Endlich wird mir klar…

…warum ich für jedes Semester an der LMU 50€ “Verwaltungsgebühr” bleche: weil ich dadurch die einmalige Möglichkeit habe, während der zweieinhalb Stunden, die es dauert, bis die von mir vor der Studentenkanzlei gezogene Zahl 126 drankommt, die anderen Wartemarkenbesitzer zu begaffen. Dass es so einen Überbiss heute, im Zeitalter der Kieferorthopädie, überhaupt noch gibt? (Vermutlich eine Engländerin!) Wer, in Gottes Namen, ist unter 60 und liest “Verborgene Zeugnisse des frühen Christentums” (oder so ähnlich?) – muss ein Theologe sein, nach kurzer Beobachtung: ein katholischer. Ihm gegenüber sitzt ein junger Mann, der eine deutliche Ähnlichkeit zu Jesus aufweist. Er holt sogar eine Schachtel “Merci” (vermutlich ein Geschenk von seinen Jüngern!) aus dem Rucksack und bietet sie  seinen Sitznachbarn an. Spiele kurzfristig mit der Idee, vor dem Gebäude einen Kinderwagen&Kinderattrappen- bzw. einen Schwangerschaftsvortäuschungskissenverleih aufzumachen, denn werdende und seiende Mütter dürfen ohne Marke vor – vielleicht der beste Grund für Akademikerinnen heutzutage, schwanger zu werden.
Aber trotzdem: zweieinhalbstunden Humanethologie, super!

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Minimalismuskritik

Cohu erlebt im Supermarkt manchmal die seltsamsten Dinge. Aber immer nur im Minimal. Meine Pfandflaschen-Lieblingsgeschichte zum Beispiel. Cohu gibt der Verkäuferin eine große Tüte mit Einwegflaschen. Die Einzelhandelsfachangestellte verschwindet im Pfandflaschenkabuff (allein für diese beiden Worte muss man die deutsche Sprache lieben) und kommt nach einigem Rumoren wieder zurück – mit einer leeren Tüte und der Frage: "Wieviele Flaschen waren da jetzt drin?" – auch schön: nachdem sie mir dann einen Zettel über eine geschätzte Anzahl von Flaschen gegeben hatte und wieder im Kabuff verschwunden war, merkte ich, dass sie auch noch eine Flasche in der Tüte vergessen hatte.
Oder grad eben: die Kassiererin ruft aus gegebenem Anlass "Storno Bitte!" ins Mikro – nichts passiert. Nach ein paar Minuten ruft sie nochmal. Einige Zeit später kommt die Stornobeauftragtre mit dem Kassenschlüssel und entschuldigt sich mit den Worten: "Sorry, hab des erste Mal Rufen nicht gehört!"

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Die Beraterbank…

…rät mir bei der Frage, ob ein bei ihr im Depot liegendes Indexzertifikat bei Verkauf steuerpflichtig sei, nach kurzer Internetrecherche (auf die ich natürlich noch nicht gekommen war…), doch "einfach mal bei Merrill Lynch anzurufen."
Vor ein paar Monaten wurde mir von gleicher Stelle dringend nahegelegt, in den "Total Return"-Fonds einzusteigen, wo ich, abgesehen von der Wertentwicklung (siehe Abb.) mit meinen erbärmlichen paar Kröten erst mal mindestens ein Jahr des (Haha!) Zinsgewinnes für Gebühren hätte hinblättern müssen.

Nicht umsonst rät man wohl jungen Menschen, die sich ansonsten für nichts begeistern können: "Mach doch ne Banklehre!"

Kein Ton, Nirgends

Einfallsreiche amerikanische Teenager installieren, wenn man der New York Times Glauben schenken will, momentan einen Klingelton auf ihren Mobiltelefonen, der derart hohe Frequenzen aufweist, dass ältere Leute (insbes. Lehrer und sonstige Aufsichtspersonen) ihn nicht hören können. Hundepfeifen-Prinzip, sozusagen. Anhören kann man den Klingelton , wenn man (noch) geeignete Hörnerven hat, hier. Musste Cohu natürlich gleich ausprobieren, aber: nichts hab ich gehört! Keine noch so leises Zirpen! Was ist das jetzt, plötzliche Alterung? Werd ich schon zum Gammelfleisch?

Aber dann die Erkenntnis. Bei meinem Quicktime geht der Sound nicht, kein Ton, nirgends. Von wegen, Fehler sitzt immer vor der Maschine. Sowas! Weiß jemand, wie ich mein Quicktime 7 für Windows dazu kriege, mir wieder einen Ton auszuspucken (Neuinstallation, Audioeinstellungen etc. alles ausprobiert)? Ich bin ratlos.
UPDATE: Jetzt geht der Sound. Da hatte mir wohl der Total Recorder einen Strich durch die Rechnung gemacht. Von dem Klingelton krieg ich übrigens eine noch scheußlichere Gänsehaut als von meinem seltsamen Nachbarn.

