Viele verachten die edele Musik: zu Recht!

Heute dazugelernt:
Erstens: Es gibt, was unbegabte Straßenmusikanten angeht, Schlimmeres als Drehorgel. Siehe Abb.
Zweitens: Es sind annähernd unendlich viele Interpretationen von “Oh when the Saints” möglich, wenn man künstlerischen Anspruch und Kreativität nur simultan weit genug herunterschraubt.

Hypothesen:
Erstens: Wenn the Saints tatsächlich mal go marching in, wirst Du, Bürscherl, sicher nicht in der number sein, weil Du nämlich Deinen Mitmenschen mit erbärmlichem Gepruste ihr Leben zur Hölle gemacht hast. Und außerdem jedesmal, wenn jemand was in deinen Kasten wirft, aufhörst zu spielen, Dich vorbeugst und nachzählst, bevor Du Dich bedankst. Ich habe es gesehen, Gott hat es auch gesehen, und wenn nicht, werde ich ihn, oder soll ich sagen IHN, darauf hinweisen!
Zweitens: Eine Violine wäre noch schlimmer. Es sei denn, man lässt mir zuliebe den Teufelsgeiger von Eppendorf wiederauferstehen…

Beste Lage…

…ist das hier am Eppendorfer Baum, wenn man Leierkastenmusik mag. Ein bärtiger Drehorgelmann (Typ Settembrini für Arme) lief gestern den ganzen Nachmittag die Straße auf und ab. Er besitzt anscheinend nur eine Platte, also immer dieselbe Leier von irgendsoner Taube, und auf die Idee, dass ein gleichmäßiges Drehen der Kurbel einen angenehm gleichförmigen Rhythmus erzeugt, war er auch noch nicht gekommen, also: eiernde Taube! Dann der alte Trick: vor jedem der Geschäfte blieb er so lange stehen, bis der Besitzer herauskam und ihm etwas Geld in die Schale warf, reinste Erpressung, alles auf Kosten der hier ja notorisch armen Anwohner.
Dafür nochmal bei Google Earth kontrolliert: sollten wir tatsächlich irgendwann mal den Mietvertrag unterschreiben, wären um unsere neue Wohnung herum 4 Eisdielen in einer Entfernung von weniger als 300 Metern. Der Sommer kann kommen!

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Morgen früh, wenn Gott will…

…werd ich nicht nur vom obligatorischen DLF-Radio auf Maximallautstärke geweckt, sonder schaffe es auch noch, rechtzeitig um 6:17 an der U-Bahn zu sein, um 7uhrirgendwas am Flughafen und irgendwasnach8 sogar in einem Flugzeug nach Hamburg zu sitzen. Will schließlich den ersten Advent auch dieses Jahr wieder in einer Stadt verbringen, wo es statt güldenem Christkindlmarkt mit alkoholisierten Italienern und vielen roten Bäckchen einen aggressiv-lichterkettenblinkenden "Hanseatischen Weihnachtsmarkt" gibt, der etwa soviel Charme hat wie die Harley Days (Cohu berichtete). 6:17 ist jedenfalls eine für mich sehr ungewohnte Berufstätigenzeit. Der Anblick der halbtoten Bürodrohnen, in deren Reihen ich mich vermutlich auch bald einreihen darf, ist immer wieder deprimierend. Naja, wenigstens ist morgen nicht U-Bahn-Pärchentag

Du sollst Dir ein Bild machen!

Auf diese Aktion des lobenswerten BILDblog möchte ich hiermit mit besonderer Vehemenz hinweisen. Ja, da habe ich schon mal mindestens eine Gelegenheit ungenutzt verstreichen lassen…
Mein Stil ist sowas aber sowieso nicht – Gleiches mit Gleichem vergelten ist mir zu alttestamentarisch. Wenn Ihr aber keine derartigen Bedenken, einen Fotoapparat/-handy und einen Wohnsitz bevorzugt in Hamburg-Eppendorf habt, dann heißt es: Linse gewienert und immer der Ölspur nach!

