Der Stein des Anstoßes…

…ist hier zu sehen. Ach, und es ist großartig, wie die westliche Welt jetzt zusammenhält, um die Pressefreiheit zu verteidigen. Bloß keine Witze über Gott! Langsam wird diese Besessenheit von längst überwunden geglaubten Kollektivneurosen in der Tat zu unheimlich, um noch witzig zu sein.
Das einzige, was jetzt noch helfen kann: ein Stoßgebet an die Schutzheiligen der Religionskritik! Feuerbach, hilf! Voltaire, bitte für uns! D’Holbach, steh uns bei!

Vorbild

Ich weiß ja jetzt nicht, ob da die urdeutsche Italiensehnsucht mit mir durchgeht, aber ich finde, so ein witziges, humorvolles Staatsoberhaupt wie die Italiener bräuchten wir auch mal, nicht wahr! Überhaupt, diese Lebensfreude, drunten! Und wo doch die Merkel so kritisiert wurde wegen ihrer Haare, auch innerparteilich, das könnte sie sich auch mal ein Beispiel nehmen an einem feschen älteren Mann, der sich in der Hinsicht mehr Mühe gibt (als Übergangslösung bietet sich diese Kopftracht an). Und mit einem sichtlich von der Schwerkraft gezeichnetem Gesicht muss heute doch niemand mehr rumlaufen. Das nenne ich Inhalte, hört doch auf mit Kinderbetreuung und so nem Gedöns! Wenn die Kanzlerin sich dann noch ein paar Fernsehsender kauft (Pro7/Sat1 sind doch im Angebot?), ja, dann….

Stolz und Vorurteil

Das SZ-Magazin fragt gerade, warum, ja warum bloß, niemand auf unsere Ursi stolz ist. Immerhin, sie hat sieben Kinder und eine Mordskarriere (nein, natürlich nicht die Ursi)!
Neidzerfressen, so die recht einfache Analyse, sind die Frauen, weil sie es nicht schaffen, wie die Ursi sieben (7!) Kinder mit der Karriere zu vereinbaren und nebenbei noch ein Colgate-Lächeln und eine Stepford-Frisur aufrecht zu erhalten. Und, immer gut gelaunt, so gar nicht dem Klischee des chronisch überforderten, hysterischen Muttertiers à la “Desperate Housewives” oder “Malcolm Mittendrin” zu entsprechen. Die Männer dagegen – auch ein alter Hut – haben Angst vor so viel Multi-Tasking- Fähigkeit. Das alles hat einen wahren Kern.

Störend fand ich allerdings die Titelfrage, die meiner Meinung nach schon falsch gestellt ist: warum soll ich auf jemanden stolz sein, weil er Kinder hat? Erstens: stolz ist man doch sowieso nur auf Menschen, mit denen man in einer irgendwie gearteten Verbindung steht. Diese Verbindung spüre ich zu Frau von der Leyen, obwohl sie – wie ich – blond und Gebärmutterbesitzerin ist, nicht.  Zweitens: Ich bin auch nicht stolz auf Menschen, weil sie verheiratet sind oder Single, oder weil sie in der Großstadt leben oder auf dem Land. Das alles sind Lebensentscheidungen, die per se nichts über den Charakter eines Menschen oder seine Lebensleistung aussagen. Finde ich.

Anderer Meinung ist da diese gerade von Freund Deissner für die WAMS interviewte und zitierte Berliner Mutter:

“Arite Raebel ist 30 Jahre alt und Mutter von vier Töchtern. Manche Frauen ihres Alters finden diese Kinderzahl “asozial”, erzählt sie. Arite Raebel hat es sich längst zur Maxime gemacht, sich von äußeren Erwartungen zu befreien. Aber sie bedauert, daß viele Gleichaltrige nicht bereit seien, Verantwortung zu übernehmen – Verantwortung für das eigene Leben, für die Partnerschaft und die Kinder. “Wir nehmen uns alle viel zu wichtig”, sagt Arite Raebel und meint damit diejenigen, die immer nur über sich selbst nachdenken und wesentliche Lebensentscheidungen hinauszögern, bis es für Nachwuchs zu spät ist.”

