Decline of a Nation: Thatcher’s bitter legacy

Das ist doch total kaputt!

Das Schlagwort der “broken society” ist in Großbritannien sehr beliebt. Darunter kann man eigentlich alles zusammenfassen, was schief läuft: binge drinking, knife crime, muffin tops. Fraglich nur, wer eigentlich schuld ist an der kaputten Gesellschaft: Laut Herrn Cameron ist es natürlich Labour (ein Kapitel des konservativen Parteiprogramms heißt passenderweise “Mending Our Broken Society”, pdf). Für die Gegenseite dagegen ist klar: Broken Britain is Thatcher’s bitter legacy.

Bei der Recherche zu dieser Frage ist Cohu auf wahrhaft Schockierendes gestoßen – Thatcher hat Dinge verbrochen, mit denen verglichen ihre Zerstörung der Britischen Gesellschaft noch ziemlich harmlos wirkt. Sie ist nämlich für eine Sache verantwortlich, die auch durch die damaligen historischen Umstände kaum zu rechtfertigen, abstoßend und moralisch verkommen ist: Softeis!

“One important development in the 20th century was the introduction of soft ice cream. A chemical research team in Britain (of which a young Margaret Thatcher was a member) discovered a method of doubling the amount of air in ice cream, which allowed manufacturers to use less of the actual ingredients, thereby reducing costs. It made possible the soft ice cream machine in which a cone is filled beneath a spigot on order.” (Wikipedia: Ice Cream)

Das kann man ja wohl kaum als Jugendsünde abtun, das fällt schon in die Kategorie Charakterfehler…

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Keep Calm and Carry On

“Good evening ladies and gentlemen. This is your captain speaking. We have a small problem. All four engines have stopped. We are all doing our damnedest to get them going again. I trust you are not in too much distress.”

via BBC News – When volcanic ash stopped a Jumbo at 37,000ft.

So hat man das 1982 gemacht. Und heute? Ein kleines Aschewölkchen legt ganz England lahm…

Kosmische Gerechtigkeit

Was habt ihr denn? Ihr wolltet doch so dringend Asche von den Isländern!

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STEP OUTSIDE POSH BOY

Licence to smack – Die Lizenz zum Watschen

“Parents are allowed to give their children a “mild smack”. This right to smack extends to those who have parental responsibility, such as grandparents or other family members.”

BBC News – School smacking loophole closed.

Darf man seinen volljährigen Kindern eigentlich auch “mild smacks”, oder, wie der Bayer sagen würde, eine leichte Watschn geben? Denn wie allen Eltern von erwachsenen Kindern längst klar sein dürfte, hört die Erziehung ja nicht mit dem 18. Geburtstag auf…

Alphabetozid

Großbritannien und seine ehemalige Kolonie kämpfen seit Jahrhunderten um die Herzen der Kontinentaleuropäer. Doch obwohl Fernseher, IPod und Kleiderschrank sich längst hemmungslos dem transatlantischen Freund hingeben, gewinnt in einer Hinsicht  immer noch der Brite: er gewährt scheinbar nutzlos gewordenen Buchstaben ein Obdach, wo der Amerikaner herzlos-utilitaristisch aussortiert. Während in Amerika z.B. – horribile dictu!– der ageing, travelling paedagogue seinen favourite doughnut im all-nighte-drive-through kauft und so mit einem Handstreich vierzehn (14!) unschuldigen Lettern den Garaus macht, blühen auf der Insel immer noch sprachliche Orchideen wie:

Bicester, ausgesprochen: Bister

Cholmondeley, ausgesprochen: Chumley

und mein persönlicher Liebling:

Featherstonhaugh, ausgesprochen: Fanshaw

Darauf einen Schluck Worcester-Soße (ausgesprochen: Wooster), bzw. für meine amerikanischen Leser einen Löffel Ketchup.

Mehr seltsame Namen gibts bei: Odd pronunciations of proper names – The University of Hull.

Da ist doch was faul

“To many, peeling potatoes is a boring way to spend a few minutes that you would rather spend reading a book, watching a film or with your family.”

BBC News – The rise of lazy foods.

Soso: die Zeit, die für Kartoffelschälen draufgeht, könnte man auf Sinnvolleres verwenden. Im Artikel lernen wir: Immer mehr Briten sparen sich diese Zeit, indem sie geschnipselte Karotten, Äpfel, Schwammerl und gehackte Zwiebeln abgepackt im Supermarkt kaufen. Und die gesparte Zeit verwenden sie – hier schließt sich der Kreis! – vermutlich auf die Lektüre von seitenlangen, bescheuerten Artikeln über geschältes Gemüse. Brave new world!