Nicht verzagen: morgen macht die Ballabeni auf.
Im Slate’schen “Shoot the Recession” – Fotopool gibt es ja einige schöne Bilder. Am besten gefallen hat mir aber das da. (Humor ist übrigens, wenn man trotzdem lacht)
Bei "Jogging mit Mozart" noch ernsthaft darüber nachgedacht, ob sich diese Musik vielleicht wirklich besonders gut zum Joggen eignet. Hasse Mozart, geschieht ihm daher nur recht, dass leicht aus der Form geratene, frisch geschiedene, hormongebeutelte Mittsechziger- und Siebziger sich die CD in ihren Discman (?) legen, um exakt einmal joggen zu gehen und dann nie wieder (weil, Sportwagen kaufen zur Auslebung der Midlife-Crisis ist doch weniger anstrengend und durch Abwrackprämie gefördert, außerdem ist Discman zum Dauerlauf ungeeignet) – Also: Ja meinetwegen, gerne, Jogging mit Mozart!
Bei "Walking mit Wagner" aber nur noch gelacht.
(Es ist allerdings nicht so, dass es bei diesem vorzüglichen Drogisten mit den Kentauren im Logo nur Scherzartikel gibt – als Geschenk verehrte man Cohu neulich die großartige "Banabox" [s. Abb.], auch aus dem Sortiment des Pferdemenschen. Ehrenplatz im Tupperregal!)

Irgendwann zwischen heute und morgen feiert sie ihren sechzehn-einviertelten Geburtstag. Wobei Hildegard darauf besteht, dass sie ihn eben nicht feiert, sondern wirklich nur alle vier Jahre, aber die Blumenpracht auf der sagenumwobenen Theke kann heute mindestens mit der eines Haiderbegräbnisses mithalten, dem Cousin ist nach Wodka, und Hildegard verkauft am ersten Frühlingstag des Jahres wie immer besonders große Kuchenstücke – Doppelstücke eigentlich. Deshalb, Hildegard gewidmet, ein frühlingshaftes Doppelstück:
Und für die bedauernswerten Gestalten, die jetzt immer noch nicht wissen, wer die Jubilarin eigentlich ist: Nachhilfe.
[Die Plagiarismusdebatte zwischen Kreiser und Lehrer ist eine leidige Nickligkeit. Die Nachwelt wird sie vielleicht zugunsten des Letzteren entscheiden. Träfe der Verdacht tatsächlich zu, müsste man aber konzedieren: eins der vielen Plagiate, das sich letztlich gelohnt hat, denn die Wiener Version ist die bessere. Wirklich unnachahmlich sind eben nur Persönlichkeiten. Wie Hildegard.]
"Typically the longer you listen to it, the more annoying it gets." – dem kann ich allerdings nicht zustimmen, nach etwa 30 Sekunden höre ich den scheußlichen Ton überhaupt nicht mehr. Gnade des Alters. Empfindlichen Gemütern, die schon durch das Tippen von Bürokollegen oder ihr ständiges Musikhören (jaja, liebe IT!) aus dem Konzept gebracht werden, empfehle ich simplynoise.com, einen White-Noise-Generator mit ungleich angenehmerem Output. Das Weiße Rauschen wird von den Amerikanern auch gerne als Einschlafhilfe für jung und alt genutzt – was auf dem Kopfkissen hilft, kann am Schreibtisch nicht verkehrt sein! (siehe auch)
Familie Obama legt sich jetzt also angeblich einen Portugiesischen Wasserhund zu.
Vielleicht liegt es an meiner negativen Grundeinstellung (oder daran, dass ich als Katzenfreundin dem Gedanken eines hundeartigen Haustiers insgesamt eher skeptisch gegenüberstehe), aber: Obamas Amtsvorgänger waren da schon etwas kreativer.
Im Haushalt Roosevelt etwa gab es u.a. nicht nur diverse Hunde, einen Dachs, eine Ratte und einen einbeinigen Hahn, seine Tochter hielt sich auch eine Strumpfbandnatter mit dem Namen “Emily Spinach.” Benjamin Harrison, der 23. Präsident, hatte zwei Opossums (Opossi? Opossen?), James Buchanan (15. Präsident) angeblich einen Adler, Präsident Nr. 6 John Quincy Adams hielt Seidenraupen – ganz zu schweigen von Calvin Coolidge (30. Präsident). Er war nämlich nicht nur Namensgeber des Coolidge-Effekts, nein, neben unterschiedlichsten Kötern hielt er auch Waschbären, einen Esel, eine Gans, zwei Junglöwen namens “Tax Reduction” und “Budget Bureau”, einen Schwarzbären, eine Duckerantilope, ein Wallaby sowie – Tusch – ein Zwergflusspferd. Diese interessanten Informationen entnehme ich der Wikipedia-Liste der Präsidentenhaustiere.
