De fibulae ebriae

Als aufmerksamer Leser von "Spiegel online" hat man ja öfter was zu lachen (cohu berichtete). Jetzt hat mich SPON sogar zu einem (nicht ganz echten) Doppel inspiriert.

   Rauchschwaden

  Rauschwaden

(Bild: Wikimedia Commons, Screenshot bei SPON)

…wobei man natürlich für die "Rauschwaden" noch viel schönere Bilder finden müsste, wie wärs mit dem hier.

Decline of a Nation: Close Shave

Während in der Bundesrepublik glühweinbeschwipste Sozis sinnvolle Vorschläge zur Arbeitsmarktpolitik machen, gehen, weit weg vom Kontinent, in Großbritannien, die Uhren natürlich anders. Im renommierten Fachblatt für Sozialdemokratie  und Kompostwesen “Guardian” erklärt uns ein Charlie Porter, dass Bärte keinesfalls out of date oder gar als politisches oder apolitisches Statement zu verstehen, sondern vielmehr der letzte Schrei sind. Sogar der James Bond lässt ja privat die Borsten sprießen:

“Craig’s facial furniture is at the forefront of a new trend: beards are suddenly everywhere. There are so many beards around, in fact, that facial hair could well become the defining male fashion of the noughties.”

Sodann zieht Herr Porter mehrere mögliche Gründe für dieses Phänomen an den Barthaaren herbei (“dress down” am Arbeitsplatz, Verbreitung nuklearkraftbetriebener 10-klingiger Mega-Rasierer im willenlosen Konsumkollektiv und dadurch Reiz des rebellischen Nichtrasierens, etc.), bis er zum m.E. ausschlaggebenden Grund für die Rückkehr des Bartes kommt:

Or maybe it’s just a result of laziness. Men no longer have to shave, so they don’t. A dermatologist recently told me that for the average man, shaving takes up six months of his life: who wouldn’t want to take a break?

Ich glaube, da hat Herr Porter genau den Punkt getroffen. Faulheit fördert Follikel!
Und jetzt warten wir mal kurz ab, bis Männer erkennen, dass Duschen fast ein Jahr ihres Lebens stiehlt. Händewaschen nach dem Toilettenbesuch frisst weitere 6 Monate. Reinigen der Wohnräume schlägt mit einigen Jahren ins Gewicht, und das langwierige Aufsuchen einer Toilette vor dem Verrichten eines Geschäfts raubt fast Jahrzehnte des Lebens – ganz zu schweigen vom Reinigen, Erhitzen oder gar Töten von Beutetieren vor dem Verzehr. Wenn Männer also auf das Hygiene-und Kulturniveau von Wildtieren herabsänken, hätten sie nach internen Berechnungen von Cohu ca. 30 Jahre mehr Zeit, Dinge zu tun, die ihnen wirklich Spaß machen!!!
Wie der geneigte Leser evt. schon aus meinem leicht sarkastischen Ton abgeleitet hat, ist Cohu keine große Freundin von Bärten. Nichtmal so sehr aus Hygiene- oder Ästethik-Aspekten – im Gegenteil, es gibt Männer, denen Bärte sehr gut stehen! – aber erstaunlicherweise macht ein Bart trotz seiner angeblichen “Männlichkeit” für Cohu sogar den feschesten Mann zum absolut asexuellen Wesen, dessen Attraktivität auf frostige unter Null sinkt.
Und jetzt sage bitte niemand, das wäre nur ein weiterer Grund dafür, sich einen Bart wachsen zu lassen.

Decline of a Nation: Psssssst!

Wenn man der Sun Glauben schenkt – und das tue ich jedesmal, ohne zu zögern, denn was wäre ein Menschenleben ohne Glauben und Vertrauen, ohne Missachtung der physikalischen Welt und Gesetze der Logik? – wurde eine britische Grundschullehrerin gefeuert, weil sie den Schulkindern weismachen wollte, es gäbe keinen Weihnachtsmann. Ja, es kam noch schlimmer:

“Parents were furious when tearful youngsters went home saying they had also been taught elves and fairies did not exist either.”(The Sun)

Und das im Land, in dem einst die Wiege des Empirismus stand.
Wer nun seinen Glauben an die Faszination der typisch britischen Weihnachtstraditionen (ausgenommen Christmas Pudding – Bah!) wieder kräftigen will, ohne den an die Ratio ganz zu verlieren – kurz, wer Verstand und Wahnsinn miteinander zu vereinbaren sucht und auch noch ausgefallene Geschenkideen braucht – der sei auf das Phänomen “Twelve Days of Christmas” (Real Audio) verwiesen und hier insbesondere auf die ganz und gar realitätsverhaftete Verwendung dieses Lieds als ökonomischer Indikator.

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Personal Ethics

Beste Nigerian-Scam-Anrede bis jetzt:

“Dear sir/madam
Do accept my sincere apologies if my mail does not meet your personal ethics. I will introduce myself (…)”

Schön auch das Oxford-Englisch:

“I will not fail to bring to your notice that this business is hitch-free and that you should not entertain any fear, as the whole required arrangement has been made for the transfer.”

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Decline of a Nation: Sin and Tonic

Besoffene Engländer: manchmal lustig.
Unfug redende Kleriker: oft amüsant.
Pöbelnde, besoffene, spielzeugwerfende englische Bischöfe: fucking hilarious!