Ick heff mol en Hamborg…

Der gestrige Tag stand ganz im Zeichen der Seefahrt: nach einem köstlichen Mittagessen mit der Hauptzutat “frisch gepulte Krabben vom eigenen Kutter” wagten wir uns mit einem schicken orangenen Leih-Kanu auf die Außenalster.
Zwei Stunden lang terrorisierten wir Jungvögel, rammten Ruderboote und gafften die Jeunesse Dorée im “Cliff” an, einer Art Seehaus für Hamburger, wo es laut Szeneguide “Models mit Designer-sonnenbrillen und freizügiger Mode” im Überfluss gibt. So gut gefiel uns der Kanu-Ausflug, dass wir verlockt waren, die Außenalster mit den bayerischen Seen (zumindest mit dem Starnberger Badwanndl) zu vergleichen, jedoch: das Wasser war verdreckt, so dass ich mich kaum traute, meine Füße hineinzuhalten, und einmal gab es sogar Anlass, das schöne Lied “Schau hieee, da liegt a douder Fisch im Wasser!” zu grölen. Also: sehr schön und erholsam, aber nicht mit einem kristallklaren voralpenländischen Kleinod zu vergleichen.
Aber Hamburg hatte dieses Wochenende ja noch ganz andere Attraktionen zu bieten: neben Robbie Williams gab es die Hamburg Harley Days, die offensichtlich nicht nur bikende Zahnärzte, sondern auch Neonazis anziehen (besonders schön ein T-Shirt mit der Abbildung eines grimmigen, stahlhelmtragenden Wehrmachtssoldaten, darunter in altdeutscher Schrift der Slogan: “Klage nicht, kämpfe!” – würde der Träger doch dieser Aufforderung Folge leisten, dann würde seine Glatze nicht die Landungsbrücken verunzieren, sondern den Kongo oder gleich den Libanon!).
Dank der technikbegeisterten IT durften wir uns gestern dann noch die Beine in den Bauch stehen, um das Auslaufen des berühmten Riesendampfers Queen Mary 2 zu besichtigen . Cohu war nicht ganz so begeistert wie die jubelnden Massen (ein großes Schiff, ja und?), aber man weiß ja nie: wenn das Ding jetzt, was wir nicht hoffen wollen, bei der Atlantiküberfahrt von Terroristen versenkt wird, hab ichs zumindest nochmal gesehen.  Und sogar fotografiert.

Riesentrum


Ich bin ja sonst keine Luftfahrt-Begeisterte (Piloten z.B. haben für mich etwa die gleiche Faszination wie Busfahrer, beeindrucken kann man mich eher mit der Fähigkeit, in kleine Lücken einzuparken oder Bierflaschen mit dem Feuerzeug so zu öffnen, dass der Kronkorken “Flupp” macht und in hohem Bogen wegfliegt!). Aber dieser Airbus-Frachter, der gerade hier über das Haus flog, war doch erstaunlich anzusehen. Das Trum erinnert tatsächlich stark an einen fliegenden Wal, insofern ist die Namensgebung ziemlich passend. Was die wohl transportieren?

Unter der Brücke…

…bin ich nun endgültig gelandet, habe nämlich heute, wie jede blonde Eppendorferin, die etwas auf sich hält, einen ausgiebigen Spaziergang auf dem stets Dienstag und Freitag vormittag stattfindenden Isemarkt gemacht. Der angeblich längste Markt Europas liegt idyllisch und schattig unter der Brücke, auf der die (verwirrenderweise U-Bahn genannte) Hochbahn durch Hamburg-Harvestehude fährt.

