, so lese ich bei Reuters, Wissenschaftler davor gewarnt, dem gleichen Schicksal zum Opfer zu fallen wie der Sohn des Dädalos. Ts, aber heutzutage, Herr Ratzinger, würde man doch samt Papa einfach in einen Billigflieger voller FKK-freudiger, besoffener Engländerinnen steigen, wenn man dringend von einer griechischen Insel wegwollte, da würde der moderne Wissenschaftler sich doch keine Wachsflügel basteln, die ihm dann bei ungünstiger Flughöhe von den Ellbogen tröpfeln. Auf die Idee, vor sowas zu warnen, würde ja wohl nur jemand kommen, der noch im Mittelalter… ach so.
AskMefi Nutzer stellen Fragen, auf die es ankommt: Is it theoretically possible for a human hermaphrodite to self-impregnate?
Für Cohu in ihrer Eigenschaft als Chimärenforscherin sind Hermaphroditen schon deshalb interessant, weil es sich bei ihnen manchmal um Chimären handelt (nicht immer, wie sich Leser von Jeffrey Eugenides’ genialem “Middlesex” vielleicht erinnern können). Und zwar kommt es – ich darf kurz ausholen – ja häufiger vor, dass Zwillinge im Mutterleib Zellen austauschen oder gar miteinander verschmelzen – dann hat der resultierende Organismus, bei dem es sich z.B. um einen des Dopings durch Fremdblutinfusion verdächtigten Radsportler handeln kann, auch später unterschiedliche Zellpopulationen im Körper. So ein Mikrochimerismus ist nicht selten. Auffällig wird der Chimerismus dann, wenn die Fremdpopulation irgendwo da unten angesiedelt ist und der verschluckte Zwilling dem anderen Geschlecht angehörte: dann kann es nämlich dazu kommen, dass funktionsfähige Ausrüstungsgegenstände beider Provenienz ausgebildet werden – siehe Abbildung (Intersexualität durch Chimärismus).
Jetzt aber zurück zur Frage des AskMefi-Nutzers: wenn man beide für die Fortpflanzung nötigen Seiten in sich vereint, kann man dann getrost auf einen Partner verzichten? Für hermaphroditische Kaninchen ist das anscheinend kein Problem:
“A true hermaphrodite rabbit served several females and sired more than 250 young of both sexes. In the next breeding season the rabbit, which was housed in isolation, became pregnant and delivered seven healthy young of both sexes. It was kept in isolation and when autopsied was again pregnant and demonstrated two functional ovaries and two infertile testes. A chromosome preparation revealed a diploid number of autosomes and two sex chromosomes of uncertain configuration.” Frankenhuis et al. (1990)
Hört sich wunderbar an im wahrsten Sinne des Wortes, dieser Rammler. Aber Menschen? Dieser Verdachtsfall liegt für eine Untersuchung leider viel zu lange zurück…
Wenn man fleißig genug googelt, scheint einem die Jungfrauengeburt übrigens selbst in heutigen Zeiten und bei Nicht-Hermaphroditen möglich zu sein, sofern man es richtig anpackt, nämlich mit veganer Ernährung – das verspricht zumindest der von Marianne Wex vorgelegte Titel: “Parthenogenese heute. Von der Urkraft der Frau, aus sich selbst heraus zu gebären, ohne Beteiligung eines zweiten Geschlechts.” Und jetzt obacht: “Nach einer Schätzung aus den USA kommt die menschliche Parthenogenese in der heutigen Zeit etwa so häufig vor wie die Geburt zweieiiger Zwillinge” (aus einem Frauenforum). So, meine Damen, dann, würd ich sagen, wird mal für Renteneinzahler gesorgt. Mit der Ausrede “Aber ich hab keinen Freund!” braucht mir jetzt keine mehr zu kommen!
…zumindest, auf Kirchgänger bezogen, mit dem Dictum: Bedenke, Mensch, dass Du Staub bist und wieder zum Staube zurückkehrst.
Dass die katholische Kirche mit ihren Ritualen brandgefährlich ist, hat Cohu schon als Kind geahnt und – zur Erheiterung ihrer großen Geschwister – stets darauf bestanden, bei der großräumigen Weihrauch-Begasung in der Christmette bekäme sie keine Luft mehr.
Jetzt ist es wissenschaftlich bestätigt:
“Der lästige Feinstaub: Nicht nur auf den Straßen ist er ein Problem, nein, auch in der Kirche – zumindest in der katholischen. Was manch benebelter Kirchgänger vielleicht ahnte, meint jetzt ein findiger Klimatologe der Uni Duisburg-Essen bewiesen zu haben: Nach seinen Studien kann die Feinstaub-Belastung in katholischen Kirchen an hohen Feiertagen den EU-Grenzwert kurzzeitig um mehr als das Vierfache übersteigen. Vor allem der Weihrauch, der an hohen Feiertagen in den Kirchen benutzt wird, treibe den Wert auf bis zu 220 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft hoch, erklärt Dr. Stephan Weber (32). Der EU-Grenzwert für das Tagesmittel liegt bei 50 Mikrogramm.” (Kölnische Rundschau)
Naja, so schlimm ist das doch nicht. Man soll ja nicht aus einer Mücke einen Elefanten machen. Am Schluss fällt den EU-Hanseln noch ein, dass der Weihrauch jetzt verboten gehört. Oder, noch absurder: dass man in der Kirche nicht mehr rauchen darf. Ha!
