Mahlzeit!

Bei den Vogelgrippe-Beratungen essen die Gesundheitsminister, wie SPIEGEL Online berichtet, "ausschließlich Geflügelprodukte", um ein Zeichen zu setzen.
Mag sein, dass es vollkommen sicher ist, Hühnchen zu essen (selbst, wenn es wider Erwarten infiziert sein sollte). Aber muss man den Leuten mit dem Holzhammer jede natürliche Empfindlichkeit austreiben, was Lebensmittel angeht? Wenn ich den ganzen Tag mit Meldungen über eine Geflügelkrankheit berieselt werde, vergeht mir natürlich der Appetit auf Federgetier.  Das ist eine gesunde Reaktion. Allerdings wäre es natürlich gar nicht im Sinne der EU, wenn die Leute mal eher auf ihr Bauchgefühl hören würden, was die Lebensmittel-, speziell die Fleischauswahl angeht, denn dann würden sie auf den Fleischbergen ihrer mit Subventionen gemästeten, hoffnungslos überproduzierenden  Massentierhalter-Lobby sitzen bleiben. Mal ehrlich: wenn ein Schnitzel weniger kostet als eine Paprikaschote, sollte einem der Appetit auch ganz ohne Viren vergehen.

Nazivergleich: Die feine Englische

Tja, da weiß man jetzt gar nicht, ob das unter “Decline of a Nation” oder “Nazivergleiche” einzuordnen ist. Jedenfalls hat der Londoner Bürgermeister Ken Livingstone (hier bereits schon mal rühmend erwähnt) einen kapitalen Nazivergleichsbock geschossen:

“…the mayor’s exchange last February with Oliver Finegold, a Jewish reporter for the Evening Standard newspaper. While being recorded, the mayor asked him: “Were you a German war criminal?” On being told the reporter was Jewish, he added: “Ah, well, you might be but actually you are just like a concentration camp guard, you are just doing it because you are paid to, aren’t you?”(Guardian)

Ein Disziplinarausschuss hat ihn jetzt für vier Wochen suspendiert, statt ihn, wie es ebenfalls möglich gewesen wäre, zu einem “Training” zu schicken; schön, sich vorzustellen, was man ihm bei diesem Training beigebracht hätte? Maul halten?
Am besten an der Geschichte mal wieder das Queen’s English: der Ausschuss bezeichnete Livingstones “Ausrutscher” als “unnecessarily insensitive and offensive.”
Ach, und im übrigen: für den Sammler ist der Nazivergleich noch unvollständig – ein Dementi oder gar eine Entschuldigung fehlt bis jetzt nämlich noch völlig…

Christentum heute

Sehr gut, dass in der CSU wenigstens einer für das “C” im Parteinamen arbeitet: der Stadtrat Hans Wolfswinkler fordert, den Abschiebestopp für irakische Jugendliche, teilweise Vollwaisen, bald aufzuheben. “Die rechtlichen Voraussetzungen sind doch da, es herrscht kein Krieg und kein Bürgerkrieg mehr. Warum sollte man die nicht auch zurückschicken?” (SZ – leider kostenpflichtig). Ja, warum bloß?

Leistungssteigerung (Fortsetzung)

Nach einer regen Diskussion gestern über Doping, den olympischen Gedanken und sportliche Fairness, die in der Forderung eines Teilnehmers gipfelte, nur noch mit Extra Virgine eingeölte junge Männer starten zu lassen, die vorher zwei Jahre in einem dopingfreien Big-Brother-Camp gehalten wurden (irgendwas muss bei Mao im Essen sein…) muss ich natürlich auf diese Nachricht hinweisen:

Die Firma, die EPO herstellt, ist tatsächlich Sponsor eines kalifornischen Radrennens:

“But the drugmaker doesn’t see a contradiction in its sponsorship of a major cycling event. “We think sponsoring the Tour is completely in line with our mission,” said Mary Klem, spokeswoman for biotech firm Amgen. “We’re using the event as a forum to warn against blood doping and (to) tell everyone how dangerous and unhealthy it can be for both professionals and amateurs.” (Wired)

Machts nur so weiter!