The Right Reverend Tom Butler, Bishop of Southwark, reportedly staggered home from an embassy function and climbed into the back of a stranger’s Mercedes, where he started throwing an infant’s toys. He was pulled out but toppled over and suffered several head wounds. Asked to explain himself, he is claimed to have said: ‘I’m the Bishop of Southwark. It’s what I do.’ He then disappeared into the night but left in the car personal belongings including a cross, personal organiser and correspondence with the Home Office. (Guardian)

Auch das ein Berufsrisiko! Alkoholfreier Messwein ist halt weder bei den Katholiken noch bei den Anglikanern zugelassen. Mit einem Traubensaft kannst die Transubstantiation nämlich gleich vergessen (lustig übrigens der erste Suchtreffer, wenn man in der Wikipedia diesen Begriff nachschlägt…).

(Vgl. auch den britischen Bruder im Glauben – Father Jack Hackett.)

Blue in the Face

… wird der anständige Libertäre, wenn er an staatliche Rauchverbotspläne nur denkt (nicht verwechseln mit den Liberalen, die rauchen eh nur Zigarren).
Abgesehen davon, dass das momentane Gemurkse mal wieder ein exzellentes und unterhaltsames Beispiel für die fehlende Effizienz staatlicher Umtriebe ist, finde ich diesen Hinweis auf das “Hausrecht” privater Betreiber von Gaststätten einen sehr interessanten und bedenkenswerten. Und übrigens: Cohu kann aufgrund geistiger Gelenkigkeit, obwohl sie seit ihrer Nikotinentwöhnung verrauchte Gaststätten hasst, nicht nur der Meinung sein, dass ein staatliches Verbot, das in das Privatleben von Menschen eingreift, vollkommen fehl am Platz ist. Nein, sie kann sogar gleichzeitig der Meinung sein, dass ein Rauchverbot in staatlichen Einrichtungen wie Krankenhäusern und Kindergärten (!) vollkommen gerechtfertigt ist.
Wehe dem, der differenzierte Meinungen vertritt… zu sowas fällt einem halt kein griffiger Slogan ein.

Level, auf deutsch: Niveau

Letzteres zu halten ist erklärtes Ziel meines donnerstäglich besuchten Kolloquiums:

Referent: "Ständiges Negieren der Umwelt ist also laut Sartre zur Selbstdefinition unabdingbar…Also, die Umwelt wird ständig verneint."
Student: "Des is aber anstrengend, oder?"
Prof: "Naja, wenn man sonst nix zu tun hat…"

Etwas später:

Prof: "Damals in Frankreich gab es ja diese Strömung, die Phäno— Mäno— also, Phänomenologie — da dürfen Sie nicht mehr als 0,5 Promill haben — …"

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Dinge mit Bedeutung

Im Werkzeugkoffer fand ich neulich ein chimärisches Artefakt: einen Schragel bzw. eine Naube, nämlich eine Schraube, der der Schlitz fehlt, bzw. einen Nagel, der ungünstigerweise ein Gewinde trägt (siehe Abb., Fotografieren ging leider nicht). Das arme, nutzlose, metaphernschwere Ding! Ich habe es sofort adoptiert und auf meinem Schreibtisch einen Ehrenplatz eingeräumt. Ich weiß ja nicht, ob ich die Einzige bin, aber über sowas kann ich mich immer sehr freuen. Genauso wie über freaky Paprikaschoten, in denen kleine Paprikaschoten wohnen, Brezen mit 3 Armen, "behinderte" Gummitierchen u.ä. Der Amerikaner würde sagen: Joy of Diversity, Cohu nennt es: Faszination für das Abnorme. Es leben die Schrägel dieser Welt!

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Blasphemiker aufgepasst

Beim HL, Minimal, Rewe oder wie der jetzt grade heißt gibts momentan das ultimative Zubehör für Hardcore-Weihnachtshasser. Nämlich Toilettenpapier in der "Merry Christmas"-Edition. Wenn man bedenkt, dass die aufgedruckten Symbole – geschweifter Stern bzw. klingelnde Glöckchen – für einen signifikanten Prozentsatz der Menschheit symbolisch für die freudig erwartete Ankunft ihres Religionsführers stehen, kann man es schon ganz schön geschmacklos finden, sie auf Exkretionszubehör zu drucken. Ich würde fast schon sagen: Koranverbrennen war gestern. Und dann auch noch dreilagig – als ob die Trinitätsdoktrin im Laufe der Jahrhunderte nicht schon genug Spott hätte aushalten müssen…

Cohu hat jedenfalls gleich zugeschlagen – 1,77€ für 8 Rollen, da kann doch keine Religion der Welt was gegen sagen. Im Drogerieproduktebereich sind sie neuerdings ansonsten ja auch innovativ.

Apfent, Apfent, etc. pp.

Nicht nur, dass jetzt schon ein Lichtlein brennt, nein, manchmal erfüllt der eine oder andere Münchenblogger, sozusagen als virtueller Bischof von Myra (oder soll ich sagen “Nikolaus 2.0”?), prompt die Wünsche von Bloggerinnen. Weil ich dieses Jahr aber auch wirklich brav war!

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