“Glotzende Weltmacht
Egal ob jung oder alt, blind oder blöd: Jeder Amerikaner sieht jeden Tag fünf Stunden fern. (…) Es verwundert also nicht, wenn das Marktforschungsinstitut Nielsen nun vermeldet, dass der Durchschnittsamerikaner vergangenes Jahr mehr ferngesehen hat, als je zuvor. 151 Stunden im Monat, um genau zu sein. Das entspricht fünf Stunden, die jeder Amerikaner jeden Tag, egal ob jung oder alt, blind oder blöd, vor der Glotze verbringt.“ (sueddeutsche.de)
Genau das, lieber Herr Kreye, bedeutet das Ergebnis von Nielsen natürlich nicht. Es mag z.B. auch durchaus der Fall sein, dass der durchschnittliche deutsche Journalist, egal ob jung oder alt, blind oder blöd, soviel von Statistik versteht, dass er den Unterschied zwischen Mittel- und individuellen Werten durchschaut – deshalb gilt das aber noch lange nicht für jeden Journalisten…
Da schüttelt es einen doch aus metaphysischer Abscheu heraus! Soehnle “Retro”-Waage. Die Waage sieht auf den ersten Blick aus, als hätte sie eine Analoganzeige. Bei genauerem Hinsehen bemerkt man jedoch, dass der Zeiger elektronisch gesteuert ist: erst nachdem die Waagen-Innereien ihr Messwerk getan haben (und die Digitalanzeige das Ergebnis verkündet), bekommt der Zeiger die Anweisung, auf das entprechende Strichlein zu weisen. Sowas ist mir wirklich ein Gräuel, und das meine ich jetzt ganz im lutherschen Sinne.
(Ähnliches findet man am Fotoapparat Samsung TL320, ich hoffe, das wird nicht Mode.)
Seit Monaten bin ich auf der Suche nach der besten Version von Rimski-Korsakovs "Hummelflug". Favorit ist nun ein junges Talent aus der Ukraine, Alexander Gavrylyuk, quasi ein Schewtschenko am Klavier. Man kann sich in sehr guter Qualität ein ganzes Konzert anhören und -sehen, das der Jungspund Anfang Februar im concertgebouw gegeben hat – "onvoorstelbaar mooi", meinen die Holländer. Hier die erste Hälfte, da die zweite. Die Hummel kommt im Teil zwei ca. bei 00:38:29 angeflogen, und zwar ganz ungewohnt düster und dramatisch und mit einer Geschwindigkeit, die einen fast schon einen erneuten ukrainischen Dopingskandal befürchten lässt.
Man mag es sich ja nicht vorstellen, aber: wenn Grischka dereinst bucklig wie immer auf einem Wölkchen hockt und statt in Leiersaiten in die Tasten eines himmlischen Steinways greift … dann bleibt uns Irdisch-Zurückgebliebenen immer noch Klein-Sascha.
(Mehr von Alexander Gavrylyuk auf Youtube)
(Bild: Trounce/Wikimedia Commons)
Dass es auf dem Markt für Nassrasierer verschwörerische Verwicklungen geben könnte, ahnte man irgendwie schon bei der Lektüre des amtlichen Schriftstücks 31993D0252 aus dem Jahre 1993. Wenn ich den spannenden Text recht verstehe, untersagte damals die europäische Kommission dem Marktführer Gillette, sich (indirekt) am Geschäft seines Konkurrenten Wilkinson Sword zu beteiligen – man befürchtete eine Kartellbildung.
Angesichts einer derart vertrackten Marktsituation sind die unverschämt hohen Preise für Rasierklingen nicht weiter erstaunlich. Als ich heute im Drogeriemarkt das hier sah, erschrak ich trotzdem ein wenig:

Die Reaktion des männlichen Teils der Bevölkerung auf diese Entwicklung ist auf den ersten Blick etwas kratzbürstig, aber doch nachvollziehbar: Rasierer-Boykott (benannt nach einem imposanten Bartträger, übrigens) ist in Zeiten der Krise die einzig angemessene, gerechte Strafe für die halsabschneiderischen Praktiken der Konzerne! Und so verwundert es nicht, dass die amerikanische Presse inzwischen bereits einen immer stärker um sich greifenden Trend zu recession stubble und backlash beard ausruft:
According to the marketing research company The NPD Group, sales of electric shavers and men’s facial trimmers have dipped 12 percent just in the last year [2008] while beard-related activities are, well, bristling. (msnbc.com)
Männer: Marx wäre stolz auf Euch. Wenn es allerdings wirklich einen Zusammenhang zwischen Rezession und Rasierstreik gibt, macht Euch auf was gefasst. Damenrasierer sind traditionell nämlich noch teurer als die für Männer, Frauen haben zudem deutlich weniger Geld für solche Luxusprodukte übrig. Ich überlasse es den geneigten Lesern und Leserinnen, aus dieser Tatsache die richtigen Schlüsse zu ziehen.