Wer keine Kinder hat, ist nicht bereit, Verantwortung zu übernehmen? Ehrlich gesagt: diese Unterstellungen, Eltern seien die besseren Menschen (und die absurde Behauptung, Selbstlosigkeit wäre ihr Motiv dafür gewesen, Kinder zu bekommen – ???), gehen mir ganz schön auf die Nerven. Von Ursula von der Leyen kommen sie erfrischenderweise übrigens nicht!
Aber selbst, wenn ich – was mir, als kinderloser Egoistin, enorm schwer fällt – mal nicht an mich und meine strapazierten Nerven denke, sondern an die Sozialgemeinschaft (= Rentenkasse): ich glaube nicht, dass die Rate der Fortpflanzer dadurch steigen wird, dass man die Entscheidung für oder gegen Kinder derart moralisch überfrachtet, wie es momentan geschieht.

Langsam hat man ja schon den Eindruck, nur Übermenschen, die Nerven wie Stahlseile, hektargroße Wohnungen, Geldspeicher wie Dagobert und ebenso übermenschlichen Chefs, Freundeskreise und Familien haben, seien fähig, Kinder zu kriegen, und das auch nur unter dem enormen “Armutsrisiko”, all das zu verlieren und mit misslungenen Schratzen unter der Brücke zu landen, ohne Freunde und geschieden und sexuell frustriert. Ist das wirklich so? Ich kann es mir irgendwie nicht vorstellen.

[Am Rande: Fest steht jedenfalls, wenn man dem Sozialminister von BaWü Renner glauben schenken darf, schon mal, wer sich aus Debatten über Zeugung oder Nicht-Zeugung lieber ganz raushalten sollte… Ich bin gespannt: Ein Mann mit solch stieglereskem Temperament, der wäre doch auch ein heißer Kandidat für einen Nazivergleich!]

Ein Diamant ist unerträglich!

Hier
wird erklärt, warum man Diamanten nicht mal geschenkt nehmen (geschweige denn
kaufen) sollte: den ersten Grund ("1. You've Been Psychologically Conditioned To
Want a Diamond") finde ich zwar idiotisch, denn wenn ich einen Wunsch habe, ist
es mir egal, woher der kommt, solange er erfüllt wird. Jetzt mal ganz abgesehen
davon, dass ich gar keinen Diamanten will!

Aber die Tatsache, dass man Diamanten praktisch nicht oder nur ganz weit
unter Wert weiterverkaufen kann (von wegen, "pay the rental / of your humble
flat or help you / at the automat") und vor allem, dass sie unter ganz
grauenhaften Bedingungen hergestellt werden (4-10), ist dann doch überzeugend.

Obwohl ich hier eine Verschwörung wittere:
Schokolade kann
man nicht mehr verschenken, weil man sonst Kindersklaverei fördert, genauso wie

Gold
, Blumen
fallen eh schon lange aus, und von
Pelz will ich gar nicht
erst anfangen. Ich will ja gar nicht wissen, wie viele Männer inzwischen unter
dem Vorwand der political correctness ihren Freundinnen Carrera-Rennbahnen,
Michelle Hunziker-Kalender und Akku-Bohrer zu Weihnachten schenken… Um sowas
zu verhindern: Diamanten müssen ja wirklich nicht sein. Ein Ring, wie er mir
gefällt, ist ganz und gar nicht unvergänglich und besteht aus drei Dingen:
Bierteig, Butterschmalz und Zwiebeln!

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Eine rechts, eine links, eine fallen lassen

Leider ist Dr. Lammerts Rede nirgends im Internet aufzutreiben. Habe dem jetzt mal
gemailt – ist ja genau wie ich ein alter Oxford-Alumnus.
[Am Rande: die Vermutung, dass Bundes-Stellen coolere Mail-Adressen haben als manch ein mit gschbässla.gmachd@stmwivt.bayern.de geschlagener Ministerialfranke, trifft zu: man erreicht Lammert elegant unter praesident@bundestag.de. Net schlecht!]

