Neueröffnung

Schelling Ecke Augusten – praktisch schräg gegenüber von der Munich Readery (cohu berichtete) – war vor Urzeiten mal ein Müller-Bäcker Backtriebmittel-& Emulgatoreneinzelhandel.
Dann stand der Laden ein, zwei Jahre leer und jetzt – oh Wunder: macht dort ein Geschäft (oder Restaurant?) auf mit dem Namen “Schindler’s Schnitzel”. Im Internet find ich nix dazu, weiß jemand, was das ist?
Eins steht für mich alte Doppel-Dichterin jedenfalls schon fest. Wenn die Schnitzel inklusive Getränk nur 4,95 kosten, wie ein Plakat an der Noch-Baustelle ankündigt, müssten die in Wirklichkeit einen anderen Namen haben: Schnitzler’s Schindel.

O’zapft is…

…wenn man Freitags um eins bei der (in München ansässigen) Krankenkasse anruft und die Sachbearbeiter alle beim "Außentermin" sind…

Posted in Cohu vs. Windmühlen, München. Comments Off on O’zapft is…

Beste Lage

Da hatte ich mit der IT noch gerätselt, warum die Feuerwehr, angerückt mit immerhin drei Löschzügen, vorgestern spätabends mit der Drehleiter eine Wohnung in der Kaiserstraße bestieg und ein Schuttrohr am Balkon anbrachte, obwohl weder Feuer noch Rauch zu entdecken waren. Hier findet sich des Rätsels ekel- und mitleiderregende Lösung.
Ich bin selbst überrascht, aber ausnahmsweise hab ich mir in dem Fall nicht gleich reflexhaft gedacht: “Da wird eine schöne Wohnung frei!”
Und: meine alten Zeitschriften werd ich jetzt gleich widerstrebend ins Altpapier werfen. Bevor ich mir Gänge graben muss…

Posted in München. Comments Off on Beste Lage

Schön, schön!

Das ist jetzt zwar nur ein ganz kleiner Datenpunkt bei der Berechnung der Pizza-Weltformel, aber: ich hab endlich mal eine Pizzeria gefunden, die ich vorbehaltlos empfehlen kann. Und zwar die Trattoria "Da Bello e Bello" in der Elisabethstraße Ecke Isabella. Das Lokal ist jetzt optisch, äh, ahem… nicht so der Bringer – deshalb war ich bis jetzt noch nie drin und habe mich nur über die Kellner geärgert, die immer über den Radweg laufen.
Aber: im kleinen pavillonartigen Außenbereich an der Straße sitzt man eigentlich ganz nett, man kann die Pizza zudem auch mitnehmen. Habe mir mit der IT eine Pizza "Bello e Bello" mit Schinken, Ricotta und Spinat geteilt und war ganz hingerissen. Die Bedienung war sehr freundlich und, wie es sich gehört, mit einer feinen Schürze angetan, außerdem wurde die Pizza gleich fein säuberlich in zwei Hälften geteilt und auf separaten Tellern serviert (bei Cohus kindheitstraumabedingtem Futterneid sind solche Maßnahmen unabdingbar). Also, probiert doch diese Trattoria trotz ihres tendentiell abschreckenden Äußeren mal aus. Ich werd mich jetzt erstmal wieder nach Eppendorf verziehen!

Posted in München, Speis & Trank. Comments Off on Schön, schön!

Verwechslungsgefahr

Momentan häufen sich ja die Geburtstage, ich weiß es nicht, aber anscheinend geht es Ende November in München heiß her, wer hätte das gedacht, vermutlich hat man da nix anderes zu tun, Wiesn lang vorbei und Weihnachten in weiter ferne. Aber Obacht: heute hat es ja auch ein eher unbeliebtes Geburtstagskind, den Heß Rudi. Wenn jetzt wer auf die Idee kommen sollte, seiner hier bei mir nebenan zu gedenken, dann muss ich davon abraten, weil: erstens sind Nazis nicht nur am Marienplatz unerwünscht, und zweitens wäre das der falsche Heß, weil unsere Heßstrass sowie das Heßstüberl gedenkt nicht so einem zweifelhaften Volkswirt, sondern Carl Ernst Christoph Heß, dem Begründer einer Landschaftsmalerdynastie. Insofern ist es ja auch total falsch, die Heßstraße als “häßliches Etwas” zu verunglimpfen, wie es mal wieder die unterqualifizierte Journaille von der SZ macht (dacht ichs mir, Philosophie, mit sowas wird so ein Bürscherl heutzutag Journalist, der soll mal was anständigs studieren)! Denn: nur ganz besonders schöne Straßen werden logischerweise nach Landschaftsmalerdynastiegründern benannt.
Die allerschönsten Straßen allerdings sind nach wie vor den Namen von versehentlich lanzendurchbohrten Rittern vorbehalten.

