STEP OUTSIDE POSH BOY

Licence to smack – Die Lizenz zum Watschen

“Parents are allowed to give their children a “mild smack”. This right to smack extends to those who have parental responsibility, such as grandparents or other family members.”

BBC News – School smacking loophole closed.

Darf man seinen volljährigen Kindern eigentlich auch “mild smacks”, oder, wie der Bayer sagen würde, eine leichte Watschn geben? Denn wie allen Eltern von erwachsenen Kindern längst klar sein dürfte, hört die Erziehung ja nicht mit dem 18. Geburtstag auf…

Alphabetozid

Großbritannien und seine ehemalige Kolonie kämpfen seit Jahrhunderten um die Herzen der Kontinentaleuropäer. Doch obwohl Fernseher, IPod und Kleiderschrank sich längst hemmungslos dem transatlantischen Freund hingeben, gewinnt in einer Hinsicht  immer noch der Brite: er gewährt scheinbar nutzlos gewordenen Buchstaben ein Obdach, wo der Amerikaner herzlos-utilitaristisch aussortiert. Während in Amerika z.B. – horribile dictu!– der ageing, travelling paedagogue seinen favourite doughnut im all-nighte-drive-through kauft und so mit einem Handstreich vierzehn (14!) unschuldigen Lettern den Garaus macht, blühen auf der Insel immer noch sprachliche Orchideen wie:

Bicester, ausgesprochen: Bister

Cholmondeley, ausgesprochen: Chumley

und mein persönlicher Liebling:

Featherstonhaugh, ausgesprochen: Fanshaw

Darauf einen Schluck Worcester-Soße (ausgesprochen: Wooster), bzw. für meine amerikanischen Leser einen Löffel Ketchup.

Mehr seltsame Namen gibts bei: Odd pronunciations of proper names – The University of Hull.

Da ist doch was faul

“To many, peeling potatoes is a boring way to spend a few minutes that you would rather spend reading a book, watching a film or with your family.”

BBC News – The rise of lazy foods.

Soso: die Zeit, die für Kartoffelschälen draufgeht, könnte man auf Sinnvolleres verwenden. Im Artikel lernen wir: Immer mehr Briten sparen sich diese Zeit, indem sie geschnipselte Karotten, Äpfel, Schwammerl und gehackte Zwiebeln abgepackt im Supermarkt kaufen. Und die gesparte Zeit verwenden sie – hier schließt sich der Kreis! – vermutlich auf die Lektüre von seitenlangen, bescheuerten Artikeln über geschältes Gemüse. Brave new world!

I don’t want to be rude, but…

Wenn Mr. Farage einen Satz so anfängt, dann weiß man schon: jetzt wird’s im Europaparlament ausnahmsweise mal richtig unterhaltsam. Er ist nämlich ein wahrer Meister der feinen englischen Art:

Läppische 3000€ hat der Spaß gekostet, ich würde mal sagen, das war’s wert (und ich habe von Spiegel Online auch noch ein ganz neues Wort gelernt: “bepöbeln”).

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Decline of a Nation: Noisy Romps

“GIRLS at Cambridge University have been ordered to have sex more quietly after complaints about the noise.
All 400 undergraduates at Newnham female college were warned after 30 people grumbled to bosses in a month. An email from student union President Lizzy Cole, 19, said: “Newnham corridors funnel sound and walls are very thin. Please remember to be discreet in your activities, especially during late/early hours of the day.”
Students are mortified. (…)”

via Complaints about Cambridge Uni girls’ noisy romps | The Sun |News.

Mal wieder eines der vielen Gebiete, wo die unselige “Universität” Cambridge von wirklichen Eliteunis lernen könnte. Z.B. von Oxford: Das letzte reine Frauencollege (St Hilda’s) hat man dort nämlich 2008 endlich von der traditionellen Geschlechterseparation befreit. Und wie wir alle wissen: Wenn man Männer ständig um sich hat, sind sie gar nicht mehr sooo spannend.

(Eine transatlantisch-feuchte Alternativlocation für noisy romps haben die Studenten in Yale schon 2007 entdeckt. – Cohu berichtete natürlich!)

Deprimierend

“There is a strong link between heavy internet use and depression, UK psychologists have said.

The study, reported in the journal Psychopathology, found 1.2% of people surveyed were “internet addicts”, and many of these were depressed. The Leeds University team stressed they could not say one necessarily caused the other, and that most internet users did not suffer mental health problems.”

via BBC News – ‘Internet addiction’ linked to depression, says study.

Besonders schön:

“The conclusions were based on 1,319 responses to an on-line questionnaire.”

