Dringender Einsatz

Ich weiß ja nicht, aber…gibt es für die UNO nicht irgendwie dringendere Sachen als die Entsendung eines “Sonderberichterstatters für Bildung” nach Deutschland? Oder sollten inzwischen alle Massenvernichtungswaffenaufrüstungsprogramme (Deutsch ist so schön!) abgewendet, Killerviren ausgerottet, Völkermorde gestoppt und Drittweltländer alphabetisiert, geduscht, gefüttert und in warmen Bettchen schlafen gelegt sein?
Falls dem so ist, könnte die UNO auch mal jemanden zu mir schicken: meine Klospülung geht seit Jahren nicht, auf meinen Schränken liegt Staub und meinen Handyvertrag müsste man auch mal umstellen. Und in meinem Kühlschrank riecht es komisch.
Schickt Blauhelme!

Was man so lesen muss: Christliche Chimären

Russell DiSilvestro: "A Neglected Solution To The Problem Of The Metaphysical And Moral Status Of The Human-Animal Chimera", Ethics & Medicine, Summer 2004.
 
"In answering the metaphysical question posed above, I argue that the doctrine of the Incarnation, and in particular the doctrine of the two natures of Christ, provides good reasons for thinking that such a two-species creature is possible. Just as Jesus was fully human and fully God, it makes sense (even if it never in fact comes about) that a human-animal chimera could be fully a member of species a and fully a member of species b."

Man sollte schon darüber nachdenken, ob eine "vernachlässigte Lösung" in manchen Fällen nicht sogar zu Recht vernachlässigt ist…

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Suffocation of a Nation

Kann passieren: einem Gesundheitssystem droht eine Krise, weil ein für die Behandlung von Krankheiten notwendiger Stoff knapp wird.

Kann nur dem englischen NHS passieren: bei diesem knapp gewordenen Stoff handelt es sich um das häufigste Element der Erdhülle.

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Leistungssteigerung

Mann, mann, den ganzen Tag dieses Sportfestgeplapper im Radio! Muss ich wirklich im Viertelstundentakt darüber informiert werden, wer jetzt wieder zur Urinprobe musste und wieviele rote Blutkörperchen irgendeine Reit-im-Winklerin hat? Obwohl sie ja ganz sympathisch ist, die Dame (siehe Abb. links, unschuldige weiße Bluse). Die IT hat sich sogar kurzfristig in sie verliebt, aber beim ersten O-Ton der Sportlerin war diese hormonelle Aufwallung sofort vorbei, sozusagen eine dialektische Entwicklung.

Also jetzt, egal, ich will von Körperflüssigkeiten nichts mehr hören!
Wir brauchen in der Dopingfrage also eine für alle Seiten befriedigende Lösung . Julian Savulescu von der Oxford University, dessen denkwürdiges Seminar zu “The Future of Humanity” ich zu besuchen 2004 die Ehre hatte, schlug in diesem Aufsatz vor, Doping zu erlauben, und stattdessen nur noch Gesundheitstests durchzuführen. (Er selbst sieht übrigens, ganz am Rande, für einen Philosophieprofessor außergewöhnlich sportlich und, äh, gesund aus, siehe hier, also, nicht, dass ihr Euch da jetzt so einen theoretischen Seminar-Wuzi vorstellt, nein, das ist ein genuiner australischer Surfer!).

Savulescus Argumentation: 1. Doping wird es eh immer geben und 2. die Grenze zwischen Doping und erlaubter Leistungssteigerung ist total schwammig und inkonsistent (siehe dazu auch William Saletan in Slate). Das gefällt mir gut! Vorteile: durch effektivere Leistungssteigerung hätte der Sportfan mehr Rekorde zu bewundern. Aufgrund sinnvollerer Kontrollen müsste ich mir nicht anhören, wie es um das Blut alpenländischer Schönheiten bestellt ist, es sei denn, sie stünden kurz vor dem Herzinfarkt. Ja, mag schon sein, dass dann in der Anfangsphase ein paar Sportler es zu gut meinen mit den leistungssteigernden Substanzen, aber: aus Schwarzenegger ist auch noch was geworden, und: Turin war doch schon immer die Stadt der Selbstmörder…

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Krankhaft

Ich glaube zu wissen, warum der Schilder-und-Stempel-Laden in der Schleißheimer Ecke Theresien dieses Schild lediglich als Schaufensterauslage verwendet und nicht an den Kunden gebracht hat. Aber durch diesen Pandemiewahn wird man ja auch ganz kirre…

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Gemischtes Doppel: Dinge, deren Zeit abgelaufen ist.

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Methodenstreit

Vom Bildblog, dem Musterknaben unter den deutschen Blogs, hätte man es ja am wenigsten erwartet, dass es eine Führer-Referenz einsetzen zu müssen glaubt, um eine Pointe anzuspitzen:

“… Mit der gleichen Methode könnte “Bild” auch beweisen, dass Jenny Elvers noch mit Heiner Lauterbach zusammen ist, Yvonne Wussow mit Klausjürgen Wussow und Adolf Hitler mit Eva Braun. …” (Bildblog, Danke für den Hinweis, Ingo!)

Ich weiß ja nicht. Übrigens ist der Vergleich, abgesehen vom guten Geschmack, auch aus sachlichen Gründen nicht sooo passend, denn soweit ich weiß, waren GröFaZ und Frl. Braun sich, im Gegensatz zu den anderen Beispielen an relationaler Instabilität trotz fotografischer Abbildung,  treu. Ja, wie man so schön sagt, sogar “bis in den Tod”. Im Umkreis der Diktatoren und Massenmörder hätte sich als treulose Tomaten z.B. eher Stalin und Nadeschda Sergejewna Allilujewa (erschoss sich aus Verzweiflung), Mao und He Zizhen (Scheidung) angeboten.