Pommesboutique

Hab ich heut mal ausprobiert. In der Amalienstraße, wo früher dieser Coffeshop war (Black Bean oder so?). Für die Experten: praktisch gegenüber vom vormaligen Cohu-Hauptquartier. Da hats doppelt fritierte belgische gelbliche Riesenmonsterpommes und Bio-Brat- bzw. Currywürschtl von den Herrmannsdörfern. Alles sehr lecker. Nur wenns vielleicht noch eine halbe Portion Pommes gäb, wärs gut, weil ich bin jetzt schon kurz vorm Platzen. Obwohl: wenn man sich die Verkäuferin anschaut dort, bekommt man den Eindruck, dass diese Pommes sehr schlank machen, also vielleicht auch was für die Pizzadiät? Und die "szenige Einrichtung"bzw. das "stylische Ambiente"  – hätt man sich sparen können und dafür ein bisserl mit den Preisen runtergehn (immerhin 7,50 für Pommes, Currywurst und Flascherl Wasser). Muß so eine Pommesbude hinter der Uni gleich auf Berlin, London, Mailand machen? Also zwengs mir nicht.

Paradise Lost?

Die Wende des Nordbads vom Blümchenhauben-Paradies zum Muskelstähltempel hatte sich ja vor ein paar Monaten schon ungut angekündigt durch die Einführung des “Aquaspinning”. Aber das war wohl von Seiten der SWM erst der Anfang, was das Anlocken körperbewusster junger Menschen (im Gegensatz zu alten Schrumpelpflaumen) angeht: heute entdeckten meine chlorgeröteten Augen im Foyer eine Ankündigung für die “Eröffnung von Münchens größtem Fitness- und Aquacenter” Anfang 2007:

“Das Angebot im Detail:

hochwertiger Gerätepark/Reha-Training
umfangreiches Cardiocenter mit TV
Schwimmhalle (ca. 1.700 m2 mit Aqua Aerobic und Aqua Spinning)
großer Wellnessbereich auf 730 m2 mit Damen-Saunatag, finnischer Sauna, Außensauna auf der Terrasse, Dampfbad, Sanarium, Dachterrasse, Liegewiese u. v. m.
Group Fitness
zwei große Kursräume mit abwechslungsreichem Kursprogramm: Spinning, Aerobic- und Wellness-Kurse, Rückentraining etc.
Gastronomie: Cafe am Nordbad CaN mit 140 m2 Sonnenterrasse – Zugang auch über die Schwimmhalle möglich”

Sogar ein sogenanntes “Instruktoren-Team aus Diplom-Sportwissenschaftlern (Univ.), staatlich geprüften Gymnastiklehrern, Physiotherapeuten etc.” wollen sie herbeischaffen. Hilfe! Ich will doch nur in Ruhe altern und im Kreise von Greisen meine paar Bahnen runterschwimmen, in My Adidas. Bis jetzt kam es praktisch nicht vor, dass mich jemand überholt hat (obwohl ich nur Brust schwimme), aber was, wenn jetzt dann die Sehnen- und Muskelberge ankommen (siehe Abb.), die Cardio- und TV- gestählten Besucher von Fitnesskursen? Die Venice Beach tragenden Aerobic-Schönheiten? Die marathontrainierenden workaholischen Familienväter der “Arschloch-Generation” (mir wurde gesagt, die Anfang 40-jährigen heißen jetzt so)?
Cohu kann jetzt nur hoffen, dass die relativ hohen Preise (billigster Tarif: 54 €/Monat, ohne Sauna, bei 24-Monatiger Vertragsbindung) die ganzen Fitnesswahnsinnigen abschrecken. Oder aber der saublöde Name “Aquacenter”. Gehts noch? Ein 33m-Becken hat das Nordbad, das ist alles. Ich hab auch ein Aquacenter daheim, bei mir heißt es Badezimmer!

Ozone Prison Blues

Bäh, scheußlich: die Ozonwerte schaun zwar so schlimm nicht aus, aber seit ich gestern Abend eine große Runde durch den Olypark gelaufen bin, fühl ich mich schrecklich: tränende Augen und Halsweh, als hätt ich ne halbe Schachtel  Kim geraucht und dabei in einen Ventilator gestarrt. Könnten auch noch die Ausdünstungen von den Zeugen sein, aber ich tipp eher auf Ozon.
Und wer ist daran schuld? Jaja, der junge Mann, der gestern abend nicht mit mir Eisessen gehen wollte wegen irgendsoeinem Jura-Film im Westpark darf sich ruhig angesprochen fühlen! Jedenfalls: ich plädiere dafür, ein Lied über die Gefahren von Ozon zu schreiben. Vorschläge:
Ozone all around my brain
Oh-zone is on the mountain (für Religionslehrer!)
Too much ozone for one woman (kennt ihr noch Ike & Tina Turner?)
Und mein Favorit, der Jazz Standard:
Ozone gets in your eyes
Da bräuchte man jetzt einen blues drawl, aber seit Cohu die Gauloises und das grüne Auge aufgegeben hat, hört sie sich an wie June Carter auf Valium. Angeblich ist das ja dann meine natürliche Stimme. Super!

