The Power of the Yodel, die Fünfte

Ich sags Euch, für dieses Thema brauch ich jetzt langsam eine eigene Kategorie (hallo, IT?) – also jedenfalls, ein wunderbarer Jodelsong, der auch textlich wunderbar zum eben verstrichenen Wahlkampf passt (Red Klartext, Mädel). Außerdem ist zumindest dieses Video davon – genau wie die neue Regierung – sowas von Retro.

Der Aaron Neville singt wirklich so, also in echt. Laut Wikipedia ist das sein persönlicher “Vibrato-Gesangsstil … der durch Gene Autrys Jodeln beeinflusst ist”. Für meine unprofessionellen Ohren hört sich das ja fast schon nach Melodyne an (bekannter ist das unter dem Namen “Cher-Effekt”, aua). Egal, mit dem Neville steht jedenfalls fest: Jodeln kann man man nicht nur in den Bergen, sondern auch in New Orleans.

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Märchenstunde

Sich eine gruselige Szenerie auszudenken und einen hysterischen Artikel drüber zu schreiben gehört ja für Boulevardjournalisten zum täglichen Brot. In dieser Hinsicht ist der Artikel in der tz über einen "Gefährlichen Trend unter Kindern" nicht erstaunlich. Bemerkenswert ist eher: die erste stärkere Verbreitungswelle dieser ollen Kamelle gab es im Jahr 2003, und seitdem kommt es immer wieder zu Ausbrüchen der "sex bracelets"-Epidemie. Die haarsträubende Legende ist ursprünglich sogar noch älter, sie kam laut Barbara Mikkelson von snopes.com schon Mitte der 90er-Jahre vor. Einziger Unterschied: die Kinder werden bei jeder Nacherzählung jünger – in ein paar Jahren dürfte es (zumindest fiktiv) zu Geschlechtsverkehr in der PEKiP-Gruppe kommen. Eine ziemlich hartnäckige Story, die trotz mittlerweile jahrzehntelanger narrativer Traditionsbildung natürlich vollkommen erfunden ist.

Also mich persönlich würde es nicht wundern, wenn uns die tz demnächst von einem Mädchen aus einer zerrütteten Patchworkfamilie erzählt, das jahrelang von einer Gruppe kleinwüchsiger Männer als Sklavin gefangen gehalten wurde

Si tacuisses

Es ist wirklich ausschließlich auf Misogynie zurückzuführen, wenn der Volksmund übertrieben vehemente und dabei öffentlich ausgetragene Streitereien um Nichtigkeiten als “Zickenkrieg” bezeichnet oder auf “Stutenbissigkeit” zurückführt. Sehr gute, wenn nicht gar die besten “Zickenkriege” führen nämlich ältere Herren, bevorzugt wichtige ältere Herren. Bei denen nennt man das aber “Feuilletondebatte”, und in solchen schreckt mancher nicht mal vor den billigsten PenisLängenvergleichen zurück:

“Die Wahrheit ist doch, unser Professor hat in Bezug auf meine Arbeit einen Lektüre-Rückstand von, freundlich geschätzt, sechstausend bis achttausend Seiten – was sinngemäß besagt, dass er wahrscheinlich weniger als zehn Prozent meiner Publikationen kennt, möglicherweise nicht einmal so viel und selbst diesen Rest nur flüchtig und ohne guten Willen zum adäquaten Referat.” (Sloterdijk antwortet auf Honneth)

Mir fällt jetzt eigentlich nur noch ein Rahmen ein, in dem man diese Debatte sinnvoll weiterführen könnte. Entsprechende Informationen für potentielle Organisatoren gibt es hier– das Gute: für Punkte 2-3 wäre schon gesorgt!

