
Dank IT haben wir lediglich eine halbe Stunde dafür gebraucht, um uns auf ein Restaurant zu einigen.

Dank IT haben wir lediglich eine halbe Stunde dafür gebraucht, um uns auf ein Restaurant zu einigen.

…weil sie ihren Osterzopf schon am Karfreitag bekommen.

Spätzle Bolognese. Fusion Cuisine, baby. Die waren richtig lecker.
Andernorts wird gerätselt, warum es bei manchen Leuten vor Ostern so stressig zugeht. Ich kann dazu nur sagen:Der Bruckner ist im Übrigen jeden Cent wert und sehr zu empfehlen. Etwas Geduld muss man allerdings mitbringen, nicht nur vor Ostern: der Laden ist eigentlich immer voll. Achtung: macht Mittagspause.
Zufrieden lehnt sich Cohu zurück, weil sie es geschafft hat, in ihrer Diss jetzt neben dem obligatorischen "sex with animals" heute nun auch den Begriff "hard-core pornography" unterzubringen. (Für die Yalies bzw. Juristen unter meinen Lesern: das scheinbar Unmögliche gelang mir mithilfe eines Zitats des legendären Potter Stewart).
Wenn Google Books die Zukunft gehört, möchte ich bei den beliebtesten Keywords nicht hintanstehen!
Das geht doch wohl nicht, dass seit Neuestem in der Maxvorstadt alle ihre Cafés und Galerien etc. nur noch so saublöd unkreativ benennen. Also "Barer 61", "Raum 54", "Görres 10"… hallo? Das war schon bei der Gruppe 47 doof, aber wenigstens noch innovativ. Es reicht! Und der Gipfel ist ja jetzt in der Türkenstraße das am Samstag öffenende Café "Laden." Nicht mal "Der Laden", sondern einfach nur "Laden." Wir sind hier nicht in Berlin, denkt Euch gefälligst was barockes aus, wo man sich auch was drunter vorstellen kann. Hier mein persönlicher Vorschlag für den Relaunch des Atzinger (aber nur, weil ich gut gelaunt bin!): wie wärs mit "Zum bapperten Bierfuizl"?
Ein “snowclone” ist:
“a multi-use, customizable, instantly recognizable, time-worn, quoted or misquoted phrase or sentence that can be used in an entirely open array of different jokey variants by lazy journalists and writers.” (Wikipedia)
Die englische Sprache enthält, wie fleißige Linguisten herausgefunden haben, insbesondere in ihren gebrauchsjournalistischen oder internettypischen Ausführungen, ein gerüttelt Maß an solchen Bausteinen, wie etwa:
X is the new Y
Nothing says X like Y
X is my middle name
I’ m in ur X Ying ur Z (wer das nicht kennt, vertiefe sich bitte mal in diesen Artikel oder, besser noch, diese Seite, und nehme sich vor, in Zukunft mehr Zeit im Internet zu verbringen!)
Deutsche Beispiele gibts natürlich auch:
Ein Königreich für ein X
X, dein Name ist Y
Die unerträgliche X des Y
X in Zeiten des Y
Am Anfang war das X
X, die die Welt bedeuten
X wird überschätzt
Hauptsache X
Viel Spaß, lieber Leser, beim Weitersammeln und Nachdenken darüber, was Dein Lieblings- (oder verhasstester) Snowclone ist – siehe: Schneeklon-Datenbank (überw. englischsprachig). Schnell fündig wird der Klonsammler erfahrungsgemäß in den Überschriften lieblos (oder flapsig) getippter journalistischer Angebote – allein auf der aktuellen Startseite von sueddeutsche.de findet man diese Schätze:
Wenn der X mit dem Y
X auf der Spur
Die Sache mit dem X
Der X geht um
X lebt
Freie X für Freie Bürger
Die Bezeichnung “Snowclone” ist übrigens auf ein von angelsächsischen Journalisten öfters verwendetes Klischee zurückzuführen, das sich auf Eskimos und ihre (angeblich) so zahlreichen Wörter für “Schnee” bezieht. So ein Economist-Artikel aus dem Jahr 2003, in dem es hieß: “If Eskimos have dozens of words for snow, Germans have as many for bureaucracy.” Hier gibt es noch ein Dutzend unterschiedliche Ausführungen dieses Schneeklons.