In einem Bächlein helle

Bei dem brutalen Wetter heute blieb (zumindest dem nicht Erwerbstätigen) keine Wahl: Wasser musste her. Die Badeseen sind nicht nur schlecht zu erreichen sondern auch noch bacherlwarm und die Freibäder findet momentan selbst eure ziemlich abgehärtete Cohu – die immerhin schon mal bei einem Kuh-Kaiserschnitt in einem Niederbayrischen Stall assistiert hat – einfach zu eklig. Pflaster und Schwimm-Windeln, ich weiß ja nicht.
Also ging es auf mein gutes altes Peugeot, durch den größten Stadtpark der Welt an die Isar, wo man Kiesbänke selbst bei diesem Wetter fast für sich allein hat (wenn man an die richtige Stelle fährt) und dazu ein etwa 18° kaltes Flüßchen in Quasi-Trinkwasserqualität. Und, wie der Titel schon andeutet: Fische hats hier auch, aber (launische) Forellen und keine Bauch-nach-Oben-Karpfen wie in anderen Gewässern. Außenalster, du kannst sowas von einpacken!!!
Gefehlt haben mir eigentlich nur meine sagenhaft kleidsamen Gummischuhe a.k.a. Flossenkondome, die ich leider zuhause vergessen hatte, und vielleicht mein MP3-Player, dann hätt ich nämlich noch den passenden Song hören können:

Rolling stones im Flußbett,
träumen von Lady Jane,
das Ufer träumt vom Liebespaar,
und´s Gebirg vom Jennerwein,
un da Fluß träumt von Millionen Jahr’n,
und laft oiwei so dahi,
in seim ewigen Tal – smaragdengrün –
des is des Isarflimmern mitten im Paradies,
ich sog eich, des is
des Isarflimmern mitten im Paradies.

Posted in München. Comments Off on In einem Bächlein helle

Cohu schaut frische Fische, frische Fische schaut Cohu

Um der Wahnsinnshitze zu entgehen, war ich vorgestern im (unterirdisch in einem Hügel des Olympiaparks gelegenen) Sea Life-Aquarium. Cohu ist ja, wie Euch vielleicht nicht entgangen ist, eine an Fauna und Flora durchaus interessierte Zeitgenossin, die schon von klein auf in die Fußstapfen der großen Zoologen und Ethnologen treten wollte und nur aufgrund wirtschaftlicher Zwänge den Brotberuf der Philosophin ergriffen hat.
Nun also zu diesem – privat betriebenen – Fischvorzeigeraum: löblich zu erwähnen ist, dass die Betreiber sich nicht auf “Modefische”, also bunte Bewohner der tropischen Korallenriffe und Mangrovensümpfe, stürzen, sondern sich zunächst auf die einheimische Fischfauna beschränken, die farblich braun und grau und verhaltensmäßig eher unauffällig ist. So ergibt sich – vom Isar-Oberlauf bis zum Mittelmeer – eine sozusagen natürliche Steigerung, die bei Kaltbecken mit Elritzen und Bitterlingen anfängt und in einem untertunnelten, “begehbaren” Mittelmeeraquarium inklusive Stachelrochen und Riffhaie ihren (auf Kellerhöhe gelegenen) Höhepunkt findet. Die Becken sind durchgehend reizvoll – wenn auch aufgrund der etwas kümmerlichen Bepflanzung nicht besonders naturnah – gestaltet, die Fische gesund und die in fast jedem Raum postierten Mitarbeiter äußerst freundlich und beantworten gerne und kenntnisreich alle Fragen (die sich im Normalfall allerdings auf “Wo ist der NEEEEMOOOOOO?????????!!!!” beschränken dürften).
Ein Nachteil: die Betreiber des Aquariums halten es für nötig, jeden Raum mit “passender” Musik überaus laut zu beschallen, so etwa mit symphonischen Werken im sog. Schwarmring, mit Klarinettenkonzerten bei den Seepferdchen und -Nadeln und mit Sirtaki-Melodien im “Mittelmeerhafen” (im Haibecken erklingen allerdings gälisch anmutende Querflötenklänge, was zur mediterranen Amphoren- und Säulen-Deko des Aquariums einen interessanten Kontrast ergibt).
Und noch was: beim Verlassen des Aquariums wird man durch den unvermeidlichen Shop mit Stofftieren, Namenstassen, Kalendern etc. geleitet, was für Besucher mit Kindern vermutlich ein Horror ist. Auch manch ein Erwachsener kann sich da unter Umständen nicht zurückhalten und kauft so nutzlose Dinge wie eine total süüüße, naturgetreue und doch kuschelige Krake, die unten sogar einen kleinen Schnabel hat.  Ahem.
Insgesamt war ich von diesem Aquarium durchaus angetan, wenn es auch mit dem in Barcelona nicht mithalten kann: besser als die schäbigen Zooaquarien in Hellabrunn oder Berlin ist es allemal. Und wann kommt man denn schon nach Barcelona? Eben. (Dort gibt es übrigens auch die faszinierenden Mondfische, die man im Sea Life leider vergeblich sucht…)

Posted in München, Nichtmenschliche Tiere. Comments Off on Cohu schaut frische Fische, frische Fische schaut Cohu