Klein’ Moment mal eben

Bei den Manschettenknöpfen sind die IT und ich gespaltener Meinung – ich find die ja ganz lustig. Der G.-Baron hat doch sicher auch Manschettenknepf (der Steinmeier übrigens auch, also bitte!). Wobei ich nach kurzer Google Image Search zur Überzeugung gelangt bin: hochgekrempelte Ärmel sind das stilistische Optimum und schlagen damit sowohl normale Knepf als auch Manschetten. Wie meine Stammleser wissen, liegt Cohu konstitutionsmäßig nichts ferner, als von politischen Sachfragen abzulenken, aber mal ehrlich: bei solchen Regulierern wären wir doch alle gern mal ein Finanzmarkt! Damit sofort zurück zu den Inhalten und ich bitte den Leser, folgende selbsttätig aufzurufen:

Videogruß Dr. Daniel Volk

…und dann abschließend darüber zu urteilen, ob während-der-Videogrußbotschaft-ans-Telefon-Gehen eigentlich

a) voll dynamisch leistungsträgermäßig ist, also eine megaproduktive Handlung eines Machers, der "den Karren zieht", Wachstum schafft und Umverteilung, Sozialleistungen etc. pp. damit überhaupt erst möglich macht, Baby, oder:

b) prätentiös und mega-unhöflich.

And we have tried them all, right?

Klingt das nicht verlockend? Bewerben für eine solche "Launch Party" kann man sich hier.

Zur Aufklärung hier noch die total unzensierte Version des Videos…Achtung, natürlich NSFW für alle Leser, die was mit Medien (oder Linux) machen:

(Dieser Eintrag wurde übrigens geschrieben von einem Windows-7-PC. Aber es ist kein Sony Vayo, soweit ist selbst Cohu noch nicht gesunken…)

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Auf zum Mond

Wenn der britische Star-Architekt Norman Forster, nach Bauten in sämtlichen Großstädten der Welt, 2012 auch dem Lenbachhaus  endlich einen gscheiden Museumsshop mit zeitgemäßer Staberlfassade verpasst hat  (für 56 Millionen Euro, immerhin), bleibt dem nach Höherem strebenden Lord eigentlich nur noch eins:

“After dominating the architecture scene for 40 years, Norman Foster seems to have decided that the world is not enough: his practice has joined a European consortium to look into how future structures could be built on the Moon.” (Building, ausführlicher Artikel dazu im Guardian)

Der Vorteil für den Architekten liegt klar auf der Hand: aufgrund der geringen Mond-Schwerkraft (nur 1/6 der Erdschwerkraft) muss man auf dem Mond nicht so auf die verflixte Statik achten!

Lediglich leicht aufg’setzt hod er den Masskrug…

Dass Gemütlichkeit und Brutalität nah beieinanderliegen, ja, gar überlappen, des war schon immer so und wird nur Zuagroaste wirklich überraschen. Der kulturell wirkmächtigste Fall der subjektiven Wahrnehmungsunterschiede bzgl. zünftiger Wiesnstimmung war natürlich der hier:

Klappentext

Das Schachbuch, das Cohu sich zur Verbesserung ihrer (bis jetzt nicht vorhandenen) Spieltaktik gekauft hat, wirbt mit den Worten

"Learn to think the same way Bobby does"

Ich hoffe jetzt mal, das ist nicht allzu wörtlich gemeint

 

(Bild: Bundesarchiv/Wikimedia Commons)

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Nightmare on Türkenstreet

Wenn das Badewasser so aussieht…

…heißt das,

a) dass das Haus auf einem alten indianischen Friedhof errichtet wurde
b) dass Cohu seit Jahrzehnten mit ihrer Mutter in einem Motel wohnt, ihr Hobby Vogelpräparieren ist und in dieser Wanne vor ein paar Minuten Unaussprechliches geschah
c) dass die Endzeit bevorsteht!
d) dass Cohu jetzt mal der Hausverwaltung schreibt.

Decline of a Nation: Bigger Than The Beatles

Dass die glorreichen Zeiten des Vereinigten Königreichs schon ein bisserl länger zurückliegen, beweist diese Woche Vera Lynn. Die 92-Jährige führt mit dem Lied "We’ll meet again" die britischen Albumcharts an. (Ok, eigentlich ist es nicht so erstaunlich, dass die Dame 92 ist, sondern eher, dass es noch Albumcharts gibt, aber gut…). Jetzt kam mir der Titel schon irgendwie vertraut vor, und, klar, das kennt man doch: 

…aber woher? Schließlich hat Cohu trotz ihres beachtlichen Alters die Zeit des 2. Weltkriegs nicht miterlebt… – Ach so, daher

Wer jetzt denkt,  also wirklich, so eine unerträglich lahme Schnulze, dem sei noch mitgeteilt – bei weitem nicht jeder britische Interpret ist diesem scheinbar melodisch und rythmisch so einfach gestricktem Lied gewachsen: 

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