Auf dem Isemarkt gibt es alle möglichen  Seltsamkeiten –  Bürsten aller Art, Energie-Steine, schneebesenartige Geräte zur "phrenologischen" Kopfmassage, afghanische Perlenketten, Pantoffeln mit aufgestickten Deutschlandwappen, Filztaschen, diverse Messingfiguren, Antiquitäten und Tand – und natürlich köstliche Spezereien aus aller Herren Länder: Fische, französische Pasteten, portugiesische Törtchen, Waffeln, frisch gepulte Krabben, bretonische Butter, allerlei Käsesorten, Quiches, Schinken, ja sogar einen Stand mit "Feinkost"-Hundefutter (hier hörte ich eine Frau zum Verkäufer sagen: "Nä, so’n Stück Lunge kriegen se ja heutzutage auch nich mehr überall!"). Besonders schön sind natürlich die Stände, die frische Blumen, Obst und Gemüse aus den um Hamburg gelegenen Anbaugebieten (äußerst preiswert!) anbieten, "sink globäl, bei lokäl", wie der Fachmann sagt. Habe mich gleich mit rauen Mengen riesiger, sogenannter "Knubberkirschen" aus dem Alten Land eingedeckt, dazu wunderschöne vierländer Rosen spottbillig abgestaubt (die Frau von heute muss sich die ja inzwischen selber kaufen…), ein großes Stück knallroten Filz mitgenommen und alles in einer ebenfalls neu erstandenen Seegrastasche verstaut, mit der ich auf dem Markt jetzt endgültig als Eppendorferin durchgehe. Zumindest "bis i’s Mei aufmach", wie wohl der Niederbayer sagen würde. Ein Lob der freien Marktwirktschaft!

 

 

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Kalte Füße und heiße Maschinen

Wichtig: Flossenkühlen Hat mal jemand 199 €?

Huäh, was soll man bei einer solchen Hitze bloß machen? In Hamburg, wo es keine Isar und keinen Eisbach gibt zum reinspringen und das nächste Freibad zu weit weg ist? Noch dazu, wenn man von einem lästigen Kommentarspammer verfolgt wird und eine Blogsoftware verwendet, die kein Captcha kann? Ts!
Habe mich für ein Fußbad entschieden (siehe Abb.) und träume jetzt, auf einer stilvollen Eppendorfer Couch sitzend, mit schön abgekühlten Flossen von dieser wunderschönen Espressomaschine (siehe Abb.), die gerade in der Schleißheimerstraße zu Verkauf steht. Ist das nicht ein Schmuckstück? Und versuche, mit ständigem Nörgeln die IT dazu zu bringen, meine Software aufzurüsten.

Das wäre doch nicht nötig gewesen!

Also, dass die Eppendorfer jetzt am Wochenende ein großes Straßenfest direkt vor der Haustür meiner IT veranstalten, nur weil ich ab Donnerstag mal wieder zu Besuch bin… ts, ich verstehe ja, dass man sich über mein Kommen sehr freut, aber so ein Riesenaufwand

Die Mischung aus lokalen Bezügen, wie das Eppendorfer Leben und der Anliegerflohmark, sowie inszenierte Bereiche, wie Gourmetbereich, Partyzone, Künstlermarkt und Klassikbereich bieten für die unterschiedlichsten Ansprüche das erwartete Erlebnis. Das Eppendorfer Landstraßenfest ist sehr gut frequentiert und zeichnet sich durch eine sehr gutes Publikum aus.

Na, wenn ihr meint… Man findet mich im Gourmetbereich.

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Die fetten Jahre sind vorbei

In Anbetracht der Vorliebe meiner IT für sauteure Feinkostsalate und Parmaschinken ("Des is was ganz was Feins!") und seines Wohnsitzes in einem besseren Viertel der Hansestadt keimt bei mir seit der Lektüre dieses Spiegel-Artikels ein schrecklicher Verdacht…ist seine momentane Friedman-Lektüre etwa nur ein geschicktes Täuschungsmanöver? Ist der Gute in Wirklichkeit ein "Rand-Autonomer", "spaßorientiert mit politischem Hintergrund"? Und: hängt das alles mit der Neueröffnung eines Die Linke/PDS-Büros in der Schellingstraße, gleich bei mir ums Eck, zusammen? Muss da mal in Pullach nachfragen!

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