Sich eine gruselige Szenerie auszudenken und einen hysterischen Artikel drüber zu schreiben gehört ja für Boulevardjournalisten zum täglichen Brot. In dieser Hinsicht ist der Artikel in der tz über einen "Gefährlichen Trend unter Kindern" nicht erstaunlich. Bemerkenswert ist eher: die erste stärkere Verbreitungswelle dieser ollen Kamelle gab es im Jahr 2003, und seitdem kommt es immer wieder zu Ausbrüchen der "sex bracelets"-Epidemie. Die haarsträubende Legende ist ursprünglich sogar noch älter, sie kam laut Barbara Mikkelson von snopes.com schon Mitte der 90er-Jahre vor. Einziger Unterschied: die Kinder werden bei jeder Nacherzählung jünger – in ein paar Jahren dürfte es (zumindest fiktiv) zu Geschlechtsverkehr in der PEKiP-Gruppe kommen. Eine ziemlich hartnäckige Story, die trotz mittlerweile jahrzehntelanger narrativer Traditionsbildung natürlich vollkommen erfunden ist.
Also mich persönlich würde es nicht wundern, wenn uns die tz demnächst von einem Mädchen aus einer zerrütteten Patchworkfamilie erzählt, das jahrelang von einer Gruppe kleinwüchsiger Männer als Sklavin gefangen gehalten wurde…


Das