Weil man das Dichten gerne mag,
widmet man ihm einen Tag.
Man lüftet Lyrikbände aus;
wenns hoch kommt, liest man gar daraus,
und befragt dann auch Experten,
die ihre Nützlichkeit bewerten.
Im Deutschlandfunk spricht eine Frau,
die kennt des Dichtens Nutz genau.
Gedichte: "Wellness fürs Gehirn" –
und hinter jeder Leserstirn,
an diesen gut versteckten Stellen,
"massierten sie die Grauen Zellen"!
Ein Poem wird nie "massieren",
doch wohl des Lesers Seele rühren!
An ihren Saiten leise zupfen
Und ihre Kanten ruckhaft lupfen.
Wer diesen Unterschied verkennt
hat in Poetik wohl gepennt.
Mein Rat vorm großen Dichtungstag,
an den sich halten kann, wer mag:
Dein Ansatz sei elementar.
Erspar Dir jeden Kommentar.
Lass schlicht das Sprechen über’s Dichten.
Denn Kultur heißt auch: Verzichten.
Wenn man es sich zu leicht macht, geht alles schief. So erging es zumindest einem Newsweek-Kolumnisten, der sich eins dieser superleichten "Air"-Macbooks kaufte – und es dann versehentlich mit dem Altpapier entsorgte: "As humiliating as it sounds, let me repeat: the MacBook Air is so thin that it got tossed out with the newspapers."
Dieses Missgeschick mag auch mit seiner Sehbehinderung zusammenhängen (siehe Autorenfoto neben Artikel). Aber trotzdem: auch, wenn mein Thinkpad in einem Zeitungsstapel vermutlich doch stark auffallen würde, ist das doch alles nur wieder eine Bestätigung meiner Theorie, dass das Lesen von Tageszeitungen den Blutdruck gefährlich erhöht und daher zu vermeiden ist.
(Das reizende Piktogramm des Müllentsorgers mit ohne Hosen stammt übrigens von einer türkischen Mülltonne)
Die FAZ hat schon recht, wenn sie beklagt, dass im Spitzer-Skandal nun das Leben der betroffenen Prostituierten unter die Lupe der Presse genommen wird. Es gibt interessantere Themen (nur kann man die, für SPON ausschlaggebend, nicht mit Halbnacktfotos illustrieren. Oder will hier jemand Kurt Beck im Bikini sehen? – Mahlzeit!). Warum der Abdruck des (öffentlich zugänglichen) Myspace-Profils bzw. der Liedtexte der Dame so schrecklich fies ist, wird mir allerdings nicht klar. Deutlich übers Ziel (und die Grenzen des guten Geschmacks) hinaus schießt der Autor dann mit der Formulierung, Herr Spitzer hätte “die junge Frau mit Geld zu Sex genötigt.” Wenn ich zum Kiosk gehe, dem Verkäufer zweifuffzich hinlege und eine FAZ verlange – was, bei Gott, selten vorkommt-, hab ich ihn auch nicht “mit Geld beraubt”, sondern ein Geschäft mit ihm gemacht. Aber zu einem solchen – klar – kann eine junge hübsche Frau, die auch noch aus schlimmen Verhältnissen stammt, natürlich per definitionem gar nicht in der Lage sein. Erklären wir sie deshalb doch gleich von vorneherein zum Opfer, das erst von seinen Kunden missbraucht, und jetzt auch noch von den Medien “vergewaltigt” wird.
Prostitution automatisch in die Nähe sexueller Nötigung zu rücken, ist eine Beleidigung für alle Prostituierten – und vor allem für alle Opfer tatsächlicher sexueller Nötigung, also z.B. der sogenannten “Zwangsprostitution”, die mit dem Ausdruck serielle Vergewaltigung besser bezeichnet wäre. Und die Ehre einer Frau – um die scheint es dem Autor ja zu gehen – schützt man nicht dadurch, dass man sie zum hilflosen, armen Opfer erklärt. Hilfreicher wäre für die Situation Prostituierter der Hinweis, dass die in den USA betriebene Kriminalisierung der Prostitution ein schädliches Überbleibsel aus dem letzten Jahrhundert ist, das – auch in diesem Fall – Leben zerstört.