Cohu leidet immer wieder unter hartnäckigen Ohrwürmern, die sich meistens zwei bis drei Tage halten (beliebt: Ohrwurm ist beim Musik- oder Radiohören weg, setzt aber danach plötzlich wieder ein – Neiiiiiin!). Momentan hat “Sitting on the Dock of the Bay” (seltsamerweise im Minimal gehört) “Starry starry night” abgelöst, mit einem kurzen Zwischenspiel von “Seven Years” (hatte riskanterweise die Norah-Jones-Noten durchgeblättert). Mit dem “Dock of the Bay”– Ohrwurm, der ja nicht mehr als 2-3 Tonhöhen zu bieten hat (und ich kenn nicht mal den Text von dem Scheißlied), werde ich wirklich langsam wahnsinnig.
Was soll man da nur machen? Hab natürlich gleich recherchiert, das hier war vorerst keine Hilfe. Gottseidank gibt es amerikanische Wissenschaftler:
“Songs such as the Village People’s YMCA, Los Del Rio’s Macarena, and the Baha Men’s Who Let The Dogs Out owe their success to their ability to create a “cognitive itch,” according to Professor James Kellaris, of the University of Cincinnati College of Business Administration. A cognitive itch is a kind of metaphor that explains how these songs get stuck in our head,” Professor Kellaris told BBC World Service’s Outlook programme. “Certain songs have properties that are analogous to histamines that make our brain itch. The only way to scratch a cognitive itch is to repeat the offending melody in our minds.”
(BBC News)
Ja, und was macht man jetzt gegen dieses schreckliche Gehirnjucken? Der Ohrwurmforscher macht mir wenig Hoffnung:
“And he added that there was also no guaranteed way of ever getting the song off the brain. “Replacement strategies rarely work, because as we search our memories for a replacement tune, we’re likely to come up with another earworm,” he admitted. “Some people swear by completion strategies – if you listen through a piece in its entirety, some times that will make it go away.”
Ok. Ich lad mir dieses Dockofthebay-Stück gleich runter und probier das aus. Oh…Moment – hab ich mir jetzt etwa gerade einen Ohrwurm von “Who let the Dogs out” geholt? Auaaaa….
Nicht nur bei Cohu, sondern auch bei anderen Menschen bzw. Engländern wirkt eine große Portion schön kaltes Eis stimmungsaufhellend, ja sogar merklich antidepressiv. Sehr erstaunlich! Jetzt hatte ich natürlich, wie es sich für eine anständige Wissenschaftlerin an einem heißen Freitagnachmittag gehört, gleich mehrere Hypothesen, warum das so ist:
1. Zuckersüße Hypothese: “Durch den Verzehr von Kohlenhydraten wie Zucker oder Stärke lässt sich die Menge des Serotonin im Organismus kurzfristig erhöhen. Essen wir z. B. Schokolade, stellt unser Körper das Hormon Insulin bereit. Dem Insulin kommt nicht nur eine große Bedeutung im Stoffwechsel des Zuckers zu, es fördert auch die Aufnahme des Eiweißbausteins Tryptophan ins Gehirn. Tryptophan wird in Serotonin umgewandelt, der Serotoninspiegel steigt und die Stimmung hellt sich auf.” (Link) Habe ich allerdings verworfen, da beim Verzehr von Schokolade oder sonstigen Süßigkeiten sich meine Laune nicht besonders verbessert.
2. Psychoanalytische Hypothese: Die orale Stimulation und der gleichzeitge Kältereiz erinnern mich an die emotional-kalte Mutterbrust der typischen westlich-zivilisierten Kindheit, was eine psychodynamische Reaktion in Richtung Hypomanie auslöst. Die Kälte und Regression in die orale Phase betäuben den allgegenwärtigen Penisneid. Oder so. (Verworfen aufgrund prinzipiell fehlender Falsifizierbarkeit).
3. Vagusnerv-Hypothese: der Verzehr von Speiseeis stimuliert aufgrund der Kältedifferenz den Vagusnerv, der sich im Rachenraum befindet (bei vielen bemitleidenswerten Menschen führt eben diese Vagusnervstimulation beim Eisessen übrigens zu Kopfschmerzen). Die Vagusnervstimulation (VNS) wird aber – allerdings vermittels elektrischer Reize, was m.E. ungleich unangenehmer sein muss als Eisschlecken – auch erfolgreich zur Behandlung therapieresistenter Depressionen eingesetzt.
Heureka und Danke, Google!
Wieder mal mit Links eine wissenschaftlich hochinteressante Frage geklärt. Da sag noch einer, Philsophen seien nutzlos!
Also dieses MPI für Meteorologie kam mir ja, aus persönlichen Gründen, schon immer etwas zweifelhaft vor (siehe unten). Ja klar, Sonnenschein in Hamburg! Was machen die da eigentlich den ganzen Tag? Mit dem Supercomputer im Internetz surfen oder Doom spielen? Sind etwa die einzigen Modelle, die sich auf diesen Terabyte-Monstern räkeln, Michelle Hunziker und Liv Tyler? Endlich wird der ganze Schwindel von der SZ aufgedeckt. Recht so!