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Dringender Einsatz

Ich weiß ja nicht, aber…gibt es für die UNO nicht irgendwie dringendere Sachen als die Entsendung eines “Sonderberichterstatters für Bildung” nach Deutschland? Oder sollten inzwischen alle Massenvernichtungswaffenaufrüstungsprogramme (Deutsch ist so schön!) abgewendet, Killerviren ausgerottet, Völkermorde gestoppt und Drittweltländer alphabetisiert, geduscht, gefüttert und in warmen Bettchen schlafen gelegt sein?
Falls dem so ist, könnte die UNO auch mal jemanden zu mir schicken: meine Klospülung geht seit Jahren nicht, auf meinen Schränken liegt Staub und meinen Handyvertrag müsste man auch mal umstellen. Und in meinem Kühlschrank riecht es komisch.
Schickt Blauhelme!

Was man so lesen muss: Christliche Chimären

Russell DiSilvestro: "A Neglected Solution To The Problem Of The Metaphysical And Moral Status Of The Human-Animal Chimera", Ethics & Medicine, Summer 2004.
 
"In answering the metaphysical question posed above, I argue that the doctrine of the Incarnation, and in particular the doctrine of the two natures of Christ, provides good reasons for thinking that such a two-species creature is possible. Just as Jesus was fully human and fully God, it makes sense (even if it never in fact comes about) that a human-animal chimera could be fully a member of species a and fully a member of species b."

Man sollte schon darüber nachdenken, ob eine "vernachlässigte Lösung" in manchen Fällen nicht sogar zu Recht vernachlässigt ist…

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Suffocation of a Nation

Kann passieren: einem Gesundheitssystem droht eine Krise, weil ein für die Behandlung von Krankheiten notwendiger Stoff knapp wird.

Kann nur dem englischen NHS passieren: bei diesem knapp gewordenen Stoff handelt es sich um das häufigste Element der Erdhülle.

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Leistungssteigerung

Mann, mann, den ganzen Tag dieses Sportfestgeplapper im Radio! Muss ich wirklich im Viertelstundentakt darüber informiert werden, wer jetzt wieder zur Urinprobe musste und wieviele rote Blutkörperchen irgendeine Reit-im-Winklerin hat? Obwohl sie ja ganz sympathisch ist, die Dame (siehe Abb. links, unschuldige weiße Bluse). Die IT hat sich sogar kurzfristig in sie verliebt, aber beim ersten O-Ton der Sportlerin war diese hormonelle Aufwallung sofort vorbei, sozusagen eine dialektische Entwicklung.

Also jetzt, egal, ich will von Körperflüssigkeiten nichts mehr hören!
Wir brauchen in der Dopingfrage also eine für alle Seiten befriedigende Lösung . Julian Savulescu von der Oxford University, dessen denkwürdiges Seminar zu “The Future of Humanity” ich zu besuchen 2004 die Ehre hatte, schlug in diesem Aufsatz vor, Doping zu erlauben, und stattdessen nur noch Gesundheitstests durchzuführen. (Er selbst sieht übrigens, ganz am Rande, für einen Philosophieprofessor außergewöhnlich sportlich und, äh, gesund aus, siehe hier, also, nicht, dass ihr Euch da jetzt so einen theoretischen Seminar-Wuzi vorstellt, nein, das ist ein genuiner australischer Surfer!).

Savulescus Argumentation: 1. Doping wird es eh immer geben und 2. die Grenze zwischen Doping und erlaubter Leistungssteigerung ist total schwammig und inkonsistent (siehe dazu auch William Saletan in Slate). Das gefällt mir gut! Vorteile: durch effektivere Leistungssteigerung hätte der Sportfan mehr Rekorde zu bewundern. Aufgrund sinnvollerer Kontrollen müsste ich mir nicht anhören, wie es um das Blut alpenländischer Schönheiten bestellt ist, es sei denn, sie stünden kurz vor dem Herzinfarkt. Ja, mag schon sein, dass dann in der Anfangsphase ein paar Sportler es zu gut meinen mit den leistungssteigernden Substanzen, aber: aus Schwarzenegger ist auch noch was geworden, und: Turin war doch schon immer die Stadt der Selbstmörder…

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Krankhaft

Ich glaube zu wissen, warum der Schilder-und-Stempel-Laden in der Schleißheimer Ecke Theresien dieses Schild lediglich als Schaufensterauslage verwendet und nicht an den Kunden gebracht hat. Aber durch diesen Pandemiewahn wird man ja auch ganz kirre…

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Gemischtes Doppel: Dinge, deren Zeit abgelaufen ist.

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