Ersatzweise habe ich mir nun mal die Merkel-Rede zum Vorbild genommen.
“Sie haben schon lange eine Idee? Es muss gar nichts Überragendes sein, aber sollte 2006 nicht das Jahr sein, in dem Sie versuchen, diese Idee in die Tat umzusetzen? Fangen wir einfach an! Jeder Weg beginnt mit einem ersten Schritt. Sie werden sehen, wie viel Freude es macht, wenn man Schritt für Schritt voran geht.”
Also habe ich begonnen, einen Schal zu stricken, dessen Fertigstellung noch in diesem Winter ungefähr so wahrscheinlich ist wie die Halbierung der Arbeitslosenzahlen im gleichen Zeitraum. Kleine Schritte! 5 Reihen kraus rechts hab ich schon, und etwas dazugelernt: ein Italienischer Anschlag muss nicht unbedingt was mit Berlusconi zu tun haben…

Noch eine Anmerkung: ich als Diäterfahrene kann mit großer Überzeugung sagen, dass ein Projekt, welches mit den Worten: “Fangen wir einfach an – ab morgen früh. Heute Abend aber feiern wir erst einmal (…)” beginnt, äußerst geringe Erfolgsaussichten hat. Ach, Pessimismus, Du Fluch Deutschlands!

Ey krass, ich schwör!

Heute morgen durfte ich im Halbschlaf nicht nur die brutale Schönheit eines Tegernseer-Katers, sondern auch die
Radio-Nachricht genießen, unser Günther Beckstein fordere Ausländer ab jetzt dazu auf, einen Eid
auf die Verfassung zu leisten (siehe Abbildung). Meine Kopfschmerzen wurden durch die Ignoranz Becksteins  bezüglich der Schwächen des deutschen (insbesondere aber bayrischen!) Schulsystems, die überhaupt erst dazu geführt haben, dass Ausländer der zweiten und dritten (!) Generation Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache haben, nicht unwesentlich verstärkt. Autsch!

Aber das mit dem Eid ist eine feine Sache, gell. Ich werde das heute Abend mit der Anregung unseres Bundestagspräsidenten Lammert kombinieren, der in der FAS letzten Sonntag drohte: “Jedes Kind in Deutschland sollte Gebete kennen, Christen christliche und Muslime islamische. Ebenso sollten in den Schulen Gedichte gelehrt werden. Und ganz selbstverständlich auch unsere Nationalhymne.” Also, wer hier keinen deutschen Pass hat, wird vor Betreten der Feststätte ein Gedicht, ein Gebet (streng nach Religionszugehörigkeit aber, dass mir da nicht
ein Katholik mit einem Salat daherkommt!), die Nationalhymne und schließlich den Eid auf die
Verfassung (Grundgesetz wird gestellt!) vortragen. Soviel Integrationsleistung darf man schon erwarten!

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Liberalitas Bavariae

There once was a well-off Bavarian
Who was an astute Libertarian
And so he would preach
Full freedom of speech
For anyone non-proletarian.

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Hol Pampers, das Wunder stinkt!

Was Ursula von der Leyen da sagt (Video), finde ich – bin selbst überrascht – inhaltlich gar nicht schlecht. Wie könnte es anders sein, die Frau hat sieben Kinder! (Das ist in Deutschland inzwischen anscheinend ein Knock-Out-Argument der Größenordnung “Purple Heart”, obwohl, dem hat das ja auch nix als Ärger eingebracht…).

Aber jetzt so rein optisch: die Frau ist aus Stepford, auch wenn Hannover drübersteht!

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Von den zahlreichen S-Fragen der Unionsparteien (Was wollen wir mit dem? Was will der bei uns? Wer darf jetzt ran? Kann ich die alleinlassen?) ist jetzt zumindest eine beantwortet, da japanische Forscher eine Fernbedienung für Menschen erfunden haben. Einfach Huber oder zur Not auch Beckstein aufgeschnallt, dürfte ein solches Gerät es UMP (Begriffserklärung) leicht machen, zumindest ein paar Tage die Woche nach Berlin zu pendeln, ohne in Bayern alles aus dem Ruder laufen zu lassen. Für seinen ferngesteuerten Nachfolger wäre das dann:

“(…) a mesmerizing sensation similar to being drunk or melting into sleep under the influence of anesthesia. But it’s more definitive, as though an invisible hand were reaching inside your brain.”

Na, also auch gefühlsmäßig bliebe dann zwischen Stoiber und Neu-UMP alles beim alten!

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Bombenstimmung

…im Bundestag: nach einer vollkommen albernen Ansprache von Schily hat sich jetzt dieser Lammert tatsächlich dazu hinreißen lassen zu sagen: “Wir sind Deutschland”! Mehrmals! Die Stimmung ist ausgelassen, als nächstes schickt wahrscheinlich der Lafontaine den Gysi nach vorn, um eine Reißzwecke auf Merkels Stuhl zu deponieren.
Kinder! Jetzt kommt der große Stimmungsumschwung!

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