Egal. Dieser Norbert Körzdörfer ist übrigens auch schon früher als Cruise-Experte unangenehm aufgefallen, als er nämlich “exklusiv für Bild” überschwenglich die Drogenentzugsmethoden von Scientology berichtete, Zitat:

“Diese Augen lächeln, wenn sie Tom Cruise sehen: “80 Prozent dieser Menschen schaffen es, die Drogen zu besiegen… ”
Tom schreitet wie ein Cowboy durch diese Gänge der schmerzenden Hoffnung. Seine Körpersprache atmet Demut. Er lauscht. Ernst. Er preßt seine Lippen zusammen. Er nickt. Er ballt die Faust: “Ihr schafft das!” Seine Augen lächeln zurück.”

Hehe. Siehe zur literarischen Erbauung auch Körzdörfers übrige Sektenberichterstattung. Angesichts dieser neobarocken Fülle lassen sich manche nicht nur zu Fast-Hitlervergleichen, sondern sogar dazu hinreißen, ihn als “Springers peinlichsten Autor” zu bezeichnen,“der wie kein anderer auf Bestellung Unmengen pseudosakralen Schleimes absondern kann.” (Martin Petersen)

Was wären wir ohne Springer-Autoren! (Am Rande: es wäre mir ein großes Anliegen, mal diesen Kruhs Tommi zu hören, wie er den Namen “Körzdörfer” ausspricht…)

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Lass die Knarre daheim, Burschi!

Ich weiß jetzt gar nicht, welches der Ereignisse der letzten Tage dazu geführt hat, dass ich einen Mords-Ohrwurm vom ewig nicht mehr gehörten Johnny-Cash-Song “Don’t Take Your Guns To Town” (Lyrics, MSN Music ) bekommen habe:

(…) I wouldn’t shoot without a cause
I’d gun nobody down
But she cried again as he rode away
“Don’t take your guns to town son
Leave your guns at home, Dick Bill
Don’t take your guns to town”

Ein wunderschönes Lied, das mit einer zünftigen Gitarrenbegleitung die Gefährlichkeit der Feuerwaffen in Erinnerung ruft! Noch was dazugelernt: wusstet ihr, dass Cash den berühmten “Folsom Prison Blues” (Lyrics, MSN Music), in dem es im Übrigen am Rande auch ums Ballern geht,  (laut Wikipedia) in Landsberg am Lech geschrieben hat?

Ein schöner Tag

…ist heute nicht nur wegen dieser aufmunternden Nachricht: ich glaube, es ist jetzt schon ziemlich klar, wer den Wettbewerb um die beste antisemitische Karikatur gewinnen wird: Bücher über "jewish self-hatred" füllen einige Regalmeter!
…und zweitens wegen Jon Stewarts Bericht über Cheneys Wachteljagd (Video).

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Decline of a Nation: Harmagedon

Eine englische Schule hat die Verteilung sogenannter “Hot Cross Buns” verboten, das sind Rosinensemmeln mit einem Kreuzmuster oben drauf (ähnlich wie bei manchen Kaiser- oder Brezensemmeln). Begründung: die Buns könnten aufgrund der religiösen Symbolik Schüler beleidigen! Manch ein übersäkularisierter Libertin wird vielleicht der Appetit an seinen Zuckerbrötchen vergehen, wenn er dabei aus Gründen der Symbolik an den grausamen Foltertod eines Unschuldigen denken muss. Aber das Anrecht auf Beleidigung durch religiöse Symbole haben sich natürlich die Kollektivneurotiker dieser Welt gesichert.
Diesmal geht es zur Abwechlung mal nicht um die Religion of PeaceTM ,sondern um die Zeugen Jehovahs. Die stören sich an dem Kreuz, weil sie es für ein Heidnisches Symbol halten:

Albert Berwick, a minister with the Ipswich Cavendish Congregation of Jehovah’s Witnesses, agreed with the schools’ new bun policy.
“I can understand why the school has done this and I support the decision. Hot cross buns are a pagan symbol of fertility no different to bunnies, eggs and Easter,” Berwick is quoted as saying. “The Bible states we should not worship things of a pagan origin.”  (WND)

Hm ja, mit perversem Zeug wie Osterhasen und Hefegebäck wird das natürlich nix mit dem Paradies auf Erden. Nichts gegen die Zeugen, auch bei mir häufen sich ja die Untergangsberichte,  obschon sie sich bei mir lediglich auf eine europanahe Insel beziehen und nicht auf die ganze Welt!

Zur Abwechslung: war gestern in der Munich Readery und kann den Laden insbesondere allen Romanverschlingern oder SciFi-Freunden empfehlen. Wobei ich dank zahlreicher anderer Rubriken dort auch endlich ein preiswertes englisches Exemplar von Animal Liberation erstanden habe (bei Amazon unter Outdoors &Nature eingeordnet – äh, ja…), ein Buch der mir noch etwas obskur erscheinenden Ayn Rand, und auf den Rat meiner IT hin  “What to listen for in music” (“Why to listen to music” gabs leider nicht…). Und: trotz meiner Androhung in der Readery, dieses Buch sofort mitzunehmen, gab es keine Valentinsüberraschung für mich! Soviel für heute zum Thema Weltuntergang.

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