Total gestört

…ist mein Telefon seit heute morgen. Wie man früher in den Krimis und Horrorfilmen, wenn die Dunkelheit sich langsam senkte über dem verlassenen Landsitz, so schön gesagt hat, als voraussichtliches junges hübsches Opfer eines psychopatischen
Killers oder Zombies: “Leitung tot!” Hab natürlich auch sofort bei der Telekom angerufen und gemailt. Gerade bekomme
ich folgende Mail:

Sehr geehrter Herr Hxxxxx,
wir informieren Sie über den aktuellen Stand Ihrer Störungsmeldung für die
Rufnummer: +49 89 xxxxxxxxx.

Sie haben uns heute 11:00Uhr angerufen Auftrag leigt Außendienst Morgen
vormittag Servic Technika Fahrt zu Vermitlungsstelle prüft Ihre Telefon Ltg
bekommen sie RR auf Handy

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Technischer Kundendient von T-Com

Gut, offensichtlich scheint da jemand am anderen Ende zu sitzen, der nicht so gut schreiben kann, was mir ja egal ist, so lange er meinen Anschluss repariert bekommt. Aber folgende Signatur fand ich dann doch erstaunlich:

Bitte beachten Sie, dass diese E-Mail automatisch vom System generiert
wurde.

Das System, das automatisch eine derart falsche Mail generieren kann, möcht ich mal kennen lernen…oder lieber doch nicht!

Losers Manage Us

Knapp zwei Monate nach meinem Studienabschluss erreicht mich von der Alma Mater folgende Nachricht:

"Bei Überprüfung Ihres Studienganges, [sic] wurde festgestellt, dass Ihre Magisterkombination nicht die vorgeschriebenen Fächer (ein Hauptfach und zwei Nebenfächer) aufweist. (…) Sie werden hiermit gebeten Ihre Fächerverbindung in der Studentenkanzlei (…) innerhalb von zwei Wochen eintragen zu lassen."

Ich hatte ja schon ersten Verdacht geschöpft, als ich vor vier Jahren (nach überstandenem Bewerbungsverfahren) mit dem Zulassungsbrief des M.Phil. in der Studentenkanzlei stand und mir hartnäckig versichert wurde, diesen Studiengang gäbe es definitiv nicht (O-Ton "Naa, des hamma ned, des gibts ned, wos isn des, gems des amal her, eanan Schrieb!). Erst nach einem Anruf im Department gelang der Studienfachwechsel.
Aber anscheinend kennen sie trotz "Überprüfung" den noch im letzten Jahrtausend eingerichteten M.Phil. immer noch nicht so richtig. Wie man auf der (LMU-eigenen) Website nachlesen kann: "Der Studiengang umfaßt keine Nebenfächer."
Äh ja, ich habe mir jetzt doch nachträglich mal überlegt, welche Nebenfächer ich gerne hätte: meiner persönlichen Weltanschauung entsprechend katholische Theologie (auch sicher phänomenale Männerquote), und zwecks Parties: Amerikanistik!

T-Com

Gestern Mittag schaltete sich mein DSL-Zugang ab. In meiner Post fand ich einen Brief der T-Com: "Kündigungsbestätigung, Auftragsnummer XYZ. Ihr DSL-Anschluss wurde am 15.3. gekündigt und wird am 21.3. abgeschaltet." Hm, tatsächlich, er war ausgeschaltet. Dies hörte sich verdächtig an, seit wann führt eine Telekomfirma Aufträge anstandslos, ohne Fehler aus? Der Fehler lag in diesem Fall sozusagen beim Kunden: ich hatte gar nicht gekündigt, abgesehen davon war ja alles glatt gelaufen.
Also rief ich an. Nach mehreren Gesprächen und ohrenkrebsverursachenden Warteschleifenminuten wurde mir bestätigt: "Ich habe das jetzt in den Server eingetragen, spätestens morgen müsste es funktionieren." Heute morgen. Wie erwartet ist DSL noch nicht wieder eingeschaltet. Erneute Gespräche: "Ich habe das jetzt in den Server eingetragen, spätestens morgen müsste es funktionieren." – "Äh, ihr Kollege hatte mir gestern das Gleiche gesagt…" – "Der hat nichts eingetragen, das würde ich ja sehen…". Ich frage mich, ob in diesen Callcentern überhaupt Computer stehen? Lesen die vielleicht nur aus irgendwelchen Skripten irgendwelche Antworten vor, während sie mit einer nirgends eingesteckten Maus klicken? Oder sind das überhaupt keine Menschen? Sondern nur Sprachcomputer, die Zufallsantworten geben?

Na warte – morgen mach ich den Turingtest.