Mit solchen bahnbrechenden “Ergebnissen” verankert sich Leeds wohl auch wissenschaftlich auf Dauer in der dritten Liga…

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The First Cut is The Deepest

Im Gegensatz zu ihren deutschen Entsprechungen nehmen die britischen Tories (die ich, abgesehen von meiner einzigen Schwäche, nicht gerade sympathisch finde) wenigstens kein Blatt vor den Mund – als Wahlversprechen gibt der Schatten-Finanzminister George Osborne nämlich nicht primär liebevolle Steuersenkungen, sondern eiskalte Einsparungen:

“Programmes that represent poor value for money, excessive spending on things like advertising and consultants, spending on tax credits for people earning over £50,000, and spending on child trust funds for better off families will all have to be cut during the financial year.” (BBC News)

Gibt es in Deutschland eigentlich irgendjemanden, der es sich trauen würde, vor einer Wahl von Einsparungen zu reden? Und zwar als konkrete Maßnahme direkt nach der Wahl, nicht als was, was man vielleicht unter Umständen auch mal irgendwann machen müsste? Und der die dann sogar noch wirklich als “cuts” (also: Einschnitte) bezeichnet und nicht von – würg! – “Haushaltskonsolidierung” oder “Schuldenbremse” schwafelt?

(Zusatzfrage: warum hab ich diese Linda Ronstadt eigentlich bis jetzt vollkommen verpasst? Den neulich hier besprochenen Mexikanerjodler hat die im Übrigen auch mal gesungen!)

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Decline of a Nation: Our kind of guy

Gordon Brown führt nicht nur die Briten, sondern auch die diesjährige “GQ”-Rangliste der schlechtestgekleideten Männer an  (siehe ersatzweise die Guardian-Berichterstattung, da ich die englische Seite der zweifelhaften Publikation nicht aufrufen kann)

Gut – manchmal fragt man sich schon, wo dieser Mann seine Anzüge kauft. Andererseits: he’s come a long way. Und: ein paar uninspirierte Krawatten sollen schlimmer sein als Kim-Jong-Il (Platz 3)? Tsk.

Es kommt aber noch dicker: Cohus Liebling Boris Johnson steht direkt hinter dem nordkoreanischen Diktator auf Platz 4 der GQ-Schlechtestenliste. Lachhaft und voll daneben, liebe Leser. Als BoJo letztes Jahr auf Platz 1 der Esquire-Liste der stillosesten Männer (wieviele solche bescheuerten Listen gibt es eigentlich?) gekürt wurde, hieß es andernorts ja schon sehr treffend:

“…Esquire complains, with with what looks to me like a sad lack of vision, about how Boris ”wears odd socks, has jacket pockets like second-hand bookshops and hair the result of an encounter with a ghost in a wind tunnel”.

They think that’s a bad thing? He sounds like just our kind of guy.” (Baroque in Hackney)

Wen das noch nicht von der Idiotie der Stil-Listen überzeugt, der sehe sich bitte mal kurz diese bis zur spärlichen Brustbehaarung aufgeknöpfte Jeanshemd-unter-Nadelstreifen-Sakko-Kombination an. Ja – das ist laut GQ der bestangezogenste Mann der Welt.

Decline of a Nation: Hello, Polly

Der schmucke Halsbandsittich erobert seit Ende der Sechziger Jahre nicht nur das Ruhrgebiet im Sturm: auch in England soll es schon bis zu 30.000 Exemplare davon geben. Was dem Schweizer sein Minarettmoslem ist dem Briten der grüne Sittich  – nämlich ein fremdländischer Dorn  im Auge, den man sich irgendwann mal ins Land geholt hat, weil’s praktisch war, den man jetzt aber, wo er ein Eigenleben entwickelt, doch irgendwie ein bisserl zu exotisch findet. (In Deutschland ist die Reaktion auf Neozoen übrigens auch nicht viel entspannter, wie man am wunderschönen Wort “Faunenverfälschung” sieht).

Die staatliche Umweltstiftung “Natural England”, die für das Naturschutzmanagement und die Integration der zugereisten Papageien in (mindestens) dritter Generation zuständig ist, hat den Vogel daher ab dem 1.1.2010 mehr oder weniger zum Abschuss freigegeben. Sofern die Papageien Schäden verursachen oder einheimische Spezies verdrängen,  darf man die Tiere auf dem eigenen Grundstück abknallen, oder, wie es bei Natural England etwas schöner heißt, “entfernen”.

Monty-Python-Fans wissen natürlich, wo die toten Sittiche landen werden:

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