Blue in the Face

… wird der anständige Libertäre, wenn er an staatliche Rauchverbotspläne nur denkt (nicht verwechseln mit den Liberalen, die rauchen eh nur Zigarren).
Abgesehen davon, dass das momentane Gemurkse mal wieder ein exzellentes und unterhaltsames Beispiel für die fehlende Effizienz staatlicher Umtriebe ist, finde ich diesen Hinweis auf das “Hausrecht” privater Betreiber von Gaststätten einen sehr interessanten und bedenkenswerten. Und übrigens: Cohu kann aufgrund geistiger Gelenkigkeit, obwohl sie seit ihrer Nikotinentwöhnung verrauchte Gaststätten hasst, nicht nur der Meinung sein, dass ein staatliches Verbot, das in das Privatleben von Menschen eingreift, vollkommen fehl am Platz ist. Nein, sie kann sogar gleichzeitig der Meinung sein, dass ein Rauchverbot in staatlichen Einrichtungen wie Krankenhäusern und Kindergärten (!) vollkommen gerechtfertigt ist.
Wehe dem, der differenzierte Meinungen vertritt… zu sowas fällt einem halt kein griffiger Slogan ein.

2 Responses to “Blue in the Face”

  1. Weltenweiser Says:

    Der Gaststätten-Kommentar übersieht die Leute, die in den Gaststätten arbeiten müssen, wie z.B. kellnernde Studentinnen. Die dürfen den ganzen Tag im Zigarettenmief schuften und wer jetzt erzählt, diese können sich eine Gaststätte aussuchen, die rauchfrei ist, ist realitätsfern. Einfach mal die begründungen ansehen, warum das Rauchverbot in den USA oder in Italien gemacht worden ist. Hätte man hier auch haben können, da man aber der Tabaklobby Zugeständnisse in Form von Kneipen und Bars (Wann ist eine Kneipe eine Gaststätte?) machen wollte, konnte es auf einmal der Bund nicht mehr regeln. Peinlich peinlich.

  2. cohu Says:

    Natürlich wird der Student keine rauchfreie Kneipe zum Kellnern finden – aber vielleicht nen anderern Job. Der wird allerdings im Zweifel schlechter bezahlt sein. Studenten arbeiten in Gaststätten, weil man dort für unqualifizierte Arbeit einen überdurchschnittlichen Stundensatz kriegt – u.a. eben aufgrund unangenehmer, ungesunder Arbeitsbedingungen. (Besseres Beispiel in Deinem Sinne wäre vielleicht der altgediente Oberkellner, der eben nicht in ne andere Branche wechseln kann…).Mir ist aber schon klar, dass man mit dem Arbeitsschutz vielversprechend argumentieren kann. Eine klare, eindeutige Sache ist es m.E. trotzdem nicht. Wir akzeptieren eine ganze Reihe Gesundheitsschädigungen von Arbeitnehmern:- Tag-Nachtrhytmusstörungen mit schwersten Komplikationen für unterschiedl. Organsysteme bei Schichtarbeitern- Bandscheibenvorfälle bei Büroangestellten- zur Verkrüppelung führender Gelenkverschleiß bei schwerer körperlicher Arbeit oder LeistungssportDas wäre dann eher ein Kontingenzargument: wenn wir diese ganzen Sachen akzeptieren, Schichtarbeit nicht verbieten etc., warum dann gerade die Verräucherung von Gasträumen?Der Libertäre kann es sich da noch einfacher machen und sagen, dass der Staat sich in den Arbeitsschutz – genausowenig wie in mein privates Rauchverhalten – einfach gar nicht einzumischen hat. Das ist dann einfach eine politische Grundsatzentscheidung.


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